Artistenfakultät


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Datei:Faculty of Arts (personification)-2.jpg
Allegorische Darstellung der Artistischen Fakultät (auf der Sockelrückseite des Denkmals für Karl IV. zum 500-jährigen Jubiläum der Karls-Universität Prag, von Ernst Hähnel; Kreuzherrenplatz, Prag, Tschechische Republik)

Die Artistenfakultät (facultas artium, artistarum) war der grundlegende Teil der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Universität und diente der Vermittlung propädeutischen Wissens zur Vorbereitung auf das Studium an einer der drei „höheren Fakultäten“ (Theologie, Jurisprudenz, Medizin) sowie der Ausbildung zum Schullehrer. Ihr Name leitete sich von den an ihr gelehrten artes liberales her. Die Artistenfakultät wandelte sich vom 15. bis zum 18. Jahrhundert zur Philosophischen Fakultät, aus der wiederum die heutigen geisteswissenschaftlichen, mathematischen und naturwissenschaftlichen Fakultäten hervorgingen.

Funktion

Die artistische Fakultät entstand im 12. Jahrhundert im Zuge der Emanzipation der mittelalterlichen Philosophie von der Theologie.<ref>Vgl.  Martin Kintzinger: Die Artisten im Streit der Fakultäten. Vom Nutzen der Wissenschaft zwischen Mittelalter und Moderne. In: Jahrbuch für Universitätsgeschichte. 4, 2001, S. 177–194, hier S. 178f, ZDB-ID 1431358-3.</ref> Ihre Entwicklung hin zu einer eigenständigen Fakultät wurde im 13. Jahrhundert wesentlich durch die von Thomas von Aquin geprägte Konzeption einer Autonomie der Philosophie gegenüber der Theologie befördert.<ref>Vgl.  Jan Pinborg: Diskussionen um die Wissenschaftstheorie an der Artistenfakultät. In: Albert Zimmermann (Hrsg.): Die Auseinandersetzungen an der Pariser Universität im XIII. Jahrhundert. Für den Druck besorgt von Gudrun Vuillemin-Diem (= Miscellanea mediaevalia. 10). Gruyter, Berlin 1976, ISBN 3-11-005986-X, S. 240-268, hier S. 240f.

  •  Arno Seifert: Das höhere Schulwesen. Universitäten und Gymnasien. In: Notker Hammerstein (Hrsg.): Handbuch der deutschen Bildungsgeschichte. Bd. I: 15. bis 17. Jahrhundert. Von der Renaissance und der Reformation bis zum Ende der Glaubenskämpfe. Beck, München 1996, ISBN 978-3-406-32463-5, S. 197–374. Google Books
  • Siehe auch

    Einzelnachweise

    <references />