Belagerungsmünze
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Datei:Jülich 1621 77001250.jpg
Belagerung von Jülich 1621, Silberklippe zu 20 Stübern.
Belagerungsmünzen sind Notmünzen, die in belagerten Plätzen hergestellt wurden, um als Zahlungsmittel zu dienen, meist zur Besoldung der Truppen.
Belagerungsmünzen wurden oft unvollkommen geprägt und bei Mangel an Metall oft auch aus wertlosem Material (Leder, Pappe usw.) hergestellt.
So wurden während der Belagerung von Jülich 1610 durch den Festungskommandanten Johann von Reuschenberg zu Overbach Bruchstücke des silbernen Tafelgeschirrs mit Wertstempeln versehen und als 1 bis 10-Guldenstücke ausgegeben. In ähnlicher Weise verfuhr man während der Belagerung Kolbergs 1807, wo Pappstücke mit dem Kommandanturstempel als 2, 4 und 8 Groschen angefertigt wurden.
Siehe auch
- Münzstätte Leipzig, Mitte des 15. Jahrhunderts bis zur Schließung durch Kurfürst August, Leipziger Belagerungsklippen des Kurfürsten Moritz 1547
- Münzstätte Wittenberg, Talerzeit, Belagerungsklippen Johann Friedrichs des Großmütigen 1547
- Münzstätte Gotha, Talerzeit, Gothaer Belagerungsklippen 1567
Literatur
- August Brause: Feld-, Noth- und Belagerungsmünzen. 2 Bände. J. A. Stargardt, Berlin 1897–1903;
- Band 1: Deutschland, Österreich-Ungarn, Siebenbürgen, Moldau, Dänemark, Schweden, Norwegen, Rußland, Polen u. s. w. 1897–1897;
- Band 2: England, Frankreich, Holland, Italien, Spanien. 1902–1903.
Weblinks
Commons Commons: Siege coins – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
- Volker Ertel: Prägungen anlässlich von Belagerungen im 16. Jahrhundert. In: coingallery.de. Abgerufen am 26. Oktober 2010.