Jedlina-Zdrój
Jedlina-Zdrój | ||||||
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Basisdaten | ||||||
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Staat: | Polen | |||||
Woiwodschaft: | Niederschlesien | |||||
Powiat: | Wałbrzych | |||||
Fläche: | 17,45 km² | |||||
Geographische Lage: | 16,347222222222|primary | dim=10000 | globe= | name= | region=PL-DS | type=city
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Postleitzahl: | 58-330 | |||||
Telefonvorwahl: | (+48) 74 | |||||
Kfz-Kennzeichen: | DBA | |||||
Wirtschaft und Verkehr | ||||||
Straße: | DW 381 Głuszyca–Wałbrzych | |||||
Schienenweg: | Wałbrzych–Kłodzko | |||||
Nächster int. Flughafen: | Breslau | |||||
Gmina | ||||||
Gminatyp: | Stadtgemeinde | |||||
Einwohner: | 4988 (30. Jun. 2014)<ref name="L_ludnosc_stan_struktura_30-6-2014">Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2014. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), archiviert vom Original am 7. Dezember 2014, abgerufen am 23. Dezember 2014. </ref> | |||||
Gemeindenummer (GUS): | 0221021 | |||||
Verwaltung (Stand: 2008) | ||||||
Bürgermeister: | Leszek Orpel | |||||
Adresse: | ul. Poznańska 2 58-330 Jedlina-Zdrój | |||||
Webpräsenz: | ww.jedlinazdroj.com.pl |
Jedlina-Zdrój (deutsch Bad Charlottenbrunn) ist eine Stadt sowie ein Kurort im Powiat Wałbrzyski in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Sie liegt sieben Kilometer südöstlich von Wałbrzych (deutsch Waldenburg).
Inhaltsverzeichnis
Geographie
Jedlina-Zdrój liegt an der Schweidnitzer Weistritz im Waldenburger Bergland. Südöstlich verläuft das Eulengebirge. Nachbarorte sind Rusinowa, Nowa Wioska (Neudörfel) und Dziećmorowice im Norden, Zagórze Śląskie im Nordosten, Jugowice und Olszyniec (Erlenbusch) im Osten, Jedlinka (Tannhausen) und Jedlinka Górna (Blumenau) sowie Głuszyca im Südosten, Grzmiąca und Suliszów (Sophienau) im Süden, Rybnica Leśna im Südwesten, Kamionka (Steinau), Glinik (Grosshain) und Glinica (Lehmwasser) im Westen und Wałbrzych im Nordwesten. Nordöstlich erhebt sich die 590 m hohe Münsterhöhe (Klasztorzysko) und die Burg Grodno (Kynsburg). Südwestlich liegt die Burg Rogowiec (Hornschloss) und die Burgruine Radosno (Freudenburg).
Geschichte
Die Badeanlagen von Charlottenbrunn entstanden auf den Fluren eines Anteils von Tannhausen (Jedlinka), dessen Sauerbrunnen erstmals 1694 erwähnt wurde. 1723 erwarb der Tannhauser Grundherr Johann Christoph von Seherr-Thoß die Quelle und benannte sie nach seiner zweiten Frau Charlotte Maximiliane von Pückler Charlotte. Die älteste Badeanlage war ab 1724 der Grundhof, dem 1731 das Schlössel folgte. 1740 erhielt Charlottenbrunn das Marktrecht.
Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Charlottenbrunn zusammen mit Schlesien an Preußen. 1743 besuchte der preußische König Friedrich II. Charlottenbrunn. 1748 wurde der erste Kursaal errichtet, der später zur evangelischen Kirche umgebaut wurde. Nach der Neugliederung Preußens gehörte Charlottenbrunn seit 1815 zur Provinz Schlesien und war ab 1816 dem Landkreis Waldenburg eingegliedert, mit dem es bis 1945 verbunden blieb. 1835 entdeckte der damalige Besitzer Karl Krister eine Eisenquelle, die er nach seiner Frau „Theresienquelle“ benannte. 1880 erhielt Charlottenbrunn Anschluss an die Bahnlinie von Dittersbach nach Glatz. 1889 erwarb die Gemeinde Charlottenbrunn die Bade- und die Kuranlagen. 1934 wurde das Waldtheater im Karlshain und 1935 eine neue Wandelhalle errichtet. Für das Jahr 1910 sind 1.693 Einwohner verzeichnet, 1939 waren es 1.823.
Als Folge des Zweiten Weltkriegs kam Bad Charlottenbrunn 1945 wie fast ganz Schlesien unter polnische Verwaltung und wurde in Jedlina-Zdrój umbenannt. Die deutsche Bevölkerung wurde vertrieben. Die neuen Bewohner waren zum Teil Heimatvertriebene aus Ostpolen. 1954 wurde Jedlina-Zdrój zur stadtartigen Siedlung und 1967 zur Stadt erhoben. 1975–1998 gehörte Jedlina-Zdrój zur Woiwodschaft Wałbrzych. 1991 wurde mit dem Zwei-plus-Vier-Vertrag ein Friedensvertrag zwischen den beiden deutschen Staaten und den Siegermächten des Zweiten Weltkrieges geschlossen, welche den Ort zum festen Bestandteil Polens machte.
Verkehr
Früher zweigte im Bahnhof Jedlina-Zdrój die Bahnstrecke Wrocław–Jedlina-Zdrój von der Bahnstrecke Wałbrzych–Kłodzko ab.
Sehenswürdigkeiten
- Die heutigen Badeanlagen entstanden um 1885. Die Wandelhalle wurde 1935 errichtet.
- Im Ortsteil Jedlinka (Tannhausen): Schloss errichtet 1792 für den Kaufmann Theodor Langer vermutlich nach Entwurf des Architekten Carl Gotthard Langhans. Im 19. Jahrhundert modernisiert und umgebaut. Letzte Besitzer 1945 von Schloss und Rittergut Tannhausen waren die Böhm'schen Erben des Majors der Kavallerie Gustav Böhm (1864–1933).
- Im Ortsteil Olszyniec (Erlenbusch): Die zweitürmige Dorfkirche wurde 1535 von evangelischen Bergleuten erbaut und 1540 erweitert. Die Füllungen der sechzehn Felder der Kassettendecke von 1611 sind mit Tapetenmustern der Spätrenaissance geschmückt. Den Taufstein stiftete Graf Holstein-Gottorp, dessen Sohn hier während des Dreißigjährigen Kriegs getauft wurde.
Ehrenbürger
- 2009 Guenter Boehm (* 1939), Familiengenealoge aus New York, Verfasser der Böhm-Chronik
Söhne und Töchter von Jedlina-Zdrój
- August Berger (* 30. Januar 1892 in Tannhausen, Niederschlesien; † im April 1945) war ein deutscher Kommunalpolitiker. Er wurde vom NS-Regime als politischer Gegner verfolgt, 1944 im KZ Sachsenhausen inhaftiert und kam bei Räumung des KZs auf einem Todesmarsch im April 1945 ums Leben
Verweise
Literatur
- Hugo Weczerka: Handbuch der historischen Stätten Schlesien. Stuttgart 1977, ISBN 3-520-31601-3, S. 9–10
- Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen Schlesien. München·Berlin 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 386–387
- Heinrich Bartsch: Unvergessene Waldenburger Heimat. Norden (Ostfriesl.) 1969, S. 342
Weblinks
- Verleihung der Ehrenbürgerschaft an Gunter Boehm (polnisch)
- Verleihung der Ehrenbürgerschaft an Günter Böhm (deutsch)
- Schloss Tannhausen (polnisch)
Fußnoten
<references/>
Boguszów-Gorce (Gottesberg-Rothenbach) – Stadt | Czarny Bór (Schwarzwaldau) | Głuszyca (Wüstegiersdorf) – Stadt | Jedlina-Zdrój (Bad Charlottenbrunn) – Stadt | Mieroszów (Friedland) – Stadt | Stare Bogaczowice (Altreichenau) | Szczawno-Zdrój (Bad Salzbrunn) – Stadt | Walim (Wüstewaltersdorf)