Constantine (Film)


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Filmdaten
Deutscher TitelConstantine
OriginaltitelConstantine
ProduktionslandUSA, Deutschland
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2005
Länge116 Minuten
AltersfreigabeFSK 16
Stab
RegieFrancis Lawrence
DrehbuchKevin Brodbin
ProduktionLorenzo di Bonaventura,
Akiva Goldsman
MusikKlaus Badelt,
Brian Tyler
KameraPhilippe Rousselot
SchnittWayne Wahrman
Besetzung

Constantine ist ein US-amerikanischer Mystery-Thriller nach der Comicserie Hellblazer aus dem Jahr 2005, in dem es um einen Konflikt zwischen Himmel und Hölle geht. Hauptdarsteller sind Keanu Reeves und Rachel Weisz.

Handlung

Die Polizistin Angela Dodson untersucht den Suizid ihrer als psychisch krank geltenden Zwillingsschwester Isabel. Dabei stößt sie auf den Exorzisten John Constantine, der – wörtlich genommen – den Weg zur Hölle und zurück schon beschritten hat. Als Jugendlicher war er durch einen Selbstmordversuch für zwei Minuten im Jenseits. Der Auslöser war seine Fähigkeit, das Walten und Wirken von Engeln und Dämonen auf der Erde wahrnehmen zu können. Diesen ist es einem Pakt, den Gott mit dem Teufel schloss, zufolge nicht gestattet, in die menschliche Dimension einzudringen. Wer gegen dieses Gesetz verstößt, wird von Constantine aufgespürt und in seine Heimatsphäre zurückbefördert.

Constantine, der vom Erzengel Gabriel und dem unbedarften Taxifahrer Chas bei seinen Aufträgen unterstützt wird, will sich so von der Todsünde des Selbstmordes reinwaschen. Er erkennt eine Anhäufung von Vergehen gegen das alte Abkommen und erfährt, dass sowohl Angela als auch ihre Schwester schon in ihrer Kindheit Engel und Dämonen sahen. Während Angela diese Fähigkeit verleugnete und schließlich ablegte, wurde Isabel zeit ihres Lebens von Visionen geplagt und als wahnsinnig abgestempelt.

Gemeinsam und mithilfe zweier kurzer, aber intensiver Abstecher in die Hölle finden John und Angela heraus, dass Mammon, der Sohn des Teufels, hinter Isabel her war, um durch sie einen Weg auf die Erde zu finden und eine Schreckensherrschaft zu errichten, die die seines Vaters noch übertreffen sollte. Isabel konnte dies durch ihren Selbstmord verhindern, doch dadurch wird Angela als neues Opfer ausgesucht. Zum Schutz übergibt ihr John ein Amulett, das den Missbrauch ihres Körpers als Pforte für Mammon verhindern soll. Nach einem Kampf mit dem Halbdämon Balthasar erfahren die beiden von diesem, dass Mammon an den Speer des Schicksals gelangen konnte, den der Legionär Longinus einst mit dem Blut Christi tränkte. Mammon benötigt aber nicht nur den Speer, sondern auch göttliche Hilfe, um auf die Welt zu gelangen. Als Angela das Amulett aus Versehen ablegt, wird sie kurz darauf von einer unsichtbaren Kraft entführt.

Mithilfe des auf Neutralität bedachten Midnite verfolgt John die Spur von Mammon, und kann so den Aufenthaltsort von Angela bestimmen. Zusammen mit Chas kann er dort Mammon davon abhalten, durch Angelas Körper Einlass in die Menschenwelt zu finden, Chas wird jedoch von einem unsichtbaren Angreifer getötet. Diesen kann Constantine mit seinen Kräften entlarven. Es stellt sich heraus, dass es Gabriel ist, der dem Sohn Satans zu einer Herrschaft auf Erden verhelfen will. Gabriel empfindet die Menschheit als unwürdig, in das Reich Gottes aufzusteigen. Seiner Meinung nach entwickeln Menschen nur in der Not die dazu notwendige Würde. Deshalb unterstützt er Mammon, um den Menschen diese Not zu bescheren. Als der Erzengel kurz davor ist, Mammon zu befreien, greift John zum äußersten Mittel: Er begeht erneut Selbstmord und wird als einer der wenigen, die je lebend die Hölle verließen, vom Leibhaftigen besucht, der sogar persönlich erschienen ist, um ihn abzuholen. Als Constantine jedoch Luzifer auf den Verrat Gabriels hinweist, rettet er Angela und schickt Mammon zurück in die Hölle. Gabriel will Luzifer angreifen, was aber misslingt, da Gott ihn nicht mehr unterstützt. Er wird daraufhin zu einem sterblichen Menschen.

Luzifer gewährt Constantine als Gegenleistung für die Aufdeckung des Komplotts einen letzten Wunsch. Er wünscht sich, Isabels Seele aus der Hölle zu entlassen, was "Lu" ihm auch gewährt. Als Luzifer enttäuscht feststellt, dass Constantines Seele durch diesen Akt der selbstlosen Aufopferung das Tor zum Himmel offen steht, ist er eher bereit, dessen Leben zu retten, als ihn Gott zu überlassen. So heilt er Constantines Wunden und entfernt den Krebs, der Constantine aufgrund dessen Rauchens bald das Leben gekostet hätte, aus dessen Lunge. Er tut dies in der Hoffnung auf die Möglichkeit, dass John in seinem nun folgenden Leben abermals sündigen würde, so dass er nach seinem Tod doch wieder in die Hölle käme. Als Angela wieder zu Bewusstsein kommt, tritt Gabriel mit der Bitte an Constantine heran, ihn zu töten. Constantine lehnt dies ab, und Gabriel ist dazu verdammt, als Mensch weiterzuleben und Schmerz zu erfahren. Kurz bevor sich John von Angela verabschiedet, bittet er sie schließlich darum, den Speer des Schicksals so zu verstecken, dass ihn niemand jemals wiederfinden würde. Danach sieht man, wie John einen Nikotinkaugummi isst.

Am Ende des Abspanns folgt ein kurzer Epilog, in dem Constantine Chas' Grab besucht und dort miterlebt, wie dieser zu einem Engel wird und in den Himmel aufsteigt.

Kritiken

Jürgen Armbruster „Filmstarts“ schrieb: "„Constantine“ ist unterm Strich eine angenehme Überraschung. Wer nach Betrachtung der vorab veröffentlichten Bilder ein zweites „Van Helsing“-Desaster erwartet hat, muss und darf sich eines besseren belehren lassen. Eine bestechende Optik, krachende Action und Charaktere mit Kult-Potenzial. Der Film wird ein Hit, keine Frage. Zwar ist „Constantine“ kein absoluter Überflieger, doch Genre-Freunde bekommen, was sie wollen."

Rüdiger Suchsland schreibt für Film im Bayerischen Fernsehen, der Film biete „durchschnittliche Mystery-Action“, er sei „leidlich unterhaltsam, aber ohne stilistische Stringenz und gedankliche Tiefe, vor allem aber ohne jenen poetischen Überschuss, die solch ein Phantasie-Stück braucht, um auch emotional wirklich zu funktionieren.“ Das Drehbuch bezeichnet er als „durch und durch krude“.<ref>Kritik auf br-online.de (Memento vom 27. Januar 2008 im Internet Archive)</ref>

Die Zeitschrift Cinema schrieb, der Film sei ein „etwas langatmiger, aber schön zynischer Okkult-Thriller ohne Comic-übliches Trash-Odeur“

Für Rochus Wolff von critic.de ändert „Reeves´ Erscheinungsbild nichts daran, dass Constantine insgesamt eine auch visuell sehr dichte Erzählung bietet, die über zwei Stunden nicht langweilig wird – selbst wenn es Fans der Hellblazer-Reihe ein wenig an der Düsternis fehlen wird, für die die Comicbände berühmt sind.“<ref>Kritik bei critic.de</ref>

Hintergrund

Constantine Film ist das Kinodebüt des Musikvideoregisseurs Francis Lawrence (u. a. P.O.D. „Alive“)

Die Geschichte des Films basiert auf Hellblazer von Jamie Delano und Garth Ennis. Die Figur des John Constantine wurde vom Comic-Schreiber Alan Moore für die Serie Swamp Thing geschaffen.

Ein Großteil der sehr umfangreichen visuellen Effekte von Constantine wurde in erster Linie vom australischen VFX-Studio ESC kreiert, das bereits während der Produktion der bahnbrechenden Effekte für die beiden Fortsetzungen der Matrix-Trilogie eine enge Zusammenarbeit mit Keanu Reeves pflegte. Ihre Arbeit konzentrierte sich hauptsächlich auf die Animation der Engelsflügel, den Dämon als Krabbeltier (auch bekannt als „Vermin Man“) und das Erscheinen Satans (z. B. die zerbrochene Tür). Die übrigen Dämonen(-erscheinungen) und die Höllenwelten wurden in erster Linie von der Firma Tippett Studio geschaffen, die insbesondere für ihre qualitativen Charakteranimationen bekannt ist. Die Firmen Hydraulx, CIS Hollywood, FuriousFX & HatchFX übernahmen die restlichen Effektsequenzen.

Weltweit spielte der Film bei einem Budget von 100 Mio. Dollar etwa 230 Mio. Dollar ein.<ref>Eintrag in der Internet Movie Database</ref>

Trivia

Als John seinem Gehilfen Chas die Anweisung gibt, den Wagen zurückzufahren, um nicht vom Spiegel getroffen zu werden, kann man auf dem Armaturenbrett des Wagens das Buch Satanism and Witchcraft von Jules Michelet aus dem Jahre 1939 erkennen.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />