EMRP


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25px Dieser Artikel behandelt das Produkt der in eine Sendeantenne eingespeisten Leistung multipliziert mit deren Antennengewinn; zum Europäischen Metrologie-Forschungsprogramm (EMRP) siehe dort.

Die EMRP (engl. für effective monopole radiated power, auch e.m.r.p.; keine geläufige deutsche Bezeichnung vorhanden) ist das Produkt der in eine Sendeantenne eingespeisten Leistung multipliziert mit deren Antennengewinn (relativ zu einem kurzen Monopol):<ref name="ITU RR">ITU, Radio Regulations, ARTICLE 1 Terms and definitions, Section VI – Characteristics of emissions and radio equipment, §1.163: effective monopole radiated power (e.m.r.p.) (in a given direction): The product of the power supplied to the antenna and its gain relative to a short vertical antenna in a given direction.</ref>

<math>EMRP = {P_s \cdot G_v}</math>

mit

  • Ps: in die Antenne eingespeiste Leistung (in Watt),
  • Gv: Antennengewinn gegenüber einem kurzen Monopol (dimensionslos).

Wenn keine Richtung angegeben wird, gilt der Wert für die Hauptstrahlrichtung der Sendeantenne, in der gleichzeitig ihr Antennengewinn am größten ist.

Als Bezugsantenne für den Antennengewinn dient hier ein kurzer Monopol. Diese Antennenform - und damit auch die EMRP - ist nur im Lang- und Mittelwellenbereich von Bedeutung, da nur dort vertikale selbststrahlende Masten mit Erdnetz (Monopole) als Sendeantennen verwendet werden.

In der Praxis wird die tatsächlich in die Bodenwelle abgestrahlte EMRP durch Messungen im Fernfeld des Lang- oder Mittelwellensenders bestimmt. Eine EMRP von 1 Kilowatt erzeugt beispielsweise eine elektrische Feldstärke von 300 mV/m (entsprechend 109,5 dBµV/m) in einem Kilometer Entfernung von der Sendeantenne.<ref name="ITU-R BS.561-2">ITU: Recommendation ITU-R BS.561-2, Definitions of radiation in LF, MF and HF broadcasting bands</ref>

Für international koordinierte Lang- und Mittelwellenfrequenzen im Plan Genf '75 wird allerdings die maximal erlaubte EMRP eines Senders durch das Produkt seiner Ausgangsleistung und des theoretischen Antennengewinns einer verlustfreien Antenne festgelegt.<ref name="GE75 1">ITU: final acts of the Regional Administrative LF/MF Broadcasting Conference (Regions 1 and 3), Geneva, 1975, Annex 2, Chapter 4.3 Radiated Power: The radiated power is assumed to be the product of the nominal power of the transmitter and the gain of the antenna (relative to a short vertical antenna) without taking into account any losses*. It is expressed either by the cymomotive force (c.m.f. in V or in dB relative to 300 V) or by the effective monopole radiated power (e.m.r.p. in kW or in dB relative to 1 kW).</ref>

Ein häufig als Sendeantenne verwendeter Viertelwellen-Monopol besitzt einen Gewinn von 1,093 (entsprechend 0,39 dB) und ein Halbwellen-Monopol von 1,6 (entsprechend 2,04 dB), jeweils gegenüber einem kurzen Monopol über ideal leitender Erde.<ref name="GE75 2">ITU: final acts of the Regional Administrative LF/MF Broadcasting Conference (Regions 1 and 3), Geneva, 1975, Annex 2, Figure 11: Transmitting Antenna Gain for a simple Vertical Antenna</ref>

Zusammenhang mit ERP und EIRP

EMRP, ERP und EIRP unterscheiden sich nur in der Bezugsantenne für den Antennengewinn:

Ein kurzer Monopol über ideal leitender Erde besitzt definitionsgemäß einen Antennengewinn von 1 (entsprechend 0 dB). Gegenüber einem Isotropstrahler beträgt sein Gewinn 3 (entsprechend 4,77 dBi) und gegenüber einem Halbwellendipol 1,83 (entsprechend 2,62 dBd):<ref name="Meinke-Gundlach">Meinke, Friedrich-Wilhelm Gundlach: Taschenbuch der Hochfrequenztechnik, 4. Auflage 1985, Springer-Verlag: Seite N16</ref>

<math>\begin{align}

EIRP & = 3 && \cdot EMRP\\

ERP & = 1{,}83 && \cdot EMRP

\end{align}</math>

Oder beispielhaft in logarithmierten Einheiten:

<math>\frac{EIRP}\mathrm{dBm} = \frac{EMRP}\mathrm{dBm} + \frac{4{,}77}\mathrm{dBi}</math>
<math>\frac{ERP}\mathrm{dBm} = \frac{EMRP}\mathrm{dBm} + \frac{2{,}62}\mathrm{dBd}</math>

Schreibweisen

EMRP wird oft wie eine physikalische Größe behandelt. Ihr wird folglich ein Wert zugewiesen. Eine andere Möglichkeit ist, EMRP hinter der Maßeinheit in Klammern zu stellen, z. B. Watt (EMRP).

Siehe auch

Einzelnachweise

<references />