Kalibergbau


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Datei:DE Bokeloh aerial.jpg
Luftbild der Abraumhalde (rechts im Bild) des Kalibergwerks Sigmundshall in Bokeloh bei Hannover.

Als Kalibergbau wird der untertägige Abbau von Kalisalz bezeichnet. Der untertägige Abbau von Kali- und Steinsalz wird mit dem Begriff Salzbergbau zusammengefasst.

Kalilagerstätten

Die abgebauten Kalilagerstätten werden stets von Natriumchlorid begleitet und weisen einen Kaligehalt zwischen 20 und 35 % auf. Somit entstehen pro Tonne gewonnenem Kali mehrere Tonnen Abraumsalz, das zu 96 % aus Kochsalz besteht. Dazu siehe auch Salzlagerstätte.

Kalibergbau in Deutschland

Das erste Kalibergwerk der Welt war das Königlich Preußische Salzbergwerk in Staßfurt mit den Schächten von der Heydt und von Manteuffel, deren Einrichtung den Beginn der Erkundung und Gewinnung von Kalisalzen in Mecklenburg markierten.<ref>Rainer Slotta: 150 Jahre Kaliproduktion in Deutschland. In: Kali und Steinsalz 3/2011. S. 20–39, abgerufen am 27. März 2014 (PDF, 7,3MB).</ref>

Bis nach dem Ersten Weltkrieg hatte das Deutsche Reich ein Monopol auf den Kaliabbau, das erst durch den Verlust des Kalireviers im Elsass gebrochen wurde. Während der Weltwirtschaftskrise wurde durch das Deutsche Kalisyndikat die Kaliquote eingeführt, um die Zahl der fördernden Kaliwerke zu beschränken. Dies führte wie erwartet zu einer Konzentrationswelle in der Kaliindustrie und der Schließung zahlreicher kleinerer Werke.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Kalibergwerke in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands verstaatlicht; in den Westzonen verblieben sie in Privateigentum. Infolge der Wiedervereinigung Deutschlands wurde das VEB Kombinat Kali von der Treuhandanstalt in die Mitteldeutsche Kali AG umgewandelt und anschließend mit der K+S AG fusioniert. Dazu wurde der Kalivertrag abgeschlossen.<ref>Kalivertrag</ref> Der Kalivertrag war lange Zeit vertraulich und wurde erst 2014 öffentlich.<ref>Lieberknecht: Kali-Vertrag wird gegenüber Landtag offengelegt, In: Thüringer Allgemeine Zeitung vom 25. März 2014</ref>

Kalireviere in Deutschland

Kalibergwerke in Deutschland

Weltweite Kaliproduktion

Heute sind die größten Kaliumchloridproduzenten (Kaliindustrie)<ref>Kaliindustrie - Abbau und Verarbeitungsverfahren</ref> der Welt Kanada, Russland und Deutschland. Einziges verbliebenes deutsches Kalibergbauunternehmen ist die K+S AG.

Umweltprobleme

Abbauverfahren

spezielle Verfahren

Literatur

  •  Otto Braitsch: Entstehung und Stoffbestand der Salzlagerstätten (= Mineralogie und Petrographie in Einzeldarstellungen. 3). Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1962.
  •  D. Eckart: Gegenwärtiger Stand und offene Probleme der Verwahrung stillgelegter unterirdischer Bergwerksanlagen. In: Neue Bergbautechnik. 11, 1974, S. 842–848.
  •  Ernst Fulda: Überblick über die Salzlagerstätten Deutschlands. In: Kali. 2, 1925.
  •  Eugen Geinitz: Geologie Mecklenburgs. Hinstorff, Rostock 1922.
  •  Werner Gimm (Hrsg.): Kali- und Steinsalzbergbau. Bd. 1, VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, 1968.
  •  Karl-Heinz Höfer: Grundprobleme der Gebirgsmechanik. Akademieverlag, Berlin 1965.
  •  Karl-Heinz Höfer, Georg Bilkenroth: Das Festigkeits- und Verformungsverhalten von Carnallitit als Grundlage für die Standsicherheitsbewertung von Grubenbauen. In: Neue Bergbautechnik. 5, 1975, S. 451–457.
  •  Hans Jendersie (Hrsg.): Kali- und Steinsalzbergbau. Bd. 2, VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1969.
  •  Rudolf Junghans: Technologie des Kali- und Steinsalzbergbaus. VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1964.
  •  Kast: Gutachten über die Sicherungsmaßnahmen stillgelegter Kaliwerke. Bd. 2, Deutscher Kali-Verein, Berlin 1926 (Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt, Signatur: F 38, Gen. VIIIg Nr. 64 Bd. 2).
  •  Ernst Loock: Stillgelegte Schächte – ein Problem der Kaliindustrie. In: Freiberger Forschungshefte. A 136, Akademie, Berlin 1960, S. 57–64.
  •  Thomas Reuter: Die Schächte des Kalibergbaues in Deutschland. In: Stadtverwaltung Sondershausen (Hrsg.): SONDERSHÄUSER HEFTE zur Geschichte der Kali-Industrie. Nr. 13, Stadtverwaltung Sondershausen, Fachbereich Kultur, Sondershausen 2009, ISBN 978-3-9811062-3-7.
  •  Horst Richter: Geologischer Paß der Südwest-Mecklenburgischen Kalisalz-Lagerstätten. Rostock 1950 (Unveröff. Gutachten der Geologischen Landesanstalt der DDR; Facharchiv des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern (LUNG M-V), Bestandssignatur KA0001).

Einzelnachweise

<references />