Militär-Karl-Friedrich-Verdienstorden


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Der Militär Karl-Friedrich-Verdienstorden wurde am 5. Oktober 1805 durch den Kurfürsten und späteren Großherzog von Baden, Carl Friedrich, gestiftet und war ausschließlich zur Verleihung an Offiziere zur Belohnung für hervorragende Waffentaten vorgesehen.

Ordensklassen

Ursprünglich in drei Klassen gestiftet, erfolgte 1840 die Teilung des Komtur in I. und II. Klasse. Dem Orden war außerdem seit 1807 die Karl Friedrich-Militär-Verdienstmedaille angeschlossen.

Ordensdekoration

Das Ordenszeichen ist ein aus Gold gefertigtes weiß emailliertes Malteserkreuz, unter dessen Kreuzarmen ein Lorbeerkranz mit grün emaillierten Blätter verläuft. Das Kreuz ist von einer Markgrafen- bzw. Herzogskrone (seit 1806) überhöht. Im Medaillon des Kreuzes finden sich auf rot emaillierten Grund die goldenen verschlungenen Initialen des Stifters C F (Carl Friedrich). Umschlossen ist das Medaillon von einem blau emaillierten Reif mit der goldenen Inschrift FÜR BADENS EHRE. Auf der Rückseite ist ein gekrönter rücksehenden Greif als Schildhalter mit dem bereits beschriebenen Reif zu sehen.

Karl Friedrich-Militär-Verdienstmedaille

Am 4. April 1807 erfolgte die Stiftung der Karl Friedrich-Militär-Verdienstmedaille für Unteroffiziere und Mannschaften in zwei Stufen - Gold und Silber.

Die runde Medaille zeigt die Abbildung aus dem Revers des Ordens und darüber die Umschrift FÜR BADENS EHRE. Auf der Rückseite ist ein unten zusammen gebundener Lorbeerkranz zu sehen. Darin die zwei zeiligen Worte DEM TAPFEREN und darunter ist der Name des Empfängers eingraviert. Teilweise wurde diese Gravur noch um das Verleihungsjahr ergänzt.

Trageweise

Getragen wurde das Großkreuz an einer Schärpe von der linken Schulter zur rechten Hüfte. Das Komturkreuz wurde als Halsorden dekoriert. Großkreuz und Komtur I. Klasse trugen zusätzlich einen aus Silber gefertigten Bruststern, der die Ordensdekoration zeigt und in den Kreuzwinkel Strahlen trägt. Ritterkreuz und Verdienstmedaille wurden am Band auf der linken Brustseite getragen.

Das Band ist gelb mit einem breiten roten Mittel- und schmalen weißen Randstreifen.

Verleihungszahlen

Bis zum Ende der Monarchie wurde der Orden und die Verdienstmedaille wie folgt verliehen:

  • Großkreuz - 41 Verleihungen
  • Komtur (bis 1839) - 67 Verleihungen
  • Komtur I. Klasse - 26 Verleihungen
  • Komtur II. Klasse - 17 Verleihungen
  • Ritterkreuz - 706 Verleihungen
  • Goldene Verdienstmedaille - 103 Verleihungen
  • Silberne Verdienstmedaille - 2858 Verleihungen

Bekannte Träger

Besonderheiten

Nach dem Ableben des Inhabers war der Orden rückgabepflichtig.

Mit der Verleihung des Ordens bzw. der Goldenen Verdienstmedaille war ein lebenslanger Ehrensold verbunden, den das Deutsche Reich den Inhabern zahlte. Die Bundesrepublik Deutschland zahlte den Inhabern ab 1. Oktober 1956 monatlich 25 DM.

Literatur

  • Arnhard Graf Klenau: Orden in Deutschland und Österreich. Band II: Deutsche Staaten (1806–1918). Teil I: Anhalt–Hannover. Offenbach 2008. ISBN 3-937064-13-3. S. 38–53.
  • Maximilian Gritzner: Handbuch der Ritter- und Verdienstorden aller Kulturstaaten der Welt. Leipzig 1893. ISBN 3-8262-0705-X.