Panschwitz-Kuckau


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51.23333333333314.2190Koordinaten: 51° 14′ N, 14° 12′ O{{#coordinates:51,233333333333|14,2|primary
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  }}
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Bautzen
Verwaltungsverband: Am Klosterwasser
Höhe: 190 m ü. NHN
Fläche: 23,37 km²
Einwohner: 2095 (31. Dez. 2014)<ref name="Metadaten Einwohnerzahl DE-SN">Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).</ref>
Bevölkerungsdichte: 90 Einwohner je km²
Postleitzahl: 01920
Vorwahl: 035796
Kfz-Kennzeichen: BZ, BIW, HY, KM
Gemeindeschlüssel: 14 6 25 440
Gemeindegliederung: 13 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Elstraer Str. 3
01920 Panschwitz-Kuckau
Webpräsenz: www.panschwitz-kuckau.de
Bürgermeister: Markus Kreuz (CDU)
Lage der Gemeinde Panschwitz-Kuckau im Landkreis Bautzen

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Panschwitz-Kuckau, sorbisch Pančicy-Kukow, ist eine Gemeinde in der Oberlausitz im sächsischen Landkreis Bautzen. Die Gemeinde im sorbischen Siedlungsgebiet liegt etwa 12 km von der Stadt Kamenz entfernt. Sie hat 2200 Einwohner, von denen etwa die Hälfte im Ort Panschwitz-Kuckau selbst leben. Im Jahre 2001 waren 49,7 % der Einwohner des Sorbischen mächtig.<ref>Walde, Martin: Demographisch-statistische Betrachtungen im Gemeindeverband "Am Klosterwasser" in: Lětopis 51 (2004), Heft 1</ref>

Datei:Vogelperspektive Marienstern.jpg
Ortsteil Kuckau mit Kloster St. Marienstern
Datei:Pančicy-Kukow.JPG
Panschwitz-Kuckau aus Richtung Ostro

Geografie

Der Ort liegt zwischen 165 und 185 Metern ü. NN im sogenannten „Oberland“ (Horjany) der ehemaligen Klosterpflege St. Marienstern. Durch Panschwitz-Kuckau fließt das Klosterwasser, ein Nebengewässer der Schwarzen Elster. Es trennt die historischen Ortsteile Panschwitz und Kuckau.

Ortsgliederung

Panschwitz-Kuckau ist 1957 aus den bis dahin eigenständigen Orten Panschwitz und Kuckau entstanden. Es hat folgende Ortsteile:

Bevölkerung und Sprache

Laut der Volkszählung von 2011 waren zu diesem Zeitpunkt von 2.141 Einwohnern 1.662 römisch-katholisch (77,6 %), 201 evangelisch (9,4 %) und 278 gehörten einer anderen oder keiner Religionsgemeinschaft an (13 %).<ref>Zensusdatenbank auf zensus2011.de</ref>

Für seine Statistik über die sorbische Bevölkerung in der Oberlausitz ermittelte Arnošt Muka in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts eine Bevölkerungszahl von 163 für Panschwitz und 345 für Kuckau. Der sorbische Bevölkerungsanteil lag bei 82 bzw. 97 %.<ref> Ernst Tschernik: Die Entwicklung der sorbischen Bevölkerung. Akademie-Verlag, Berlin 1954, S. 99.</ref> Ernst Tschernik zählte 1956 in der Gemeinde Panschwitz einen sorbischsprachigen Bevölkerungsanteil von 85 und in Kuckau (mit Schweinerden) von 84,8 %.<ref> Ludwig Elle: Sprachenpolitik in der Lausitz. Domowina-Verlag, Bautzen 1995, S. 251.</ref>

Politik

Der Gemeinderat von Panschwitz-Kuckau besteht momentan aus zwölf Mitgliedern. Die Kommunalwahl 2014 ergab folgende Stimm- bzw. Sitzverteilung:

Parteien und Wählergemeinschaften 2014 2009
 % Sitze  % Sitze
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) 53,5 7 48,9 5
Freie Sorbische Wählervereinigung (FSWV) 46,5 5 51,1 7
gesamt 100,0 12 100,0 12
Wahlbeteiligung 61,2 % 56,6 %

Eine zum 1. Juli 2011 angestrebte Gemeindefusion mit dem benachbarten Crostwitz scheiterte an Meinungsverschiedenheiten der Gemeinderäte, u.a. die Tagungssprache des Rates betreffend.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Geprägt ist der Ort durch das Zisterzienserinnenkloster St. Marienstern, das seit seiner Gründung 1248 bis heute in seiner ursprünglichen Bestimmung besteht. Alljährlich zu Ostern zieht Panschwitz-Kuckau zudem tausende Besucher an, wenn die traditionellen Osterreiter um den Klosterhof reiten. Überall im Dorf und an den Wegen der umliegenden Landschaft zeugen Kreuze und Betsäulen vom tief verwurzelten katholischen Glauben in diesem Teil der sorbischen Oberlausitz.

Im Ortsteil Ostro befindet sich eine sehr gut erhaltene Burgwallanlage (die „Ostroer Schanze“), die der slawischen Dorfbevölkerung zu Zeiten der Deutschen Ostsiedlung als Fluchtburg diente. Der Ortsteil Schweinerden, u. a. mit einer großen ehem. Poststation aus dem 18. Jh. im Zuge der Via Regia, steht vollständig unter Denkmalschutz. Der für diese Gegend ursprünglich typische Rundling ist hier besonders gut erhalten.

Durch Panschwitz-Kuckau verläuft auf dem Weg von Nebelschütz nach Crostwitz der Radwanderweg „Auf den Spuren des Krabat“. Auch der wieder belebte Ökumenische Pilgerweg<ref>Ökumenischer Pilgerweg</ref> führt auf der Strecke von Görlitz nach Vacha durch die Ortschaft. Im Kloster gibt es eine Pilgerherberge.

Bildung

Die Gemeinde verfügt über die sorbische Grundschule „Šula Ćišinskeho“. Die benachbarte Mittelschule wurde trotz heftiger Proteste als eine von fünf verbleibenden sorbischen Mittelschulen im Jahr 2007 geschlossen. Auf dem Klostergelände befindet sich eine kleine Förderschule (G).

Persönlichkeiten

  • Jakub Bart-Ćišinski (1856–1909), sorbischer Dichter, in Kuckau geboren
  • Mikławš Andricki (1871–1908), sorbischer Schriftsteller, in Panschwitz geboren
  • Alexander Reiner (1885–1960), Zahnarzt, SS-Führer, Lagerkommandant des KZ Columbia und des KZ Sachsenburg, in Panschwitz geboren
  • Stanislaw Tillich (* 1959), sächsischer Ministerpräsident, lebt in Panschwitz-Kuckau
  • Bogna Koreng (* 1965), sorbische Fernsehjournalistin, lebt in Panschwitz-Kuckau

Fußnoten

<references/>

Weblinks

Commons Commons: Panschwitz-Kuckau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Bildergalerie der Gemeinde Panschwitz-Kuckau Die Gemeinde Panschwitz-Kuckau

  • Panschwitz-Kuckau im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  • Panschwitz im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  • Kuckau im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen