Rheinterrasse (Düsseldorf)
Die Rheinterrasse (oft auch im Plural: Rheinterrassen<ref>Architekten HPP prägen das Stadtbild von Düsseldorf, Artikel vom 21. September 2013 im Portal rp-online.de, abgerufen am 23. September 2013</ref>) ist ein Gebäude mit Gast- und Versammlungsstätten, das 1924 bis 1926 nach Plänen von Wilhelm Kreis zur Ausstellung GeSoLei errichtet wurde. Es befindet sich am Joseph-Beuys-Ufer 33 in Düsseldorf-Pempelfort.
Inhaltsverzeichnis
Architektur
Die Rheinterrasse war für die Ausstellung GeSoLei als „Großrestaurant“ mit mehreren Cafés und Versammlungssälen geplant. Ihre Innen- und Außenmauern sind in Ziegelmauerwerk ausgeführt. Bei den tragenden Decken und Unterzügen kam hingegen bereits Stahlbeton (1.200 t Eisenportlandzement) zum Einsatz.<ref>Katrin Bollmann, Peter Lyhs, Peter Bilgeri, Ramona Ritter: Die Rheinterrasse in Düsseldorf. Einsatz von Eisenportlandzement vor 80 Jahren. Pdf-Datei im Portal beton-informationen.de (Heft 1/2, 2006), abgerufen am 23. September 2013</ref>
Zentrum des Gebäudes ist der 470 Quadratmeter große Rheingoldsaal mit einer muschelförmigen, auf Strebebögen ruhenden Schirmkuppel. Weitere Motive, die das expressionistische Intérieur prägen, sind der „hängende Schlussstein“ und die „Doppelarkade“.<ref name="Kranz/Wiener68"/> Auf der Straßenseite ist der Saal, der dort als konvex gekrümmte Wand mit vertikaler Fenstergliederung in Erscheinung tritt, von Türmen flankiert. Die Doppelturmfassade war zur Zeit der Ausstellung GeSoLei der Blickpunkt einer von Osten auf sie zulaufenden breiten Achse, die heute großenteils mit einer Straße in Nord-Süd-Richtung sowie Bürogebäuden der Ergo Versicherung AG bebaut und somit verschwunden ist.<ref>Rheinterrasse am Robert-Lehr-Ufer, Artikel im Portal architektur-finder.de des Bundes Deutscher Architekten (BDA), abgerufen am 23. September 2013</ref>
Die rückseitige Fassade, die dem Rhein zugewandt ist, zeigt eine konkav schwingende Außenfläche. Hier ist eine mit Platanen bepflanzte Terrasse vorgelagert, die Teil eines mehrere hundert Meter langen Freiraumkonzeptes aus Ufermauern, Rampen, Park-, Terrassen- und Treppenanlagen ist (→ Rheinpark Golzheim). In der Außenarchitektur wurde – unter Anlehnung an Motive des Backsteinexpressionismus – weitgehend die neoklassizistische Formensprache des Kunstmuseums im Ehrenhof übernommen.
Die Fenster, insbesondere jene der Mittelachsen der Hauptfassaden, sind von Tuff- und Kalksandsteinstreifen eingefasst.<ref>Paul Ernst Wentz: Architekturführer Düsseldorf. Ein Führer zu 95 ausgesuchten Bauten. Droste Verlag, Düsseldorf 1975, Nr. 32.</ref> Ihre Gestaltung bezieht sich stilistisch auf die geometrische Fensterrahmung der straßenseitigen Mittelrisalite des Kunstmuseums und des NRW-Forums.<ref>Roland Kanz, Jürgen Wiener (Hrsg.): Architekturführer Düsseldorf. Dietrich Reimer, Berlin 2001, ISBN 3-496-01232-3, S. 50, Objektnr. 66.</ref> Die neoklassizistischen „tempelartigen Eckpavillons“<ref name="Wentz30">Paul Ernst Wentz: Architekturführer Düsseldorf. Ein Führer zu 95 ausgesuchten Bauten. Droste Verlag, Düsseldorf 1975, Nr. 30.</ref><ref>Roland Kanz, Jürgen Wiener (Hrsg.): Architekturführer Düsseldorf. Dietrich Reimer, Berlin 2001, ISBN 3-496-01232-3, S. 50, Objektnr. 66.</ref> des NRW-Forums werden als „Motiv im Kunstmuseum auf der einen Seite und im Sockel der Rheinhalle auf der anderen“ wieder verwendet.<ref name="Wentz30"/>
1994 wurde die Rheinterrasse von Helmut Hentrich (Architekturbüro HPP) umgebaut. Errichtet wurde dabei der so genannte Radschlägersaal in Stahlskelettbauweise mit großen Glasflächen. Die Rheinterrasse wurde 1982 unter Denkmalschutz gestellt.<ref name="Kranz/Wiener68">Roland Kanz, Jürgen Wiener (Hrsg.): Architekturführer Düsseldorf. Dietrich Reimer, Berlin 2001, ISBN 3-496-01232-3, S. 51 und S. 52, Objektnr. 68.</ref>
Rezeption
Im Lied Tage wie diese erwähnt die Gruppe Die Toten Hosen das Gebäude. Konkret gemeint ist dort mit der Wendung „zu den Rheinterrassen“<ref>Tage wie diese (YouTube-Video mit Text, 4:32 min)</ref> allerdings ein Bereich um einen „Trinkhalle“ oder „Büdchen“<ref>Düsseldorf with a Tourist from Canada, Beitrag vom 7. Juni 2014 im Portal dw.de, abgerufen am 7. Juni 2014</ref> genannten Kiosk, der wenige Meter südlich der Rheinterrasse am Ulanendenkmal liegt und insbesondere als Treffpunkt von Fortuna-Düsseldorf-Fans fungiert.
Einzelnachweise
<references />
Weblinks
- Eintrag in der Denkmalliste der Landeshauptstadt Düsseldorf beim Institut für Denkmalschutz und Denkmalpflege
- Der Rheingoldsaal auf thomasmayerarchive.de
- Rheinterrasse auf thomasmayerarchive.de
Koordinaten: 51° 14′ 9″ N, 6° 46′ 17″ O{{#coordinates:51,23586|6,7713|primary
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