Sacrower See


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Sacrower See
Sacrower See bei Potsdam – Blick von der Nordspitze nach Südwesten.
Geographische Lage Mitteleuropa, Deutschland, Brandenburg
Abfluss SchiffgrabenHavel
Städte am Ufer Potsdam
Daten
Koordinaten 13,097222222222|primary dim=2196 globe= name= region=DE-BB type=waterbody
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Höhe über Meeresspiegel 29,2 m ü. NHN<ref name="Wöbbecke"/>
Fläche 1,07 km²<ref name="Wöbbecke"/>
Länge 3,2 km<ref name="Lüder"/>
Breite 250 bis 500 mdep1<ref name="Lüder"/>
Volumen 19.300.000 m³<ref name="Wöbbecke"/>
Umfang 6,9 km<ref name="Wöbbecke"/>
Maximale Tiefe 36 m<ref name="Wöbbecke"/>
Mittlere Tiefe 18 m<ref name="Wöbbecke"/>
Einzugsgebiet 7,9 km²<ref name="Wöbbecke"/>

Der Sacrower See ist ein See in Brandenburg im nördlichen Teil der Stadt Potsdam im Ortsteil Sacrow. Der kalkreiche, geschichtete Flachlandsee liegt vollständig im NaturschutzgebietSacrower See und Königswald“.

Zusammen mit dem Seeburger Fenn und dem Groß Glienicker See bildet er eine Seenkette, die in einer glazialen Rinne liegt, in die sich auch der 1,6 Kilometer südlich gelegene Heilige See einordnet.<ref name="Landschaftsplan"/> Der Sacrower See besitzt keinen natürlichen oberirdischen Zufluss, sondern ist grundwassergespeist.<ref name="Wöbbecke"/> Der Graben, über den sporadisch Wasser aus dem Groß Glienicker See zufloss, ist seit 1996 ausgetrocknet.<ref name="GGS"/> Die Verbindung über den Schiffgraben zur Havel wurde bereits 1986 durch ein Staubauwerk geschlossen, um einen saisonalen Rückfluss des damals stark eutrophen Havelwassers zu verhindern.

Der See erstreckt sich in nord-südlicher Richtung über 3,2 Kilometer. Seine Breite ist maximal 500 Meter und an der schmalsten Stelle 250 Meter. Am Südostufer des Sees befindet sich der Potsdamer Ortsteil Sacrow. Die übrigen Ufer sind von Wald bestanden, der zum Königswald gehört. Das Einzugsgebiet des Sacrower Sees ist 7,9 km² groß. Davon sind 78 % von Wald bedeckt, 13 % sind Wasserfläche und 6 % landwirtschaftliche Nutzfläche.<ref name="Wöbbecke"/>

Der Sacrower See gliedert sich in drei Becken und ist in seinem nördlichen Teil bis zu 36 m tief. Er gehört damit zu den fünf tiefsten natürlichen Seen Brandenburgs.<ref name="Wasservögel"/> Zwischen April und November weist er eine stabile Temperaturschichtung auf.<ref name="Wöbbecke"/>

Der als potentiell mesotroph eingeschätzte See ist heute schwach eutroph. Die mittlere Sichttiefe betrug in den Jahren 1996 bis 2000 1,80 m.<ref name="Wöbbecke"/> Das Sediment besteht in weiten Teilen aus Faulschlamm.

Der Röhrichtsaum des Sees ist aufgrund der steilen Ufer nur schmal. Die häufigste Schwimmblattpflanze ist die Gelbe Teichrose.

Der See wird seit den 1960er Jahren intensiv fischereilich genutzt. Der jährliche Besatz mit der Kleinen Maräne, einer von 18 im See nachgewiesenen Fischarten, beträgt 500.000 Setzlinge. Die Erträge sind seit den 1970er Jahren (20 kg/ha) aber stark rückläufig und betrugen um die Jahrtausendwende nur noch 3,2 kg/ha.<ref name="Nixdorf"/>

Während der Teilung Berlins war der See Teil des Grenzgebiets und unter Bewachung. 1986 ertrank Rainer Liebeke beim Versuch, aus der DDR zu fliehen, in dem Gewässer.

Siehe auch

Weblinks

Commons Commons: Sacrower See – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="Lüder">Britta Lüder, Bernd Zolitschka: Steuerung paläolimnologischer Prozesse durch klimatische Einflussgrößen (Sacrower See bei Potsdam) (PDF; 14 MB). In: Greifswalder Geographische Arbeiten 26, 2002, S. 115–118.</ref> <ref name="Wöbbecke">Kerstin Wöbbecke, Gisela Klett, Bettina Rechenberg: Wasserbeschaffenheit der wichtigsten Seen in der Bundesrepublik Deutschland. Datensammlung 1981–2000 (PDF; 16 MB). Umweltbundesamt, Berlin 2003.</ref> <ref name="Landschaftsplan">Landschaftsplan (PDF; 5,4 MB). Landeshauptstadt Potsdam, Stand 19. September 2012.</ref> <ref name="GGS">Der Groß Glienicker See. Auf dem Weg zum ökologischen Gleichgewicht (PDF; 6,2 MB). Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und für Gesundheit, Berlin 2011, S. 25.</ref> <ref name="Wasservögel">Ökologische Charakterisierung der wichtigsten Brutgebiete für Wasservögel in Brandenburg (PDF; 12,1 MB, = Studien und Tagungsberichte des Landesumweltamtes Band 57), Landesumweltamt Brandenburg, Potsdam 2008, S. 15.</ref> <ref name="Nixdorf">Brigitte Nixdorf, Mike Hemm, Anja Hoffmann, Peggy Richter: Dokumentation von Zustand und Entwicklung der wichtigsten Seen Deutschlands. Teil 5: Brandenburg (PDF; 1,9 MB). Umweltforschungsplan des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Abschlussbericht, 2003.</ref></references>