Tambura (Südsudan)
Koordinaten: 5° 36′ N, 27° 28′ O{{#coordinates:5,6063888888889|27,473055555556|primary
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Tambura ist ein Ort im Bundesstaat Western Equatoria im Südsudan, nahe der Grenze zur Zentralafrikanischen Republik.
Gemäß Zensus von 1973 hatte Tambura 8.778 Einwohner, 1983 lag diese Zahl bei 5.854.<ref>Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: World Gazetteer: Sudan: Die wichtigsten Orte mit Statistiken zu ihrer Bevölkerung.</ref>
Inhaltsverzeichnis
Geschichte
Der Ortsname ist von Tambura abgeleitet, einem Chief der Azande Ende des 19. Jahrhunderts, dessen Hof (gbanwa) auch Sitz eines Regierungspostens wurde.<ref>J. E. T. Philipps: Geographical Names in the Zande Country, in: The Geographical Journal, 75/5, Mai 1926, S. 433</ref> Unter der anglo-ägyptischen Kolonialherrschaft wurde Anfang des 20. Jahrhunderts eine Straße nach Wau gebaut.<ref>Robert O. Collins: Land Beyond the Rivers, Yale University Press 1971</ref>
Im Sezessionskrieg im Südsudan war der Verwaltungsbezirk Tambura County bis 1989 unter der Kontrolle der sudanesischen Regierung, danach übernahm die Rebellenbewegung SPLA die Kontrolle. Ein Großteil der Azande-Bevölkerung verließ daraufhin den Ort<ref>P. A. Nyaba: The Politics of Liberation in Sudan: An Insider’s View, 2000 (zit. in Understanding Civil War: Evidence and Analysis, World Bank Publications, ISBN 9780821360477, S. 215)</ref>. Der Krieg führte zum Zusammenbruch des Gesundheitssystems, was die Ausbreitung der Schlafkrankheit ab Mitte der 1990er Jahre begünstigte.<ref>Georgina Pagey: Resurgence of sleeping sickness in Southern Sudan. (PDF; 400 kB) In: Journal of Rural and Remote Environmental Health 2(2), 2003, S. 60–65</ref>
Gegenwart
Der Ort ist von der ugandischen Rebellengruppe Lord’s Resistance Army bedroht, die in dem Grenzgebiet zwischen dem Südsudan, der Zentralafrikanischen Republik und der DR Kongo aktiv ist.<ref>Richard Ruati: LRA maneuvers cause panic in Sudan’s Tambura town in W. Equatoria.</ref> Zudem gibt es in der Umgebung Konflikte zwischen den einheimischen Azande und den Ambororo- (Wodaabe-)Nomaden.<ref>Ambororo kill one and injure two in Bangala along Tambura – Nagero road, Western Equatoria state. Sudan Tribune, 28. Dezember 2010</ref>
Siehe auch
Einzelnachweise
<references/>