UPC Cablecom


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upc cablecom GmbH<ref name="HR">Auszug aus dem Handelsregister des Kantons Zürich</ref>
Logo
Rechtsform GmbH
Sitz Zürich, Schweiz
Leitung Eric Tveter, Geschäftsführer <ref name="HR" />
Mitarbeiter mehr als 1'500 (2014)<ref name="about">upc cablecom: Über uns</ref>
Umsatz 1,294 Mrd. CHF (2014)<ref name="about" />
Branche Telekommunikation
Website www.upc-cablecom.ch

UPC Cablecom (Eigenschreibweise upc cablecom) ist mit mehr als 1.4 Millionen Kunden der grösste Kabelnetzbetreiber der Schweiz und entstand 1994 durch die Fusion von mehreren Kabelnetzgesellschaften. UPC Cablecom ist seit 2005 eine Tochtergesellschaft von Liberty Global.<ref name="HR" />

Produkte

Digitales TV und Radio

UPC Cablecom verbreitet digitale TV- und Radiosender. Im November 2012 hob UPC Cablecom die Grundverschlüsselung für das TV-Grundangebot von 55 digitalen TV- und 100 Radiosendern auf. Trotz der Digitalisierung wurden über das Kabelnetz von UPC Cablecom je nach Region mindestens 36 TV- und 34 Radiosender analog verbreitet.<ref name="TV">upc cablecom: Fernsehen</ref> Der Bundesrat hat im Rahmen des Bundesgesetzes über Radio und Fernsehen eine Must-Carry-Liste für analoge Sender erstellt. Diese enthielt vom Bundesrat bestimmte Sender, welche durch UPC cablecom und andere Kabelnetzbetreiber in der ganzen Schweiz analog verbreitet werden mussten. Diese Must-Carry-Regel wurde aufgrund der Änderung in der UVEK-Verordnung über Radio und Fernsehen vom 13. Mai 2013 angepasst. Daraufhin mussten nur noch die SRG Sender, die konzessionierten Regional-TV-Programme sowie der Jugendsender Joiz analog verbreitet werden. Diese Pflicht endete am 31. Dezember 2014 (Joiz: 21. März 2015) bzw. schon vorher, wenn die Kabelnetzbetreiber ein Grundangebot ohne Mehrkosten und einen Digital/Analog-Konverter anbieten. So digitalisierte UPC cablecom im Herbst 2014 die Zentralschweiz komplett und hat beschlossen das analoge TV-Angebot bis im Sommer 2015 regionenweise in der ganzen Schweiz abzuschalten.<ref name>Bundesamt für Kommunikation: Die Must-Carry-Pflicht für Kabelnetzunternehmen und andere Fernmeldediensteanbieterinnen</ref> Durch die Aufhebung der Grundverschlüsselung ist die freie Wahl des Endgerätes (TV, Receiver, Recorder, DigiCard) möglich geworden. Für die Benutzung des digitalen Basisangebots wird ein aktiver Kabelanschluss, ein Antennenkabel und ein Fernsehgerät mit integriertem DVB-C Empfänger bzw. einem Umwandler für ältere Geräte benötigt.

Um digitale Zusatzangebote via Kabelnetz zu empfangen, braucht es ein Empfangsgerät – entweder eine Set Top Box (Recorder / Receiver) oder eine Smartcard. Mit der Unterhaltungsplattform Horizon (TV, Internet und Telefonie auf einem Gerät, seit 2013) hat man zusätzlich zum HDTV- und dem Video-on-Demand-Angebot die Möglichkeit bis zu vier Sendungen gleichzeitig aufzunehmen und Livesendungen anzuhalten sowie TV-Inhalte über eine iOS oder Android Applikation sowie Computer zu streamen. Die Smartcard ermöglicht digitales Fernsehen ohne ein zusätzliches Empfangsgerät. Voraussetzung für den Gebrauch einer solchen Smartcard ist ein CI+-fähiger Fernseher. Das digitale TV-Angebot umfasst drei Produkte. Die drei Senderpakete heissen Compact, Classic und Comfort. Compact steht für das günstigste Senderpaket und umfasst mehr als 90 Sender, davon 59 in HD, inklusive Video On Demand mit rund 2000 Filmen, Serien und Konzerten. Das Produkt Classic umfasst mehr als 135 Sender sowie eine Replay Funktion auf 77 Sender. Das Produkt Comfort enthält rund 180 Kanäle, 97 davon in HD. Die Anzahl TV-Kunden im Digitalbereich beträgt 1,387 Millionen (Stand 31. Dezember 2014).<ref name="QB">[1]</ref>

Mit MyPrime führte UPC cablecom als erstes Unternehmen in der Schweiz das Flatrate-Modell für Filme und Serien ein. Ende 2014 waren mehr als 10'000 Inhalte wie Filmklassiker, Serien, Dokumentationen und Kindersendungen für die Kunden in der Deutschschweiz, der Romandie und dem Tessin verfügbar.<ref name="QB" />

Internet

UPC Cablecom bietet einen Breitband-Internet-Anschluss über ihr Kabelnetz an. Das Unternehmen verfügt in diesem Bereich über 729'400 Kunden (Stand 31. Dezember 2014).<ref name="QB" /> Das Kabelnetz besteht zu 95 % aus Glasfasern und zu 5 % aus Koaxialkabel, sogenanntes Hybrid Fiber Coax (HFC). Der Vertrieb des Internetdienstes läuft mit dem Übertragungsstandard DOCSIS 3.0.

Seit November 2012 beinhaltet der Kabelanschluss von UPC Cablecom auch einen Internetzugang von 2 Mbit/s<ref>cash zweiplus ag: 55 digitale Sender ohne Grundverschlüsselung bei Cablecom</ref>, und seit Januar 2015 einen Telefon-Festnetzanschluss.<ref>http://www.upc-cablecom.ch/de/tools/digitales-basisangebot/</ref> Der Kabelanschluss heisst deshalb neu 3-in-1 Kabelanschluss (TV/Internet/Telefonie).

Telefonie

Festnetz

Seit Juli 2003 gibt es bei UPC Cablecom ein Telefonie-Angebot. Es telefonieren 468'700 Kunden (Stand 31. Dezember 2014) über ihr Kabel. Mit der Einführung der upc Phone App können alle Festnetztelefonie-Kunden ihren Anschluss zu Festnetztarifen auch unterwegs auf ihrem Smartphone nützen – sogar im Ausland.<ref name="QB" />

Mobilfunkangebot

Seit April 2014 bietet UPC Cablecom bestehenden Kunden ein Mobilfunkangebot an. UPC Cablecom bietet ihr Mobilfunkangebot auf dem bestehenden Mobilfunknetz von Salt an und wird so zum MVNO (Mobile Virtual Network Operator)-Anbieter. Das Unternehmen erbringt, abgesehen von der Nutzung der Mobilfunkantennen von Salt, alle Services eigenständig. Während der Einführungsphase entschieden sich bis Ende Jahr 2014 8'800 bestehende Kunden für ein Mobilfunkabonnement.

Geschäftskunden

UPC Cablecom Business bietet seit 1999 Kommunikationslösungen für Unternehmen an. Aktuell hat dieser Geschäftszweig mehr als 8'500 Kunden (Stand 31. Dezember 2014), bestehend aus kleinen und mittleren Unternehmen, Kantonalbanken, Spitäler, öffentliche Verwaltungen etc.<ref>upc cablecom business: Über uns</ref>

Geschichte

In den 1930er Jahren entstanden die ersten Kabelnetzbetreiber, die mehrere Radioprogramme über Kabel in die Haushalte transportierten. Eine dieser Kabelnetzanbieterinnen war die 1931 gegründete Rediffusion S.A, welche Radiosendungen mittels Drahtrundspruch verbreitete. Ab Ende der 1950er Jahre übertrug die Rediffusion S.A. vom Uetliberg aus erste Fernsehprogramme in schwarz-weiss. 1994 entstand aus der Rediffusion S.A. und anderen selbstständigen Kabelnetzgesellschaften das Unternehmen Cablecom, das den Unternehmen Siemens, VEBA und Swisscom gehörte.<ref name="Geschichte">upc cablecom: Geschichte</ref>

Cablecom integrierte 1998 den Internet-Service-Provider SwissOnline. In den folgenden Jahren wuchs die Kabelnetzbetreiberin weiter, indem sie Kabelnetzgesellschaften (Bsp. Balcab und Sitel) kaufte. Durch diese Übernahmen erweiterte Cablecom ihr Netz in weite Teile der Schweiz. Im Jahr 2000 verkauften die bisherigen Eigentümer Cablecom an die britisch-amerikanische NTL zu einem Preis von 5,8 Milliarden Schweizer Franken. In den Folgejahren konnte das operative Geschäft nachhaltig verbessert werden. Nach finanziellen Schwierigkeiten der NTL verkaufte diese Cablecom im Jahre 2003 an eine Gruppe von Banken und Privatinvestoren.

Auf Mitte Oktober 2005 planten die Besitzer von Cablecom den Börsengang. Nachdem Liberty Global Europe, eine 100-prozentige Tochter von Liberty Global, am 30. September 2005 Cablecom für 2,8 Milliarden aufgekauft hatte, wurde der Börsengang abgesagt.<ref name="Geschichte" /> In den darauffolgenden Jahren investierte Cablecom in den Netzausbau. 2007 lancierte das Unternehmen hochauflösendes Fernsehen (HDTV). Zwei Jahre später führte Cablecom erste Kombi-Angebote (Package mit Internet, Telefonie und Fernsehen) ein. Im Jahr 2010 lancierte Cablecom die DigiCard, die es den Kunden ermöglichte digital fern zu sehen, ohne ein zusätzliches Gerät an den Fernsehen anschliessen zu müssen. Seit Anfang 2011 bietet Cablecom Video on Demand mit 3D-Inhalten an.<ref name="Geschichte" />

Im April 2011 wurde Cablecom in UPC Cablecom umbenannt. Durch das Rebranding wurde anstelle des roten Schraubenschlüssels ein neues Logo lanciert.<ref>Medienmitteilung vom 21. März 2011: cablecom wird upc cablecom – Mehr Leistung, mehr Freude.</ref>

Am 14. Januar 2013 führte UPC die Set-Top-Box Horizon ein. Bei diesem System handelt es sich um eine Settopbox für digital und HD-TV, vereint mit einem Internetrouter mit W-LAN, IP-Telefonie und einem Festplattenrekorder.

Am 1. August 2014 führte Liberty Global die beiden Schwestergesellschaften UPC Cablecom und UPC Austria zu einer gemeinsamen Regionalorganisation mit Sitz in Zürich zusammen.

Konkurrenzsituation

Kombi-Angebote

Stärkster Konkurrent von UPC Cablecom ist Swisscom. Bei UPC Cablecom bestehen solche Bundles aus Fernseh-, Internet-, und Telefoniediensten.<ref>upc cablecom: Kombi-Angebote</ref> Vergleichbare Angebote gibt es bei Swisscom und seit Dezember 2011 bei Sunrise.

Fernsehen und Radio

UPC Cablecom liegt mit knapp 1.4 Mio. TV-Kunden vor Swisscom mit rund 1.1 Millionen (Stand: 31. Dezember 2014).<ref name="QB" />

Internet

Die Höchstgeschwindigkeit der Internetverbindungen von Swisscom, wie auch von Sunrise liegt aktuell bei 100 Mbit/s (VDSL) bzw. bei 1 Gbit/s (FTTH).<ref>http://www.swisscom.ch/de/privatkunden/kombi-angebote/optionen/1gigabit.html</ref> Die maximal angebotene Downstreamgeschwindigkeit für Privatkunden im Netz der UPC Cablecom beträgt 500 Mbit/s bei 50 Mbit/s Upstream (Stand: 06. Dezember 2015)<ref>http://www.upc-cablecom.ch/de/internet/produkte/internet-500/</ref>

Telefonie

UPC Cablecom, Sunrise und Swisscom bieten Abonnemente in der Festnetz-, wie auch in der Mobilnetztelefonie. Alle Anbieter haben Sondertarife, variierend je nach Abonnementstyp.

Einzelnachweise

<references />

Weblinks