Erwin von Beckerath
Erwin E. von Beckerath (* 31. Juli 1889 in Krefeld; † 23. November 1964 in Bad Godesberg) war ein deutscher Ökonom, der in Köln, Bonn und Basel Staats- und Wirtschaftswissenschaft lehrte. Er war Vetter des Ökonomen Herbert von Beckerath.
Inhaltsverzeichnis
Überblick
Beckerath zählt nach Walter Eucken, Franz Böhm und Hans Großmann-Doerth zu den Vertretern des Ordo-Liberalismus. Zudem war Beckerath Mitglied der Klasse IV der Akademie für Deutsches Recht, die von Jens Jessen geleitet wurde und führte innerhalb dieser Klasse die Arbeitsgemeinschaft Volkswirtschaftslehre, die das Reich im März 1943 als »nicht kriegswichtig« einstellte. Diese Arbeitsgemeinschaft fand ihre inoffizielle Fortsetzung unter der Bezeichnung »Arbeitsgemeinschaft Erwin von Beckerath«, die in der Historiographie auch als »Dritter Freiburger Kreis« bezeichnet wird. Seine Mitglieder standen mehr oder weniger deutlich der Bekennenden Kirche Dietrich Bonhoeffers nahe. Seit 1948 bis zu seinem Tod 1964 war Beckerath Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundeswirtschaftsministerium, der in gewisser Hinsicht auch die Tradition der »Arbeitsgemeinschaft Erwin von Beckerath« fortsetzte; in dieser Funktion hat Erwin von Beckerath die Wirtschaftspolitik Ludwig Erhards als „soziale Marktwirtschaft“ mit bestimmt.
Werke
- Die preußische Klassensteuer und die Geschichte ihrer Reform bis 1851; (=Staats- und sozialwissenschaftliche Forschungen 163); Diss., Leipzig 1912
- Die Seehafenpolitik der Deutschen Eisenbahnen und die Rohstoffversorgung; Habil., Berlin 1918
- Wesen und Werden des faschistischen Staates; Berlin 1927, ND Darmstadt 1979
- Heinrich Dietzel als Nationalökonom und Soziologe; (= Kriegsvorträge der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn am Rhein, H. 135); Bonn 1944
- Wirtschaftsfragen der freien Welt; Frankfurt a.M. 1957
- hrsg. mit Fritz W. Meyer, Alfred Müller-Armack: Wirtschaftsfragen der freien Welt [Zum 60. Geburtstag von Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard]. Knapp, Frankfurt am Main 1957.
- mit Franz Greiss: Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur. Festgabe für Alfred Müller-Armack. Duncker & Humblot, Berlin 1961.
- Lynkeus. Gestalten und Probleme aus Wirtschaft und Politik; Tübingen 1962
- Einführung in die Volkswirtschaftslehre; zusammen mit Josef Heinz Müller; 6. Auflage 1970
Auszeichnungen
Großes Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, 31. Juli 1964
Vom Universitätsclub Bonn wurde das Apartment des Internationalen Gästehauses nach Erwin von Beckerath benannt; hier hat Horst Albach die Patenschaft übernommen.
Weblinks
- Literatur von und über Erwin von Beckerath im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Eintrag zu Erwin von Beckerath im Catalogus Professorum Rostochiensium
- Familien Webseite
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Personendaten | |
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NAME | Beckerath, Erwin von |
ALTERNATIVNAMEN | Beckerath, Erwin E. von |
KURZBESCHREIBUNG | deutscher Ökonom und Widerstandskämpfer |
GEBURTSDATUM | 31. Juli 1889 |
GEBURTSORT | Krefeld |
STERBEDATUM | 23. November 1964 |
STERBEORT | Bad Godesberg |