Gadabédji-Reservat


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Gadabédji-Reservat

IUCN-Kategorie II − National Park

BWf1

Lage Niger
Fläche 680 km²dep1
Geographische Lage 7,1833333333333|primary dim= globe= name=Gadabédji-Reservat region=NE-4 type=landmark
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Einrichtungsdatum 1955
Verwaltung Direktion für Tierwelt, Jagd und Schutzgebiete

Das Gadabédji-Reservat (französisch: Réserve de Gadabédji) ist ein Naturschutzgebiet in Niger.

Lage

Das Gadabédji-Reservat liegt im Norden des Gemeindegebiets von Gadabédji in der Region Maradi. Es befindet sich in der Sahelzone am Südrand der Wüste Sahara.

Charakteristik

In der Dünenlandschaft des Gadabédji-Reservats wachsen Akazien-Arten wie die Verek-Akazie und die Schirmakazie, Wüstendatteln, Bauhinien, Kinkéliba, Marula-Bäume und Guiera senegalensis. Zur Tierwelt zählen Damagazellen, Säbelantilopen, Afrikanische Strauße, Warzenschweine, Erdferkel, Geparde, Afrikanische Wildhunde, Korrigums, Löffelhunde und Äthiopische Wölfe.<ref>La Réserve de Gadabédji. Website des Centre d’Echange d’Informations sur la Biodiversité du Niger, veröffentlicht am 16. Juli 2008, abgerufen am 10. März 2012.</ref>

Neben Wilderei zählt illegale Transhumanz zu den größten Bedrohungen für die Tierwelt. Personalmangel erschwert die Überwachung des Naturschutzgebiets. Die Verwaltung des Gadabédji-Reservats obliegt der Direktion für Tierwelt, Jagd und Schutzgebiete im nigrischen Ministerium für Wasser, Umwelt und Bekämpfung der Desertifikation.

Geschichte

Noch in den 1930er Jahren zählte das Gebiet zu den wildreichsten in Niger. Die zunehmende nomadische Viehwirtschaft und die Jagd durch sesshafte Hausa ab den 1940er Jahren bedrohten die Tierwelt dermaßen, dass die französische Kolonialverwaltung 1955 das Gadabédji-Reservat zu deren Schutz gründete.<ref>IUCN: Parcs et réserves du Niger: évaluation de l'efficacité de gestion des aires protégées. Ouagadougou 2010, ISBN 978-2-8317-1314-4 (Online-Version; PDF; 15,7 MB), S. 16.</ref> Im Gründungserlass (und in vielen weiteren Quellen) wurde die Fläche des Reservats mit 76.000 Hektar angegeben, allerdings ergaben spätere Berechnungen eine tatsächliche Fläche von 68.000 Hektar. Von 1989 bis 1991 wurde ein Wiederansiedlungsprogramm für Oryxantilopen durchgeführt. 1991 wurden an der Ost- und der Westgrenze des Naturschutzgebiets Balsam-Wolfsmilch-Büsche angepflanzt, von denen jedoch nur jene im Westteil überlebten.<ref>IUCN: Parcs et réserves du Niger: évaluation de l'efficacité de gestion des aires protégées. Ouagadougou 2010, ISBN 978-2-8317-1314-4 (Online-Version; PDF; 15,7 MB), S. 61–65.</ref> Der nigrische Staat beantragte 2006 bei der UNESCO eine Aufnahme des Gadabédji-Reservats in die Welterbeliste.<ref>Eintrag in der Tentativliste zum UNESCO-Welterbe auf Französisch, abgerufen am 10. März 2012.</ref>

Einzelnachweise

<references/>