Gerschede


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Gerschede
Stadtteil von Essen

[[Datei:{{#property:p242}}|300px|Lage von Gerschede im Stadtbezirk IV Borbeck]]
Basisdaten
Fläche Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 460: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) km²
Einwohner 7796 (30. Sep. 2015)
Koordinaten Gradzahl-Fehler: NS: Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 460: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) EW: Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 460: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
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Eingemeindung 1. Apr. 1915
Räumliche Zuordnung
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Stadtteilnummer 20
Bezirk Stadtbezirk IV Borbeck
Bild

St.-Paulus-Kirche

Quelle: Statistik der Stadt Essen

Essen-Gerschede (auf Borbecker Platt Gasche genannt) ist ein nordwestlicher Stadtteil der Stadt Essen, in dem überwiegend Wohnbebauung mit Grünanlagen dominieren. Zugleich bildet er im Stadtbezirk IV den kleinsten Stadtteil.

Geschichte

Die Namensherkunft Gerschede wird aus der Schreibweise Gerscheide hergeleitet. Diese deutet auf einen ger- oder keilförmigen Scheid hin, wobei der Scheid einen Teil des Markenwaldes bezeichnet, der einer herrschaftlichen Familie vorbehalten war. Das Dorf Gerschede entstand entlang des Bachlaufes Schmalenbecke, die in der heutigen Grünanlage Mayskamp entspringt. 1668 wird an dieser Stelle der ehemalige Hof des Bauern May genannt, der damit zu den ältesten bekannten Höfen im Ort zählte. Aber es ist bereits 1406 das Dornrebesgut erwähnt, das Hannes op der Hovestat gehörte, der es in diesem Jahr einem Beamten der Äbtissin Elisabeth von Nassau verkaufte. Dieses Gut gab dem Donnersberg im benachbarten Dellwig seinen Namen. In der ehemaligen Bauerschaft Gerschede erinnern heute andere Gebäude an den dörflichen Charakter, der jahrhundertelang diesen Ort prägte. Da ist das aus dem Jahre 1749 stammende und zum Buckermannshof gehörige Fachwerkhaus, das die ehemaligen Gaststätte Beckermannshof beherbergte und heute Wohnzwecken dient. Der Kerkmannshof aus dem 18. Jahrhundert und sein Gesindewohnhaus, der um 1800 erbaute Schafenkampskotten, auch Zückerhüsken genannt, zeugen ebenfalls davon. An der Ecke Münstermannstraße/Gerscheder Straße steht ein kleines, denkmalgeschütztes Fachwerk-Marienhäuschen aus dem Jahr 1784, genannt Hirtenkapelle. Am Pausmühlenbach lag der Pausmühlenhof der Familie Paus. Die Pausmühle, eine Kornmühle, wurde erst durch den Bach, später mit Gas und ab 1939 elektrisch betrieben. Die Stilllegung erfolgte 1970. Einst führte der Pausmühlenbach, der die Grenze zu Borbeck bildet, durch sumpfiges Gelände und war am Möllhoven zu einem Teich aufgestaut. In einer Talsenke steht, allerdings auf Borbecker Gebiet, die Voßgätters Mühle, auch Aumühle genannt. Die Fürstäbtissinnen des Stiftes Essen ließen hier Korn mahlen, das als Zehnt abzuführen war.

1847 wurde die Strecke der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft gebaut. Dazu kam am 1. Dezember 1872 die Eröffnung der Eisenbahnstrecke zwischen Heißen und Frintrop für den Güterverkehr. Beide Linien zerschnitten das Dorf, so dass Gerschede in der Folgezeit, auch allgemein durch die schnell voranschreitende Industrialisierung durch Bergbau und Stahlindustrie in benachbarten Orten, und die damit einhergehende starke Zuwanderung von Arbeitskräften, immer mehr seinen rein ländlichen Charakter verlor. Es entstanden einige Arbeitersiedlungen, wie beispielsweise die Arenbergkolonie. 1939 wurde eine späte Krupp-Siedlung errichtet, deren Straßennamen an die ehemalige Kolonie Deutsch-Ostafrika erinnern: Windhukweg, Samoastraße, Tangabucht und andere. Nach dem Zweiten Weltkrieg ließen Norweger in Gerschede 25 Holzhäuser für kinderreiche Familien bauen, weshalb die Straßen hier die Namen Nordlandaue und Nordlandring tragen.

Gerschede gehörte bis 1915, als es zur Stadt Essen eingemeindet wurde, zur Bürgermeisterei Borbeck.

Wappen

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Wappen von Gerschede

Blasonierung: „In Silber (Weiß) eine grüne Spitze, belegt mit einer silbernen (weißen) Saufeder.“

Das Wappen wurde von Kurt Schweder entworfen und hatte nie offiziellen Charakter. Ende der 1980er Jahre schuf der Heraldiker für alle Essener Stadtteile Wappen. Sie sind inzwischen von der Essener Bevölkerung gut angenommen worden.

Bedeutung: Gerschede stammt von "Gertschede", wie es im 1220 in einer kleinen Vogteirolle dokumentiert wurde. In anderen Quellen deutet der Namen auf eine keilförmigen Scheid hin. Das Wappen ist ein sogenanntes "redendes Wappen"; die Speerspitze (hier eine Saufeder) steht für "Ger" und die grüne Spitze für "schede".<ref>Vgl. dazu: Johann Rainer Busch: Kurt Schweders Wappen der Essener Stadtteile. Essen 2009, S. 75.</ref>

Heutiger Charakter

Gerschede ist hauptsächlich durch Wohnbebauung geprägt. Nächstes Mittelzentrum ist Borbeck-Mitte. Der Stadtteil besitzt sowohl eine evangelische (Gemeindezentrum Samoastraße der evangelischen Kirchengemeinde Dellwig-Frintrop-Gerschede) als auch eine katholische Kirchengemeinde in der 1956 fertiggestellten St. Paulus-Gemeindekirche. Diese wurde bereits am 10. Juli 1955 durch den Kölner Weihbischof Joseph Ferche geweiht. Auffällig im Bild des Stadtteils ist die im Zeitraum von 2002 bis 2006 vollständig kernsanierte Krupp-Siedlung sowie die Siedlung zwischen Möllhoven und Ackerstraße. Ein Radwanderweg am Pausmühlbach verbindet Gerschede mit dem nahen Schlosspark in Borbeck-Mitte. An der Hansemannstraße, die nach Adolph Hansemann, einem Bankier und Kolonialpolitiker benannt wurde, befindet sich seit 1991 die Gesamtschule Borbeck. In der Ackerstraße gibt es zu dem seit 1988 die Grundschule Gerschede.

Der S-Bahn-Haltepunkt Essen-Gerschede bietet mit der Linie S9 eine direkte Verbindung nach Wuppertal über den Stadtkern und nach Haltern am See über Bottrop. Die Straßenbahnlinie 103 und die Buslinien 143, 185 und 186, sowie der Nachtexpress NE12 der Essener Verkehrs-AG führen durch Gerschede<ref>Essener Verkehrs-AG</ref>.

Literatur

  • Essen. Gesichter der Stadt (Essen 2004)
  • 50 Jahre Siedlergemeinschaft Essen-Gerschede, Festschrift, herausgegeben von der Siedlergemeinschaft Essen-Gerschede (Essen 1982)
  • Die Siedlungsgemeinschaft Gimkenhof e. V. in Gerschede gab zu ihrem 70-jährigen Bestehen eine Siedlerpost-Jubiläumsausgabe heraus, aus der hervorgeht, dass die Feierlichkeiten vom 12. bis 14. September 2008 begangen wurden.

Weblinks

Einzelnachweise

<references/>