Gerzen
Wappen | Deutschlandkarte | ||||||
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Wappen der Gemeinde Gerzen |
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dim= | globe= | name= | region=DE-BY | type=city
}} | |
Basisdaten | |||||||
Bundesland: | Bayern | ||||||
Regierungsbezirk: | Niederbayern | ||||||
Landkreis: | Landshut | ||||||
Verwaltungsgemeinschaft: | Gerzen | ||||||
Höhe: | 433 m ü. NHN | ||||||
Fläche: | 17 km² | ||||||
Einwohner: | 1773 (31. Dez. 2014)<ref name="Metadaten Einwohnerzahl DE-BY">Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Oktober 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).</ref> | ||||||
Bevölkerungsdichte: | 104 Einwohner je km² | ||||||
Postleitzahl: | 84175 | ||||||
Vorwahl: | 08744 | ||||||
Kfz-Kennzeichen: | LA, MAI, MAL, ROL, VIB | ||||||
Gemeindeschlüssel: | 09 2 74 135 | ||||||
Gemeindegliederung: | 28 Ortsteile | ||||||
Adresse der Verbandsverwaltung: | VG Gerzen Rathausplatz 1 84175 Gerzen | ||||||
Webpräsenz: | |||||||
Bürgermeister: | Maximilian von Montgelas (Freie Wähler) | ||||||
Lage der Gemeinde Gerzen im Landkreis Landshut | |||||||
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Gerzen ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Landshut und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Gerzen.
Inhaltsverzeichnis
Geografie
Geografische Lage
Gerzen liegt in der Region Landshut im Vilstal etwa zehn Kilometer nordöstlich der Stadt Vilsbiburg.
Gemeindegliederung
Gerzen hat 28 Ortsteile<ref>Bayerische Landesbibliothek: Suchergebnis - Gerzen. Online auf bayerische-landesbibliothek-online.de. Abgerufen am 12. April 2014.</ref>:
Es gibt die Gemarkungen Gerzen, Jesendorf und Lichtenhaag.
Geschichte
Gerzen ist einer der ältesten Orte im Vilstal. Es wurde erstmals 887 als „Jorcin“ erwähnt und war im Besitz der fränkischen Könige. Im frühen 14. Jahrhundert verlieh König Ludwig IV. Gerzen das Marktrecht. Nach 1521 wurde die Hofmark Gerzen gebildet, deren Zentrum das Schloss Gerzen und der rechteckige Marktplatz waren. Von 1597 bis 1819 übten in der Hofmark die Freiherren von Vieregg die niedere Gerichtsbarkeit und Grundherrschaft in Gerzen und Mangern aus<ref name="Wappen" />. 1833 wurde sie vom bayerischen Minister Maximilian von Montgelas erworben.
Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.
Im Jahr 1978 wurde aus den Gemeinden Gerzen, Aham, Kröning und Schalkham die Verwaltungsgemeinschaft Gerzen gebildet.
Eingemeindungen
Die Gemeindegebietsreform brachte am 1. Mai 1978 die Eingemeindung von Lichtenhaag und die Eingliederung von Gemeindeteilen der Nachbargemeinde Kröning.<ref>Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 616.</ref>
Einwohner
- 1961: 1.553 Einwohner
- 1970: 1.622 Einwohner
- 1987: 1.727 Einwohner
- 2000: 1.824 Einwohner
- 2011: 1.675 Einwohner
- 2013: 1.747 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2013)
- 2014: 1.773 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2014)<ref>Landshuter Zeitung: Ergolding vor Vilsbiburg, 24. Oktober 2015.</ref><ref name="Gerzen"/>
Alter | Einwohner nach Alter<ref>Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Personen nach Alter (5 Altersklassen) für Gerzen (Kreis: Landshut, Landkreis) –in %–. Online auf ergebnisse.zensus2011.de. Abgerufen am 26. April 2014.</ref> |
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jünger als 18 | 18,0 % |
18 bis 29 | 12,0 % |
30 bis 49 | 28,0 % |
50 bis 64 | 22,2 % |
älter als 65 | 19,8 % |
Politik
(2008: 75,4 %)
Acht Monate nach Kriegsende fanden am 27. Januar 1946 die ersten Kommunalwahlen (Gemeinderatswahlen) in den kreisangehörigen Gemeinden Bayerns statt. In den Monaten April und Mai 1946 folgten noch die ersten Wahlen der Bürgermeister, Landräte sowie Kreistage. 2006 wurde das 60-jährige Jubiläum begangen.<ref name="Nr. XX/04 - 2006">INFORMATION (An alle Haushaltungen!); Hrsg. Gemeinde Adlkofen, Nr. XX/04 - 2006</ref>
Die Gemeinde Gerzen ist Mitglied in folgenden Zweckverbänden<ref name="Gerzen">Bayerischer Behördenwegweiser – Gemeinde Gerzen: Mitgliedschaften in Zweckverbänden. Online auf verwaltungsservice.bayern.de. Abgerufen am 28. Juli 2015.</ref>:
- Gewässerunterhaltungszweckverband Landshut-Kelheim-Dingolfing-Landau
- Regionaler Planungsverband Landshut
- Schulverband Gerzen
- Zweckverband Kinderbildung und Betreuung Aham-Gerzen-Schalkham
- Zweckverband Wasserversorgung Isar-Vils
- Zweckverband zur Wasserversorgung Mittlere Vils
Gerzen gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Gerzen. Weitere Mitglieder sind:
Gemeinde | Wappen | Fläche km² |
Einwohner 31. Dezember 2013 |
EW-Dichte EW je km² |
Höhe über NN |
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Aham | 30px | 38 | 1.899 | 50 | 420 |
Gerzen | 30px | 17 | 1.773 | 104 | 433 |
Kröning | 30px | 39,61 | 1.949 | 49 | 458 |
Schalkham | 30px | 22,71 | 870 | 38 | 430 |
Die Verwaltungsgemeinschaft erbringt 301 verschiedene behördliche Leistungen.<ref>Bayerischer Behördenwegweiser – Verwaltungsgemeinschaft Gerzen. Online auf verwaltungsservice.bayern.de. Abgerufen am 28. Juli 2015.</ref>
Gemeinderat
Der Gemeinderat besteht aus 12 Personen. Nach der Kommunalwahl 2014 (zum Vergleich: Kommunalwahl 2008) sind darunter elf (zehn) Männer und eine (zwei) Frau.<ref name="Kommunal2008" /><ref name="Kommunal2014" /> Die Wahl führte zu folgender Sitzverteilung im Gemeinderat:
- Freie Wähler 6 (6) Sitze,
- CSU 6 (4) Sitze und
- SPD/Parteilose Bürger-Liste 0 (2) Sitze.
Bei der Gemeinderatswahl waren 1.485 (1.397) Bürger stimmberechtigt. 1.007 (1.054) davon haben als Wähler teilgenommen, was einer Wahlbeteiligung von 67,8 (75,4) Prozent entspricht. 986 (1.028) gültige und 21 (26) ungültige Stimmen wurden abgegeben.<ref name="Kommunal2008" /><ref name="Kommunal2014" /> Die nächsten Kommunalwahlen finden 2020 statt.
Bürgermeister
Bis 2014 war Manfred Kaschel (CSU) Bürgermeister. Er wurde bei den Kommunalwahlen 2008 in seinem Amt bestätigt.<ref>Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Erste Bürgermeister/Oberbürgermeister in kreisangehörigen Gemeinden. Online auf statistikdaten.bayern.de, abgerufen am 12. April 2014</ref> Bei den Kommunalwahlen 2014 wurde Maximilian von Montgelas (Freie Wähler) als Nachfolger gewählt.<ref name="Kommunal2014" />
- Ehemalige Bürgermeister
Amtszeit | Bürgermeister |
---|---|
bis 2014 | Manfred Kaschel |
ab 2014 | Maximilian von Montgelas |
Wappen
Durch Beschluss des Gemeinderates und mit Zustimmung des Staatsministeriums des Innern führt Gerzen seit dem 12. Juni 1968 ein Wappen.<ref name="Wappen">Haus der Bayerischen Geschichte: Gemeinde Gerzen. Online auf www.hdbg.eu. Abgerufen am 24. August 2015.</ref>
Das in einem Reitersiegel überliefert Wappen stammt aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Es entspricht dem Stammwappen der Grafen von Vieregg einem aus Mecklenburg stammenden Rittergeschlecht. Darauf deuten die drei gekreuzten Jagd- und Kriegshörner hin, die jeweils von einem Marschallstab gekreuzt werden. Als Marschall standen sie im Mittelalter in kaiserlichen Diensten.<ref name="Wappen" />
Die drei gekreuzten Formen lassen auf drei Amtsbezirke oder militärische Einheiten schließen, was durch den aufgesetzten, stilisierten Topfhelm mit zwei Sehschlitzen bestärkt wird. Auf diesem sitzt als Helmzier eine Krone, deren sieben Zacken auf die sieben Kurfürsten deuten, die seit 1356 den König bzw. Kaiser des deutschen Reiches wählten. Der auf der Krone aufgerichtet spähende Hund ist Symbol der absoluten Treue und Wachsamkeit im Dienste des Reiches. Seitlich wird das Wappen durch eine Helmdecke verziert. Im 14. Jahrhundert waren dies Tücher später eine seitlich am Siegelwappens wehend angebrachte Zierde. Die Farben Gold und Silber deuten das sehr hohe Alter und die hochedle Ankunft des bedeutenden Geschlechts an, das im königlichen und kaiserlichen Dienst große Bedeutung erlangte. Dies ist ein äußerst seltenes Wappen.<ref>Verwaltungsgemeinschaft Gerzen/Gemeinde Gerzen: Wappen der Gemeinde Gerzen. Online auf www.gerzen.de. Abgerufen am 24. August 2015.</ref>
Sehenswürdigkeiten
- Pfarrkirche St. Georg
Sie war ursprünglich spätromanisch: In den Jahren 1500 bis 1522 kam das nördliche Seitenschiff dazu, während das Mittelschiff erhöht und gewölbt wurde. 1872 bis 1882 erfolgte eine neugotische Umgestaltung, wobei das südliche Seitenschiff und der dreigeschossige Turm entstanden. Im Inneren ist vor allem ein Epitaph aus rotem Marmor für Alexander Leberskirchner († 1521), geschaffen von Stephan Rottaler aus Landshut von Bedeutung, außerdem eine spätgotische Pieta um 1500 und ein spätromanischer Taufstein.
Die Renaissance-Anlage des Schlosses stammt von 1562, die barocke Schlosskapelle von 1695. Der Schlosspark mit Umfriedung wurde 1903 angelegt. 1833 bis 2010 war es im Besitz der von Montgelas, wurde dann in einen Gastronomiebetrieb umgebaut und erhielt im Dezember 2014 den Bayerischen Denkmalpflegepreis<ref>Landshuter Zeitung: Rettung eines Baudenkmals, 9. Dezember 2014.</ref>.
Hierbei handelt es sich um ein ehemaliges Hofmarksschloss im Ortsteil Lichtenhaag.
Baudenkmäler
→ Liste der Baudenkmäler in Gerzen
Wirtschaft und Infrastruktur
Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 888 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 76 T€. Die anstehende Sanierung des Ortskerns wird mit Geldern des Stadtbauprogramms vom Bayerischen Staatsministerium des Innern gefördert.<ref>Landshuter Wochenblatt: Geld für Gerzen und Rottenburg, 27. August 2014.</ref>
In Folge einer entsprechenden Bewertung der Wirtschaftskraft der Gemeinde Gerzen sind die Schlüsselzuweisungen von 279.700 Euro im Jahr 2015 um 13 Prozent auf 316.080 Euro für das Jahr 2016 gestiegen.<ref name="Schlüsselzuweisung">Landshuter Zeitung: Vitaminspritze für finanzschwache Kommunen, 12. Dezember 2015.</ref>
Zuweisungen an | Jahr | |
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2015 | 2016 | |
Gemeinde Gerzen | 279.700 | 316.080 |
Bauen und Wohnen
Ortsteil | Wohnbauflächen ausgewiesene Baugebiete |
unbeplanter Innenbereich |
ausgewiesene gewerbliche Bauflächen |
Ackerland |
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Gerzen | 95 € | 85 € | 45 € | 5,50 € |
Lichtenhaag | 80 € | 80 € | 45 € | 5,50 € |
Vilssattling | 60 € | 5,50 € |
Literatur
- Dehio: Bayern II-Niederbayern. Darmstadt 1988, S. 168–170
Einzelnachweise
<references />
Weblinks
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