Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft


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Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ist die Dachorganisation der privaten Versicherungsunternehmen in Deutschland. Präsident des GDV ist Alexander Erdland (Amtsantritt 14. November 2012). Der GDV wurde 1948 in Köln gegründet, heutiger Sitz ist Berlin<ref>http://www.gdv.de/impressum/, Website des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft. Abgerufen am 6. Februar 2013.</ref>. Dem Verband gehören 460 Mitgliedsunternehmen mit rund 214.000 Beschäftigten und Auszubildenden<ref>"Arbeitnehmerzahl seit 1950": http://www.agv-vers.de/index.php?id=55, Autor: Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen in Deutschland. Abgerufen am 13. Februar 2014.</ref> an, die mit 427 Mio. Versicherungsverträgen privaten Haushalten, Industrie, Gewerbe und öffentlichen Einrichtungen Risikoschutz und Vorsorgemöglichkeiten bieten<ref>"Über uns": http://www.gdv.de/ueber-uns/, Website des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft. Abgerufen am 17. März 2015.</ref>.

Aufgaben

Aufgabe des Verbandes ist die Vertretung der Versicherungsunternehmen gegenüber politischen und gesellschaftlichen Institutionen (Lobbyismus). Er erarbeitet Positionen zu politischen und gesellschaftlichen Fragen; dazu bündelt er die Interessen seiner Mitglieder. Aufgrund seiner Fachkompetenz, die er durch Bündelung des Sachverstandes der Unternehmen in Fachausschüssen besitzt, kann er die Politik beraten (Neokorporatismus).

Der Verband ist auch als Dienstleister für seine Mitglieder tätig. Er entwickelt und aktualisiert für diverse Versicherungssparten Musterbedingungen und empfiehlt diese unverbindlich seinen Mitgliedsunternehmen.<ref>"Versicherungsbedingungen": http://www.gdv.de/downloads/versicherungsbedingungen/, Website des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft. Abgerufen am 13. Januar 2012.</ref> Der GDV betreibt HIS, das Hinweis- und Informationssystem der Versicherungswirtschaft, das den Versicherern helfen soll, Versicherungsbetrug zu verhindern und die Risikoprüfung effizienter zu gestalten<ref>"Das Hinweis- und Informationssystem (HIS) der Versicherungswirtschaft": http://www.gdv.de/his/, Website des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft. Abgerufen am 3. August 2012.</ref> Der GDV stellt Standards für die Datenkommunikation zwischen Versicherungsunternehmen und Vermittler zur Verfügung.

Über die GDV Dienstleistungs-GmbH & Co. KG betreibt der GDV u. a. die technische Abwicklung der elektronischen Versicherungsbestätigung (eVB) zwischen Kraftfahrt-Bundesamt und der deutschen Versicherungswirtschaft, den Zentralruf der Autoversicherer sowie den Notruf der Autoversicherer (Betrieb der Notrufsäulen an Autobahnen und Landstraßen). Des Weiteren unterhält der GDV eine Tochtergesellschaft zur aktiven Schadenverhütung, die VdS Schadenverhütung GmbH.

Geschichte

1948 wurde der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. als Branchenvertretung für spartenübergreifende Fragestellungen gegründet. Daneben existierten zunächst mehrere Fachverbände. 1995 schlossen sich zunächst der Verband der Transportversicherer, der Verband der Sachversicherer und der HUK-Verband zum Verband der Schadenversicherer zusammen. 1996 erfolgte ein Zusammenschluss des Verbandes der Schadenversicherer mit dem Verband der Lebensversicherer und dem GDV zum neuen Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. 1998 verlegte der Verband seinen Sitz nach Berlin.

Aus den in Köln ansässigen technischen Abteilungen des VdS, die als Sprinklerüberwachungsstelle gegründet worden waren und vom VdS zu Fachabteilungen für Brandschutz und Einbruchdiebstahlschutz aufgebaut worden waren, erfolgte dabei die Gründung der VdS Schadenverhütung GmbH.

Das Präsidium des GDV hat am 14. November 2012 Alexander Erdland, Vorsitzender des Vorstandes der Wüstenrot & Württembergische AG (W&W), zu seinem neuen Präsidenten gewählt. Erdland trat das Amt am 14. November 2012 als Nachfolger von Rolf-Peter Hoenen an.<ref name="Präsident">Dr. Alexander Erdland neuer GDV-Präsident, Pressemitteilung des GDV.</ref> Im November 2014 wurde Erdland für weitere zwei Jahre als GDV-Präsident bestätigt.<ref name="Alexander Erdland bleibt GDV-Präsident">Erdland bleibt GDV-Präsident', Pressemitteilung des GDV.</ref>

Seit der Wahl am 26. November 2014 setzt sich das Gremium wie folgt zusammen<ref>"Präsidium des GDV": http://www.gdv.de/verband/struktur/praesidium/, Website des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft. Abgerufen am 2. Januar 2015.</ref>:

Kritik

Im Oktober 2006 wurde dem GDV der Negativpreis Big Brother Award in der Kategorie „Verbraucherschutz“ verliehen für das Hinweis- und Informationssystem „der Versicherungswirtschaft, mit denen Versicherungen umfangreiche Daten von Millionen von Bürgerinnen und Bürgern austauschen – nach geheim gehaltenen Kriterien, ohne ausreichende rechtliche Grundlage und ohne Wissen der Betroffenen“.<ref>Laudatio zur Verleihung des Big Brother Award in der Kategorie „Verbraucherschutz“ 2006</ref> Zum 1. April 2011 ist das HIS in Zusammenarbeit mit den Datenschutzbehörden<ref>"Neues Auskunftsportal der Versicherungswirtschaft trägt datenschutzrechtlichen Erfordernissen Rechnung", Pressemitteilung des Innenministeriums Baden-Württemberg vom 31. März 2011: http://www.innenministerium.baden-wuerttemberg.de/de/Meldungen/250308.html?_min=_im&template=min_meldung_html&referer=82713</ref> grundlegend überarbeitet worden und wird seither als Auskunftei von der informa Insurance Risk and Fraud Prevention GmbH<ref>"informa Insurance Risk and Fraud Prevention GmbH": http://www.informa-irfp.de/de/unternehmen/pressemitteilungen/index.html</ref> betrieben<ref>"Das Hinweis- und Informationssystem (HIS) der Versicherungswirtschaft": http://www.gdv.de/his/, Website des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft. Abgerufen am 3. August 2012</ref>.

Weblinks

Literatur

  •  Torben Müller: Einsatz von XML-Technologien zur Geschäftsprozess-Integration am Beispiel der Anbindung von Dienstleistern aus der Versicherungswirtschaft an das Branchennetz "Kfz- Schadenservices". Grin-Verlag, Kassel 2009, ISBN 3-640-41058-0.

Einzelreferenzen

<references />