Großadmiral
Großadmiral war historisch in einigen Ländern der höchste Dienstgrad in der Marine, vergleichbar mit dem Rang Feldmarschall.
Inhaltsverzeichnis
Deutsches Reich
Kaiserliche Marine
Der Rang entstand auf Bitten der Kaiserlichen Marine, die einen dem Generalfeldmarschall gleichwertigen Rang haben wollte.
Der erste Seeoffizier, der in der deutschen Flotte zum Großadmiral ernannt wurde, war Hans von Koester. Die Ernennung erfolgte am 28. Juni 1905.
Der Rang wurde bis zum Ende des Kaiserreiches fünfmal vergeben. Äußeres Zeichen der Großadmiralswürde ist der Großadmiralstab.
- 28. Juni 1905 – Hans von Koester (1844–1928)
- 13. Juli 1905 – Oskar II., König von Schweden und Norwegen (1829–1907; ehrenhalber)
- 4. September 1909 – Heinrich Prinz von Preußen (1862–1929)
- 27. Januar 1911 – Alfred von Tirpitz (1849–1930; Rang und Titel, aber kein Patent: war nicht zum Tragen eines Großadmiralstabes berechtigt)
- 31. Juli 1918 – Henning von Holtzendorff (1853–1919)
Reichsmarine
In der Reichsmarine der Weimarer Republik wurde der Rang nicht vergeben.
Kriegsmarine
In der Kriegsmarine der deutschen Wehrmacht war der Großadmiral der höchste Dienstgrad der Seestreitkräfte.
Der Rang wurde am 1. April 1939 für den Oberbefehlshaber der Kriegsmarine Erich Raeder wieder eingeführt. Nach dessen Entlassung wurde Karl Dönitz mit Überspringen des Dienstgrades Generaladmiral am 30. Januar 1943 zum Großadmiral befördert (siehe auch NS-Ranggefüge).<div style="clear:both;" />
Österreich-Ungarn
- 12. Mai 1916 – Anton Haus (1851–1917)
- 9. Oktober 1916 – Heinrich Prinz von Preußen (1862–1929)
- 1. November 1916 – Karl Erzherzog von Österreich (1887–1922)
- 22. Februar 1917 – Wilhelm II. König von Preußen, Deutscher Kaiser (1859–1941)
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Schweden
In Schweden hatte es bis 1680 einen Reichsadmiral als oberstes Marineamt und danach bis 1828 einen Generaladmiral als höchsten Marinerang gegeben. Die darauffolgende Ernennung des schwedischen Kronprinzen Oskar zum Großadmiral (Storamiral) blieb eine Ausnahme (1827/28–1840).<ref>Th. Westrin: Nordisk familjebok, Uggleupplagan, Band 27, Seite 128. Stockholm 1918.</ref><ref>Franz Ritter von Rudtorffer: Militär-Geographie von Europa, Seite 241. Haase, Prag 1838.</ref>
Italien
In Italien wurde der Rang eines Grande Ammiraglio 1924 von Benito Mussolini eingeführt und nur an Paolo Thaon di Revel, dem Chef der Marine im Ersten Weltkrieg, verliehen. Der Rang war vergleichbar mit einem Marschall von Italien (Maresciallo d’Italia) oder Luftmarschall (Maresciallo dell’Aria).
Peru
Der Rang des Großadmirals von Peru (Gran Almirante Del Perú) wurde 1967 vom peruanischen Kongress für die peruanische Marine eingeführt und posthum dem peruanischen Nationalhelden Miguel Grau Seminario verliehen.
Höchste Admiralsränge in anderen Staaten
Osmanisches Reich
vgl. Kapudan Pascha
Frankreich
In Frankreich existierte während des Ancien regime bis zur Errichtung der Ersten Republik (1792) und dann wieder im Ersten Kaiserreich, während der Restauration und im Zweiten Kaiserreich (bis 1870) der Titel Admiral von Frankreich für den Oberbefehlshaber der Flotte. Die Dritte Republik bzw. das Vichy-Regime führte für François Darlan den Rang Amiral de la Flotte ein.
Sowjetunion
Die Sowjetunion kannte seit 1944 den Rang eines Admiral der Flotte der Sowjetunion der seit dem 25. Mai 1945 auf der gleichen Stufe wie der Marschall der Sowjetunion stand.
Großbritannien
Das Vereinigte Königreich hat als höchsten Rang der Royal Navy den Admiral of the Fleet.
Vereinigten Staaten
In den Vereinigten Staaten gab es einen Träger des Titels Admiral of the Navy. 1944 wurde der Rang Fleet Admiral als höchster Dienstgrad in der Marine eingeführt, der nur vier Mal von 1944 bis 1945 verliehen wurde. Er steht auf der gleichen Stufe mit dem General of the Army.
Kaiserreich Japan
Im Kaiserreich Japan war das Äquivalent in der Kaiserlich Japanischen Marine der Gensui (元帥) bzw., als Abgrenzung vom gleichnamigen Äquivalent des Heeres, der Kaigun Gensui (海軍元帥). Als erster erhielt Saigō Tsugumichi am 20. Januar 1898 diesen Rang und als letzter hatte ihn Koga Mineichi († 1944) inne.<div style="clear:both;" />
Einzelnachweise
<references />