Krönung der römisch-deutschen Könige und Kaiser
Die Krönung der römisch-deutschen Könige und Kaiser war eine Abfolge von Hoheitsakten und Zeremonien zur Amtseinsetzung eines neuen Herrschers des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Das Zeremoniell folgte den Regelungen durch die Goldenen Bulle Karls IV. aus dem Jahre 1356 und blieb bis zu Krönung des letzten Kaisers, Franz' II., mehrere Jahrhunderte lang fast unverändert.
Es war geprägt durch den Charakter des Reiches als Wahlmonarchie und verband Traditionen des antiken, römischen und des späteren karolingisch-fränkischen Kaisertums mit denen der Königserhebung germanischer Völker.<ref>Zu den Theorien über die Entstehung des Königswahlrechts des Heiligen Römischen Reichs siehe Armin Wolf: Kurfürsten, Artikel vom 25. März 2013 im Portal historisches-lexikon-bayerns.de, abgerufen am 16. August 2013</ref>
Inhaltsverzeichnis
Geschichte
Mittelalter
Ursprünge des Zeremoniells
Das Krönungszeremoniell entwickelte sich im Laufe mehrerer Jahrhunderte aus der germanisch-fränkischen Tradition der Erhebung eines Königs auf den Schild, als Zeichen, dass dieser der vom Volk erwählte Führer sei. Zwar wird bei Isidor von Sevilla die Verwendung von goldenen Kronen bei westgotischen und lombardischen Königen des 7. Jahrhunderts erwähnt, doch ist fraglich, ob diese Kronen als symbolische Zeichen beim Herrschaftsantritt eine Rolle spielten.
Von einer Krönung im eigentlichen Wortsinne ist in den Quellen auch noch nichts bei Pippin dem Jüngeren zu erkennen, der sich vom Papst als Majordomus des Fränkischen Reiches die Königsgewalt am 28. Juli 754 übertragen ließ. Einhard berichtet:
- Er wurde von der Hand des Erzbischofs und Märtyrers Bonifatius, heiligen Andenkens, durch die Heilige Ölung zu dieser Hohen Würde gesalbt und nach Frankenbrauch zu Soissons auf den Königsthron erhoben.<ref name="EinhardPippin">Übersetzung von J. Bühler, 1923, S. 206, zitiert nach Pleticha.</ref>
Von einer Krönung neben der Salbung, die hier erstmals im Frankenreich belegt ist, ist aber auch in anderen zeitgenössischen Quellen nirgends die Rede. Möglicherweise wurde die Krönung aber als zusätzlicher Akt durchgeführt. Zu erkennen ist die zentrale Stellung der Erhebung auch noch bei seinen Söhnen Karl dem Großen und Karlmann I., die 754 in Noyon bzw. Soissons zu Königen erhoben wurden.
Aber bereits 781 empfing Karl der Große gemeinsam mit seinen Söhnen Ludwig dem Frommen und Pippin dem Buckligen von Papst Hadrian II. das königliche Diadem. Bestimmendes Element wurde der Krönungsakt im Jahre 800 bei der Kaiserkrönung Karls durch Leo III. Bei Einhard heißt es:
- Als der König gerade am hl. Weihnachtstag sich vom Gebet vor dem Grab des sel. Apostels Petrus zur Messe erhob, setzte ihm Papst Leo eine Krone aufs Haupt wurde er von den Römern zum Kaiser gewählt und empfing vom Papst die kaiserliche Weihe. [...] Auch die Königin Gisela empfing ebendort die Weihe und den Namen einer Kaiserin.<ref name="Wipo">Wipo, c. 16.</ref>
Erst Enea Silvio Piccolomini, Humanist und Historiker, später Papst Pius II., schilderte in seiner Historia Friderici III. sive Historia Austriaca die Kaiserkrönung Friedrichs III. im Jahre 1452 ausführlich.
Kosten einer mittelalterlichen Königskrönung
Die Kosten für die Krönung müssen für den zukünftigen König, aber auch für den Krönungsort immens gewesen sein. Zwar sind keine genauen Kostenaufstellungen erhalten, jedoch kann man die Dimensionen anhand anderer Dokumente erahnen. So verpfändete Rudolf I. dem Jülicher Grafen Wilhelm IV. in einer Urkunde aus dem Jahre 1278 Boppard mit den Zollrechten und Oberwesel mit allen anhängenden Rechten. Aber selbst dies reichte für die von Wilhelm für die Krönung bezahlte Summe von 4.000 Kölner Mark und 3.000 Mark Sterling nicht aus, so dass Rudolf noch seine Krone für 1.050 Mark verpfänden musste. Um welche Werte es sich dabei handelte, mag folgender Vergleich zeigen: 1174 betrug der Wert des Hofes Bochholz bei Bergheim 15 Kölner Mark.
Frühe Neuzeit
Nach der langen Regierungszeit des 1452 in Rom gekrönten Kaisers Friedrich III., verkündete dessen Sohn und Nachfolger Maximilian I. am 4. Februar 1508 im Dom zu Trient in einer feierlichen Zeremonie, dass er künftig den Kaisertitel auch ohne Romfahrt und päpstliche Krönung führen werde. Dies wurde notwendig, da die Republik Venedig Maximilian den Durchzug nach Rom verwehrt hatte. Bezugnehmend auf die Goldene Bulle nannte er sich ab sofort „Erwählter Römischer Kaiser“. Diesen Titel bestätigte der damalige Papst Julius II., da er ihn für inhaltsleer hielt, reklamierte aber gleichzeitig weiterhin den kaiserlichen Schutz für die römische Kirche.
Maximilians erster Nachfolger, Karl V., nahm diesen Titel zwar bei seiner Königskrönung 1520 an, ließ sich am 24. Februar 1530 zwar nochmals in Bologna durch den Papst krönen – diese Krönung hatte Karl durchgesetzt, um seinen Anspruch auf eine Universalmonarchie zu betonen. Diese Krönung war, durch die lange Regierungszeit Friedrichs III. und das Ausbleiben Maximilians I. die erste seit beinahe achtzig Jahren, blieb aber auch die letzte, denn Karls Bruder und Nachfolger Ferdinand I. kam nicht mehr zu einer Kaiserkrönung durch den Papst. Der Titel eines „Erwählten Römischen Kaisers“ wurde ihm von den Kurfürsten während des Frankfurter Kurfürstentages und dem Papst bestätigt, doch bald galt die Mitwirkung des Papstes für das Führen des Kaisertitels als nicht mehr notwendig.
Daher wurde allmählich zwischen dem „Erwählten“ und dem „gekrönten“ Kaiser nicht mehr unterschieden, so dass mehrere Thronanwärter zu Lebzeiten ihrer Vorgänger zu „Römischen Königen“ gewählt und gekrönt wurden, was im Mittelalter nur nach erfolgter Kaiserkrönung des Vorgängers als zulässig galt. Der Titel des „Römischen Königs“ wurde damit zu einem Titel des bereits gewählten Nachfolgers, der dann nach dem Tod seines Vorgängers selbst „Erwählter Römischer Kaiser“ wurde. Andere, die erst nach dem Tod ihres Vorgängers zum König gewählt wurden, übernahmen beinahe gleichzeitig den Königs- und den Kaisertitel, so dass die Unterscheidung ohne Belang blieb.
Seit der Krönung Maximilians II. im Jahre 1562 fanden nun auch die Krönungen am Wahlort Frankfurt am Main statt. Es stellt sich die Frage, warum Aachen trotz seiner bisherigen überragenden Stellung als Krönungsstadt diesen Status verlor. Ein Punkt ist sicherlich, dass sich die Legitimation der Herrschaft des Königs und erwählten Kaisers seit den Festlegungen in der Goldene Bulle nicht mehr alleine auf den richtigen Krönungsort, den richtigen Koronator und die Verwendung der richtigen Reichskleinodien stützen musste. Die Wahl durch die Kurfürsten war seitdem Legitimation genug und verschob damit auch die Prioritäten zugunsten des Ortes, an dem die Wahl stattfand.
Für Frankfurt sprachen, abgesehen davon, dass Aachen für die seit dieser Zeit meist aus dem Hause Habsburg stammenden Herrscher einer der am weitesten entfernten Orte im Reich war, einige logistische und infrastrukturelle Gründe. Es war von verschiedenen Himmelsrichtungen per Schiff und auf dem Landwege relativ leicht zu erreichen. Frankfurt lag in Nord-Süd-Richtung des Reiches in einer relativ zentralen Lage und war für die meisten der Kurfürsten in einer recht kurzen Reise erreichbar. Frankfurt verfügte mit dem Bartholomäusdom, der nach dem Augsburger Interim 1548 der katholischen Kirche zurückgegeben worden war, über eine auch für die Krönung hinreichend große und angemessene Kirche. Durch seine Rolle als Handels- und Messeplatz waren außerdem in Frankfurt ausreichend viele Gasthäuser und Stadtpaläste vorhanden, die von den zahlreich anreisenden Gesandtschaften angemietet werden konnten.
Am Beginn der Krönungen in Frankfurt stand allerdings ein Zufall. Bei der Krönung Maximilians II. zum römischen König im Jahre 1562 stand auf Grund eines Todesfalles kein Kölner Erzbischof als Koronator zur Verfügung. Da die Wahl mitten im Winter am 24. November stattfand, was für die damalige Zeit eine beschwerliche Reise nach Aachen bedeutet hätte, beschloss das Kurfürstenkollegium, die Krönung diesmal in Frankfurt durch den örtlichen Erzbischof, also den Mainzer Erzbischof, durchzuführen. Die Stadt Aachen ließ sich das Privileg der Königskrönung förmlich bestätigen. Auch der neugekrönte König und die Kurfürsten versicherten Aachen, dass sich nichts ändere. Auch später wurde der ursprünglichen Krönungsstadt mehrfach versichert, dass sie ihr Recht nicht verlöre, trotzdem fanden nie wieder Krönungen in Aachen statt.
Ablauf von Wahl und Krönung seit der frühen Neuzeit
Viele der Illustrationen im folgenden Abschnitt stammen aus dem Buch Wahl undt Krönung des aller durchleuchtigsten, großmechtigsten unüberwindlichsten Fürsten und herrn, herr matthiae I., erwehlten Römischen Kaysers etc. undt Ihrer Kay. May. Gemahlin etc. in schönen Kupferstucken abgebildet aus dem Jahre 1612, das den gesamten Ablauf der Feierlichkeiten zur Krönung von Matthias und seiner Frau zu Kaiser und Kaiserin des Heiligen Römischen Reiches darstellt. In ähnlicher Weise wurden viele der neuzeitlichen Krönungen in so genannten Diarien festgehalten, die den Glanz der Feierlichkeiten und damit die Macht des Kaisers darstellen sollten. In den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts wurde diese Art der Selbstdarstellung der Herrscher sogar in der Ceremoniel-Wissenschaft thematisiert.
Das Zeremoniell der Feierlichkeiten lehnte sich sehr stark an das mittelalterliche Zeremoniell an, erweiterte es aber auch um entscheidende Elemente wie z. B. die Wahlkapitulation.
Nach dem Tod des vorherigen Königs und Kaisers
Wenn nicht bereits zu Lebzeiten eines Kaisers ein neuer römisch-deutscher König gewählt wurde, wie beispielsweise bei Joseph II. geschehen, so trat nach dem Tode eines Kaisers ein so genanntes Interregnum, eine kaiserlose Zeit, ein. Die Goldene Bulle bestimmte, dass der Tod des Kaisers so schnell wie möglich dem Erzbischof von Mainz, dem Kurfürsten von Sachsen und dem Kurfürsten der Pfalz durch den kaiserlichen Hof mitgeteilt werden musste. Die übrigen Kurfürsten und die anderen größeren Fürsten des Reiches wurden daraufhin durch diese benachrichtigt. Den kleineren Fürsten und den anderen Ständen wurde der Tod erst auf dem Immerwährenden Reichstag zu Regensburg bekanntgegeben.
Die Regierung des Reiches übernahmen, in ihrer Eigenschaft als Reichsvikare, gemeinsam die Kurfürsten von Sachsen und der Pfalz. Bis zu den Festlegungen der Goldenen Bulle war häufig umstritten, wer in dieser Zeit des Interregnums die Reichgeschäfte zu führen habe. So waren häufig die Witwen in Reichsangelegenheiten tätig, z. B. tat dies Kaiserin Kunigunde nach dem Tod Heinrichs II., aber auch der Papst erhob gelegentlich Anspruch auf die Reichsverwaltung. Nach der Absetzung Friedrichs II. setzte sich in der Kurie die Rechtsauffassung durch, dass bei einer Thronvakanz im Imperium der Papst die Rechte eines Verwesers zumindest für Reichsitalien besäße.
Vorbereitungen
Die Goldene Bulle verordnete, dass der Kurfürst von Mainz innerhalb eines Monats das Wahlkollegium der Kurfürsten zusammenzurufen habe, damit ein neuer König und Kaiser gewählt werden könne. Die Kurfürsten konnten ihre Stimme zwar nicht schriftlich abgeben, ihr Stimmrecht aber an einen anderen Kurfürsten abtreten oder einen Abgesandten schicken, ansonsten verfiel die Stimme. Innerhalb von drei Monaten sollte dann der Erzbischof die Kurfürsten einladen, in Frankfurt zu erscheinen.
Die Einladung wurde den weltlichen Kurfürsten durch einen hochrangigen Abgesandten überbracht, an den geistlichen Höfen geschah dies durch einen Domherrn. In einer öffentlichen feierlichen Audienz wurde der Gesandte durch die Kurfürsten empfangen. Er überreichte die durch den Kurfürsten von Mainz eigenhändig unterschriebene Urkunde, was durch einen Notar zu bestätigen war.
Jeder Kurfürst, bzw. sein Abgesandter, durfte mit höchstens 200 Berittenen, darunter 50 Bewaffneten, anreisen. Die Stadt Frankfurt selbst hatte für die Sicherheit, die Unterbringung und die Versorgung der hohen Herrn und deren Begleitung zu sorgen. Außer den Kurfürsten und deren Begleitung durfte kein Fremder in die Stadt hineingelassen werden, und sofern solch eine Person angetroffen wurde, sollte diese ausgewiesen werden. Sollte die Stadt ihre Pflichten verletzen, so sollte sie alle ihre Privilegien verlieren und der Reichsacht verfallen.
Außerdem mussten die Reichskleinodien aus Nürnberg und Aachen an den Ort der Krönung gebracht werden. Diese befanden sich seit dem Spätmittelalter in der Obhut der Reichsstädte Nürnberg bzw. Aachen. Sie wurden in einem feierlichen und gut bewachten Geleit nach Frankfurt gebracht und wurden dort durch ein Ratsmitglied der Stadt in Begleitung eines Kavallerieregiments in Empfang genommen. Die Kleinodien verblieben bis zum Tag der Krönung in der Verwahrung der Abgesandten von Nürnberg und Aachen und wurden kurz nach der Krönung wieder in Empfang genommen und zurückgebracht.
Der nebenstehende zeitgenössische Kupferstich aus dem Jahr 1790 zeigt den Zug der Nürnberger Kleinodien nach Frankfurt für die Krönung Leopolds II. im Jahre 1790. Die Reichskleinodien selbst befanden sich in einer Kiste im so genannten Kronwagen, auf der Darstellung in der zweiten Reihe von oben, der mit einer roten Plane abgedeckt war, auf der sich auf gelbem Tuch eine Darstellung des Reichsadlers befand. An der Seite des Wagens sind zwei Abbildungen des kaiserlichen Wappens erkennbar. Vier Kronkavaliere auf Schimmeln reiten zur Bewachung neben dem Wagen her. Das vollständige Geleit umfasste (Nummerierung dem Stich entsprechend):<ref name="Geleit">Zitiert nach der Beschreibung des Blattes in Koch u. Stahl.</ref>
- 2 Anspachische Husaren-Trompeter
- 1 Husaren-Wachtmeister
- 4 Glieder gemeine Husaren, 4 Mann hoch
- 1 herrschaftlicher Bereuther
- 1 hochfürstlicher Hofkutscher
- Der hochfürstliche Anspachische Staatswagen (Carpentum) mit 6 Pferden
- Reitknechte, zum Teil mit Handpferden
- Hochfürstliche Anspachische Herren und Räte
- Wagenmeister in Uniform
- Herr Spitalpfleger Johann Siegmund Christian Joachim Haller von Hallerstein
- Vierspänniger Deputationswagen, mit den Krongesandten
- Sechsspänniger Kronwagen mit Stadtschlosser, begleitet von 4 Kroncavallieren
- Vierspänniger Wagen mit 4 Kroncavallieren
- Feldscherer Glos zu Pferde
- Kroncavallerist von Holzschuhers Reitjakel
- 2 Sekretäre des Krondeputierten zu Pferd
- 2 Bagage-Wagen, auf deren ersteren Hr. Fischer von Franckfurth am Main gebürtig als Friseur; und der Jäger von Herrn Haller von Hallerstein
- Nürnbergische Stadt-Trompeter zu Pferd
- Corporal Ernst zu Pferd
- 12 Nürnbergische Einspänner zu Pferd
- Anspachische Husaren, nebst Corporal, grünes Jacket, weiße Hosen, schwarze Mützen
Wahl durch die Kurfürsten
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Die Kurfürsten reiten zur Wahl
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Die Wahl Matthias’ durch die Kurfürsten
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Leopold I. wird nach seiner Wahl 1658 zum neuen König erklärt
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Auszug nach der Wahl
Die Wahl selbst war in Frankfurt durchzuführen, auf Grund besonderer Umstände konnte der Wahlort aber auch verlegt werden. In Frankfurt sind nach den Vorschriften der Goldenen Bulle insgesamt 16 römisch-deutsche Könige gewählt worden: von Wenzel im Jahre 1376 bis Franz II. im Jahre 1792.
Aber nicht alle wurden, wie bereits erwähnt, erst nach dem Ableben des Kaisers zum König erhoben, sieben von ihnen wurden bereits zu Lebzeiten des Kaisers gewählt und gekrönt und nahmen nach dem Tode bzw. im Falle Karls V. des Verzichtes auf den Kaisertitel den Titel „Erwählter Kaiser“ ohne weitere Krönung an. Dies wurde möglich, da die Goldene Bulle dies nicht ausdrücklich ausschloss, sondern neben dem Tod des Amtsinhabers andere nicht genauer bezeichnete außerordentliche Gründe als Legitimation für ein derartiges Vorgehen nannte. Die frühneuzeitliche Praxis knüpfte damit an die mittelalterliche Auffassung an, dass mit der Krönung des römisch-deutschen Königs zum Kaiser der Königstitel wieder frei wurde. Bereits Otto I. nutzte dies, um seinen Sohn als Otto II. bereits im Alter von sechs Jahren zum König des Ostfrankenreichs wählen zu lassen.
Der Tag der Wahl begann mit einem Läuten der Frankfurter Kirchenglocken. Anschließend versammelten sich die sieben Kurfürsten im Römer, um ihr Festgewand anzulegen. Vom Römer begaben sie sich zum Nordportal des St. Bartholomäus-Domes und nahmen in der Kirche Aufstellung. Während der sich anschließenden katholischen Messe zogen sich die seit der Reformation evangelisch gewordenen Kurfürsten in das Konklave zurück. Die zu leistenden Eide der Wähler sowie die feierliche Erklärung des Gewählten wurden von Notaren genau festgehalten. Die eigentliche Proklamation des neuen Kaisers fand dann in der Wahlkapelle statt.
Nachdem der König in den Chor der Kirche zurückgekehrt war, wurden abermals Gebete und Psalmen gesprochen, während der König vor dem Altar kniete. Die anschließende Erhebung des Königs durch Setzen des Gewählten auf den Thron hatte die Erhebung auf den Schild seit dem Frühmittelalter allmählich verdrängt. Mit einem Te Deum wurde der feierliche Akt der Wahl beschlossen.
Wahlkapitulation
Seit 1519 musste durch den neu gewählten König und erwählten Kaiser ein Eid auf eine zuvor ausgehandelte Wahlkapitulation gegenüber den Kurfürsten abgelegt werden. Solch eine Wahlkapitulation wurde durch alle Römischen Könige von Karl V. bis zu Franz II. ausgefertigt. In der Wahlkapitulation musste der neue König zusagen, dass er nicht beabsichtige, das Heilige Römische Reich seines Charakters einer Wahlmonarchie zu berauben und die Rechte der Kurfürsten anzutasten. Er versprach weiterhin die Regelungen der Goldenen Bulle zu beachten.
Wenngleich schon bei der Wahl Karls V. solch ein Dokument ausgehandelt wurde, taucht die Bezeichnung zuerst bei der Wahl Ferdinands I. (1558) auf.<ref>Helmut Neuhaus: Das Reich in der Frühen Neuzeit. 2003, S. 12. Dort heißt es weiter: Es hatte Vorbilder in den bischöflichen Wahlkapitulationender geistlichen Reichsfürstentümer, in denen sich seit dem 13. Jahrhundert die Domkapitel, später auch die weltlichen Landstände ihre Privileghien bestätigen ließen.</ref> In der Urkundensammlung Unio Electoralis novissima, die die Beratungen der in Frankfurt versammelten Kurfürsten festhielt, ist erstmals ein Dokument mit dem Namen Wahlkapitulation belegt.
Der Eid wurde feierlich durch den Gewählten in der Bartholomäuskirche abgelegt. Dieser führte von da an den Titel Römischer König; damit war der Wahlakt offiziell abgeschlossen.
Krönung
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Krönung Karl V. aus dem Jahre 1520
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Prozession zur Kirche, die Kurfürsten tragen dem neuen König die Reichsinsignien Reichsapfel, Zepter und Reichsschwert voran
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Die Krönung Josephs II. zum römisch-deutschen König im Kaiserdom St. Bartholomäus in Frankfurt 1764
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Kaiser Sigismund im Krönungsornat, Kupferstich von Johann Adam Delsenbach
Am Krönungstag wurden die Reichskleinodien, die aus Nürnberg und Aachen herbeigeholt worden waren, in die Krönungskirche gebracht und dort durch die Reichserbtürhüter in Empfang genommen und auf dem Kreuzaltar niedergelegt.
Bei der Prozession zur Kirche ritten die weltlichen Kurfürsten oder deren Gesandten dem neuen König bzw. Kaiser mit unbedecktem Haupt voran. Unmittelbar vor dem Kaiser ritt der Erzmarschall mit dem blanken Reichsschwert. Vor diesem ritten der Erztruchsess mit dem Reichsapfel, vor diesem wiederum der Erzkämmerer mit dem Zepter und links der Erzschatzmeister mit der Reichskrone.
Der König selbst ritt in seinem Hausornat – das zu den Reichskleinodien gehörende Krönungsornat wurde ihm erst später angelegt – unter einem Baldachin, der von zehn Deputierten der Stadt getragen wurde. Ihm folgten sein Hofstaat, seine Leibgarde, eine Frankfurter Bürgerkompanie und das Gefolge des Königs und der Kurfürsten zu Pferde oder aber in prächtigen Karossen.
Am St.-Bartholomäus-Dom empfingen den König der Kurfürst von Mainz und die anderen geistlichen Kurfürsten, die ihm das Weihwasser reichten. Anschließend betrat der König die Kirche, wo er von den Reichserbtürhütern, den Grafen von Pappenheim und den Grafen von Werthern, empfangen wurde. Die Krönungskirche wurde außen durch die kurmainzische und im Inneren von der kursächsischen Schweizergarde bewacht.
Nach Beendigung der Antiphonien führten die Kurfürsten von Köln und Trier den König zum Altar, wo ihn der Kurfürst von Mainz im erzbischöflichen Ornat erwartete. Der König kniete nieder und es wurden Gebete gesprochen, in deren Anschluss er in seinem Betstuhl Platz nahm. Nach dem anschließenden Hochamt wurden dem König vom Kurfürsten von Mainz Fragen in lateinischer Sprache bezüglich seiner Regierungspflichten gestellt. Er wurde gefragt, ob er bereit sei, als gläubiger Christ den Schirm der Kirche, die Wahrung der Gerechtigkeit, die Mehrung des Reiches, der Beschützung der Witwen und Waisen und die Ehrung des Papstes zu geloben. Alle Fragen wurden vom König mit volo (deutsch ich will) beantwortet. Nach dem Eid auf dieses Gelöbnis fragte der Kurfürst die Anwesenden, ob sie diesen Fürsten annehmen, seinen Befehlen gehorchen und sein Reich befestigen wollen, worauf diese Fiat, fiat, fiat! (deutsch Es geschehe!) riefen.
Bei der anschließenden Salbung wurde der König seines Obergewandes entkleidet und durch im Unterkleid angebrachte Öffnungen durch den Erzbischof an Scheitel, Brust, Nacken, zwischen den Schultern auf dem rechten Arm, am Gelenk des rechten Armes und an der Innenfläche der rechten Hand mit den Worten Ich salbe dich zum König im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes gesalbt. Das Salböl wurde daraufhin von zwei Weihbischöfen mit Baumwolle und Roggenbrot abgetrocknet.
Nun zog sich der Gesalbte mit den Kurfürsten von Mainz und Trier in das Konklave zurück, wo ihm von den Nürnberger Deputierten Strümpfe und die Schuhe des Krönungsornates der Reichskleinodien angezogen wurden. Vom brandenburgischen Gesandten wurde ihm die Alba und die Dalmatica gereicht, zwei Nürnberger reichten ihm den Gürtel, der allerdings am Ende des 18. Jahrhunderts verlorenging, den der König selber zuschnallte, der Kurfürst von Brandenburg warf ihm dann noch die Stola um.
Er begab sich nun wieder in die Kirche, wo ihm unter den Gebeten des Mainzer Erzbischofs von den anderen beiden geistlichen Kurfürsten das blanke Schwert Karls des Großen überreicht wurde, das nach dem Ende des Gebetes an den Kurfürsten von Sachsen überreicht wurde. Der sächsische Kurfürst stieß es in die Scheide und gürtete es dem Kaiser um. Hierauf zog der Kaiser die zum Ornat gehörigen Handschuhe an, steckte den kaiserlichen Ring auf, nahm das Zepter in die rechte Hand und den Reichsapfel in die linke. Das Schwert Karls des Großen wurden nun vom Kurfürsten von Sachsen wieder aus der Scheide gezogen und an den Erbmarschall Graf von Pappenheim übergeben. Der Graf legte dafür das Reichsschwert, was er bis dahin gehalten hatte, auf einen Tisch neben dem Altar.
Dem König wurde nun vom Reichserbkämmerer der Krönungsmantel umgehängt und dem knienden König von den drei geistlichen Kurfürsten gemeinsam die Reichskrone auf das Haupt gesetzt. Nach einem abermaligen Eid des Gekrönten auf deutsch und lateinisch ging die Messe weiter. Danach wurde er auf einer hohen im südlichen Querschiff errichteten Bühne auf den Thron Karls des Großen gesetzt, auf dem er nach dem Te Deum, das von Kanonsalven und Glockengeläut begleitet war, die Glückwünsche der Kurfürsten entgegennahm. Anschließend erteilte der König auf eigene Wahl und auf Vorschlag der Kurfürsten adligen Personen den Ritterschlag. Regelmäßig wurden so z. B. die Abgesandten der beiden Städte Aachen und Nürnberg belohnt, die die Reichskleinodien nach Frankfurt geleitet hatten.
Erzämter walten symbolisch ihres Amtes
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Ochse der zur Krönung Maximilians II. 1562 gebraten wurde, gefüllt mit einem Hirsch, einem Schwein, einem Kalb und verschiedenem Geflügel
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König Matthias und die Fürsten ziehen zum Saal, in dem das Krönungsmahl stattfindet, und werfen Münzen unter das Volk
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Marschall, Truchsess und Mundschenk
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Kampf um Ochse und Ochsenküche, Darstellung auf einem Stich um 1612
Nachdem der König nach seiner Krönung die Kirche verlassen hatte, walteten die Inhaber der Erzämter ihres Amtes. Dabei wurden die diesen Ämtern ursprünglich innewohnenden Bedeutungen vor einer großen Volksmenge symbolisch vollzogen. Der König stand derweilen im vollen Ornat auf dem Balkon des Gebäudes, in dem das Krönungsmahl stattfand und wurde vom Volk bejubelt.
Der Erzmarschall des Reiches, der sächsische Kurfürst, ritt zu Pferde in einen auf dem Platz aufgeschütteten Haferhaufen und brachte dem König ein gehenkeltes Gefäß voll des Hafers. Der brandenburgische Kurfürst in seiner Eigenschaft als Erzkämmerer ritt an einen Tisch und holte das dort aufgestellte silberne Handwaschbecken und Handtuch und brachte beides in den Saal, wo das Krönungsmahl stattfinden sollte. Der Kurfürst von der Pfalz als Erztruchsess holte zu Pferde von dem auf dem Platz gebratenen Ochsen ein Stück und überreichte dieses dem König in einer silbernen Schüssel. Ein silberner Becher mit Wein wurde dem König vom König von Böhmen, der Erzmundschenk war, von einem ebenfalls auf dem Platz befindlichen Tisch gebracht. Der Wein wurde später aber auch einem auf dem Platz installierten Brunnen entnommen, aus dem weißer und roter Wein sprudelte. Der Erzschatzmeister, der Kurfürst von Hannover, warf von seinem Pferd zwei Beutel mit silbernen und goldenen Münzen unter das zahlreich auf dem Platz anwesende Volk.
Diese Handlungen konnten auch in Vertretung durch die jeweiligen Inhaber der zugehörigen Erbämter durchgeführt werden. Seitdem die Krönungen in Frankfurt stattfanden, geschah dies auf dem Platz vor dem Rathaus, dem Römerberg. Das anschließende Krönungsmahl fand im Römer statt.
Der gebratene Ochse, der Hafer und der Springbrunnen, aus dem Wein sprudelte, wurden anschließend dem Volk überlassen. Trotz mehrfacher Ermahnungen und Verbote des Rates soll es beim Kampf darum zu heftigen Prügeleien und sogar zu Toten gekommen sein. So berichtete Johann Wolfgang Goethe der am 3. April 1764 Augenzeuge der Krönung Josephs II. zum römisch-deutschen König in Frankfurt war, in seinem autobiografischem Werk Dichtung und Wahrheit I, 5:
- Um den gebratnen Ochsen aber wurde diesmal wie sonst ein ernsterer Kampf geführt. Man konnte sich denselben nur in Masse streitig machen. Zwei Innungen, die Metzger und Weinschröter, hatten sich hergebrachtermaßen wieder so postiert, daß einer von beiden dieser ungeheure Braten zuteil werden mußte.
Dieser Kampf um die Erbeutung des Ochsen konnte auf Grund der Ausrüstung, insbesondere der Metzger, lebensgefährlich sein und hatte zwischen der Zunft der Metzger und anderen Zünften schon mehrfach stattgefunden. Am Weinbrunnen soll es meist zu so starkem Gedränge gekommen sein, dass kaum jemand etwas abbekam, da der meiste Wein verschüttet wurde.
Neben den Lebensmitteln wurden aber auch die anderen Einrichtungen des Platzes in Mitleidenschaft gezogen. So wurde die hölzerne Hütte, unter der der Ochse gebraten wurde, und der Brunnen mit Wein auseinandergenommen und weggeschafft, wie Goethe berichtete und auch auf der Darstellung von der Krönung Matthias’ zu sehen ist. Deshalb verbot der Magistrat dem Volk, dass zumindest das auf dem Brunnen befindliche Kreuz nicht angetastet werde. Goethe berichtet weiter, dass der teure rote Stoff, mit dem die Brücke, über die der Kaiser und der neugewählte König kurz zuvor geritten waren, belegt war, eilig weggeschafft wurde, bevor der „Pöbel“ diesen zerriss und an sich nahm, wie es wohl die Male zuvor geschah.
Krönungsmahl
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Krönungsmahl Ferdinands I. im Frankfurter Römer 1558
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Krönungsmahl Matthias’
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Krönungsmahl Josephs II., so ähnlich könnte der junge Goethe die Szene gesehen haben
Das anschließende Krönungsmahl, dem der König allein oder zusammen mit seiner Gattin beiwohnte, verlief, im Unterschied zur wilden Volksbelustigung draußen auf dem Römerberg, höchst steif und in zeremoniell gebundenen Bahnen. Der Ablauf des Krönungsmahles einschließlich der Erbämter war ebenfalls in der Goldenen Bulle geregelt, um Unklarheiten und Streitigkeiten auch in diesem Punkt zu beseitigen, wie es häufig zuvor vorkam, insbesondere wer am nächsten zum König sitzen durfte. So bestimmte sie, dass der König sechs Stufen und die Kurfürsten eine Stufe höher als die anderen Anwesenden zu sitzen haben. Dem König und allen Kurfürsten wurden die Speisen an je einem eigenen Tisch gereicht. War ein Kurfürst persönlich nicht anwesend, so blieb dieser frei und durfte nicht von dessen Gesandten besetzt werden.
Zuerst sprach der Kurfürst von Mainz als das Tischgebet, der Reichserbmundschenk nahm dem König die Krone vom Haupt, währenddessen der Reichserbkämmerer Wasser und Handtuch reichte. Der Reichserbtruchsess trug in Begleitung des Reichserbmarschalls, des Reichsquartiermeisters, der Reichsherolde und der kaiserlichen und sächsischen Schweizergarde die erste Speise auf. Die restlichen Speisen wurden von 40 Reichsgrafen aufgetragen.
Der Kurfürst von Mainz als Erzkanzler für Deutschland legte dem König das Reichssiegel vor und hängte es sich anschließend um den Hals.
In den Nebenzimmern speisten die Inhaber der Erbämter und der kaiserlichen Oberhofämter sowie die Deputierten aus Nürnberg und Aachen, die die Reichskleinodien begleiteten, einige Vertreter des Frankfurter Rates und weitere Würdenträger.
In Frankfurt fanden die Krönungsmähler im Kaisersaal des Frankfurter Römers statt. In Aachen wurde das Mahl im Mittelalter in der Königshalle des Aachener Pfalz eingenommen und wahrscheinlich seit der Krönung Karls IV. im Jahre 1349 im Festsaal des neuen gotischen Rathaus der Stadt. Genaue Belege dafür gibt es aber erst seit der Krönung Friedrichs III. im Jahre 1442.
Huldigung
Den offiziellen Abschluss fanden die Feierlichkeiten wenige Tage nach der Krönung durch die öffentliche Huldigung. Stellvertretend für alle Untertanen des Heiligen Römischen Reiches versammelten sich die Frankfurter Bürger – getrennt nach den 14 Stadtquartieren hinter ihrem jeweiligen Fahnenträger – auf dem Römerberg und schworen dem Herrscher Treue und Gehorsam. Der neue Kaiser, wiederum, der zu dieser Zeremonie auf einer eigens dazu vor dem Rathaus errichteten Holztribüne Platz nahm, versprach seinen Untertanen Schutz und bestätigte die Privilegien der freien Reichsstadt Frankfurt.
Gegen den Widerstand des Frankfurter Rats setzte Kaiser Karl VI. bei seiner Krönung im Jahr 1712 eine gesonderte Huldigung der jüdischen Gemeinde Frankfurts durch. Fortan legten die erwachsenen, männlichen Bewohner der Frankfurter Judengasse vor jedem neu gekrönten Kaiser einen Treueid ab. Die Zeremonie fand im Hof des Zeughauses an der Konstablerwache statt.
Resümee
Das Krönungszeremoniell der römisch-deutschen Herrscher entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte von der profanen Erhebung des neuen Königs auf den Schild zu einem mehrere Wochen, ja Monate dauernden Prozess, dessen nach außen hin sichtbaren Höhepunkt die Krönung des Königs und Erwählten Kaisers bildete, die selbst aber ihre rechtliche Stellung gegenüber der Wahl eingebüßt hatte.
In den Feierlichkeiten und Zeremonien vermischten sich im Laufe der Zeit volkstümliche, sakrale und politische Elemente, die den Charakter des Reiches als Wahlmonarchie zeigten und durch die aufwendige und prunkvolle Inszenierung der Feierlichkeiten die Macht des jeweiligen Kaisers dem Volk und der Welt zeigen sollten.
Siehe auch
- Liste der römisch-deutschen Herrscher
- Liste der Ehefrauen der römisch-deutschen Herrscher
- Liste der Wahlen der römisch-deutschen Könige für eine geschichtliche Übersicht der Wahlen seit der Goldenen Bulle
- Die Kaisermacher, Ausstellung von vier Frankfurter Museen aus Anlass des 650-jährigen Jubiläums der Goldenen Bulle
Anmerkungen
<references />
Literatur
Quellen
- Wolfgang Burgdorf (Bearb.): Die Wahlkapitulationen der römisch-deutschen Könige und Kaiser 1519–1792 (Quellen zur Geschichte des Heiligen Römischen Reiches 1), Göttingen 2015, ISBN 978-3-525-36082-8
- Reinhard Elze (Hrsg.), Die Ordines für die Weihe und Krönung des Kaisers und der Kaiserin (Ordines coronationis imperialis) (MGH Fontes iuris Germanici antiqui in usum scholarum separatim editi 9) Stuttgart 1960
- Wipo: Taten Kaiser Konrads des Zweiten, neu übertragen von Werner Trillmich. In: Quellen des 9. und 11. Jahrhunderts zur Geschichte der Hamburgischen Kirche und des Reiches, ISBN 3-534-00602-X.
- Johann Wolfgang Goethe: Dichtung und Wahrheit. Erster Teil, Fünftes Buch, Schilderung der Krönung Josephs II. zum römisch-deutschen König.
Sekundärliteratur
- Rainer Koch und Patricia Stahl (Hrsg.): Kaiser Karl VII.: 1742–1745. Wahl und Krönung in Frankfurt am Main. Zweibändiger Ausstellungskatalog, Frankfurt 1996. 3-89282-000-7
- Mario Kramp (Hrsg.): Krönungen: Könige in Aachen – Geschichte und Mythos. Katalog der Ausstellung in zwei Bänden, Mainz 2000, ISBN 3-8053-2617-3.
- Paul Krull: Die Salbung und Krönung der deutschen Königinnen und Kaiserinnen im Mittelalter. Inaugural-Dissertation, zur Erlangung der philosophischen Doktorwürde der Hohen philosophischen Fakultät der Universität Halle-Wittenberg. Dissertation, Halle a. S. 1911.
- Bernhard A. Macek: Die Krönung Josephs II. zum Römischen König in Frankfurt am Main. Logistisches Meisterwerk, zeremonielle Glanzleistung und Kulturgüter für die Ewigkeit. Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien 2010, ISBN 978-3-631-60849-4.
- Helmut Neuhaus: Das Reich in der frühen Neuzeit. Enzyklopädie Deutsche Geschichte Band 42. München 2003, ISBN 3-486-56729-2.
- Heinrich Pleticha: Des Reiches Glanz. Die Reichskleinodien und ihre Geschichte. Freiburg 1989, ISBN 3-88189-479-9.
- Elmar D. Schmid: Der Krönungswagen Kaiser Karls VII. München und Dachau 1992, ISBN 3-89251-141-1.
- Aloys Schulte: Die Kaiser- und Königskrönungen zu Aachen 813 - 1531. Schroeder, Bonn 1924 (Digitalisat)
- K. Schnith: Krönung. In: Lexikon des Mittelalters, Bd. 5, Sp. 1547–1549.
- Die Kaisermacher – Katalogband. Frankfurt am Main und die Goldene Bulle 1356–1806. Societäts-Verlag, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-7973-1011-0
Internet
Quellen
- Widukinds Bericht über die Krönung Ottos I. (Memento vom 7. Oktober 2007 im Internet Archive) (PDF-Datei; 35 kB)
- Bericht Eberhard Windeckes von der Wahl Albrechts II. am 18. März 1438
- Schilderung der Kaiserkrönung Friedrich III. 1452 von Enea Silvio Piccolomini (Memento vom 25. August 2009 im Internet Archive)