Kaysers Hof
Der Kaysers Hof am Flensburger Hafen ist ein ehemaliges Hotel aus dem 19. Jahrhundert, an der Flensburger Schiffbrücke, nahe dem Oluf-Samson-Gang, das lange Zeit als Eroscenter diente. Der mißverständliche Name verweist auf die ursprüngliche Besitzerfamilie Kayser.<ref name="C">Flensburger Tageblatt: Neues Gewand für Kayser’s Hof: Spurensuche auf historischem Terrain, vom: 16. Oktober 2015; abgerufen am: 1. November 2015</ref> Der deutsche Kaiser war dort nie zu Besuch. Das Gebäude wurde als eines der Kulturdenkmale der Flensburger Innenstadt eingetragen. Es trägt die Adresse Schiffbrücke 32.
Geschichte
Das spätklassizistische Gebäude wurde um 1850, vermutlich 1852/53, errichtet.<ref name="B">Lutz Wilde: Stadt Flensburg (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland / Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein. Band 2). Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, S. 248.</ref><ref name="D">Eiko Wenzel, Henrik Gram: Zeitzeichen, Architektur in Flensburg, S. 72</ref><ref>Der Denkmalpfleger Lutz Wilde mutmaßt in seinem Buch, dass es vom Architekten Laurits Albert Winstrup stammen könnte. Dieser war in der damaligen Zeit in Flensburg tätig. Vgl. Lutz Wilde: Stadt Flensburg (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland / Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein. Band 2). Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, S. 248.</ref> Die Familie Kayser eröffnete am 1. Mai 1853 darin einen Hotelbetrieb.<ref name="C" /> In dieser Zeit soll Friedrich VII. zusammen mit seiner dritten Frau Louise Gräfin Danner auch dort Zimmer bezogen haben.<ref name="A">Andreas Oeding, Broder Schwensen, Michael Sturm: Flexikon. 725 Aha-Erlebnisse aus Flensburg!, Flensburg 2009, Artikel: Kaysers Hof</ref> Friedrich VII. besuchte Flensburg mehrfach und nächtigte an verschiedenen Orten der Stadt (vgl. Borgerforeningen sowie Volkspark (Flensburg)). Der Gastwirt Marcus Hinrich Kayser betrieb das Hotel offenbar nur knapp vier Jahre. Danach wurde das Gebäude an den „königlichen Militäretat“ verkauft.<ref>Vgl. Eiko Wenzel, Henrik Gram: Zeitzeichen, Architektur in Flensburg, S. 72</ref> Ab 1857 war es Sitz des dänischen zweiten Generalkommandos.<ref name="A" /><ref name="B" /> Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 diente das Gebäude zunächst als Militärlazarett (vgl. Regierungshof). In den Jahren darauf wurde das Gebäude unterschiedlich genutzt.<ref name="D" /> Als Wilhelm II. am 21. November 1910 die Marineschule Mürwik einweihte, nächtigte er nicht im Gebäude. Was sich im Gebäude damals befand, ist zudem unklar.
Das ehemalige Hotelgebäude diente seit ungefähr 1981 als Bordellgebäude.<ref name="A" /> Bis 1983 wurde es zum Eroscenter ausgebaut. So entstand offenbar der angebaute Kontakthof in dieser Zeit.<ref name="D" /> Langsam begann das Gebäude zu zerfallen. Das im Gebäude befindliche Eroscenter stellte seinen Betrieb offenbar irgendwann in den 1990er Jahren ein<ref name="A" /> und die Diskothek Sunny eröffnete anschließend.<ref>Sunny – der Schandfleck an der Küste, vom: 26. Juli 2012; abgerufen am: 1. November 2015</ref> Nach Wünschen und Diskussionen im Rathaus hinsichtlich eines 4-Sterne-Hotels wurde damit begonnen im alten Rotlicht-Viertel einen neuen Hotelbetrieb einzurichten. Die Diskothek Speicher im Hinterhof, wurde trotz positiven Images als erstes abgerissen.<ref>Vgl. Flensburger Tageblatt: Flensburger Disco: Facebook-User trauern um den Speicher, vom: 23. Juni 2014; abgerufen am: 6. März 2015</ref> Vom vorderen Bereich soll das Gebäude, dass früher als Eroscenter diente, für die Unterbringung der Gäste umgebaut werden. Die Gebäude daneben sollen wohl der Verwaltung, als Aufenthaltsräume etc. dienen.<ref>WiF - 4-Sterne-Hotel, abgerufen am: 6. März</ref><ref>Flensburger Tageblatt: Hafenumbau in Flensburg: Bagger im alten Rotlicht-Viertel, vom: 14. November 2014, abgerufen am: 6. März</ref> Der Denkmalpfleger Lutz Wilde beurteilte das Gebäude im Jahr 2001 mit dem Wortlaut: „heute durch Umbauten entstellt“.<ref name="B" /> Während des Neuaufbaus wurde beschlossen, dass das marode Gebäude zu einem großen Teil neu gebaut werden muss.<ref>Flensburger Tageblatt: Stadtplanung: Flensburgs spannendste Baustelle, vom: 27. September 2015; abgerufen am: 1. November 2015</ref><ref>Gemeindliches Einvernehmen zum Teilabbruch des Gebäudes Schiffbrücke Nr. 32 Kaysers Hof, SUPA - 71/2015 (PDF), vom: 14. August 2015; abgerufen am: 7. November 2015</ref>
Einzelnachweise
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Weblinks
Koordinaten: 54° 47′ 32″ N, 9° 26′ 0″ O{{#coordinates:54,7922486|9,4332721|primary
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