Kirchlein am Meer (Husum)
Das Kirchlein am Meer ist eine Kirche in Schobüll, einem Ortsteil von Husum in Schleswig-Holstein.
Inhaltsverzeichnis
Geschichte
Das sogenannte Kirchlein am Meer ist ein frühgotischer Backsteinbau aus dem frühen 13. Jahrhundert und war wohl zunächst eine zum Kirchspiel Hattstedt gehörige Kapelle. Erstmals urkundlich erwähnt wird die Kirche 1352 mit dem lateinischen Namen parochia beate virginis, sie war also ursprünglich eine Marienkirche. Der Legende nach soll sie von drei Jungfrauen als Missionskirche gestiftet worden sein. Sie befindet sich auf dem "Schobüller Berg", einem der höchsten Punkte der schleswig-holsteinischen Nordseeküste, und diente lange als Seezeichen für nach Husum einfahrende Schiffe. Der heutige Name Kirchlein am Meer (lateinisch: ecclesila sub mare) stammt erst aus der Neuzeit.<ref>Kirchlein am Meer</ref>
Die ursprüngliche romanische Kapelle umfasste nur den heutigen Altarraum. Mehrfach wurde die Kirche nach Westen hin erweitert. Das Kirchenschiff entstand im 15. Jahrhundert. Der Turm wurde im 18. Jahrhundert erbaut. Dieser Turm stürzte im Jahre 1780 ein und wurde bis 1785 neu aufgebaut und ist bis heute mit Eichenschindeln gedeckt.
Ausstattung
Im Inneren stammt der Schreinaltar aus dem Jahre um 1300. Die Erweiterung im 15. Jahrhundert ist auch in der Kirche sichtbar. So wurde ein Taufstein im spätgotischen Stil importiert.
Eine Besonderheit ist der Tuchhalter neben dem Taufstein, der im 17. Jahrhundert errichtet wurde. Der Altartisch wurde Ende des 15. Jahrhunderts aufgestellt. Es wird vermutet, dass die 14 Figuren, die heute an der Nordwand der Kirche hängen, ursprünglich Teil des Altars waren.
1701 wurde der Kronleuchter von Deichgraf Matz Fredies gestiftet. 1703 wurde die Westempore erstellt. Geschmückt ist diese mit Bildern aus dem Alten und Neuen Testament. Die Kanzel stammt aus dem Jahre 1735 und ist im Stil des Barocks erstellt.
Orgel
Die Orgel wurde 2002 von der Orgelbaufirma Jehmlich erbaut. Das Schleifladen-Instrument hat 18 Register auf zwei Manualen und Pedal. Die Trakturen sind mechanisch.<ref>Informationen zur Orgel</ref>
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- Koppeln: II/I, I/P, II/P
Literatur
- Kirchenführer der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Schobüll
- Dehio-Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Hamburg, Schleswig-Holstein, 2009; S. 888f
Einzelnachweise
<references />
Koordinaten: 54° 30′ 36″ N, 9° 0′ 17″ O{{#coordinates:54,509916666667|9,0046944444444|primary
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