La Jana
La Jana, gebürtig Henriette Margarethe Niederauer, auch Henny Hiebel (* 24. Februar 1905 in Wien; † 13. März 1940 in Berlin), war eine österreichische Tänzerin und Schauspielerin.
Inhaltsverzeichnis
Leben
Henriette und ihre ältere Schwester Anna Niederauer wurden in Wien V., Högelmüllergasse 2, als uneheliche Kinder von Anna Niederauer (aus Mauer stammend) geboren. Anna Niederauer war offensichtlich die Wirtschafterin des Vergolders Heinrich Hiebel. Die beiden heirateten 1909 in Frankfurt am Main. 1910 ließ sich Heinrich Hiebel als Kindesvater beider Kinder in den Taufmatrikeln eintragen.
Henriette, die auch Henny genannt wurde, absolvierte eine Tanzausbildung am Opernballett in Frankfurt am Main. Sie wuchs in der Frankfurter Altstadt auf, und zwar im Großen Hirschgraben, ganz in der Nähe des Goethe-Hauses. Schon als Achtjährige trat sie im Kinderballett der Frankfurter Oper auf und wurde später Revuetänzerin.
Angeblich in Paris traf sie Géza von Cziffra, der sie laut seiner Autobiografie nach Berlin zu Friedrich Zelnik und zum Film brachte. Er schreibt in seiner Biografie:
„Und dort sah ich sie zum ersten Mal tanzen: diese Frau besaß den herrlichsten Körper, den ich in meinem Leben erblickt hatte. Das Mädchen, das sich hier im Scheinwerferlicht auf und ab bewegte ). Der Grabstein ist eine geschliffene Platte mit giebelartigem Abschluss, in deren oberen Drittel ein Rundmedaillon aufgesetzt ist, darunter der Künstlername der Tänzerin. Das Medaillon präsentiert das Profil von La Jana im Flachrelief. Das klare, idealisierte Porträt zeigt sich ganz im Sinn der zeitgenössischen Ästhetik. Es ist nicht sicher, ob es sich hierbei um das Original von 1940 handelt. Dereinst wurde der Stein abgeräumt. Er fand einen Platz im Garten des damaligen Leiters des Heimatmuseums Steglitz. Hier blieb er bis zu seiner Rückführung auf das Grab.
Bedeutung des Namens
Der Name „La Jana“ soll aus der indischen Sprache stammen und „Die Blumengleiche“ bedeuten. Dies wurde in zeitgenössischen Quellen verbreitet. Vermutlich ist eher richtig, dass La Jana ein reiner Phantasiename ist und allenfalls Ähnlichkeiten mit Wörtern aus dem Sanskrit hat. Indien ist ein Vielvölkerstaat mit vielen Sprachen, eine „indische Sprache“ als solche gibt es nicht. Woher der Künstlername stammt und wer ihn Henny Hiebel verlieh oder wie sie zu diesem Namen kam, ist nicht überliefert. Henny Hiebel trat eine Zeit mit einer Partnerin unter dem Namen „The Charming Sisters“ auf. Aus Schweden sind Autogrammkarten von ihr bekannt, die den Künstlernamen „Lary Jana“ tragen.
Filmografie
Stummfilme
- 1924/25: Wege zu Kraft und Schönheit (Deutschland)
- 1924/26: Die Weiße Geisha (Schweden)
- 1926/27:Die Lady ohne Schleier (Schweden/Deutschland)
- 1927: En Perfekt gentleman (Schweden)
- 1927: Um seine Ehre (Schweden)
- 1928: Du sollst nicht ehebrechen! (Deutschland)
- 1928: Der Biberpelz (Deutschland)
- 1928: Zwei rote Rosen (Deutschland)
- 1928: Der Ladenprinz (Deutschland)
- 1928: Gaunerliebchen (Deutschland)
- 1928: Ritter der Nacht (Deutschland)
- 1928: Der Herzensphotograph (Deutschland)
- 1929: Spanisches Intermezzo (Deutschland)
- 1929: Meineid
- 1929: Der Lustige Witwer (Deutschland)
Tonfilme
- 1930: Die Warschauer Zitadelle (Deutschland)
- 1931: Der Schlemihl (Deutschland)
- 1934: Ich bin Du (Deutschland)
- 1937: Truxa (Deutschland)
- 1938: Der Tiger von Eschnapur (Deutschland)
- 1938: Das indische Grabmal (Deutschland)
- 1938: Es leuchten die Sterne (Deutschland)
- 1939: Menschen vom Varieté (Deutschland)
- 1940: Der Trichter Nr. 10 – (Kurzfilm, Deutschland)
- 1940: Stern von Rio (Deutschland)
Hörspiele
- 1926: An und Aus (Revue) - Regie: Hermann Feiner (Funk-Stunde AG Berlin)
Revuen
- 1924: An und Aus (Berlin)
- 1927/28: Alles aus Liebe (Wien)
- 1928: Helene (Berlin)
- 1928: Casanova (Berlin)
- 1928–1933: Die drei Musketiere (Berlin)
- 1930–1932: Die schöne Helena (Berlin)
- 1930–1932: Hoffmanns Erzählungen (Berlin)
- 1933: Casanova (Stockholm)
- 1934/35: Streamline (Berlin, London mit anschließender Tournee durch England und Schottland)
- 1935: A Kingdom For A Cow (London)
- 1937: Piccadilly (Berlin)
Literatur
monografisch
- Helena Lehmann: La Jana. Eine Biografie. Eigenverlag, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-00-020073-1.
sonstige
- Gerith von Ulm: Charlie Chaplin – King of Tragedy. The Caxton Printers, Caldwell 1940.
- Trude Hesterberg: Was ich noch sagen wollte. Henschelverlag Kunst und Gesellschaft, Berlin 1971.
- Wolfgang Carlé, Heinrich Martens: Das hat Berlin schon mal gesehen. Eine Historie des Friedrichstadt-Palasts. Henschelverlag, Berlin 1978.
- Rolf Badenhausen: La Jana. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 13, Duncker & Humblot, Berlin 1982, ISBN 3-428-00194-X, S. 423 f. (Digitalisat).
- Christa Bandmann: Es leuchten die Sterne. Aus der Glanzzeit des deutschen Films. Heyne Verlag, 1984, ISBN 3-453-01128-7.
- Géza von Cziffra: Es war eine rauschende Ballnacht. Eine Sittengeschichte des deutschen Films. Ullstein, Frankfurt/M. 1987, ISBN 3-548-20733-2.
- Dietrich Nummert: La Jana – die „vollkommene Blöße“. Die Schauspielerin Henriette Hiebel. In: Berlinische Monatsschrift, Heft 7/2001, S. 119–125.
- Ingo Schiweck, Hans Toonen: Maharadscha, Tschetnik, Kriegsheimkehrer. Der Schauspieler Frits van Dongen oder Philip Dorn. Der Andere Verlag, Osnabrück 2003, ISBN 3-89959-058-9.
Weblinks
Commons Commons: La Jana – Sammlung von Bildern
- La Jana bei filmportal.de
- La Jana in der Internet Movie Database (englisch)
- La Jana-Archiv – Teilnachlass und Sammlung im Deutschen Tanzarchiv Köln
- Homepage zu La Jana und der erschienenen Biografie
- Seite mit Infos zu La Jana und Herkunftsnachweise ihrer Familie
- Bilder von La Jana In: Virtual History
Personendaten NAME La Jana ALTERNATIVNAMEN Niederauer, Henriette Margarethe (Geburtsname); Niebel, Henny KURZBESCHREIBUNG österreichische Tänzerin und Schauspielerin GEBURTSDATUM 24. Februar 1905 GEBURTSORT Wien, Österreich-Ungarn STERBEDATUM 13. März 1940 STERBEORT Berlin, Deutsches Reich