Landkreis Westprignitz


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Der Landkreis Westprignitz war ein Landkreis in Brandenburg. Er bestand in Preußen, in der SBZ und in der DDR von 1818 bis 1952.

Umfang

Der Landkreis Westprignitz umfasste am 1. Januar 1945:

Heute gehört das ehemalige Kreisgebiet zum Landkreis Prignitz im Bundesland Brandenburg, die Stadt Havelberg zum Landkreis Stendal im Bundesland Sachsen-Anhalt.

Verwaltungsgeschichte

Königreich Preußen

Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staat nach dem Wiener Kongress entstand 1817 der Kreis Westprignitz im Regierungsbezirk Potsdam in der Provinz Brandenburg, seit 1939 „Mark Brandenburg“ – aus der Teilung des bisherigen Kreises Prignitz.

Das Landratsamt war in Perleberg.

Norddeutscher Bund/Deutsches Reich

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich. Am 1. August 1922 schied die Stadtgemeinde Wittenberge aus dem Kreis Westprignitz aus und bildete fortan einen eigenen Stadtkreis. Zum 30. September 1929 fand im Kreis Westprignitz entsprechend der Entwicklung im übrigen Freistaat Preußen eine Gebietsreform statt, bei der alle bisher selbstständigen Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden. Zum 1. Januar 1939 führte der Kreis Westprignitz entsprechend der jetzt reichseinheitlichen Regelung die Bezeichnung Landkreis.

Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet durch die Rote Armee besetzt.

Deutsche Demokratische Republik

Mit Inkrafttreten des Gesetzes über die Änderung zur Verbesserung der Kreis- und Gemeindegrenzen vom 28. April 1950 verlor die Stadt Wittenberge ihre Kreisfreiheit und kam wieder zum Kreis Westprignitz.

Im Zuge der Verwaltungsneugliederung am 23. Juli 1952 wurden das Land Brandenburg und der Landkreis Westprignitz aufgelöst. Das bisherige Kreisgebiet wurde unter den vier neugebildeten Kreisen Perleberg und Ludwigslust (beide Bezirk Schwerin), Pritzwalk (Bezirk Potsdam) sowie Havelberg (Bezirk Magdeburg) aufgeteilt.

Bundesrepublik Deutschland

Der Kreis Perleberg wechselte am 3. Oktober 1990 in das neu begründete Land Brandenburg, nachdem eine Bürgerbefragung im Sommer 1990 dies befürwortete. Am 1. August 1992 wechselte auch die Region Lenzen per Staatsvertrag vom 1. Juli 1992 zum Land Brandenburg und damit zum Kreis Perleberg. Aus den alten Kreisen Perleberg und Pritzwalk (ohne die Gemeinden Blumenthal, Grabow und Rosenwinkel) und dem Amt Gumtow (ehemaliger Kreis Kyritz) wurde am 6. Dezember 1993 der neue und dennoch traditionsreiche Landkreis Prignitz unter Ausschluss von Havelberg (heute Landkreis Stendal, Sachsen-Anhalt) gebildet.

Kommunalverfassung bis 1945

Die Landkreis Westprignitz gliederte sich in Stadtgemeinden, in Landgemeinden und – bis zu deren Auflösung – in selbstständige Gutsbezirke.

Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 sowie der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wurde zum 1. April 1935 das Führerprinzip auf Gemeindeebene durchgesetzt. Die bisherigen Stadtgemeinden Bad Wilsnack, Havelberg, Lenzen, Perleberg und Putlitz führten ab 1. Januar 1934 die Bezeichnung Stadt.

Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.

Landräte

Ortsnamen

In der Prignitz sind viele ursprünglich slawische Ortsnamen wie z. B. Boberow, Rambow, Triglitz und Putlitz erhalten geblieben. 1929 fand eine kleinere Namensänderung statt. Die Stadtgemeinde Wilsnack erhielt die Zusatzbezeichnung Bad.

Weblinks

Commons Commons: Landkreis Westprignitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien