Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda


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Datei:Bundesarchiv Bild 146-1985-013-24, Berlin, Propagandaministerium.jpg
Hauptfassade des größten Dienstgebäudes des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda in der Mauerstraße in Berlin-Mitte (1939)

Das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda (RMVP) war im nationalsozialistischen Deutschen Reich für die inhaltliche Lenkung der Presse, der Literatur, der Bildenden Kunst, des Films, des Theaters, der Musik und des Rundfunks zuständig.

Das Ministerium wurde kurz nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten als zentrale Institution der NS-Propaganda neu geschaffen. Es stand im Kabinett Hitler unter der Leitung von Propagandaminister Joseph Goebbels, der über sein Ressort sowie über die im Herbst 1933 errichtete Reichskulturkammer die Kontrolle über alle deutschen Massenmedien und die Kulturschaffenden ausübte.

Gründung und Aufgaben

Kurz nach der Reichstagswahl März 1933 präsentierte Hitler seinem Kabinett am 11. März eine Beschlussvorlage zur Einrichtung des Ministeriums. Trotz der Skepsis verschiedener Minister setzte er sich damit durch.<ref>Wolfgang Benz: Handbuch des Antisemitismus. Band 5: Organisationen, Institutionen, Bewegungen. de Gruyter, Berlin 2012, S. 525.</ref> Am 13. März 1933 verfügte der Reichspräsident Hindenburg per Erlass die Errichtung eines Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda (RGBl. I, S. 104). Das Ministerium bezog das Palais des Prinzen Friedrich Karl am Wilhelmplatz 8/9 in Berlin, das bereits von der nun eingegliederten „Vereinigten Presseabteilung der Reichsregierung“ genutzt wurde. Am 25. März 1933 erläuterte Joseph Goebbels vor Intendanten und Direktoren der Rundfunkgesellschaften die zukünftige Funktion des Propagandaministeriums mit den Worten:

„Das Ministerium hat die Aufgabe, in Deutschland eine geistige Mobilmachung zu vollziehen. Es ist also auf dem Gebiet des Geistes dasselbe, was das Wehrministerium auf dem Gebiet der Wache ist. 1999, ISBN 3-8258-4513-3.

  • Erwin Leiser: Deutschland erwache. Propaganda im Film des Dritten Reiches. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1989, ISBN
  • 3-499-12598-6.

    • Peter Longerich: Goebbels. Biographie. Siedler, München 2010, ISBN 978-3-88680-887-8.
    • Hans Bohrmann, Gabriele Toepser-Ziegert (Hrsg.): NS-Presseanweisungen der Vorkriegszeit. Edition und Dokumentation. Bd. 1–7 (1933–1939), Saur, München 1984–2001, ISBN 3-598-10551-7.
    • Nils Oschinski: Inhalt und Umsetzung früher nationalsozialistischer Presseanweisungen: Drei Göttinger Zeitungen im Vergleich (1933–1935). Grin, München 2007, ISBN 978-3-638-74303-7.
    • Jürgen Wilke: Presseanweisungen im zwanzigsten Jahrhundert. Erster Weltkrieg – Drittes Reich – DDR. Böhlau, Köln 2007, ISBN 978-3-412-10506-8.

    Weblinks

    Einzelnachweise

    <references />