St. Johannis (Leopoldshall)


aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Datei:Kirche St. Johannis Leopoldshall.JPG
Kirche St. Johannis in Staßfurt-Leopoldshall
Datei:Kirche Leopoldshall 1.JPG
Blick vom Eingangsbereich zum Altar

Die Kirche St. Johannis ist ein evangelisches Sakralgebäude in Leopoldshall, Ortsteil von Staßfurt in Sachsen-Anhalt - sie wird im Februar 2016 einhundertvierzig Jahre alt. Die Kirchgemeinde gehört zur Evangelischen Landeskirche Anhalts. - Am 6. Februar 2016 hat die Kirche Jubiläum: Sie wird 140 Jahre alt (Einweihung am 6. Februar 1876).

Geschichte

Die seit 1. Januar 1873 selbständige Gemeinde Leopoldshall zählte 1874 mehr als 2.000 Einwohner. Die Kirche sollte das Symbol für den neuen Ort werden. Mit ihr bezeugten die Neubürger ihren Willen, sesshaft und heimisch zu werden, was sie durch ergiebige Spendenaufkommen belegten.

Der erste Spatenstich für den neuromanischen Bau in Kreuzform und nach den Regeln des Eisenacher Regulativs<ref>Das Eisenacher Regulativ: Die Regeln für den evangelischen Kirchenbau, beschlossen 1861 auf der Kirchenkonferenz in Eisenach</ref> mit einer Kirchturm-Höhe von 40,5 Metern (mit Knopf und Kreuz) erfolgte am 7. April 1874.

Die Grundsteinlegung vollzog der Konsistorialkommissar, Generalsuperintendent und Oberkonsistorialrat Walther aus Bernburg am 28. Mai 1874. Für das Gotteshaus waren 37.838 Taler veranschlagt, wovon die Gemeinde ein Drittel übernahm sowie die Kosten von 1.588 Taler für den Baugrund trug. Die tatsächlichen Ausgaben für den Kirchenbau samt Einrichtungen betrugen 81.213,55 Mark.

Die Einweihung nahm am 6. Februar 1876 Carl F. Schneppel als erster Pfarrer dieser Kirche wahr und zelebrierte zugleich den ersten Gottesdienst.

Das Kirchengebäude wurde nach der Wende in den späten 1990er und den 2000er Jahren außen und innen umfassend und fachgerecht saniert.

Ausstattung

Datei:Kirche Leopoldshall 4.JPG
Blick von der Seiten-Empore auf Kanzel und Altar
Datei:Kirche Leopoldshall 2.JPG
Taufstein, Altar und Kruzifix

Den Altar fertigte die Firma Freihold aus Aderstedt, den Taufstein das Unternehmen Kielhorn aus Bernburg und die Kanzel die Firma Hartung.

Die fünf Fenster im Altarraum mit Glasmal-Porträts des Heilands und der vier Evangelisten fertigte die Glasmalerei Oidtmann in Linnich<ref>Emil Baumecker: Leopoldshall, seine Entstehung, Entwicklung und Bedeutung. Festschrift anlässlich des 25jährigen Bestehens der St. Johanniskirche. Leopoldshall 1901. Staßfurt-Leopoldshall, Reprint 1993, S. 11 (ISBN 3-930207-00-1)</ref> – drei sind erhalten geblieben.

Orgelbauer Nicol aus Dessau vollendete die Orgel am 31. August 1876.

Die drei Bronze-Glocken stammen aus der Glockengießerei Carl Friedrich Ulrich aus Apolda, ihre Herstellung kostete 2.983 Mark.<ref>Ernst Laue: Leopoldshall wie es früher war. Vom Ort einer Saline zum Stadtteil Staßfurt. Wartberg Verlag 2001, S. 26 ff.</ref> Deren Inschriften lauteten: 1) „Kommet, denn es ist alles bereit. Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden.“ 2) „Und den Menschen ein Wohlgefallen - Gott segne Leopoldshall.“ 3) „Lasset die Kindlein zu mir kommen“ (Taufglocke). Sie mussten während der Weltkriege als Metallspende abgegeben werden und wurden durch Gußstahlglocken ersetzt. Diese tragen keine Inschriften und werden nur noch selten per Seilzug geläutet; die elektrische Läuteanlage ist nicht mehr funktionsfähig (Stand November 2015).

Im Eingangsbereich des Kirchturms sind acht Tafeln mit je 30 Namen der im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten der Gemeinde angebracht. Dort steht auch das von Gemeindeglied Heinz Wiest gefertigte, maßstabgetreue Modell der Kirche, das als Spendenbüchse dient.

Die Kirche hat - wohl auch aufgrund ihrer besonderen Holzdecke – eine herausragend gute Akustik.

Pfarrer

Datei:Kirche Leopoldshall 3.JPG
Blick vom Altar ins Kirchenschiff und zu Empore und Orgel

Folgende Personen sind laut Wissens- und Quellenstand von 2015 Pfarrer dieser Kirchgemeinde gewesen (mit Angabe der Amtszeit)<ref>Emil Baumecker: Leopoldshall, seine Entstehung, Entwicklung und Bedeutung. Festschrift anlässlich des 25jährigen Bestehens der St. Johanniskirche. Erstveröffentlichung Leopoldshall 1901, Reprint Staßfurt-Leopoldshall 1993; S. 11, 54, 55, 57 (ISBN 3-930207-00-1)</ref><ref>Wolfgangfriedrich Sachse (Pastor zu Leopoldshall): Geschichte der Gemeinde Leopoldshall. 50 Seiten, Format A5. Kommissionsverlag Oskar Flemming, Staßfurt 1938, S. 50</ref><ref>Kirchenchronik 1945-1967 Juni 1968, erstellt von Pfarrer Joachim Zürch (Schreibmaschinen-Schriftstück); S. 1, 5, 6</ref>:

  • Carl F. Schneppel: 1875-1882
  • Wolfgang Knaths: 1882-1888
  • Pfarrer Pietschker
  • Wilhelm von Tiling: 1888-1892
  • Emil Baumecker: 1898–1934 - zuvor dort seit 1893 Diakon, zudem mehrfach gewählter Abgeordneter im Landtag des Freistaates Anhalt
  • Rudolf Günther: 1933–1943
  • Siegfried Hotzel: 1934-1936
  • Wolfgangfriedrich Sachse: 1936-?
  • Ernst-Joachim Zürch (* 1912 – † 1980): 1938–1978
  • Erich Baumgärtner: 1944–1951
  • Martin Pfennigsdorf: 1951–1956
  • Alfred Klonz: 1956–1957
  • Karl-Heinz Windschild: 1957–1961
  • Ernst Kleiß: 1961–1987?

Literatur

  • Ernst Laue: Leopoldshall wie es früher war. Vom Ort einer Saline zum Stadtteil Staßfurt. Wartberg Verlag 2001, ISBN 3-86134-826-8
  • Emil Baumecker: Leopoldshall, seine Entstehung, Entwicklung und Bedeutung. Festschrift anlässlich des 25jährigen Bestehens der St. Johanniskirche. Leopoldshall 1901. 1993 als erweiterter Reprint veröffentlicht von Hartmut Wiest, Staßfurt-Leopoldshall. ISBN 3-930207-00-1
  • Frank Kowolik: Das alte Staßfurt. Eine mitteldeutsche Industriestadt in alten und seltenen Bildern. Oschersleben 1992, ISBN 3-928703-06-4
  • Wolfgangfriedrich Sachse (Pastor zu Leopoldshall): Geschichte der Gemeinde Leopoldshall. 50 Seiten, Format A5. Kommissionsverlag Oskar Flemming, Staßfurt 1938

Weblinks

Commons Commons: St. Johannis (Leopoldshall) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

51.84861411.595002Koordinaten: 51° 50′ 55″ N, 11° 35′ 42″ O{{#coordinates:51,848614|11,595002|primary

   |dim=
   |globe=
   |name=
   |region=DE-ST
   |type=landmark
  }}