Star Carr
Star Carr ist eine mesolithischer Wohnplatz der Klosterlund der Maglemose-Kultur bei Scarborough in North-Yorkshire an der Ostküste Englands. Moorfunde zeigen, dass es sich um den Lagerplatz einer Jäger und Sammlergruppe an einem heute verlandeten, ehemaligen See handelt. Es wurden Spuren von 80 Hirschen, 33 Rehen, 11 Elchen, 9 Auerochsen, 5 Wildschweinen und zahlreichen Wasservögeln gefunden.
Infolge günstiger Bodenverhältnisse ist Star Carr die an Artefakten aus Holz und Knochen reichste mesolithische Fundstätte Englands. Sie wurde in den Jahren 1949 bis 1951 vom britischen Prähistoriker Grahame Clark ergraben und 1954 publiziert.<ref>John Coles et al.: World Prehistory: Studies in memory of Grahame Clark. Oxford University Press, Oxford 1999, S. 215- 217</ref> An der Universität von Manchester erklärte Professor Clark am Ende der Untersuchungen: "Eins der wesentlichen Ergebnisse der Forschungen in Star Carr ist, dass wir eine Vorstellung davon erhielten, wie unsere mosolithischen Vorfahren die Lebensquellen ihrer unmittelbaren Umgebung ausnutzten."<ref>Karel Sklenář: Spuren der Vergangenheit. Archäologie in Europa. Prisma-Verlag, Leipzig 1983, S. 47.</ref> Man fand eine Siedlungsfläche vor, wie sie für das Mesolithikum typisch ist: 16,5 mal 14,5 Meter. Neben den oben aufgeführten Funden wurde auch ein bedeutender Anteil von Steinwerkzeugen gefunden, die in der Siedlung aus Feuerstein gefertigt worden sind. 17 000 Stück an Feuersteinteilen wurde gefunden, davon waren über 7 Prozent eigentliche Werkzeuge. Die pflanzlichen Überreste im Morast und Torf zeigten an, dass die natürliche Umwelt dieser Siedlung eine feuchte Uferlandschaft mit Birken und in etwas weiterer Entfernung auch Kiefernwald gewesen ist. Aus den Berechnungen kann entnommen werden, dass die Fundgegenstände aus einer Zeit von 9488 Jahren v.u. Z. mit einer Genauigkeit von 350 Jahren in beide Richtungen stammen müssen.
- Aus Holz wurden Pfeile und Bögen, Beil- und Speerschäfte, Paddel, Fischgabeln und Lochscheiben (Keulenköpfe) hergestellt.
- Aus Hirschgeweih entstanden einseitige Harpunen, Speerspitzen mit Widerhaken, Messer, Dolche, Meißel, Druckstäbe, Fellschaber, Geweihbeile mit schräg angeschliffener Schneide oder Tüllenbeile mit Steineinsatz.
- Zu den Feuersteingeräten gehören Kern- und Scheibenbeile, Klingen, Schaber, Bohrer, Stichel und Mikrolithen. Aus den Abfallprodukten der Mikrolithenherstellung entstanden Mikrostichel und querschneidige Pfeilspitzen.
Literatur
- Chris Scarre: The Human Past: World Prehistory & the Development of Human Societies. Thames & Hudson. 2005 ISBN 0-500-28531-4.
- Anthony J. Legge & Peter Rowley-Conwy: Star Carr Revisited; a Re-analysis of the Large Mammals. Birkbeck College. 1988 ISBN 0-7187-0876-8.
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
Koordinaten: 54° 12′ 51″ N, 0° 25′ 25″ W{{#coordinates:54,214286111111|-0,42347777777778|primary
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