Upland
Das Upland, was plattdeutsch so viel wie Oberland oder Hochland heißt, im Rothaargebirge ist der nordöstliche, zu Hessen gehörende Teil des ansonsten westfälischen Hochsauerlandes im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg (Deutschland). Es entspricht der heutigen Gemarkung der Gemeinde Willingen um den gleichnamigen Kernort.
Inhaltsverzeichnis
Geographie
Lage
Das Upland liegt im Südwestteil des Naturparks Diemelsee auf durchschnittlich 500 bis 700 m ü. NHN. Der Nordwesten und der Südwesten sind fast durchgehend bewaldet, während das Kernland, das naturräumliche Upland (s. n.), nur inselartig um einige Gipfel bewaldet ist.
Naturräumliche Gliederung
Das historische Upland liegt überwiegend im Nordosten des Rothaargebirges, zu kleineren Teilen auch im Ostsauerländer Gebirgsrand. Neben dem naturräumlichen Upland umfasst es insbesondere etwa die (nordöstliche) Hälfte des Naturraumes Langenberg, der nach der höchsten Erhebung des Rothaargebirges, dem 843,2 m hohen Langenberg, benannt ist und diverse Gipfel über 800 m Höhe enthält.
Folgende Naturräume liegen z. T. im historischen Upland (in Klammern die je zum Upland gehörigen Teile):<ref name="UaHE" />
- 33 Süderbergland
- 332 Ostsauerländer Gebirgsrand
- 332.6 (Vorupländer) Adorfer Bucht
- 332.60 Flechtdorfer Höckerflur (nur äußerster Westen)
- 332.6 (Vorupländer) Adorfer Bucht
- 333 Rothaargebirge
- 333.5 Winterberger Hochland
- 333.58 Langenberg (Nordosthälfte)
- 333.8 Hochsauerländer Schluchtgebirge
- 333.82 Schellhorn- und Treiswald (äußerster Südosten)
- 333.9 Upland
- 333.90 Inneres Upland (bis auf den äußersten Norden)
- 333.91 Vorupländer Rücken (nur Westen und Zentrum)
- 333.5 Winterberger Hochland
- 332 Ostsauerländer Gebirgsrand
Geologie
Der Boden des Uplandes wird durchzogen von oberdevonischem Mergel, Tonschiefer und Kalksandstein. Mit dieser Kombination sind gute Böden für die landwirtschaftliche Nutzung entstanden. Schon früh wurden daher die Wälder gerodet und durch Hutewälder ersetzt (die ostsauerländer "Hochheiden").
Berge
Der höchste Berg des Uplands ist der Langenberg (843,2 m), der sich unmittelbar auf der Grenze zum benachbarten Nordrhein-Westfalen (und knapp auf der westfälischen Seite) befindet. Der fast gleich hohe Hegekopf (842,9 m) liegt demgegenüber gänzlich auf hessischem Gebiet.
Zu den Bergen des Uplands gehören (inklusive aller „Achthunderter“) nach Höhe in Meter über Normalhöhennull (NHN) sortiert (Naturräume kursiv; Berge an der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen sind mit einem Stern (*) gekennzeichnet):
- Langenberg* (843,2 m) – Langenberg
- Hegekopf (842,9 m) – Langenberg
- Ettelsberg (837,7 m) – Langenberg; mit Hochheideturm (Aussichtsplattform: 875 m Höhe)
- Hopperkopf (832,3 m) – Langenberg
- Mühlenkopf (ca. 815 m) – Langenberg; mit Mühlenkopfschanze
- Hoher Eimberg* (806,1 m) – Schellhorn- und Treiswald
- Hoppernkopf* (805,0 m) – Langenberg/Schellhorn- und Treiswald
- Mittelsberg (801,0 m) – Langenberg
- Hohe Pön (792,7 m) – Langenberg
- Krutenberg* (785,0 m) – Langenberg
- Dreiskopf* (781,0 m) – Schellhorn- und Treiswald
- Kahle Pön (775,3 m) – Inneres Upland
- Emmet (742,5 m) – Langenberg
- Auf’m Knoll* (739,1 m) – Langenberg/Inneres Upland
- Dommel (738,0 m) – Schellhorn- und Treiswald; mit Dommelturm
- Sähre (726,0 m) – Inneres Upland
- Iberg (720,5 m) – Inneres Upland
- Osterkopf (708,5 m) – Inneres Upland
- Orenberg (702,0 m) – Inneres Upland
- Hohe Egge (604,9 m) – Inneres Upland
Fließgewässer
Durch den Naturraum Langenberg verläuft die Rhein-Weser-Wasserscheide an bzw. jenseits der Westgrenze des historischen Uplandes, östlich derer die Fließgewässer hier mehrheitlich zur Diemel entwässern und in nördliche bis nordöstliche Richtungen abfließen (von Westen nach Osten geordnet, Quellgebiet in Klammern):
- Hoppecke (Langenberg)
- Itter (Langenberg)
- Aarbach (Langenberg)
- Diemel (Inneres Upland)
- Rhene (Quelle am Vorderupländer Rücken, jedoch außerhalb des historischen Uplandes)
Durch den Vorupländer Rücken verläuft in Westsüdwest-Ostnordost-Richtung die weserinterne Wasserscheide zwischen Diemel und Eder, südlich derer die Neerdar im Inneren Upland entspringt, deren Oberlauf den Südosten des historischen Uplandes durchfließt.
Ortschaften
Die Ortschaften des Uplands sind Willingen und seine Ortsteile Usseln, Schwalefeld, Rattlar, Eimelrod, Bömighausen, Hemmighausen, Neerdar und Welleringhausen.
Geschichte
Jäger und Sammler sind bereits um 7000 v. Chr. durch das Upland gezogen, das beweist der Fund eines Faustkeils bei Usseln. Die Dörfer und Ansiedlungen im Upland sind wahrscheinlich um 1000 n. Chr. entstanden. Erste urkundliche Erwähnungen gibt es für die Gemeinden Willingen (1380), Schwalefeld (1333), Usseln (1338) und Rattlar (1168). Im 15. und 16. Jahrhundert wechselte die Herrschaft von der Grafschaft Padberg zu den Grafen von Waldeck.<ref name="Geschi" />
Freizeit und Tourismus
Bekannt ist das Upland auch durch die internationalen Skispringen an der Mühlenkopfschanze beim Willinger Ortsteil Stryck. Aber auch bei Breitensportlern ist das Upland beliebt. Verbreitet sind Skilanglauf und das Skiwandern. Die Loipen werden auf speziellen Routen maschinell gespurt, um so Lebensräume wild lebender Tiere und selten gewordener Pflanzen zu schützen.<ref name="HKuHS" /> Im Jahr 2007 wurde das alpine Skiangebot durch Errichtung einer Beschneiungsanlage deutlich aufgewertet. Es stehen 19 Liftanlagen in Willingen, Usseln und Schwalefeld zur Verfügung, darunter eine 2007 errichtete hochmoderne Umlaufseilbahn am Ettelsberg. Im Upland stehen etwa 10.000 Gästebetten zur Verfügung. Pro Jahr werden über 1,2 Millionen Gästeübernachtungen gezählt. Das Upland zählt damit zu den führenden Fremdenverkehrsregionen in Deutschland.
Verkehr
Die meisten Orte des Uplandes sind per Eisenbahn erreichbar: Die Uplandbahn stellt Verbindungen untereinander sowie in Richtung Korbach und Brilon her.
Einzelnachweise
<references> <ref name="UaHE">Die Naturräume Hessens und ihre Haupteinheiten – u. a. Hochsauerland (Rothaargebirge), auf atlas.umwelt.hessen.de</ref> <ref name="Geschi">Geschichte – Die Ursprünge der Uplanddörfer, auf willingen.de</ref> <ref name="HKuHS">Bildband Der Naturpark Diemelsee – Lebensbild einer Erholungslandschaft – Willingen, Diemelsee, Korbach, Marsberg, Brilon von Horst König und Helmut Schiefner, Wilhelm Bing, Korbach, 1990, ISBN 3870770635</ref> </references>
Weblinks
- Karte und Luftbild des Uplandes mit allen wichtigen Erhebungen / Placemarks