Willi Schwabe
Willi Schwabe (* 21. März 1915 in Berlin; † 12. Juli 1991 ebenda) war ein deutscher Schauspieler, Sänger und Moderator.
Inhaltsverzeichnis
Leben
Willi Schwabe wurde als Sohn von Opernsängern geboren. Nach einer Ausbildung zum Bühnenbildner an der Kunstgewerbeschule in Berlin nahm Willi Schwabe von 1934 bis 1936 privaten Schauspielunterricht in Berlin und agierte an verschiedenen Wanderbühnen. Danach trat er in kleinen Rollen am Deutschen Theater in Berlin auf. Nachdem er aus englischer Kriegsgefangenschaft zurückkehrte, wurde er am Schlosspark Theater in Steglitz engagiert, anschließend an der Bühne der Jugend. Ab 1949 wirkte er am Berliner Ensemble, wo er vor allem in Werken von Brecht auftrat.
Besondere Popularität erlangte er durch die Fernsehsendung Willi Schwabes Rumpelkammer, die er von 1955 bis 1990 fast 400 Mal im DDR-Fernsehen moderierte. Darin führte er unterhaltsam mit Ausschnitten, Requisiten und Sequenzen durch die deutsche Filmgeschichte. Nach seiner Erkrankung wurde die Rumpelkammer noch einige Male von Friedrich Schoenfelder weiter geführt, bevor sie im Zuge der Abwicklung des Deutschen Fernsehfunks (DFF) eingestellt wurde.
Willi Schwabe war mit der Schauspielerin Dorothea Thiesing (1909–1990) verheiratet.
1972 wurde er mit dem Kunstpreis der DDR ausgezeichnet.<ref>Träger der Kunstpreises der DDR 1972, In: Neues Deutschland, 7. Juni 1972, S. 6</ref> In Berlin-Adlershof gibt es seit 2002 eine Willi-Schwabe-Straße.
Schaffen (Auswahl)
Theater
- Brecht: Mutter Courage und ihre Kinder (Werber)
- Brecht: Die Mutter (Kommissar)
- Brecht: Arturo Ui (Sheet)
- Brecht: Die Tage der Commune (Jules Favre)
- Brecht: Herr Puntila und sein Knecht Matti (Probst)
- Brecht: Der kaukasische Kreidekreis (Bauer Surab, 1. Anwalt)
- Brecht: Mahagonny (Entertainer)
- Zuckmayer: Der Hauptmann von Köpenick (Prokurist)
Filmografie
- 1948: Und wieder 48
- 1953: Die Geschichte vom kleinen Muck
- 1953: Die Unbesiegbaren
- 1954: Kein Hüsung
- 1954: Leuchtfeuer
- 1956: Thomas Müntzer – Ein Film deutscher Geschichte
- 1957: Lissy
- 1957: Katzgraben (Theateraufzeichnung)
- 1958: Die Mutter (Theateraufzeichnung)
- 1959: Die Premiere fällt aus
- 1959: Kabale und Liebe
- 1961: Mutter Courage und ihre Kinder
- 1962: Auf der Sonnenseite
- 1962: Revue um Mitternacht
- 1964: Die Hochzeit von Länneken
- 1964: Viel Lärm um nichts
- 1965: Chronik eines Mordes
- 1965: Die antike Münze
- 1967: Ein Lord am Alexanderplatz
- 1972: Der Mann, der nach der Oma kam
- 1989: Zwei schräge Vögel
Fernsehen
- Willi Schwabes Rumpelkammer
- 1970: Junge Frau von 1914 (Fernsehfilm)
- 1971: Optimistische Tragödie (TV)
- Der Misanthrop
- Arzt am Scheideweg
- Der Prozeß der Mary Dugan
- Das Glas Wasser
Hörspiele
- 1958: Henrik Ibsen: Stützen der Gesellschaft (Hilmar Tönnesen) – Regie: Erich-Alexander Winds (Hörspiel – Rundfunk der DDR)
- 1966: Bertolt Brecht: Das Verhör des Lukullus (Koch) – Regie: Kurt Veth (Rundfunk der DDR)
- 1969: Fritz Selbmann: Ein weiter Weg (Dr. Fließ) – Regie: Fritz-Ernst Fechner (Hörspiel (8 Teile) – Rundfunk der DDR)
- 1969: Wolfgang Graetz/Joachim Seyppel: Was ist ein Weihbischof? Oder Antworten zur Akte Defregger – Regie: Edgar Kaufmann (Hörspiel – Rundfunk der DDR)
- 1970: Michail Schatrow: Der sechste Juli (Kolegajew) – Regie: Helmut Hellstorff (Rundfunk der DDR)
- 1971: Bertolt Brecht: Die Tage der Commune (Jules Favre) – Regie: Manfred Wekwerth/Joachim Tenschert (Hörspiel – Litera)
Literatur
- Willi Schwabe: Wannst den Text nicht mehr weißt, hörst auf! In: Renate Seydel (Hrsg.): … gelebt für alle Zeiten. Schauspieler über sich und andere. Henschelverlag, Berlin 1978.
- Renate Seydel: Schauspieler. Theater – Film – Fernsehen. Henschelverlag, Berlin 1980.
- Bernd-Rainer Barth: Schwabe, Willi. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Band 2, Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.
Weblinks
- Literatur von und über Willi Schwabe im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Willi Schwabe in der Internet Movie Database (englisch)
- Willi Schwabe bei filmportal.de
Einzelnachweise
<references />
Personendaten | |
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NAME | Schwabe, Willi |
KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schauspieler, Sänger und Moderator |
GEBURTSDATUM | 21. März 1915 |
GEBURTSORT | Berlin |
STERBEDATUM | 12. Juli 1991 |
STERBEORT | Berlin |