Briesen-Kaserne


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Deutschland20px Briesen-Kaserne
200px

Haupteingang (1958 - 1998)

Land Deutschland
Heute Gartenstadt Weiche
Gemeinde Flensburg
Koordinaten: 9,381975|primary dim=10000 globe= name=Briesen-Kaserne region=DE-SH type=landmark
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Erbaut 1958
Besitzer Gartenstadt GmbH & Co KG
Alte Kasernennamen
1958 - 1964 Heereskaserne Flensburg-West Deutschland20px
Ehemals stationierte Einheiten
Jägerbataillon 511
Panzerbataillon 513
Raketenartilleriebataillon 650
75th Artillery Regiment
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Lage der Briesen-Kaserne in Schleswig-Holstein

Die Briesen-Kaserne (heute zumeist: Gartenstadt Weiche) wurde 1956/57 im Flensburger Stadtteil Weiche errichtet und 1958 von den ersten Bundeswehreinheiten bezogen. Parallel dazu waren auch US-Truppen bis 1990 in der Kaserne stationiert. Die Kaserne war von 1964 bis 1997 nach General Kurt von Briesen benannt. Nach der Schließung der Kaserne im Jahr 1997 wurden die Kasernengebäude zu Wohngebäuden umgenutzt und das umliegende Gelände bebaut, womit die „Gartenstadt Weiche“, eine Gartenstadt entstand.

Geschichte

Die Zeit der militärischen Nutzung

Datei:Gartenstadt weiche eg.JPG
Haupteingang der Briesenkaserne beziehungsweise der Gartenstadt Weiche (2009)

Bereits im 19. Jahrhundert war der Truppenübungsplatz der Kaserne als Exerzierplatz der preußischen Armee bekannt. Größtenteils war der Platz aber durch den Jägerslusthof landwirtschaftlich genutzt worden, den die jüdische Familie Wolff ab zirka 1907 besaß. Als sich die Lage der Juden in Deutschland der 1930er Jahre zuspitzte, wandelte Christian Wolff den Hof zu einem Kibbuz um. Viele spätere Pioniere des heutigen Israels machten dort eine landwirtschaftliche Ausbildung. In der Pogromnacht des 9. Novembers 1938 überfielen SS und Polizeieinheiten unter dem Befehl von Hinrich Möller den Hof. Christian Wolff wurde die Flucht nach Dänemark ermöglicht, von wo er in die USA emigrierte. Seine Frau und Kinder wurden in ein Konzentrationslager nach Lettland verschleppt und dort ermordet. Nach 1938 wurde das Gelände durch die Wehrmacht militärisch für die Luftwaffe genutzt und durch den Reichsarbeitsdienst ausgebaut. Nach dem Krieg wurden dort Flüchtlinge untergebracht. Die Reichsarbeitsdienst-Gebäude wurden ab 1956 als Grundlage zum Bau der Kaserne genutzt, von denen einige für die Standortverwaltung und Versorgungszwecke bis 1999 erhalten blieben. Das Gebiet des Jägerslusthofes bis Ellund (mit Ausnahme des Flugplatzes) war bis 1999 der Truppenübungsplatz der Briesen-Kaserne. Nach Ende des Kalten Kriegs fiel die Kaserne in die Gruppe der zu schließenden Kasernen. Am 6. September 1996 wurde dieser Umstand mit einem Tag der offenen Tür nochmals gefeiert und 1997 verließen die letzten Einheiten die Kaserne.

Umwandlung der Kaserne zur Gartenstadt Weiche

Datei:Jägerslust denkmal weiche.JPG
Erinnerungstafel im heutigen Stiftungsland Schäferhaus an das Gut Jägerslust (2009)

Ab 1999 wurde das Gelände in eine Gartenstadt umgewandelt. Das Gartenstadt-Konzept hatte ab 1919 schon im Flensburger Stadtbezirk Friedheim seinen Niederschlag gefunden. Einige alte Kasernengebäude aus den 1950ern wurden zu Reihenhäusern umgebaut. Der Truppenübungsplatz selbst wurde zum Stiftungsland Schäferhaus, das der Bunde Wischen betreut. Dort werden u.a. Galloway-Rinder gezüchtet. Der nördliche Teil gehört zur Gemeinde Harrislee. Dort sind Informationstafeln aufgestellt, die sich mit der Eiszeit oder dem Ochsenweg genauer beschäftigen. An Stelle des von der Familie Wolff bewohnten Guts Jägerslust, wurden vor der Erinnerungstafel drei Stolpersteine verlegt, die an die drei weiblichen Familienmitglieder erinnern. Der Pfad aus der Gartenstadt (die frühere Zugangsweg über den Übungsplatz) zum Gutsgelände heißt heute Käte-Wolff-Weg. Weitere Teile des südlichen Geländes wurden zudem großflächig neu bebaut.

Ehemals stationierte Truppenteile

Datei:West German Bundeswehr 1960.jpg
Einer der ersten Panzer in der Briesenkaserne, der M47
Datei:MGM-52 Lance 02.jpg
Das Waffensystem Lance des Raketenartillerie-Bataillons 650 ab 1976

Stationiert waren in der Anlage bis 1997 folgende Truppenteile

  • 22px Panzergrenadierbrigade 16 (H)
  • 22px Fernmeldeausbildungskompanie 601 (H)
    • 22px Grenadierbataillon 16 (H)
    • 22px Panzergrenadierbataillon 163 (H)
  • 22px Raketenartilleriebataillon 650 (H) (1973 - 1993)
    • 22px Nachschubkompanie Sonderwaffen 611 (H)
  • 22px Instandsetzungsbataillon 610
  • 22px Heimatschutzkommando 13/Heimatschutzbrigade 51 (H)
    • 22px Jägerbataillon 381 (H) (bis 1981) nachmalig
    • 22px Jägerbataillon 511 (H) (1981 - 1997)
    • 22px Panzerbataillon 513 (H)
    • 22px Panzerbataillon 514 (H)
      • 1./ Panzerbataillon 514 TE 035 (H)
      • 2./ Panzerbataillon 514 (H)
    • 20px Jägerregiment 71 vormals HSchRgt 71 1992(?) bis 1996/97(?)
      • 20px Jägerbataillon 612 (na) HSchBrig 61, WBK I
  • 22px Flugabwehrraketenbataillon 39 (L)
    • Stab/Flugabwehrraketenbataillon 39 (L)
      • 2./Flugabwehrraketenbataillon 39 (L)
      • 3./Flugabwehrraketenbataillon 39 (L)
      • Vers./Flugabwehrraketenbataillon 39 (L)
  • 22px Zahnarztgruppe 101/1
  • 22px Fernmeldekompanie Wehrbereich (2./Führungsunterstützungsregiment 10)
  • Sicherungsbataillon 610 (na) 1981?-1993?
  • 75th Artillery Regiment (USA)
    • 99th Ordnance Detachment (USA)
    • 294th US Army Artillery Group (USA)

Sonstiges

Im November 2006 legte die Modellfirma Revell das M47 Patton Kampfpanzer Modell aus den 1970ern wieder auf. In dieser Version waren Abziehbilder für eine Bundeswehr Version enthalten, mit der eines der Fahrzeuge aus der Briesen-Kaserne gebaut werden konnte.

Siehe auch

Quellen

Weblinks

Commons Commons: Briesen-Kaserne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien