Garizim
Garizim | ||||||
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Berg Garizim (Aufnahme von 1900) | ||||||
Höhe | 881 m | |||||
Lage | Palästinensische Autonomiegebiete | |||||
Koordinaten | 35,272777777778|primary | dim=5000 | globe= | name= | region=PS | type=mountain
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Gestein | Kalk |
hebr. גריזים, gr. Γαριζ(ε)ιν, arabisch جبل جرزيم Dschabal Dscharizīm), ist ein 881 m hoher Berg aus Nummulitenkalk in Palästina, an dessen Nordfuß Nablus (das biblische Sichem) liegt.
Der Garizim, auch Gerizzim, Garizin (Der Garizim ist ein kahles, breites, sich sanft gegen Süden abdachendes Plateau; sein Abfall gegen die Stadt dagegen ist schroff und steil.
Die Samaritaner lokalisieren auf der Höhe des Berges den Altar, der nach Dtn 27,4 EU und Jos 8,30 EU von Josua im Auftrag des Mose gebaut worden sei. Hier stand der Tempel der Samariter, der im 4. Jh. v. Chr gebaut und um 129 v. Chr. durch den Hasmonäer-König Johannes Hyrkanos I. (135 – 104 v. Chr.) zerstört wurde. Bei Grabungen seit 1964 wurde die Tempelanlage auf 881 m freigelegt. Münzfunde aus Nablus (antik Neapolis) belegen das Aussehen der Anlage.
Unter Kaiser Hadrian wurde auf dem Berg ein Zeus-Tempel errichtet; unter Kaiser Zenon entstand 484 n. Chr. eine oktogonale christliche Kirche.
Der Garizim ist der Berg, der im Johannesevangelium (Joh 4,20 EU) als Ort der JHWH-Anbetung durch die Samaritaner erwähnt wird; für die Samaritaner hat er diese Bedeutung bis heute.
Literatur
- Immanuel Benzinger: Garizin. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band VII,1, Stuttgart 1910, Sp. 766 f.
- Alan David Crown (Hrsg.): The Samaritans; Tübingen 1989. ISBN 3-16-145237-2
- Joachim Hahn: Garizim und Ebal. In: TRE 12, Berlin 1984, S. 28–29. (mit weiterführenden Literaturangaben)
- Yishaq Magen, Haggai Misgav, Levana Tsfania: Mount Gerizim Excavations. Jerusalem 2004 ff.
- Band 1: The Aramaic, Hebrew and Samaritan Inscriptions. Judea & Samaria Publications 2; Jerusalem 2004; ISBN 965-406-160-0
- Band 2: A temple city. Judea & Samaria Publications 8; Jerusalem 2008; ISBN 978-965-406-207-7
- Benedikt Schwank: Garizim. In: LThK3 4, Freiburg 1995, Sp. 294. (mit weiterführenden Literaturangaben)
Weblinks
- Hans Volker Kieweler: Garizim. In: Michaela Bauks, Klaus Koenen, Stefan Alkier (Hrsg.): Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (WiBiLex), Stuttgart 2006 ff.