Grafenhausen
Wappen | Deutschlandkarte | ||||||
---|---|---|---|---|---|---|---|
Wappen der Gemeinde Grafenhausen |
|
dim= | globe= | name= | region=DE-BW | type=city
}} | |
Basisdaten | |||||||
Bundesland: | Baden-Württemberg | ||||||
Regierungsbezirk: | Freiburg | ||||||
Landkreis: | Waldshut | ||||||
Höhe: | 868 m ü. NHN | ||||||
Fläche: | 48,55 km² | ||||||
Einwohner: | 2222 (31. Dez. 2014)<ref name="Metadaten Einwohnerzahl DE-BW">Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).</ref> | ||||||
Bevölkerungsdichte: | 46 Einwohner je km² | ||||||
Postleitzahl: | 79865 | ||||||
Vorwahl: | 07748 | ||||||
Kfz-Kennzeichen: | WT | ||||||
Gemeindeschlüssel: | 08 3 37 039 | ||||||
Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Rathausplatz 1 79865 Grafenhausen | ||||||
Webpräsenz: | |||||||
Bürgermeister: | Christian Behringer | ||||||
Lage der Gemeinde Grafenhausen im Landkreis Waldshut | |||||||
<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden |
Grafenhausen ist eine Gemeinde im Landkreis Waldshut in Baden-Württemberg und staatlich anerkannter Luftkurort.
Inhaltsverzeichnis
Geografie
Geografische Lage
Grafenhausen liegt auf einem Hochplateau des südlichen Hochschwarzwald südlich des Schluchsees zwischen 800 und 1100 Meter Höhe. Etwa 62 % des Gemeindegebietes sind bewaldet.
Nachbargemeinden
Grafenhausen grenzt im Norden und Westen an die Gemeinde Schluchsee im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, im Osten an die Stadt Bonndorf im Schwarzwald und im Süden an Ühlingen-Birkendorf.
Gemeindegliederung
Zur Gemeinde Grafenhausen in den Grenzen von vor der Gemeindereform der 1970er Jahre gehörten die Dörfer Grafenhausen, Geroldshofstetten und Rippoldsried, die Weiler Amertsfeld, Balzhausen, Dürrenbühl, Ebersbach, Rötenberg und Schaffhauser Säge, die Zinken Brünlisbach, Rothaus mit dem Hüsli und Signau, die Höfe Schlüchtseehof vorm. Bleiche und Tannenmühle und die Häuser Holzhäusle und Schlüchtmühle. Zur ehemaligen Gemeinde Mettenberg gehörten die Dörfer Mettenberg, Buggenried und Seewangen und die Häuser Kaßlett. Zur ehemaligen Gemeinde Staufen gehörten das Dorf Staufen, der Weiler Bulgenbach und die Häuser Heidenmühle und Klausenmühle.
In der damaligen Gemeinde Grafenhausen lagen die Wüstungen Glashütte, Hettistal, Lanzenfurt, Lantzenhoven und Scheuerhof. Im Gebiet der Gemeinde Staufen lag die Wüstung Bürgle.<ref>Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 1004–1007</ref>
Geschichte
- Wappen der ehemaligen Gemeinden
- Wappen Mettenberg.png
Mettenberg
- Wappen Staufen.png
Staufen
Die Siedlung Grafenhausen wurde im Jahre 1078 von den Grafen von Nellenburg gegründet. Um 1082 wurde vom Kloster Allerheiligen in Schaffhausen eine Klosterzelle in Grafenhausen errichtet. 1285 gelangte der Ort in den Besitz des Klosters und erhielt das Stadtrecht. Da Grafenhausen Gerichtssitz war, wurde das Haus des rechtsprechenden Grafen vermutlich zum Namensgeber des Ortes, der so erstmals 1095 bezeichnet wurde. An die Vergangenheit als Gerichtsplatz erinnert noch heute die Justitia im Wappen der Stadt.<ref name="fides">kath-schluechttal.de: St. Fides, Grafenhausen - Geschichte. Abgerufen am 21. Juli 2012</ref>
Nach der Reformation gelangte Grafenhausen in den Besitz der Stadt Schaffhausen. Durch einen Landtausch gegen die Ortschaften Schleitheim und Beggingen kam das Dorf 1530 zusammen mit Birkendorf an die Landgrafschaft Stühlingen.<ref>grafenhausen.de: Geschichte. Abgerufen am 21. Juli 2012</ref> Beim Landtausch blieben etwa 360 ha Wald auf Grafenhausener Gemarkung im Besitz von Schaffhausen. So ist es bis heute; der Wald wird durch einen vom Kanton Schaffhausen besoldeten Förster bewirtschaftet.
Nach weiteren Besitzerwechseln ging Grafenhausen im Jahre 1609 an die Reichsherrschaft Bonndorf des Klosters St. Blasien und mit ihr im Zuge der Säkularisation an die Herrschaft Heitersheim, die vom Großpriorats des Malteserordens regiert wurde.
Im Jahre 1791 gründete Martin Gerbert, der Fürstabt von St. Blasien, die Brauerei in Rothaus. 1806 kam Grafenhausen nach einjähriger Zugehörigkeit zum Königreich Württemberg über die Rheinbundakte zum neu geschaffenen Großherzogtum Baden.<ref name="fides" /> 1934 wurden die bis dahin selbständigen Orte Geroldshofstetten, Rippoldsried und Rötenberg eingemeindet, im Rahmen der baden-württembergischen Gebietsreform wurden zudem am 1. Mai 1972 Mettenberg und am 1. April 1974 Staufen eingemeindet.
Politik
Grafenhausen gehört dem Gemeindeverwaltungsverband „Oberes Schlüchttal“ mit Sitz in Ühlingen-Birkendorf an.
Gemeinderat
In Grafenhausen führte die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 zu folgendem amtlichen Endergebnis. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.
Parteien und Wählergemeinschaften | % 2014 |
Sitze 2014 |
% 2009 |
Sitze 2009 |
||
CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 49,1 | 6 | 47,3 | 6 | |
FW | Freie Wähler Grafenhausen | 38,4 | 5 | 40,6 | 5 | |
SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 12,5 | 1 | 12,1 | 1 | |
gesamt | 100,0 | 12 | 100,0 | 12 | ||
Wahlbeteiligung | 64,8 % | 64,1 % |
Partnerschaften
Grafenhausen unterhält seit 1973 partnerschaftliche Beziehungen zu Combrit-Sainte Marine in der Bretagne in Frankreich. Am 21. Mai 2004 wurde zudem eine Freundschaftsurkunde zwischen der Gemeinde Grafenhausen und der Gemeinde Dörnthal im Freistaat Sachsen unterzeichnet.
Sehenswürdigkeiten
Im Heimatmuseum Hüsli zwischen Grafenhausen und dem Ortsteil Rothaus werden verschiedene Alltagsgegenstände des Lebens im Schwarzwald gezeigt. Hier wurden auch Außenaufnahmen für die Fernsehserie "Schwarzwaldklinik" gedreht.
Ebenfalls in direkter Nähe befindet sich der 1,7 Kilometer lange Rundweg des Schlühüwana-Parks (Schüchtsee-Hüsli-Wald-Naturpark), welcher ausgehend vom Heimatmuseum Hüsli zum Schlüchtsee führt und zahlreiche Wurzelfiguren enthält. Die Figuren wurden aus den umgefallenen Baumstümpfen und herausragenden Wurzeln nach dem Orkan Lothar geschaffen.<ref>hochschwarzwald.de: Schlühüwanapark. Abgerufen am 21. Juli 2012</ref>
In der Ortsmitte Grafenhausens wurde der Skulpturenpark eingerichtet, welcher Schauplatz des Künstlersymposiums ist, das in einem Turnus von drei Jahren stattfindet und internationale Beteiligung erfährt. Das Haus des Gastes wurde 1987 eingeweiht und beinhaltet neben der Tourist-Information die Schwarzwaldhalle (Mehrzweckhalle für Sport und Veranstaltungen) und das Hallenbad Blubb mit Saunabereich. Das Hallenbad verfügt über einen Hubboden, weshalb es während der Öffnungszeiten unterschiedliche Wassertiefen gibt. Bis zum Juni 2014[veraltet] soll unter dem Arbeitstitel Schwarzwaldhaus der Sinne ein Mitmachmuseum entstehen.<ref>Wilfried Dieckmann: Grafenhausen: Schwarzwaldhaus der Sinne, Badische Zeitung, 24. Dezember 2013, abgerufen am 25. Januar 2014</ref>
In einer Drei-Täler-Ecke im Schlüchttal befindet sich die Tannenmühle mit nachgebauten Mühlenmuseum, Streichelzoo und einer Spielanlage für Kinder.
Zu den Naturdenkmälern in Grafenhausen zählen zahlreiche alte Bäume, welche über die komplette Gemarkung Grafenhausen verstreut sind. Darunter befindet sich die Danieltanne, welche ungefähr 400 Jahre alt sein soll und mit fünf Metern Stammumfang als dickste Tanne des Süd-Schwarzwaldes gilt.<ref>wald2011.de: Danieltanne ist die dickste Tanne im Schwarzwald. 28. April 2011, abgerufen am 21. Juli 2012</ref> Sie steht im Naturschutzgebiet Schlüchtsee. Alljährlich gehen die Kinder des Grafenhausener Kindergartens zu dieser Tanne, um sie zu "vermessen".
Zu den regelmäßigen Veranstaltungen in Grafenhausen zählt das inzwischen über die Ortsgrenzen hinaus bekannte Heavy Xmas Festival, welches meist eine Woche vor Weihnachten stattfindet. Zu den auftretenden Bandes gehörten in der Vergangenheit Korpiklaani, Powerwolf, Haggard, Eluveitie, Knorkator, Die Apokalyptischen Reiter, Emil Bulls, Disillusion, Van Canto, The Ocean und Superbutt.
Wirtschaft
Der Fremdenverkehr ist die Haupteinnahmequelle der örtlichen Wirtschaft. Nach eigenen Angaben verbucht die Gemeinde mit ihren 2040 Gästebetten jährlich ungefähr 145.000 Übernachtungen. Größter der 136 Gewerbebetriebe in der Gemeinde ist die Badische Staatsbrauerei Rothaus.<ref>Grafenhausen: Ortsinfo, grafenhausen.de, abgerufen am 26. Mai 2013</ref>
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde
- Hans Müller von Bulgenbach (* im 15. Jahrhundert; † 12. August 1525), geboren in Bulgenbach, Bauernführer im Deutschen Bauernkrieg
- Johann Anton Morath (1718–1783), geboren in Staufen, Barockmaler
- Johann Baptist Nüßle (1744–1811), Hafnermeister
- Anton Rasina (1843–1923), badischer Oberamtmann
- Friedrich Schlatter (1878–1927), Prälat, Schriftleiter, Generalsekretär des Bonifatiusvereins
- Edwin Grüninger (1882–1963), geboren in Mettenberg, badischer Verwaltungsjurist, Landrat des Landkreises Bühl
- Gabriele Schmidt (* 1956), Politikerin (CDU)
- Heinz Jaeger (* 1924), Ehrenpräsident des Bundes Deutscher Philatelisten
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
Albbruck | Bad Säckingen | Bernau im Schwarzwald | Bonndorf im Schwarzwald | Dachsberg (Südschwarzwald) | Dettighofen | Dogern | Eggingen | Görwihl | Grafenhausen | Häusern | Herrischried | Höchenschwand | Hohentengen am Hochrhein | Ibach | Jestetten | Klettgau | Küssaberg | Lauchringen | Laufenburg (Baden) | Lottstetten | Murg | Rickenbach | St. Blasien | Stühlingen | Todtmoos | Ühlingen-Birkendorf | Waldshut-Tiengen | Wehr | Weilheim | Wutach | Wutöschingen