Ivorische Fußballnationalmannschaft


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25px Dieser Artikel befasst sich mit der ivorischen Fußballnationalmannschaft der Männer, das Team der Frauen ist unter ivorische Fußballnationalmannschaft der Frauen beschrieben.
Elfenbeinküste
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Spitzname(n) Die Elefanten
(Les Éléphants)
Verband Fédération Ivoirienne
de Football
Konföderation CAF
Technischer Sponsor Puma
Trainer FrankreichFrankreich Hervé Renard
Kapitän Yaya Touré
Rekordtorschütze Didier Drogba (65)
Rekordspieler Didier Zokora (121<ref>Gemäß FIFA und RSSSF</ref>, 153<ref>Gemäß FIF</ref>)
Heimstadion Stade Félix Houphouët-Boigny
Stade Robert Champroux
FIFA-Code CIV
FIFA-Rang 19. (950 Punkte)
(Stand: 3. Dezember 2015)<ref>Die FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste. In: fifa.com, Dezember 2015. Abgerufen am 3. Dezember 2015</ref>
Statistik
Erstes Länderspiel
ElfenbeinküsteElfenbeinküste Elfenbeinküste 3:2 Dahomey BeninBenin
(Madagaskar; 13. April 1960)
Höchster Sieg
ElfenbeinküsteElfenbeinküste Elfenbeinküste 11:0 Zentralafrikanische Rep. Zentralafrikanische RepublikZentralafrikanische Republik
(Abidjan, Elfenbeinküste; 27. Dezember 1961)
Höchste Niederlagen
MaliMali Mali 4:0 Elfenbeinküste ElfenbeinküsteElfenbeinküste
(Mali; 4. Februar 1962)
NigeriaNigeria Nigeria 4:0 Elfenbeinküste ElfenbeinküsteElfenbeinküste
(Lagos Nigeria; 10. Juli 1977)
ArgentinienArgentinien Argentinien 4:0 Elfenbeinküste ElfenbeinküsteElfenbeinküste
(Riad Saudi-Arabien; 16. Oktober 1992)
Erfolge bei Turnieren
Weltmeisterschaft
Endrundenteilnahmen 3 (Erste: 2006)
Beste Ergebnisse Vorrunde (2006, 2010, 2014)
Afrikameisterschaft
Endrundenteilnahmen 21 (Erste: 1965)
Beste Ergebnisse Afrikameister 1992 und 2015
(Stand: 8. Februar 2015)

Die ivorische Fußballnationalmannschaft ist die Fußball-Landesauswahl der Elfenbeinküste (Republik Côte d'Ivoire). Die größten Erfolge bei internationalen Turnieren waren der Gewinn der afrikanischen Kontinentalmeisterschaft 1992 und 2015, sowie die Qualifikationen zu den Endrunden der Fußball-Weltmeisterschaften 2006, 2010 und 2014.

Geschichte

Am 13. April 1960 trug die Elfenbeinküste erstmals ein Länderspiel aus. Gegen Dahomey konnte man mit 3:2 zugleich den ersten Sieg feiern. Bis einschließlich 1970 meldete sich das Team nie für die Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft. Erstmals teilnehmen wollte man 1974, verpasste es aber sich zu qualifizieren. Auch in den folgenden sieben WM-Wettbewerben war die Teilnahme nicht zu erreichen. Bereits 1992 nahm der Verband am König-Fahd-Pokal 1992, dem Vorgänger-Cup des Konföderationen-Pokals, teil. Neben der Elfenbeinküste waren drei weitere Nationen im Turnier. Im Halbfinale traf die Mannschaft auf Argentinien und musste sich mit 0:4 geschlagen geben. Drei Tage später, am 19. Oktober 1992, setzte es im Spiel um Platz drei eine erneute Schlappe beim 2:5 gegen die Fußballnationalmannschaft der Vereinigten Staaten. Die beiden Torschützen aus ivorischer Sicht waren Abdoulaye Traoré zum zwischenzeitlichen Ausgleich sowie Donald-Olivier Sié, der auf 2:4 verkürzen konnte. Grund für die damalige Teilnahme war der erstmalige Gewinn der Fußball-Afrikameisterschaft 1992.

Afrikameisterschaft 1992

Nach drei dritten Plätzen 1965, 1968 und 1984 und der insgesamt achten Teilnahme an der Fußball-Afrikameisterschaft konnte das ivorische Team 1992 das Turnier gewinnen. In der Gruppe C der Vorrunde setzte man sich gegen Algerien und die Republik Kongo als Tabellenerster durch. Nach weiteren Siegen im Viertelfinale gegen Sambias Auswahl und den Kickern aus Kamerun zog die Mannschaft ins Finale ein, wo man auf Ghana treffen sollte. Nachdem es nach 90 Minuten und Verlängerung unentschieden (0:0) stand, musste in Dakar das Elfmeterschießen entscheiden. Nachdem beim Stand von 4:3 der Ghanaer Isaac Asare verschoss, konnte Joël Tiéhi alles entscheiden, scheiterte aber auch. Erst bei einem Ergebnis von 11:10 und dem zweiten Elfer von Anthony Baffoe (alle anderen Spieler hatten schon geschossen), vergab dieser und machte somit die Elfenbeinküste zum Sieger.<ref>Elfenbeinküste – Ghana 11:10 n. E. auf weltfussball.de</ref>

Weltmeisterschaft 2006

In der Afrika-Gruppe 3 kämpfte die Elfenbeinküste zwischen Juni 2004 und Oktober 2005 um die Fußball-Weltmeisterschaft 2006/Qualifikation zur WM 2006. Mit Ägypten und Kamerun waren zwei Favoriten in der gleichen Gruppe. Mit sieben Siegen und einem Unentschieden in zehn Spielen erspielte sich das Team 22 Punkte und hatte damit einen mehr als Kamerun. Diesen Erfolg machte man erst am letzten Spieltag fix, als zur selben Zeit die kamerunische Auswahl nicht über ein 1:1 gegen Ägypten hinaus kam und somit die Spitzenposition verlor.

In ihrem ersten WM-Spiel verlor die Mannschaft mit 1:2 gegen Argentinien. Das erste Tor für die Elfenbeinküste, den Anschlusstreffer zum 1:2, schoss Didier Drogba. Das zweite Spiel verlor sie ebenfalls 1:2 gegen die Niederlande (Torschütze: Bakari Koné). Somit schieden die Ivorer bei ihrer ersten WM-Teilnahme gegen ebenfalls starke Gegner knapp, nach der Vorrunde aus. Im dritten Vorrundenspiel trafen sie in München auf die bereits ebenfalls zuvor ausgeschiedene Auswahl von Serbien & Montenegro und waren damit deren letzter Gegner. Dieses Spiel gewannen sie, nach einem 0:2-Rückstand mit 3:2, nach 2 Elfmetern und einem Tor in der Nachspielzeit der zweiten Halbzeit.

Afrikameisterschaft 2010

Bei der Afrikameisterschaft 2010 startete die Elfenbeinküste mit einem 0:0 gegen das schwächer eingestufte Burkina Faso, konnte sich dann aber im zweiten Gruppenspiel gegen Ghana steigern und mit 3:1 den Einzug ins Viertelfinale perfekt machen. Das letzte Gruppenspiel gegen Togo fiel aus, da sich die Mannschaft von Togo nach einem Attentat auf den Mannschaftsbus vom Turnier zurückgezogen hatte. Im Viertelfinale gegen Algerien ging die Mannschaft früh in Führung, musste aber in der 40. Minute den Ausgleich hinnehmen. Als in der 89. Minute die erneute Führung gelang, schien der Halbfinaleinzug sicher, aber in der Nachspielzeit gelang den Nordafrikanern noch der Ausgleich, der die Verlängerung bedeutete. In dieser ging Algerien früh in Führung und konnte diese bis zum Schluss verteidigen. Das Ausscheiden bedeutete ein Abrutschen von sechs Plätzen in der FIFA-Weltrangliste.

Afrikameisterschaft 2012

Bei der Afrikameisterschaft 2012 erreichte die Elfenbeinküste mit fünf Siegen und ohne Gegentor das Finale gegen Sambia. Auch dort musste die Mannschaft kein Gegentor hinnehmen, konnte aber in 120 Minuten auch kein Tor erzielen, so dass das Elfmeterschießen entscheiden musste. Dieses verlor die Elfenbeinküste mit 7:8.

Kader der Afrikameisterschaft 2015

Nr. Name Verein vor Turnierbeginn
Torhüter
1 Boubacar Barry BelgienBelgien Sporting Lokeren
16 Sylvain Gbohouo ElfenbeinküsteElfenbeinküste Séwé Sport
23 Sayouba Mandé NorwegenNorwegen Stabæk Fotball
Abwehr
2 Ousmane Viera TurkeiTürkei Çaykur Rizespor
4 Kolo Touré EnglandEngland FC Liverpool
5 Siaka Tiéné FrankreichFrankreich HSC Montpellier
13 Jean-Daniel Akpa-Akpro FrankreichFrankreich FC Toulouse
17 Serge Aurier FrankreichFrankreich Paris Saint-Germain
21 Eric Bailly SpanienSpanien FC Villarreal
22 Wilfried Kanon NiederlandeNiederlande ADO Den Haag
Mittelfeld
3 Roger Assalé Kongo Demokratische RepublikDemokratische Republik Kongo TP Mazembe
6 Cheick Doukouré FrankreichFrankreich FC Metz
9 Cheik Tioté EnglandEngland Newcastle United
14 Ismaël Diomandé FrankreichFrankreich AS Saint-Étienne
15 Max Gradel FrankreichFrankreich AS Saint-Étienne
19 Yaya Touré EnglandEngland Manchester City
20 Serey Die DeutschlandDeutschland VfB Stuttgart
Angriff
7 Seydou Doumbia ItalienItalien AS Rom
8 Salomon Kalou DeutschlandDeutschland Hertha BSC
10 Gervinho ItalienItalien AS Rom
11 Junior Tallo FrankreichFrankreich SC Bastia
12 Wilfried Bony EnglandEngland Manchester City
18 Lacina Traoré FrankreichFrankreich AS Monaco

Bekannte ehemalige Spieler

Trainer der ivorischen Nationalmannschaft

(unvollständig)

Teilnahmen an großen Turnieren

Teilnahme an Fußball-Weltmeisterschaften

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner Ergebnis<ref>Die Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: All-time FIFA World Cup Ranking 1930-2010 (PDF; 200 kB)</ref> Trainer Bemerkungen und Besonderheiten
1962 Chile nicht teilgenommen
1966 England nicht teilgenommen
1970 Mexiko nicht teilgenommen
1974 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 3. Runde an Marokko gescheitert, das sich aber ebenfalls nicht qualifizieren konnte.
1978 Argentinien nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 3. Runde an Nigeria gescheitert, das sich aber ebenfalls nicht qualifizieren konnte.
1982 Spanien nicht teilgenommen
1986 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation im Viertelfinale an Ghana gescheitert, das sich aber ebenfalls nicht qualifizieren konnte.
1990 Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 2. Runde an Algerien gescheitert, das sich aber ebenfalls nicht qualifizieren konnte.
1994 USA nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 2. Runde erneut an Nigeria gescheitert.
1998 Frankreich nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 1. Runde erneut an der Republik Kongo gescheitert, die sich aber ebenfalls nicht qualifizieren konnte.
2002 Südkorea/Japan nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 2. Runde an Tunesien gescheitert.
2006 Deutschland Vorrunde Argentinien, Niederlande, Serbien und Montenegro 19. Henri Michel Nach Niederlagen gegen Argentinien und die Niederlande und einem Sieg gegen Serbien und Montenegro als Gruppendritter ausgeschieden.
2010 Südafrika Vorrunde Portugal, Brasilien, Nordkorea 17. Eriksson, Sven-Göran Sven-Göran Eriksson Nach Remis gegen Portugal, Niederlage gegen Brasilien und Sieg gegen Nordkorea als Gruppendritter ausgeschieden.
2014 Brasilien Vorrunde Japan, Kolumbien, Griechenland Sabri Lamouchi Vorrundenaus durch ein Elfmetertor in der Nachspielzeit.
2018 Russland In der zweiten Qualifikationsrunde durch zwei Siege gegen Liberia erfolgreich und die dritte Runde erreicht.
2022 Katar

Teilnahmen an der Afrikameisterschaft

1962 bis 1963 nicht teilgenommen
1965 in Tunesien 3. Platz
1968 in Äthiopien 3. Platz
1970 im Sudan 4. Platz
1972 in Kamerun nicht qualifiziert
1974 in Ägypten Vorrunde
1976 in Äthiopien nicht qualifiziert
1978 in Ghana disqualifiziert
1980 in Nigeria Vorrunde
1982 in Libyen nicht qualifiziert
1984 in Elfenbeinküste Vorrunde
1986 in Ägypten 3. Platz
1988 in Marokko Vorrunde
1990 in Algerien Vorrunde
1992 im Senegal Afrikameister
1994 in Tunesien 3. Platz
1996 in Südafrika Vorrunde
1998 in Burkina Faso Viertelfinale
2000 in Ghana und Nigeria Vorrunde
2002 in Mali Vorrunde
2004 in Tunesien nicht qualifiziert
2006 in Ägypten 2. Platz
2008 in Ghana 4. Platz
2010 in Angola Viertelfinale
2012 in Gabun und Äquatorialguinea 2. Platz
2013 in Südafrika Viertelfinale
2015 in Äquatorialguinea Afrikameister
2017
2019 in Kamerun
2021 in der Elfenbeinküste Als Veranstalter qualifiziert
2023 in Guinea

Afrikanische Nationenmeisterschaft

  • 2009: Vorrunde (Gastgeber)
  • 2011: Vorrunde
  • 2014: nicht qualifiziert

Spiele gegen deutschsprachige Mannschaften

Datum Ort Heimmannschaft Resultat Gastmannschaft
1. 02.12.1983 Abidjan ElfenbeinküsteElfenbeinküste Elfenbeinküste 2:0 SchweizSchweiz Schweiz
2. 27.05.2006 Basel SchweizSchweiz Schweiz 1:1 ElfenbeinküsteElfenbeinküste Elfenbeinküste
3. 17.10.2007 Innsbruck OsterreichÖsterreich Österreich 3:2 ElfenbeinküsteElfenbeinküste Elfenbeinküste
4. 18.11.2009 Gelsenkirchen DeutschlandDeutschland Deutschland 2:2 ElfenbeinküsteElfenbeinküste Elfenbeinküste
5. 14.11.2012 Linz OsterreichÖsterreich Österreich 0:3 ElfenbeinküsteElfenbeinküste Elfenbeinküste

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

<references />