Ludwig van Beethoven
Ludwig van Beethoven (getauft 17. Dezember 1770 in Bonn, Kurköln; † 26. März 1827 in Wien, Kaisertum Österreich) war ein Komponist der Wiener Klassik. Er hat diese zu ihrer höchsten Entwicklung geführt und der Romantik den Weg bereitet.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Leben
- 1.1 Bonn (1770–1792)
- 1.2 Die erste Wiener Dekade (1792–1802)
- 1.3 Die mittleren Wiener Jahre (etwa 1802 – etwa 1812)
- 1.4 Beziehungen zu Frauen und die „Unsterbliche Geliebte“
- 1.4.1 Johanna von Honrath
- 1.4.2 Maria Anna Wilhelmine von und zu Westerholt-Gysenberg
- 1.4.3 Gräfin Marie von Erdödy
- 1.4.4 Gräfin Josephine Brunsvik
- 1.4.5 Gräfin Giulietta Guicciardi
- 1.4.6 Marie Bigot
- 1.4.7 Elisabeth Röckel
- 1.4.8 Therese von Malfatti
- 1.4.9 Antonie Brentano
- 1.4.10 „Unsterbliche Geliebte“
- 1.5 Krise und letzte Jahre (etwa 1812–1827)
- 2 Der Komponist
- 3 Schüler
- 4 Werke (Auswahl)
- 5 Filme
- 6 Siehe auch
- 7 Biographische Quellen
- 8 Literatur (Auswahl)
- 9 Weblinks
- 10 Einzelnachweise
Leben
Bonn (1770–1792)
Herkunft und Familie
Ludwig van Beethovens väterliche Vorfahren stammten aus Mechelen im flämischen Brabant. Mit seinem Großvater Ludwig van Beethoven (1712–1773) ging erstmals ein Musiker aus der Familie hervor. Dieser wurde 1733 als Basssänger an den Kurfürstlichen Hof nach Bonn berufen, 1761 ernannte ihn der neue Kurfürst Maximilian Friedrich zum kurkölnischen Hofkapellmeister. Dessen Sohn Johann (* 14. November 1740, † 18. Dezember 1792) wurde Tenorsänger an der Hofkapelle und erwarb sich darüber hinaus Ansehen als Musiklehrer.<ref>Alexander Wheelock Thayer, Ludwig van Beethovens Leben. Nach dem Original-Manuskript deutsch bearbeitet von Hermann Deiters. 1. Band, 3. Aufl. (Revision von Hugo Riemann), Leipzig 1917, S. 452.</ref> Am 12. November 1767 heiratete Johann die früh verwitwete Maria Magdalena Leym geb. Keverich (* 19. Dezember 1746). Aus der Ehe gingen sieben Kinder hervor, von denen nur drei das Säuglingsalter überlebten: Ludwig, Kaspar Karl (getauft 8. April 1774) und Nikolaus Johann (getauft 2. Oktober 1776). Die Geburt eines Bruders gleichen Namens Anfang April 1769<ref>Alexander Wheelock Thayer: Ludwig van Beethovens Leben. Bearbeitet von Hermann Deiters und Hugo Riemann. Band 1, Leipzig 1917, S. 121 (online bei zeno.org)</ref> trug später zu Ludwig van Beethovens Verunsicherung über sein tatsächliches Alter bei.
Als zweites Kind wurde Ludwig van Beethoven am 17. Dezember 1770 in der damaligen St.-Remigius-Kirche getauft. Geboren wurde er wahrscheinlich am 16. Dezember in der Wohnung der Familie im Haus Nr. 515 (heute Haus Nr. 20) in der Bonngasse.
Obwohl Beethoven erst drei Jahre alt war, als sein Großvater am 24. Dezember 1773 starb, verklärte er diesen zur Identifikationsfigur der Familie.<ref>Alexander Wheelock Thayer, Ludwig van Beethovens Leben, S. 114. Ludwig van Beethoven, Briefwechsel. Gesamtausgabe, hrsg. von Sieghard Brandenburg, Band 1, München: Henle, 1996, Nr. 65 und Band 5, Nr. 1855.</ref>
Ausbildung und Erziehung
Johann van Beethoven erkannte früh die außerordentliche Begabung seines Sohnes und sorgte für eine solide Musikausbildung, an der auch Kollegen der Hofkapelle mitwirkten: der Hoforganist Gilles van den Eeden, der Sänger Tobias Pfeifer, die Violinisten Franz Georg Rovantini und Franz Ries und andere. Über Johann van Beethovens Unterricht sind gewalttätige Übergriffe auf seinen Sohn überliefert.<ref>Beethoven aus der Sicht seiner Zeitgenossen, hrsg. von Klaus Martin Kopitz und Rainer Cadenbach, München 2009, Nr. 695</ref> Ob diese Berichte regelmäßige oder vereinzelte Vorfälle schildern, ist unklar.
1782 trat der Komponist und Kapellmeister Christian Gottlob Neefe die Nachfolge van den Eedens als Hoforganist an. Neefe erteilte Beethoven zeitweise Klavier- und Kompositionsunterricht und vermittelte die Veröffentlichung erster Klavierkompositionen: der Variationen über einen Marsch von Dressler WoO 63 und der sogenannten Kurfürstensonaten WoO 47. Ob ihm allerdings die herausragende Rolle als Lehrer Beethovens zukommt, die ihm in der Literatur zugeschrieben wurde, ist zweifelhaft.<ref>Jürgen May, Neefe als Teilhaber an Beethovens Ruhm, in: Christian Gottlob Neefe (1748–1798). Eine Eigenständige Künstlerpersönlichkeit. Tagungsbericht Chemnitz 1998, hg. von Helmut Loos, S. 237–253</ref> Im Zusammenhang mit einer Neuorganisation der Hofmusik durch Maximilian Franz, den Nachfolger des verstorbenen Kurfürsten Max Friedrich, kam es 1784 zum Bruch zwischen Beethoven und Neefe.<ref>Jürgen May, Neefe als Teilhaber an Beethovens Ruhm, S. 242f.</ref>
Im Alter von sieben Jahren trat Beethoven zum ersten Mal öffentlich als Pianist auf. 1782 wurde er Stellvertreter Neefes an der Orgel, zwei Jahre später erhielt er eine feste Anstellung als Organist. Darüber hinaus wirkte er als Cembalist und Bratschist in der Hofkapelle.
Beethovens Schulbildung ging über Grundlegendes wie Lesen, Schreiben und Rechnen kaum hinaus. Zusätzlich erhielt er aber zeitweise Privatunterricht in Latein, Französisch und Italienisch.<ref>Knud Breyer, Artikel Fremdsprachenkenntnisse, in: Heinz von Loesch und Claus Raab (Hrsg.): Das Beethoven-Lexikon. Laaber 2008, S. 264.</ref> Geistige Anregung erhielt er darüber hinaus von Freunden aus Bonner Bürgerkreisen, allen voran der Medizinstudent und spätere Arzt Franz Gerhard Wegeler sowie die Familie von Breuning, zu der Beethoven eine geradezu familiäre Beziehung pflegte. Die Freundschaft zu Wegeler und zu Stephan von Breuning dauerte trotz gelegentlicher Krisen lebenslang.
Am Hof des Kurfürsten Maximilian Franz herrschte ein liberales Klima. Aufklärerisches Gedankengut wurde u. a. in den Kreisen des Illuminatenordens, einer den Freimaurern nahestehenden Geheimgesellschaft, gepflegt. Zahlreiche Hofmusiker waren Mitglied der Bonner Loge, Neefe stand ihr vor. Nach dem Verbot der Illuminaten 1785 sammelten sich ihre Bonner Mitglieder in der 1787 gegründeten Lese- und Erholungsgesellschaft. Durch den an der Bonner Universität lehrenden Eulogius Schneider kam Beethoven auch früh mit den Ideen der Französischen Revolution in Berührung.<ref>Sieghard Brandenburg: Beethovens politische Erfahrungen in Bonn. In: Helga Lühning, Sieghard Brandenburg (Hrsg.): Beethoven. Zwischen Revolution und Restauration. Bonn 1989, S. 3–50.</ref>
Studienreise nach Wien
1784 schrieb Neefe über Beethoven, er werde „gewiß ein zweyter Wolfgang Amadeus Mozart werden, wenn er so fortschritte, wie er angefangen“.<ref>Beethoven aus der Sicht seiner Zeitgenossen, hrsg. von Klaus Martin Kopitz und Rainer Cadenbach, München 2009, Nr. 534.</ref> Bei Maximilian Franz, Kurfürst seit 1784 und erklärter Liebhaber der Musik Mozarts, traf diese Einschätzung auf fruchtbaren Boden. Ende Dezember 1786 brach Beethoven zu einer von Max Franz geförderten Reise nach Wien auf, um Kompositionsschüler Mozarts zu werden. Als Beethoven nach etwa dreimonatigem Aufenthalt die Rückreise antrat, unterbrach er diese mehrfach, um in Regensburg, München und Augsburg Station zu machen.<ref>Dieter Haberl, Beethovens erste Reise nach Wien – Die Datierung seiner Schülerreise zu W.A. Mozart, in: Neues Musikwissenschaftliches Jahrbuch 14 (2006), S. 215–255.</ref> Im Mai 1787 kehrte er nach Bonn zurück. Es ist nicht bekannt, ob es überhaupt zu einer Begegnung mit Mozart kam; für einen Unterricht durch das Vorbild fehlt jeder Beleg, und der Kurfürst zeigte sich von den Ergebnissen der Reise entsprechend enttäuscht.<ref>Ludwig van Beethoven: Briefwechsel, Band 1, Nr. 14.</ref> Der Grund für das Scheitern des Plans ist unklar.
Letzte Bonner Jahre und Abschied von Bonn
Zurück in Bonn traf Beethoven auf eine dramatisch veränderte familiäre Situation. Der Gesundheitszustand der an der „Schwindsucht“ erkrankten Mutter hatte sich in kritischer Weise verschlechtert. Sie verstarb am 17. Juli 1787. Der Vater verlor zunehmend die Kontrolle über seinen ohnehin hohen Alkoholkonsum, sodass er schließlich nicht mehr in der Lage war, für seine drei Söhne zu sorgen. 1789 wurde er vom Dienst suspendiert, und Ludwig als ältestem Sohn wurde die Verfügungsgewalt über die Hälfte der Pension des Vaters erteilt, wodurch ihm faktisch die Rolle des Familienoberhauptes zufiel.
Mitte September 1791 kam Beethoven als Organist und Bratschist der Bonner Hofkapelle zu einem Generalkapitel des Deutschen Ordens nach Mergentheim. Die Reise der kurkölnischen Hofkapelle ging auf zwei Schiffen vonstatten, die über Rhein und Main bis Miltenberg fuhren. Beethoven, von seinen Freunden seines bräunlichen Teints und der schwarzen Augen wegen Spagnol genannt, agierte hierbei als Küchenjunge. Von Miltenberg ging es mit der Kutsche weiter nach Mergentheim, wo sich Beethoven bis Ende Oktober 1791 aufhielt.<ref>Carlheinz Gräter: Hohenloher Raritäten – Geschichte und Geschichten. Silberburg-Verlag, 2010.</ref>
Durch seinen Eintritt in den Deutschen Orden kam der aus Wien stammende Graf Ferdinand Ernst von Waldstein nach Bonn. Er wurde Beethovens erster adeliger Förderer, regte ihn zu Kompositionen an, so zur Musik zu einem Ritterballett WoO 1 und zu den Variationen über ein Thema von Graf Waldstein WoO 67, und nutzte seinen Einfluss auf den Kurfürsten, um ihn zur Fortsetzung der Förderung Beethovens zu bewegen.
Als im Juli 1792 Joseph Haydn auf dem Rückweg einer Englandreise in Bonn Station machte, wurde ein zweiter Studienaufenthalt Beethovens in Wien vereinbart. Nachdem Mozart bereits verstorben war, sollte er nun – nach einem Stammbucheintrag Waldsteins – „Mozart’s Geist aus Haydens Händen“ erhalten.<ref>Max Braubach (Hrsg.): Die Stammbücher Beethovens und der Babette Koch. Bonn 1970, S. 19.</ref> Noch im November desselben Jahres brach Beethoven nach Wien auf.
Die erste Wiener Dekade (1792–1802)
Neuorientierung
Eine Folge von Ereignissen bewirkte, dass aus Beethovens Studienreise nach Wien ein dauerhafter und endgültiger Aufenthalt wurde. Kurz nach Beethovens Ankunft, am 18. Dezember 1792, starb sein Vater. 1794 besetzten französische Truppen das Rheinland, und der kurfürstliche Hof musste fliehen. Damit war Beethoven nicht nur der Boden für die Rückkehr nach Bonn entzogen, auch die Gehaltszahlungen des Kurfürsten blieben nun aus. Im Frühjahr 1794 schließlich übersiedelte sein Bruder Kaspar Karl nach Wien, im Dezember 1795 folgte auch Bruder Johann.
In Wien fand Beethoven bald die Unterstützung adeliger Musikliebhaber, die ihm halfen, in der neuen Heimat Fuß zu fassen, darunter Fürst Franz Joseph Maximilian von Lobkowitz und Gottfried Freiherr van Swieten. Eine besondere Rolle spielte Fürst Karl Lichnowsky; in seinem Haus knüpfte Beethoven Kontakte zu Wiener Musikerkreisen und lernte den Geiger Ignaz Schuppanzigh kennen, der als Interpret wesentlich zur Verbreitung seiner Werke beitragen sollte. Lichnowsky stellte Beethoven zeitweise eine Wohnung in seinem Haus zur Verfügung.
Ab 1800 zahlte Lichnowsky an Beethoven ein jährliches Gehalt in Höhe von 600 Gulden und schuf damit für die folgenden Jahre die Grundlage für eine unabhängige künstlerische Existenz.<ref>Ludwig van Beethoven. Briefwechsel. Band 1, Nr. 65.</ref>
Unterricht bei Haydn und anderen
Wie vereinbart nahm Beethoven bei Haydn Kompositionsunterricht, der von Beethovens Ankunft in Wien (November 1792) bis kurz vor Haydns Abreise nach England (19. Januar 1794) gedauert hat.<ref>Gustav Nottebohm: Generalbass und Kompositionslehre betreffende Handschriften Beethovens und Seyfrieds Buch Ludwig van Beethovens Studien im Generalbass usw. in: Beethoveniana. Leipzig: Peters 1872, S. 154–203, hier S. 171. Internet Archive</ref> Das Verhältnis zwischen dem renommierten Lehrer und dem eigenwilligen, selbstbewussten Schüler blieb nicht frei von Meinungsverschiedenheiten und Konflikten; so, als Haydn Bedenken gegen Beethovens Klaviertrio op. 1 Nr. 3 äußerte, da er es für zu schwer verständlich hielt.<ref>Franz Gerhard Wegeler, Ferdinand Ries: Biographische Notizen über Ludwig van Beethoven. Koblenz 1838, S. 84.</ref> Auch wenn Beethoven einmal über seinen Lehrer gesagt haben soll, „nie etwas von ihm gelernt“<ref>Franz Gerhard Wegeler / Ferdinand Ries: Biographische Notizen über Ludwig van Beethoven. Koblenz 1838, S. 36.</ref> zu haben, so prägten Haydns Werke doch Beethovens Entwicklung als Komponist nachhaltig, vor allem auf den Gebieten der Sinfonie und der Kammermusik.
Allerdings scheint Beethoven mit Haydn als Lehrer unzufrieden gewesen zu sein. Heimlich nahm er Unterricht bei Johann Baptist Schenk. Ab 1794 studierte er Kontrapunkt bei Johann Georg Albrechtsberger, und von Antonio Salieri ließ er sich in der Gesangskomposition unterweisen.
Pianist und Komponist
Beethovens Erfolge als Komponist hängen anfangs eng mit seiner Karriere als Klaviervirtuose zusammen. In den ersten zehn Jahren in Wien entstanden allein 20 seiner 32 Klaviersonaten, darunter die Grande Sonate pathétique op. 13 in c-Moll und die beiden Sonaten op. 27, deren zweite unter der (nicht von Beethoven stammenden) Bezeichnung „Mondscheinsonate“ bekannt wurde; der Titelzusatz „quasi una fantasia“ deutet an, dass die Improvisation am Klavier eine wichtige Inspirationsquelle für den Komponisten war.
Am 29. März 1795 trat Beethoven mit seinem Klavierkonzert B-Dur op. 19 erstmals als Pianist an die Wiener Öffentlichkeit. Besonderes Aufsehen erregte er auch durch seine herausragende Fähigkeit zum freien Fantasieren. 1798 unternahm der junge Virtuose eine Konzertreise unter anderem nach Prag, Dresden und Berlin, die ein großer künstlerischer und finanzieller Erfolg wurde. Die von Lichnowsky initiierte Tournee folgte der Route der Reise, die der Fürst 1789 mit Mozart unternommen hatte.<ref>Jürgen May: Beethoven and Prince Karl Lichnowsky. S. 33, in: Glenn Stanley (Hrsg.): Beethoven Forum. Vol. 3 (1994), S. 29–38.</ref>
Die ersten Kompositionen, die Beethoven drucken ließ, waren die drei 1794/95 entstandenen Klaviertrios, die er mit der Opusnummer 1 versah. In den folgenden Jahren setzte sich Beethoven mit zwei weiteren zentralen Gattungen der Klassik auseinander: dem Streichquartett und der Sinfonie. Zwischen 1798 und 1800 komponierte er, nach intensivem Studium der Quartette Haydns und Mozarts, eine erste Serie von sechs Quartetten, die er als op. 18 dem Fürsten Lobkowitz widmete. Kurz darauf, 1800 und 1802, präsentierte sich Beethoven als Sinfoniker. Die Widmung der 1. Sinfonie op. 21 in C-Dur ging an van Swieten, die der 2. Sinfonie op. 36 in D-Dur an den Fürsten Lichnowsky.
Gehörleiden
Beethovens wachsender Erfolg als Pianist und Komponist wurde von einer schwerwiegenden Beeinträchtigung überschattet: Etwa um 1798 zeigten sich erste Symptome jenes Gehörleidens, das schließlich zur Taubheit führen sollte. Nach Beethovens eigenem Bericht<ref>Ludwig van Beethoven. Briefwechsel. Band 1, Nr. 65.</ref> aus dem Jahr 1801 verschlimmerte sich das Leiden innerhalb weniger Jahre; es scheint jedoch in den Folgejahren einige Zeit stagniert zu haben.
Die Ursache der Erkrankung ist Gegenstand zahlreicher Untersuchungen.<ref>Leo Jacobson: Ludwig van Beethovens Gehörleiden. In: Deutsche Medizinische Wochenschrift. 36 (1910), S. 1282–1285.</ref><ref>A. Laskiewicz: Ludwig van Beethovens Tragödie vom audiologischen Standpunkt. In: Laryngologie, Rhinologie, Otologie und ihre Grenzgebiete. 43 (1964), S. 261–270.</ref><ref>H. Jesserer, H. Bankl: Ertaubte Beethoven an einer Pagetschen Krankheit? Bericht über die Auffindung und Untersuchung von Schädelfragmenten Ludwig van Beethovens. In: Laryngologie, Rhinologie, Otologie. 65 (1986), S. 592–597 u. a.</ref> Zu den möglichen Ursachen zählen eine Atrophie der Gehörnerven oder eine Otosklerose.<ref>Die Otosklerose ist eine Erkrankung des Knochens im Innenohr, die zum Gehörverlust führt. Heute hilft man Patienten oft mit Prothesen, die zu Beethovens Zeit noch unbekannt waren. Vgl. auch Knud Breyer, Artikel Taubheit, in: Heinz von Loesch, Claus Raab (Hrsg.): Das Beethoven-Lexikon. Laaber, Laaber 2008, S. 760–762.</ref>
Beethovens Gehörleiden stellte nicht nur eine ernste Bedrohung seiner Laufbahn als Musiker dar; es beeinträchtigte auch seinen gesellschaftlichen Umgang. Die Krankheit stürzte Beethoven in eine schwere persönliche Krise, die ihn zeitweilig sogar an Selbstmord denken ließ. Beethoven offenbarte seinen Seelenzustand im sogenannten Heiligenstädter Testament,<ref>Ludwig van Beethoven. Briefwechsel Band 1, Nr. 106.</ref> einem Schriftstück, das er im Oktober 1802 am Ende einer Kur in Heiligenstadt verfasste, nachdem auch diese ohne den erhofften Erfolg geblieben war.
Die mittleren Wiener Jahre (etwa 1802 – etwa 1812)
Profilierung als Komponist
Die mittleren Wiener Jahre, vom Beethoven-Biographen Maynard Solomon als die „heroische Periode“<ref>Maynard Solomon: Beethoven. Biographie. Übersetzt von Ulrike von Puttkamer. Frankfurt am Main 1987.</ref> bezeichnet, sind, der Beeinträchtigung durch das Gehörleiden zum Trotz, die produktivste Phase in Beethovens Schaffensbiographie. Beethoven hatte zu dieser Zeit einen eigenen unverwechselbaren Stil entwickelt.
Sechs der neun Sinfonien komponierte Beethoven allein zwischen Herbst 1802 und 1812, darunter so bekannte Werke wie die 3. Sinfonie Eroica, die 5. Sinfonie und die 6. Sinfonie Pastorale. Darüber hinaus entstanden das 4. und 5. Klavierkonzert sowie die Endfassung des 3. Klavierkonzerts, das Violinkonzert op. 61 und die fünf „mittleren“ Streichquartette op. 59 Nr. 1–3, op. 74 und op. 95.
Auch die erste Fassung seiner einzigen Oper Fidelio komponierte Beethoven in dieser Zeit. Am 20. November 1805 wurde sie unter dem ursprünglichen Titel Leonore zum ersten Mal aufgeführt, in der Folge aber noch zweimal überarbeitet.
Seinen bis dahin größten Erfolg erzielte Beethoven 1813/1814 mit den Aufführungen eines eigens aus Anlass des Wiener Kongresses komponierten Werkes, Wellingtons Sieg oder Die Schlacht bei Vittoria op. 91, das den entscheidenden Sieg der Engländer über die napoleonischen Truppen schildert und damit beim Publikum den Geist der Zeit traf.
Französische Einflüsse
Die Französische Revolution und die Gestalt Napoléon Bonapartes hatten auf Beethoven einen starken Eindruck gemacht und wirkten sich nachweislich auf sein Schaffen aus.
So hatte Beethoven die 3. Sinfonie Eroica ursprünglich mit dem Zusatz „intitulata Bonaparte“ oder „geschrieben auf Bonaparte“ versehen wollen. Eine Anekdote berichtet, Beethoven habe den Titelzusatz wütend entfernt, nachdem Napoléon im Dezember 1804 sich selbst zum Kaiser gekrönt hatte.<ref>Franz Gerhard Wegeler / Ferdinand Ries, Biographische Notizen über Ludwig van Beethoven. Koblenz 1838, S. 78.</ref> Wahrscheinlich hängt die Änderung des ursprünglichen Titels eher mit einer geplanten, aber letztlich nicht durchgeführten Reise nach Paris<ref>Ludwig van Beethoven, Briefwechsel, Band 1, Nr. 152.</ref> zusammen.
Auf eine französische Revolutionsoper, Léonore ou L’amour conjugal (Leonore oder Die eheliche Liebe) von Jean Nicolas Bouilly, geht der Stoff zurück, den Beethoven in seiner Oper Fidelio verarbeitete, und in seiner 5. Sinfonie in c-Moll op. 67 griff er Elemente der sogenannten Revolutionsmusik auf; ein Stil, den französischen Komponisten wie André-Ernest-Modeste Grétry, Étienne-Nicolas Méhul und Luigi Cherubini Ende des 18. Jahrhunderts geprägt hatten.<ref>Ulrich Schmitt, Die Revolution im Konzertsaal. Zur Beethoven-Rezeption im 19. Jahrhundert. Mainz u. a. 1990, S. 191–220.</ref>
Mäzene und Lebensunterhalt
Im Verhältnis zwischen Beethoven und seinem bis dahin wichtigsten Mäzen, dem Fürsten Lichnowsky, kam es im Laufe der Jahre zu einer zunehmenden Entfremdung. Die Spannungen eskalierten im Herbst 1806 bei einem Aufenthalt Beethovens auf Schloss Grätz (tschechisch Hradec) bei Troppau (tschechisch Opava), dem Sitz des Fürsten, in einer ernsten Auseinandersetzung. Etwa zur gleichen Zeit, 1806 oder 1807, stellte Lichnowsky, der in jenen Jahren außerordentlich hohe finanzielle Verpflichtungen zu erfüllen hatte, die jährlichen Gehaltszahlungen an den Komponisten ein.<ref>Jürgen May, Beethoven and Prince Karl Lichnowsky, S. 33, in: Glenn Stanley (Hrsg.), Beethoven Forum vol. 3 (1994), S. 29–38</ref>
Zwar bezog Beethoven neben dem fürstlichen Gehalt nicht unerhebliche Einkünfte aus Verlagsverträgen und Konzerteinnahmen, doch garantierten diese keine dauerhafte finanzielle Absicherung. Daher bewarb sich Beethoven im Dezember 1807 – vergeblich – bei der k.k. Hoftheaterdirektion um eine Anstellung und erwog darüber hinaus, Wien zu verlassen.<ref>Ludwig van Beethoven, Briefwechsel, Band 1, Nr. 302 und 303.</ref> Eine entsprechende Gelegenheit bot sich, als ihn Friedrich Ludwig III. Graf Truchsess zu Waldburg im November 1808 als Kapellmeister an den Hof Jérôme Bonapartes nach Kassel berief.<ref>Vgl. Klaus Martin Kopitz, Beethovens Berufung nach Kassel an den Hof Jérôme Bonapartes. Eine Spurensuche, in: Die Tonkunst, Jg. 5, Nr. 3 vom Juli 2011, S. 326–335</ref>
Durch eine Initiative Ignaz von Gleichensteins und der Gräfin Marie Erdödy, die zu Beethovens engstem Freundeskreis gehörten, gelang es, Beethoven in Wien zu halten. Am 1. März 1809 sicherten Erzherzog Rudolph, Franz Joseph Fürst Lobkowitz und Ferdinand Fürst Kinsky dem Komponisten per Dekret ein festes jährliches Gehalt zu unter der einzigen Bedingung, dass Beethoven in Wien wohnen bliebe (der sogenannte Rentenvertrag).<ref>Ausschlaggebend war wohl ein Konzert am 22. Dezember 1808, das Beethoven im Theater an der Wien gab, das auch der "allerhöchste Hof" besuchte und das "das zahlreiche Publikum entzückte, und kleinliche Neider verstummen machte". Vgl. Augsburgische Ordinari Postzeitung, Nro. 11, Freytag, den 13. Jan. Anno 1809, S. 1, als Digitalisat der UB Augsburg.</ref> Die Hoffnung Beethovens auf finanzielle Unabhängigkeit erhielt jedoch nach kurzer Zeit gleich mehrere Rückschläge: die Geldentwertung durch das sogenannte Finanzpatent im Frühjahr 1811, der Tod des Fürsten Kinsky im folgenden Jahr und der drohende Bankrott des Fürsten Lobkowitz 1813. Dadurch war Beethoven gezwungen, die Fortsetzung der Zahlungen gerichtlich einzuklagen.<ref>Martella Gutiérrez-Denhoff, „o unseliges Dekret“. Beethovens Rente von Fürst Lobkowitz, Fürst Kinsky und Erzherzog Rudolph, in: Beethoven und Böhmen. Beiträge zu Biographie und Wirkungsgeschichte Beethovens, hg. von Sieghard Brandenburg und Martella Gutiérrez-Denhoff. Bonn 1988, S. 91–145</ref>
Begegnung mit Bettina Brentano und Goethe
Beethovens Wertschätzung Johann Wolfgang von Goethes begann sich seit den 1790er Jahren vor allem in seinen Liedkompositionen niederzuschlagen. 1809/1810 kumulierte die kompositorische Beschäftigung mit dem Dichter in den Liederzyklen op. 75 und op. 83 sowie der Schauspielmusik zu Egmont op. 84.
Während ihres Wienaufenthalts im Frühjahr-Sommer 1810 lernte Beethoven Ende Mai Bettina Brentano kennen, die Schwester des Dichters Clemens Brentano. Sie gewann sein Vertrauen und nutzte ihre Freundschaft zu Goethe, ein Treffen der beiden Künstlerpersönlichkeiten anzuregen. Durch die literarisch stark überformten Darstellungen ihrer Beziehung zu Beethoven hat Bettina Brentano später das romantische Beethoven-Bild maßgeblich mit geprägt.<ref>Renate Moering, Bettine von Arnims literarische Umsetzung ihres Beethoven-Erlebnisses, in: Der „männliche“ und der „weibliche“ Beethoven. Bericht über den Internationalen musikwissenschaftlichen Kongress vom 31. Oktober bis 4. November 2001 an der Universität der Künste Berlin, hg. von Cornelia Bartsch, Beatrix Borchardt und Rainer Cadenbach. Bonn 2003, S. 251–277.</ref>
Zur lange angebahnten Zusammenkunft zwischen Beethoven und Goethe kam es im Juli 1812 (19., 20., 21. und 23.), als sich beide im böhmischen Kurbad Teplitz aufhielten. Das Ergebnis war eher durchwachsen: Am 19. Juli schrieb Goethe an seine Frau: „Zusammengefaßter, energischer, inniger habe ich noch keinen Künstler gesehen. Ich begreife recht gut, wie er gegen die Welt wunderlich stehen muß.“<ref>Zitiert nach Massin 1955/1970, S. 208.</ref> Und am 12. September 1812 schrieb Goethe aus Karlsbad an seinen Freund Carl Friedrich Zelter, den Leiter der Berliner Sing-Akademie: „Beethoven habe ich in Teplitz kennengelernt. Sein Talent hat mich in Erstaunen gesetzt; allein er ist leider eine ganz ungebändigte Persönlichkeit, die zwar gar nicht unrecht hat, wenn sie die Welt detestabel findet, aber sie freilich dadurch weder für sich noch für andre genußreicher macht. Sehr zu entschuldigen ist er hingegen und sehr zu bedauern, da ihn sein Gehör verläßt, was vielleicht dem musikalischen Teil seines Wesens weniger als dem geselligen schadet. Er, der ohnehin lakonischer Natur ist, wird es nun doppelt durch diesen Mangel.“<ref>Zitiert nach Massin 1955/1970, S. 210.</ref> Dagegen schrieb Beethoven lakonisch am 9. August von Franzensbad an seinen Verleger Härtel: „Göthe behagt die Hofluft sehr, mehr als einem Dichter ziemt. Es ist nicht vielmehr über die Lächerlichkeiten der Virtuosen hier zu reden, wenn Dichter, die als die ersten Lehrer der Nation angesehen sein sollten, über diesem Schimmer alles andere vergessen können.“<ref>Zitiert nach Massin 1955/1970, S. 209.</ref>
Beziehungen zu Frauen und die „Unsterbliche Geliebte“
Zwar war Beethoven nach einer Aussage von Franz Gerhard Wegeler „sehr häufig verliebt“,<ref>Franz Gerhard Wegeler/Ferdinand Ries, Biographische Notizen über Ludwig van Beethoven. Koblenz 1838, S. 117.</ref> doch bezog sich dies nur auf eine kurze Periode in den 1790er Jahren, als Wegeler in Wien war. Frauen spielten jedoch in vieler Hinsicht eine große Rolle in Beethovens Leben: als Freundinnen und Vertraute, als Interpretinnen oder als Widmungsempfängerinnen.
Johanna von Honrath
Beethovens erste große Liebe galt Johanna von Honrath. Sein Jugendfreund Franz Gerhard Wegeler schreibt über die Bonner Jugendzeit des Komponisten: „Seine und Stephan von Breuning’s erste Liebe war Fräulein Jeanette d’Honrath aus Köln, Neumarkt Nro. 19. (jetziges Wohnhaus des Baumeisters Herrn Biercher), die oft einige Wochen in der von Breuning’schen Familie in Bonn zubrachte. Sie war eine schöne, lebhafte Blondine, von gefälliger Bildung und freundlicher Gesinnung, welche viele Freude an der Musik und eine angenehme Stimme hatte.“<ref>Vgl. Klaus Martin Kopitz, Beethovens Jugendliebe Johanna von Honrath (1770–1823). Ein Beitrag zu ihrer Biographie, in: Bonner Beethoven-Studien, Band 9 (2011), S. 155–158, ISBN 978-3-88188-121-0, als PDF-Datei</ref>
Maria Anna Wilhelmine von und zu Westerholt-Gysenberg
Maria Anna Wilhelmine von und zu Westerholt-Gysenberg war wohl ebenfalls eine Jugendliebe Beethovens. Er selbst spricht sie in seinen Brief als „ma très cher amie“<ref>Faksimile des Briefes S. 48 In: Robert Bory: Ludwig van Beethoven. Sein Leben und sein Werk in Bildern, Zürich 1960</ref> (deutsch „meine sehr liebe Freundin“') an, was eher für eine innige Freundschaft als für Liebe spricht. Sein Jugendfreund Franz Gerhard Wegeler schreibt dagegen einige Jahre später über Beethovens erste Liebe von einem Fräulein v. W. – wobei er unbekannt lässt, welche Person er damit meinte:
„Darauf folgte die liebevollste Zuneigung zu einer schönen und artigen Fräulein v. W., von welcher Werther-Liebe Bernhard Romberg mir vor drei Jahren noch Anecdoten erzählte. Diese Liebschaften fielen jedoch in das Uebergangs-Alter und hinterließen eben so wenig tiefe Eindrücke, als sie deren bei den Schönen erweckt hatten.“
Gräfin Marie von Erdödy
Zu Beethovens längsten und treuesten Freundinnen gehörte die Gräfin Marie von Erdődy (1779–1837). Mehrere seiner Werke sind ihr gewidmet. Sie besaß außer ihrer Stadtwohnung ein Haus in Jedlesee, in dem Beethoven 1815 gewohnt haben soll. In der älteren Literatur wird verschiedentlich vermutet, dass es eine kurzzeitige Liebesbeziehung zwischen Beethoven und der Gräfin gab, was jedoch reine Spekulation ist.
Gräfin Josephine Brunsvik
Besonders freundschaftlich wurde Beethoven von der ungarischen Familie Brunsvik aufgenommen. Die Schwestern Therese, Josephine, Charlotte und ihr Bruder Franz begegneten dem Komponisten erstmals 1799.<ref>Im Mai 1799 brachte Mutter Anna ihre beiden Töchter Therese und Josephine nach Wien zu Beethoven, der beide als Klavierschülerinnen annahm. Später – nach Josephines Heirat – lernte er auch die anderen Geschwister kennen; mit Franz entwickelte sich im Laufe der Jahre eine Duz-Freundschaft.</ref> Als die Familie nach 18 Tagen wieder in ihre ungarische Heimat zurückkehrte, schrieb Beethoven in Josephines und Thereses Album einen Auszug von Goethes Gedicht „Ich denke dein“.
Auf Drängen der Mutter, die ihre schöne Tochter mit einem wohlhabenden Adligen vermählen wollte, heiratete Josephine Brunsvik noch im Sommer 1799 den Grafen Joseph von Deym, zog zu ihm nach Wien und gebar in ihrer kurzen Ehe vier Kinder. In dieser Zeit war Beethoven Josephines Klavierlehrer und regelmäßiger „standhafter Besucher der jungen Gräfin“.<ref>Therese Brunsvik in ihren Memoiren, zitiert nach La Mara (1909), S. 68 f.</ref> Nachdem Graf Deym Anfang 1804 unerwartet gestorben war, entwickelte sich zwischen Beethoven und Josephine eine Liebesbeziehung. Zwischen 1804 und 1809 schrieb Beethoven Josephine mindestens vierzehn teils leidenschaftliche Liebesbriefe, in denen er sie unter anderem als „Engel“, „mein Alles“ und als seine „einzig Geliebte“ bezeichnete und ihr „ewige Treue“ schwor. Der Briefwechsel, soweit erhalten, dokumentiert aber auch die seelischen Konflikte des Paares, die aus dem Widerspruch zwischen ihren persönlichen Gefühlen und den Zwängen der Realität resultierten:<ref>Beethoven: Dreizehn unbekannte Briefe an Josephine Gräfin Deym geb. v. Brunsvik. Faksimile. Einführung und Übertragung von Joseph Schmidt-Görg. 2. Aufl. Bonn 1986.</ref> Josephine hatte vier Kinder zu versorgen, und im Falle einer Heirat mit dem nichtadligen Beethoven hätte sie die Vormundschaft für sie verloren.<ref>Tellenbach (1988), S. 259 f.</ref> Im Herbst 1807 zog sich Josephine schließlich auf Druck ihrer Familie von Beethoven zurück. Bereits 1805 hatte Therese voller Besorgnis an Charlotte geschrieben: „Aber sage mir, Pepi und Beethoven, was soll daraus werden? Sie soll auf ihrer Hut sein! … Ihr Herz muß die Kraft haben nein zu sagen, eine traurige Pflicht, wenn nicht die traurigste aller.“<ref>Beethoven aus der Sicht seiner Zeitgenossen, hrsg. von Klaus Martin Kopitz und Rainer Cadenbach, München 2009, Nr. 141.</ref>
1810 ging Josephine eine zweite Ehe mit dem estnischen Baron Christoph von Stackelberg ein, die sich für sie äußerst unglücklich entwickelte. Ende Juni/Anfang Juli 1812 verließ Stackelberg sie. In ihrem Tagebucheintrag vom 8. Juni 1812 heißt es: „Ich habe heute einen schweren Tag. – Die Hand des Schicksals ruht düster auf mir – Ich sah nebst meinem tiefen Kummer auch noch die Entartung meiner Kinder und – fast – aller Muth wich von mir –!!!“<ref>Steblin (2007), S. 159.</ref> Kurz darauf notierte sie in ihrem Tagebuch, dass sie beabsichtigte, nach Prag zu reisen: „St. will daß ich mir selbst sitzen soll : Beethovens Unsterbliche Geliebte. Das Geheimnis der Gräfin Brunsvik und ihre Memoiren. : Breitkopf & Härtel, Leipzig 1909.
Weblinks
- Werke von und über Ludwig van Beethoven im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Werke von und über Werke von und über Ludwig van Beethoven in der Deutschen Digitalen Bibliothek
- Literatur über Ludwig van Beethoven in der Bibliographie des Musikschrifttums
- Eintrag zu Ludwig van Beethoven in: Austria-Forum, dem österreichischen Wissensnetz – online (in AEIOU Österreich-Lexikon)
- Digitales Archiv des Beethoven-Hauses Bonn – Mit umfangreichem, kommentiertem Quellenarchiv
- Beethoven auf alten Postkarten mit rund 100 Bildern
- Musik-Kolleg Beethoven im Austria-Forum
- Vollständiges Werkverzeichnis nach Opusnummern
- OpenBook ›Ludwig van Beethoven. Die 5. Sinfonie‹. Freies Unterrichtsmaterial für allgemeinbildende Schulen
Biographisches
- Zwei Beethoven-Biographien. Bei: Zeno.org.
- Beethovens erstes Grab auf dem Währinger Friedhof (zwei Bilder)
- Beethovens zweites Grab auf dem Wiener Zentralfriedhof (zwei Bilder)
Aktuelles
Fremdsprachige Websites
- The Beethoven Reference Site (englisch)
- The Unheard Beethoven (englisch)
- Beethoven-Website (englisch, französisch, italienisch, spanisch)
- De Beethovensite. Alles over Ludwig van Beethoven. (überwiegend in Holländisch)
- Beethoven Symphony No. 3 in E-Flat Major Ausschnitte aus Beethovens Eroica (englisch)
- Bildbericht über Beethoven in Wien (französisch)
Noten und Liedtexte
- Noten und Audiodateien von Ludwig van Beethoven im International Music Score Library Project
- www.kreusch-sheet-music.net Sammlung von Beethovens Klaviersonaten
- MuseData: Ludwig van Beethoven Freie Noten
- Originalhandschrift der 9. Sinfonie (Staatsbibliothek zu Berlin)
- Alle Liedtexte, auch mit Übersetzungen und Querverweisen (z. T. englisch)
Aufnahmen
- Piano Society – Beethoven Freie Aufnahmen
- Beethoven-Diskographie (pdf; 1,0 MB) von Dr. Klaus Steltmann, Bonn (Stand: 15. Mai 2010)
Einzelnachweise
<references />
Personendaten | |
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NAME | Beethoven, Ludwig van |
KURZBESCHREIBUNG | deutscher Komponist |
GEBURTSDATUM | getauft 17. Dezember 1770 |
GEBURTSORT | Bonn |
STERBEDATUM | 26. März 1827 |
STERBEORT | Wien |