Waal (Fluss)


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Datei:Niederrhein-Karte.png
Die Mündungsarme des Rheins </br>(Hinweis: Fast alle der Meeresbuchten sind heute Binnenseen)

Die Waal (lateinisch Vahalis, älter Vacalus, aus keltisch Vocalus) ist der südliche und bei weitem größte Rheinarm im Flussdelta des Rheins in den Niederlanden.

Verlauf und Charakteristik

Kurz nach Passieren der deutsch-niederländischen Grenze bei Millingen gabelt sich der Rhein in die beiden Hauptmündungsarme NederrijnLek mit 33 % der mittleren Wasserführung des Rheins und Waal–Boven Merwede („Obere Merwede“) mit 67 % des Volumens.

Ab dem ehemaligen Zusammenfluss von Waal und Maas bei Woudrichem ändert sich der Name in Boven Merwede. Dieser folgende Flussabschnitt gabelt sich später in die Nieuwe Merwede mit im Mittel 44 % der Wasserführung des Rheins und in die Beneden Merwede mit im Mittel 23 %. Letztere erreicht, wiederum gegabelt, als Hauptschifffahrtsweg zusammen mit dem Lek den Hafen von Rotterdam und als Nieuwe Waterweg die Nordsee.

Entstehung und Entwicklung

Die Waal ist erst im Verlauf des letzten Jahrtausends zum wasserreichsten Rheinarm im Rheindelta geworden. Durch Sturmfluten wie die Elisabethenflut, die besonders nördlich der Schelde-Mündung tiefe Meeresbuchten ins Land rissen, rückte für die dorthin abzweigenden Rheinarme die Erosionsbasis landeinwärts vor, was deren Abflussgeschwindigkeit und Erosionskraft erhöhte (siehe hierzu auch: Rhein-Maas-Delta). Diese Westverlagerung der Hauptabflusslinien des Rheins hätte die Waal zum alleinigen Hauptstrom werden lassen, wenn nicht 1771 über den in kleiner Form schon bestehenden Pannerdens Kanal Wasser von der Waal zum versandenden Nederrijn abgeleitet worden wäre und dabei dessen bis heute bestehender oberer Verlauf entstanden wäre. Zugleich wurde damals der in der Waal verbleibende Anteil von zwei Dritteln der Wasserführung (im Mittel rund 1500 m³/s) festgelegt. Der Abschnitt der Waal oberhalb dieser Abzweigung hieß zunächst Boven Waal, später Rijn; der Abschnitt unterhalb Beneden Waal, später Waal.

Auch im weiteren Verlauf unterhalb des als Waal bezeichneten Stromabschnitts werden Teile des Abflusses künstlich der nördlicheren Rinne zugeleitet: Bei niedriger Wasserführung des Rheins (<1100 m³/s am Pegel Lobith) werden die Schleusen des Haringvlietdammes geschlossen, und das gesamte Wasser von Maas und Waal erreicht erst in Rotterdam über den Nieuwe Waterweg das Meer.

Heutige Flusslandschaft

Datei:View on the waal janvangoyen.jpg
Die Waal mit der Stadt Nijmegen, hinten das morphologisch noch aktive Steilufer, Gemälde von Jan van Goyen, 1641
Die Waal verläuft durch Gebiete mit geringerer Besiedlungsdichte als im Stromgebiet der nördlicher verlaufenden Rheinarme. Die größte Stadt, Nimwegen, liegt am Hochufer, das durch im Süden ansteigende Endmoränenhügel aus der Saaleeiszeit gebildet wird. An der Waalkade finden sich Restaurants und Terrassen, ein Spielkasino und das Fahrradmuseum Velorama. Weitere Städte sind Tiel im Gebiet Betuwe rechts der Waal und Zaltbommel am linken Ufer.

Die Waal queren die folgenden Brücken (flussabwärts von Ost nach West):

Spiegelwaal

Da die Waal in Nijmegen eine starke Kurve macht und sich zudem noch verengt, kam es bei Hochwasser immer zu Überschwemmungen in der Stadt. Deshalb wurde nach einer Lösung für dieses Problem gesucht und es entstand der Plan der Waal mehr Platz zu geben. Unter dem Motto: Ruimte voor de Waal (Platz für die Waal) wird die Waal am rechten Ufer von oberhalb der Straßenbrücke bis unterhalb gegenüber der Hafeneinfahrt am linken Ufer erweitert. Dazu wurde das rechte Ufer so zurückgelegt, dass eine Insel entstand. Zwischen der Insel und dem neuen Ufer bei Nijmegen-Lent entsteht so ein zweiter Stromarm, der allerdings oberhalb der Straßenbrücke abgedammt ist. In diesem Damm sind in verschiedenen Höhen Durchlassöffnungen eingebaut, die bei jedem Wasserstand das Wasser in diesen Stromarm fließen lassen. Um dieses Projekt zu verwirklichen, waren umfangreiche Infrastrukturmaßnahmen notwendig. Die Zufahrten zu der Straßenbrücke und der Eisenbahnbrücke mussten teilweise als Brücken ausgeführt werden, rund 1200 Meter unterhalb der Eisenbahnbrücke, kurz oberhalb des Kraftwerks wurde eine dritte Brücke über die Waal errichtet und zwischen der neugeschaffenen Insel und dem rechten Waalufer wurden zwei weitere Brücken gebaut.<ref>Die Spiegelwaal</ref> Eine zusätzliche Maßnahme zum Hochwasserschutz an der Waal ist das Abtragen um einen Meter von 450 Buhnen von Nijmegen bis Gorinchem. Der Name Spiegelwaal wurde aus 944 Vorschlägen ausgewählt. Die Übergabe des gesamten Bauwerks erfolgt am 3. Dezember 2015.<ref>Offizielle Übergabe</ref>

Bildergalerie

Die Sage von der Waal

Het verhaal gaat dat de Waal is ontstaan doordat 2 reuzen, broers, lang geleden in Zwitserland zijn begonnen met het graven van de Rijn. 100 jaar later kwamen ze aan bij Lobith, waar ze ruzie kregen. De broers gingen ieder hun eigen weg. De jongere reus groef door aan de Rijn, de oudste schiep de Waal.

  • Es wird erzählt, dass die Waal durch zwei Brüder, beide waren Riesen, entstanden sei. Vor langer Zeit haben sie in der Schweiz angefangen den Rhein zu graben. 100 Jahre später kamen sie in Lobith an, dort zerstritten sie sich. Von da an ging jeder seinen eigenen Weg, der jüngere Bruder grub weiter am Rhein, der Ältere schuf die Waal.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />