Sulechów


aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Züllichau)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Sulechów
Wappen von Sulechów

<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden

Sulechów
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Lebus
Powiat: Zielona Góra
Fläche: 6,80 km²
Geographische Lage: 15,616666666667|primary dim=10000 globe= name= region=PL-LB type=city
  }}
Einwohner: 17.443
(30. Jun. 2014)<ref name="L_ludnosc_stan_struktura_30-6-2014"></ref>
Postleitzahl: 66-100
Telefonvorwahl: (+48) 68
Kfz-Kennzeichen: FZI
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Gorzów WielkopolskiZielona Góra
Schienenweg: Posen–Gubin
Nächster int. Flughafen: Posen-Ławica
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 26 Ortschaften
Fläche: 235,95 km²
Einwohner: 26.634
(30. Jun. 2014)<ref name="L_ludnosc_stan_struktura_30-6-2014">Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2014. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), archiviert vom Original am 7. Dezember 2014, abgerufen am 8. Dezember 2014.</ref>
Bevölkerungsdichte: 113 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0809063
Verwaltung (Stand: 2015)
Bürgermeister: Ignacy Odważny<ref> Website der Gemeinde, Burmistrz, abgerufen am 26. Februar 2015 </ref>
Adresse: pl. Ratuszowy 6
66-100 Sulechów
Webpräsenz: www.sulechow.pl



Sulechów [su'lɛxuf] (deutsch Züllichau) ist eine Kleinstadt in der polnischen Woiwodschaft Lebus.

Geographische Lage

Die Stadt liegt im Südosten der Woiwodschaft Lebus, sechs Kilometer nördlich des Oderknies, wo der Fluss sich nach Westen wendet. Hier kreuzen sich die beiden Landesstraßen 3 und 32, und die Woiwodschafts-Hauptstadt Zielona Góra (Grünberg) befindet sich 15 Kilometer in südlicher Richtung.

Geschichte

Datei:Posen 1905.png
Züllichau südwestlich der Stadt Posen auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung).
Datei:Züllichau.jpg
Züllichau im 18. Jahrhundert

Mittelalter

Das Gebiet um das spätere Züllichau war seit dem vierten Jahrhundert n. Chr. besiedelt. Im 10. Jahrhundert wurde es vom Großpolnischen Reich unter Mieszko I. erobert, nach dessen Zerfall ab 1138 zum damals polnischen Herzogtum Schlesien. Die Stadtgründung erfolgte im Zuge der Besiedelungsbestrebungen der schlesischen Herzöge etwa um 1250. Eine erste urkundliche Erwähnung der Stadt Züllichau erfolgte im Jahre 1319.<ref>Eduard Ludwig Wedekind: Neue Chronik der Stadt Züllichau von den ersten Zeiten ihrer Entstehung bis auf die gegenwärtige Zeit. Züllichau 1846, S. 30.</ref> Da sich in der Stadt schon damals wichtige Handelswege kreuzten, entwickelte sie sich schnell zu einem bedeutenden Umschlagplatz. Von 1482 bis 1945 gehörte Züllichau zu Brandenburg und damit zum deutschen Reichsgebiet.

Frühe Neuzeit

1537 wurde der Züllichower Kreis von dem Markgrafen Hans von Küstrin erworben, der ihn in die damals von ihm beherrschte Neumark eingliederte und in deren Städten im selben Jahr die Reformation durchführen ließ.<ref>Eduard Ludwig Wedekind: Neue Chronik der Stadt Züllichau von den ersten Zeiten ihrer Entstehung bis auf die gegenwärtige Zeit. Züllichau 1846, S. 138.</ref> Mit dem Zuzug von Einwanderern aus Franken und Flandern entstand mit dem Weberhandwerk ein neuer und einträglicher Wirtschaftszweig. Bis zum Ende des 16. Jahrhunderts verdoppelte sich die Einwohnerzahl auf 4000. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Züllichau im Jahre 1631 zunächst von schwedischen, dann von kaiserlichen Truppen eingenommen und 1632 von duchziehenden Soldaten wiederum heimgesucht.<ref>Eduard Ludwig Wedekind: Neue Chronik der Stadt Züllichau von den ersten Zeiten ihrer Entstehung bis auf die gegenwärtige Zeit. Züllichau 1846, S. 201–203.</ref> Weitere Rückschläge hatte Züllichau durch zwei große Stadtbrände in den Jahren 1557 und 1687 zu verkraften.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts, Züllichau war jetzt Bestandteil des preußischen Königreiches, wurde die Stadt angesichts der bevorstehenden Schlesienkriege zu einer Garnisonsstadt entwickelt.

19. und 20. Jahrhundert

Das 19. Jahrhundert stand im Zeichen einer weiteren positiven Stadtentwicklung. Durch die preußische Verwaltungsreform wurde Züllichau Kreisstadt des ausgedehnten Landkreises Züllichau-Schwiebus. Das traditionelle Tuchmachergewerbe hatte sich zu einer leistungsstarken Textilindustrie entwickelt. Der Ausbau der Landstraßen, der 1870 erfolgte Anschluss an die Bahnstrecke Guben–Posen und die Eröffnung des Oderhafens Odereck (Cigacice) 1898 förderten die Ansiedlung neuer Industriebetriebe, etwa der Metallverarbeitung. Die Einwohnerzahl stieg auf über 8000.

Der Anfang des 20. Jahrhunderts stand im Zeichen reger Bautätigkeit, in der ein neues Landratsgebäude, das Schützenhaus und zahlreiche Villen errichtet wurden. Der Verlust des größten Teils der Provinz Posen nach dem Ersten Weltkrieg wirkte sich für Züllichaus Wirtschaft sehr negativ aus, denn es lag jetzt im Grenzbereich zu Polen. Durch den Zuzug vieler Deutscher aus Teilen der Ostprovinzen, die nach dem Ersten Weltkrieg aufgrund des Versailler Vertrags an die Zweite Polnische Republik abgetreten werden mussten, erhöhte sich die Einwohnerzahl noch einmal.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs kam es bei der Eroberung der Stadt durch sowjetische Truppen Anfang 1945 zu erheblichen Zerstörungen. Nach Kriegsende wurde Züllichau unter polnische Verwaltung gestellt. Die deutsche Bevölkerung wurde von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben und durch Polen ersetzt. Die deutsche Stadt Züllichau erhielt den polnischen Namen Sulechów.

Jährliche Einwohnerzahlen

  • 1719: 4.094<ref name="RS"> W. Riehl und J. Scheu (Hrsg.): Berlin und die Mark Brandenburg mit dem Markgrafenthum Nieder-Lausitz in ihrer Geschichte und in ihrem gegenwärtigen Bestande. Berlin 1861, S. 513–516.</ref>
  • 1801: 5.386<ref name="RS" />
  • 1858: 5.580<ref name="RS" />
  • 1875: 7.378<ref name="MR">http://www.verwaltungsgeschichte.de/zuellichau.html</ref>
  • 1880: 7.535<ref name="MR" />
  • 1890: 7.000, davom 696 Katholiken und 96 Juden<ref name="MR" />
  • 1933: 9.601<ref name="MR" />
  • 1939: 9.844<ref name="MR" />

Sehenswürdigkeiten

Datei:Kosciol Sulechow.jpg
Die ehemals evangelische Kreuzkirche
heute: Kościół pw. Podwyższenia Krzyża Świętego
  • In der Aleja Wielkopolska befindet sich das Züllichauer Schloss, ein spätklassizistischer Bau. Im Innern befindet sich eine 1701 für König Friedrich I. erbaute Kapelle.
  • Im Zentrum der Stadt steht die Kreuzkirche mit Bauelementen verschiedener Stilepochen und einem Flügelaltar von 1767.
  • Ebenfalls im Zentrum steht das alte Rathaus, dessen älteste Teile aus dem 16. Jahrhundert stammen.
  • Von der mittelalterlichen Stadtbefestigung sind Teile der Stadtmauer und das barocke Crossener Tor erhalten geblieben.

Gemeinde (Gmina Sulechów)

Zur Stadt- und Landgemeinde Sulechów gehören 26 Ortschaften (deutsche Namen amtlich bis 1945)<ref>Das Genealogische Orts-Verzeichnis</ref>:

  • Sulechów (Züllichau)
  • Boryń
  • Brody
  • Brzezie k/ Pomorska (Briese)
  • Brzezie k/ Sulechowa (Briesche)
  • Buków (Buckow)
  • Cigacice (Tschicherzig, 1937–1945 Odereck)
  • Głogusz (Glogsen)
  • Górki Małe (Unterweinberge)
  • Górzykowo (Ober Guhren)
  • Kalsk (Kalzig)
  • Karczyn (Harthe)
  • Kije (Kay)
  • Klępsk (Klemzig)
  • Krężoły (Krummendorf)
  • Kruszyna (Krauschow)
  • Laskowo (Suppmühle)
  • Leśna Góra (Waldhäuser)
  • Łęgowo (Lang Heinersdorf)
  • Mozów (Mosau)
  • Nowy Klępsk (Neu Klemzig)
  • Nowy Świat (Neue Welt)
  • Obłotne (Oblath)
  • Okunin (Langmeil)
  • Pomorsko (Pommerzig)
  • Przygubiel (Klippendorf)

Partnerstadt

Töchter und Söhne der Stadt

Weitere mit der Stadt verbundene Persönlichkeiten

Literatur

  • W. Riehl und J. Scheu (Hrsg.): Berlin und die Mark Brandenburg mit dem Markgrafenthum Nieder-Lausitz in ihrer Geschichte und in ihrem gegenwärtigen Bestande. Berlin 1861, S. 513–516.
  • Karl August Müller: Vaterländische Bilder, oder Geschichte und Beschreibung sämmtlicher Burgen und Ritterschlösser Schlesiens beider Antheile und der Grafschaft Glatz. Zweite Auflage, Glogau 1844, S. 218–210.
  • Eduard Ludwig Wedekind: Neue Chronik der Stadt Züllichau von den ersten Zeiten ihrer Entstehung bis auf die gegenwärtige Zeit. G. Sporleder, Züllichau 1846 (E-Kopie).

Verweise

Weblinks

Commons Commons: Sulechów – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

<references/>