Flensborg Avis


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Flensborg Avis
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Beschreibung regionale Tageszeitung
Sprache 2/3 Dänisch, 1/3 Deutsch
Verlag Flensborg Avis AG
Erstausgabe 1. Oktober 1869
Erscheinungsweise Montag bis Samstag
Verkaufte Auflage
(IVW 3/2015, Mo–Sa)
4704 Exemplare
Chefredakteur Jørgen Møllekær
Weblink fla.de
ZDB 43887-x

Flensborg Avis ist eine Tageszeitung in Flensburg. Sie erscheint in dänischer und in deutscher Sprache. Die Zeitung fungiert und versteht sich heutzutage als Sprachrohr der dänischen Minderheit.<ref>50 Jahre „Flensborg Avis“; abgerufen am: 15. April 2014.</ref> Ihr deutschsprachiges Pendant im angrenzenden Nordschleswig ist die Tageszeitung Der Nordschleswiger.

Ihre erste Ausgabe erschien am 1. Oktober 1869. Der Vorgänger der Zeitung war der deutschsprachige Flensburger Anzeiger, dessen erste Ausgabe 1868 erschien. Sie ist daher die älteste durchgehend existierende Tageszeitung im deutsch-dänischen Grenzland.

Die verkaufte Auflage beträgt 4704 Exemplare, ein Minus von 33,1 Prozent seit 1998.<ref>laut IVW, (Details auf ivw.eu)</ref>

Geschichte

Als wichtigstes dänischsprachiges Presseorgan im seit 1864/67 preußischen Schleswig kam die Redaktion immer wieder in Konflikt mit den deutschen Behörden, nachdem in der Regierungszeit Kaiser Wilhelms II. der Druck auf die nicht-deutschen Bevölkerungsteile verstärkt wurde. Der langjährige Chefredakteur und spätere Reichstagsabgeordnete Jens Jessen wurde mehrmals inhaftiert. Sein Nachfolger Ernst Christiansen wurde nach der Teilung Schleswigs 1920 wichtigster Repräsentant der südlich der neuen deutsch-dänischen Grenze verbliebenen dänischen Volksgruppe. Neben der dänischsprachigen Hauptausgabe gab Flensborg Avis in dieser Zeit auch die deutschsprachige Zeitung Der Schleswiger heraus.

In nationalsozialistischer Zeit konnte sich die Flensborg Avis als einziges Presseorgan in Deutschland einer formellen Gleichschaltung weitgehend entziehen. Dennoch stand die Redaktion unter hohem Druck und musste ständig neue Repressalien fürchten. So wurde der inzwischen zu einer Beilage herab gestufte Schleswiger ganz verboten, und 1940 musste Ernst Christiansen als Chefredakteur zurücktreten. Dennoch konnte Flensborg Avis erscheinen, bis 1945 der Mangel an Papier die kriegsbedingt schon stark ausgedünnte Zeitung zur einstweiligen Einstellung des Betriebes zwang.

In der Nachkriegszeit erlebte Flensborg Avis eine neue Blüte, als die dänische Minderheit im Landesteil Schleswig einen regen Zulauf erhielt. Auch eine deutschsprachige Ausgabe erschien bis in die 1970er Jahre unter dem Titel Südschleswigsche Heimatzeitung. Diese wird nunmehr im Innenteil jeder Ausgabe von Flensborg Avis fortgeführt. Seit 1950 ging die Auflage jedoch kontinuierlich zurück.

Gegenwart

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Gebäude in der Flensburger Schiffbrückstraße, in dem das Stadtbüro (bykontor) der Flensborg Avis zu finden ist

Lokal konkurriert die Flensborg Avis mit dem auflagenstärkeren deutschsprachigen Flensburger Tageblatt. Die Flensborg Avis hat jedoch schwerpunktmäßig eine andere Zielgruppe. Sie ist vor allem als Zeitung der dänischen Minderheit im Landesteil Schleswig bekannt, Sie erzielt eine verkaufte Auflage von 4704 Exemplaren.<ref>laut IVW, drittes Quartal 2015, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu) </ref> Im Rechenschaftsbericht der Geschäftsleitung, der auf der Hauptversammlung der Flensborg Avis AG am 20. Juni 2008 vorgelegt wurde, wird für 2007 eine Auflage von 5.428 Exemplaren genannt, von denen 1.848 jeweils nach Dänemark ausgeliefert wurden. Die Donnerstagsauflage enthält ein Informationsblatt des Sydslesvigsk Forening und wird an alle Mitglieder des Vereins gesandt. Die Auflage liegt für diesen Tag bei über 14.000. In unregelmäßigen Abständen veröffentlicht der dänische Schulverein eine Beilage in der Zeitung. Diese Ausgaben erhalten alle Mitglieder des Schulvereins. Auch dadurch steigt die Auflage.

In Flensburg, Schleswig, Niebüll und Husum bestehen Lokalredaktionen. Letztere ist seit 1998 jedoch auch laut Impressum nicht mehr besetzt. Insgesamt sind 30 Redakteure bei der Zeitung beschäftigt.

Für Radio Schleswig-Holstein produziert die Flensborg Avis dänischsprachige Regionalnachrichten, die werktags im Raum Flensburg/Südschleswig gesendet werden.

Flensborg Avis ist eine der kleinsten Tageszeitungen in Deutschland und konnte bis heute ihre ökonomische wie redaktionelle Autonomie wahren. Die Zeitung ist eine Aktiengesellschaft, deren Budget aus selbst erwirtschafteten Einnahmen und einem jährlichen Zuschuss der dänischen Regierung von rund drei Millionen Euro besteht. Der deutsche Staat leistet keine Unterstützung. Die Bundesrepublik Deutschland fördert aber umgekehrt in Dänemark die deutschsprachige Tageszeitung Der Nordschleswiger, die seit dem Jahr 1946 erscheint.

Seit dem Jahr 2008 besteht eine Kooperation mit dem Nordschleswiger sowie mit dem Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag, zu dem das Flensburger Tageblatt gehört. Sie besteht darin, einige Artikel von den jeweils anderen Zeitung, bei Bedarf auch in übersetzter Form, zu übernehmen.<ref>Der Nordschleswiger: Über die Zeitung; abgerufen am 15. April 2014.</ref>

Auflage

Der Flensborg Avis hat wie die meisten deutschen Tageszeitungen in den vergangenen Jahren an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 33,1 Prozent gesunken.<ref>laut IVW, (Details auf ivw.eu)</ref> Sie beträgt gegenwärtig 4704 Exemplare.<ref>laut IVW, drittes Quartal 2015, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu) </ref> Das entspricht einem Rückgang von 2328 Stück. Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 65,1 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage<ref>laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)</ref> <timeline> ImageSize = width:350 height:270 PlotArea = left:50 bottom:20 width:300 height:250 TimeAxis = orientation:horizontal AlignBars = early Colors =

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Literatur

  • Poul Kürstein (Red.): Flensborg Avis 1869-1969. Slesvigske år og dage. Flensburg 1969.
  • René Rasmussen: Front og bro. Flensborg Avis i spil mellem Tyskland og Danmark 1930–45. Flensburg 2005.
  • Årsberetning 2007 Flensborg Avis AG, generalforsamling.

Weblinks

Commons Commons: Flensborg Avis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />