Kering (Unternehmen)


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Kering
Kering-logo.svg
Rechtsform Société Anonyme
ISIN FR0000121485
Gründung 1963
Sitz Paris, Frankreich
Leitung François-Henri Pinault
Mitarbeiter 31.415 (2013) <ref>https://www.kering.com/sites/default/files/document/kering_ra-2013-gb.pdf</ref>
Umsatz 9,75 Mrd. Euro (2013) <ref>http://www.kering.com/sites/default/files/kering_press_release_-_2013_full_year_results_-_21_02_2014.pdf</ref>
Branche Luxus- und Konsumgüter
Website www.kering.com

Kering (bis 2013: PPR S.A.) ist ein französischer, weltweit agierender Mode- und Accessoires-Konzern.

Das in Paris ansässige Unternehmen wurde 1963 von dem französischen Unternehmer François Pinault gegründet und bis 2005 von diesem geführt. Seit dem 21. März 2005 wird der Konzern von Pinaults Sohn, François-Henri Pinault, geleitet. Zu Kering gehören durch zahlreiche Unternehmensübernahmen heute unter anderem international bekannte Mode-, Sport- und Accessoiresmarken sowie renommierte Schmuckhersteller und Uhrenmanufakturen des gehobenen Segments.

Geschichte

Die Pinault-Gruppe wurde im Jahr 1963 von François Pinault in der Holz- und Baustoffbranche gegründet. 1988 ging das Unternehmen an die Pariser Börse. Mit dem Erwerb des Möbelunternehmens Conforama 1991 begann Pinault mit der Diversifikation in den Einzelhandel. Spätestens mit der Übernahme des französischen Einzelhandelskonzerns Printemps im Jahr 1992 und des Versandhändlers La Redoute im Jahr 1994 sowie der damit verbundenen Gründung der Pinault-Printemps-Redoute-Gruppe (2005 zu PPR vereinfacht) erfolgte eine Ausrichtung des gesamten Konzerns weg von der Holz- und Baubranche, hin zum Einzelhandel. 1994 übernahm Pinault-Printemps-Redoute den französischen Handelskonzern Fnac.

Im März 1999 erwarb PPR einen Aktienanteil von zunächst 40 % an Gucci.<ref>Gucci Group Agrees to Sell 40% Stake to French Retailer, latimes.com, 20. März 1999</ref> Der Konkurrent LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton hatte bereits Anfang 1999 einen Anteil von 34 % an Gucci gekauft.<ref>Übernahmestreit zwischen Gucci und LVMH geht in neue Runde, handelsblatt.com, 27. September 2000</ref> Durch strategische Kapitalmaßnahmen der Gucci S.p.A. verwässerte sich der LVMH-Anteil in der Folge auf 20 %.<ref>LVMH und PPR einigen sich über Gucci, textilwirtschaft.de, 6. September 2001</ref> PPR und LVMH führten schließlich eine zweijährige Übernahmeschlacht<ref>Analysten erneut am Pranger, manager-magazin.de, 27. November 2002</ref> um Gucci, die mehrmals vor Gericht verhandelt werden musste.<ref>Edelmarken: Pinault gewinnt Kampf um Gucci, tagesspiegel.de, 5. September 2001</ref><ref>Vault Guide to the Top Consumer Products Employers, via Google Books, 2006</ref> Ende 2001 kaufte PPR die LVMH-Anteile an Gucci auf und hielt damit über 53 % der Anteile an dem italienischen Luxusgüterunternehmen.<ref>PPR übernimmt Gucci in Raten, schwaebische.de, 11. September 2001</ref>

In der Folge gründete PPR mit der Gucci Group eine Luxus-Division mit verschiedenen Marken des Premiumsegments. Der Erwerb von Yves Saint Laurent (Mode und Kosmetik) und der Schuhmarke Sergio Rossi durch die Gucci Group erfolgte noch 1999. Im Jahr 2000 folgte der Kauf des Schmuck- und Uhren-Herstellers Boucheron. Die Kosmetiksparte der Marke Yves Saint Laurent wurde schließlich in YSL Beauté abgetrennt. 2001 wurde durch eine PPR-Investition von 50 % der Anteile am Unternehmen die eigene Modemarke der ehemaligen Chloé-Designerin Stella McCartney lanciert. Gleichzeitig erwarb PPR einen 51%igen Anteil an der Marke Alexander McQueen. 2004 erhöhte PPR, als Ergebnis eines öffentlichen Übernahmeangebots, seine Kapitalbeteiligung an der Gucci Group auf 99,4 %.

Datei:PPR SA.svg
Das Logo von PPR bis 18. Juni 2013

2006 begann PPR mit dem Rückzug aus dem Einzelhandel mit dem Verkauf von 51 % der Anteile von Printemps an die Immobilien- und Infrastruktursparte der Deutschen Bank RREEF und an die Borletti-Gruppe, die restlichen Anteile wurden das Jahr darauf verkauft. Im Jahr 2007 nutzte das Unternehmen den Erwerb der Mehrheit an Puma (Unternehmen) (und damit deren Tochterunternehmen seit 2001, Tretorn Sweden), um sich im Sport-Segment zu etablieren. Seither untergliedert sich der Konzern in die Bereiche Luxus und Sport & Lifestyle. Letzterer wurde mit dem Aufkauf von amerikanischen Golf- und Streetwear-Marken wie Cobra Golf (2010), Volcom (2011) und Electric (2011) ausgebaut. 2008 hatte PPR die Kosmetiksparte YSL Beauté an den französischen L’Oréal-Konzern abgestoßen, bei dem seither die Kosmetik-Lizenzen für verschiedene Kering-Marken liegen.

Den Ausbau des Luxus-Segment verfolgte PPR 2011 mit der Übernahme des Sowind Group, Mutterkonzern der Schweizer Uhrenmanufakturen Girard-Perregaux und JEANRICHARD. Gleichzeitig wurde die Möbelkette Conforama veräußert und die Gucci Group innerhalb von PPR aufgelöst. Die ehemals in der Gucci Group gebündelten Luxusmarken sind nun als gleichwertige Marken neben der Marke Gucci Teil des Gesamtkonzerns. Im Jahr 2012 folgten die Übernahme des italienischen Herrenausstatters Brioni<ref name="online.wsj.com">Christina Passariello: PPR Buys Menswear Brand Brioni - WSJ.com. Online.wsj.com. 8. November 2011. Abgerufen am 24. Dezember 2013.</ref> und die Mehrheitsbeteiligung am chinesischen Juwelier Qeelin<ref name="washpost.bloomberg.com">PPR Aims to Buy More Chinese Brands After Adding Jeweler Qeelin. 10. Dezember 2012. Abgerufen am 23. März 2014.</ref>. Die italienischen Schmuckmarken Pomellato und DoDo wurden 2013 dem Marken-Portfolio hinzugefügt<ref name="WWD">Luisa Zargani: Kering Acquires Pomellato. In: WWD, 24. April 2013. </ref>.

Der 2013 in Kering umbenannte Konzern übernahm Anfang 2013 eine 51%ige Mehrheitsbeteiligung an der britischen Modemarke Christopher Kane<ref name="Vogue">Ella Alexander: PPR Buys Majority Stake In Christopher Kane. In: Vogue, 15. Januar 2013. </ref> und unterzeichnete eine Partnerschaft mit dem New Yorker Designer Joseph Altuzarra<ref name="BoF">Kering Takes Minority Stake in Altuzarra. In: BoF, 6. September 2013. </ref>. Mitte 2013 wurde die Abspaltung von Fnac vollzogen, indem Kering das Unternehmen an die Börse brachte.<ref>Missglückter Börsengang – Fiasko für die Fnac-Aktien, nzz.ch, 22. Juni 2013</ref> Im Dezember kündigte Kering ein Joint-Venture mit dem Chefdesigner der Kering-Marke Bottega Veneta, Tomas Maier, an, um dessen eigene Marke Tomas Maier auszubauen.

Unternehmensname

Das Unternehmen änderte über die Jahre mehrmals den Firmennamen. Aus den Établissements Pinault wurde 1988 nach einem Börsengang die Pinault SA. Durch den Erwerb der Warenhauskette Printemps 1992 wurde der Name in Pinault-Printemps geändert, und nach dem Aufkauf der Modekette La Redoute ab 1994 hieß das Unternehmen Pinault-Printemps-Redoute, was ab 2005 schließlich zu PPR verkürzt wurde. Nach dem Abschluss der vollständigen Umgestaltung des Konzerns benannte sich das Unternehmen Mitte 2013 in Kering um.<ref>Aus PPR wird Kering - Puma-Mutter gibt sich neuen Namen, manager-magazin.de, 22. März 2013</ref><ref>PPR becomes Kering. In: kering.com. 22. März 2013, abgerufen am 6. April 2013 (english).</ref>. Laut Unternehmen lehnt sich das Kunstwort Kering an das englische Wort „Caring“ an und drückt die Tatsache aus, dass sich der Konzern sowohl um seine Marken als auch um seine Kunden, Mitarbeiter und andere Stakeholder kümmert. Die Vorsilbe „Ker“ bedeutet zudem in der bretonischen Sprache „Heim“ und soll an die Heimat der Pinaults, und damit die Wurzeln des Unternehmens, in der Bretagne erinnern.<ref>Aus PPR wird Kering – Puma-Mutter gibt sich neuen Namen, manager-magazin.de, 22. März 2013</ref>

Tochtergesellschaften

Zu Kering (damals PPR) gehören mit Stand Dezember 2013 folgende Marken:

Management

Kering gehört zum Stand 2014 zu 40,9 % der Anteile (55,52 % der Stimmrechte) zu der 1992 von François Pinault gegründeten Familienholding Groupe Artémis, in der die Familie Pinault weitere Unternehmen aus verschiedenen Branchen bündelt.

Mitglieder des Kering-Vorstands

  • François-Henri Pinault, CEO
  • Jean-François Palus, Group Managing Director
  • Jean-Marc Duplaix, Finanzdirektor
  • Alexis Babeau, Managing Director der Luxus-Division
  • Marco Bizzarri, CEO Bottega Veneta
  • Patrizio di Marco, CEO Gucci
  • Björn Gulden, CEO Puma
  • Louise Beveridge, Leiterin der Konzernkommunikation
  • Marie-Claire Daveu, Leiterin der Abteilung Nachhaltigkeit
  • Bélen Essioux Trujillo, Leiterin der Abteilung Personalwesen

Engagements

Nachhaltigkeit

Die Strategie Kerings in Sachen Nachhaltigkeit gehört zu den zentralen Projekten seit über einem Jahrzehnt. Die Grundwerte von Kering, die im ethischen Leitbild des Unternehmens zusammengefasst sind, sind für alle Marken verbindlich. Hierzu gehört auch der Grundsatz des nachhaltigen Wachstums, der eines der wichtigsten Prinzipien des Konzerns darstellt. Nach dem Prinzip „Sustainable business is smart business“ hat François-Henri Pinault im April 2012 quantitative Zielvorgaben, sowohl für den Umweltschutz als auch für soziale Projekte. Das Konzern hat sich engagiert diese bis 2016 zu erreichen<ref>5 Lessons from Kering, the Sustainability Dark Horse. Tripple Pundit. Abgerufen am 12. August 2013.</ref>.

Parallel dazu entwickelt Kering ein Instrument zur Messung des ökologischen Fussabdruckes des Konzerns – auf Englisch genannt « Environmental Profit & Loss account » (E P&L). Dieses neuartige Vorgehen, das von Puma entwickelt wurde, wird 2016 auf den gesamten Konzern ausgeweitet<ref>Puma Puts Financial Value on Environmental Impact. Tripple Pundit. Abgerufen am 19. Mai 2011.</ref>. Unter der Leitung von Marie-Claire Daveu, arbeiten 15 Experten in der Nachhaltigkeitsabteilung von Kering, um diese Ziele umzusetzen<ref>Kering. kering.com. Abgerufen am 20. September 2012.</ref>.

Die Kering-Stiftung

Die Kering-Stiftung, der François-Henri Pinault als Präsident persönlich vorsteht, ist ein wichtiger Bestandteil des Engagements von Kering für eine nachhaltigere Welt. Sie verfolgt mit ihrer Arbeit zwei grundsätzliche Ziele: Bekämpfung der Gewalt an Frauen und Unterstützung der Frauen auf ihrem Weg zu mehr Eigenständigkeit.

Seit deren Gründung 2009 hat die Stiftung 47 Partnerschaften mit Nichtregierungsorganisationen geknüpft und somit über 140 000 Frauen in 16 Ländern unterstützt. Im Einklang mit der Ausrichtung des Konzern, ist die Kering-Stiftung hauptsächlich auf drei geographische Zonen fokussiert: Die Amerikanischen Kontinente, Westeuropa und Asien.

Mehrere Kering-Marken führen ihre eigenen sozialen Projekte, die zum Teil von der Kering-Stiftung unterstützt werden. Besonders hervorzuheben ist hierbei die Fundraising-Initiative der Marke Gucci „Chime for Change“, die im Februar 2013 gestartet wurde und unter der Schirmherrschaft von Frida Giannini, der Chefdesignerin von Gucci, Salma Hayek-Pinault und Beyoncé Knowles, Frauen in aller Welt mit besonderem Augenmerk auf die Bereiche Bildung, Gesundheit und Gerechtigkeit einsetzt<ref>Chime For Change Campaign, Beyoncé Launch Initiative To Help Girls Run The World. huffingtonpost.com. Abgerufen am 3. Januar 2013.</ref>.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

<references />