Kielce
Kielce | ||||||
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Basisdaten | ||||||
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Staat: | Polen | |||||
Woiwodschaft: | Heiligkreuz | |||||
Powiat: | Kreisfreie Stadt | |||||
Fläche: | 109,45 km² | |||||
Geographische Lage: | 20,65|primary | dim=10000 | globe= | name= | region=PL-SK | type=city
}} |
Höhe: | 260 m n.p.m | |||||
Einwohner: | 199.475 (30. Jun. 2014)<ref name="L_ludnosc_stan_struktura_30-6-2014"></ref> | |||||
Postleitzahl: | 25-001 bis 25-900 | |||||
Telefonvorwahl: | (+48) 41 | |||||
Kfz-Kennzeichen: | TK | |||||
Wirtschaft und Verkehr | ||||||
Straße: | Krakau–Warschau | |||||
Schienenweg: | Warschau–Krakau | |||||
Kielce–Tschenstochau | ||||||
Nächster int. Flughafen: | Flughafen Krakau | |||||
Gmina | ||||||
Gminatyp: | Stadtgemeinde | |||||
Fläche: | 109,45 km² | |||||
Einwohner: | 199.475 (30. Jun. 2014)<ref name="L_ludnosc_stan_struktura_30-6-2014">Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2014. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), archiviert vom Original am 7. Dezember 2014, abgerufen am 30. November 2014. </ref> | |||||
Bevölkerungsdichte: | 1823 Einw./km² | |||||
Gemeindenummer (GUS): | 2661011 | |||||
Verwaltung (Stand: 2007) | ||||||
Stadtpräsident: | Wojciech Lubawski | |||||
Adresse: | Rynek 1 25-303 Kielce | |||||
Webpräsenz: | www.um.kielce.pl |
Kielce ['kʲɛlt͡sɛ](12px anhören?/i), rund 180 km südlich der polnischen Hauptstadt Warschau gelegen, ist die Hauptstadt der Woiwodschaft Heiligkreuz im Südosten von Polen und steht mit rund 200.000 Einwohnern auf der Liste der Städte Polens auf dem siebzehnten Platz.
Die kreisfreie Großstadt im Heiligkreuzgebirge ist Sitz zweier Hochschulen und des Bistums Kielce der römisch-katholischen Kirche Polens. Kielce ist Verarbeitungs- und Handelszentrum landwirtschaftlicher Erzeugnisse sowie bedeutender Standort der Metall- und Nahrungsmittelindustrie.
Inhaltsverzeichnis
Geschichte
Im 10. Jahrhundert wurde die St.-Adalbert-Kirche gebaut. Später kam eine Kirche auf dem Schlosshügel hinzu.
1212 war die erste urkundliche Erwähnung von Kielce, die Stadt ist aber wahrscheinlich älter.
1227 erhielt die Stadt das Stadtrecht. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts litt die Stadt unter den Angriffen der Tataren. Allerdings erholte sie sich schnell wieder.
Im 14. Jahrhundert wurde Kielce das Magdeburger Stadtrecht verliehen. 1496 erhielt es sein Wappen durch den Gnesener Erzbischof, Kardinal Friedrich Jagiello, aus dem Geschlecht der Jagiellonen. Die goldenen Buchstaben CK bedeuten Civitas Kielcensis (Bürgerschaft von Kielce).
Durch die Entwicklung des Eisenerzbergbaus wuchs Kielce im 16. und 17. Jahrhundert schnell an. Der Zustrom von Italienern, Ungarn, Deutschen und Slowaken prägte die Stadt. 1645 hatte sie etwa 1.250 Einwohner. Die Stadt erhielt während dieser Zeit ein Schloss, die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit, ein Bernhardinerkloster und ein Krankenhaus. Der Angriff der Schweden und die nachfolgenden Wirren durch Plünderungen und Seuchen stoppten die positive Entwicklung.
Durch die Dritte Teilung Polens fiel Kielce 1795 an Österreich und wurde an Westgalizien angegliedert. 1809 kam es zum Herzogtum Warschau, das ab 1815 als Kongresspolen unter russischer Oberherrschaft stand. Der Aufschwung am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts machte sich in Kielce vor allem durch den Anschluss an das polnische Eisenbahnnetz 1885 bemerkbar. Bei der Volkszählung 1897 wurde eine Einwohnerzahl von 23.178 festgestellt.<ref>Demoscope.ru/weekly</ref>
1918 wurde Kielce im wieder entstandenen Polen Hauptstadt der Woiwodschaft. 1939 lebten 71.000 Menschen in der Stadt.
Im Zweiten Weltkrieg wurde Kielce 1939 von der Wehrmacht besetzt. Die SS richtet 1941 das Ghetto Kielce ein.
Kielce war gleichzeitig ein wichtiges Zentrum des polnischen Widerstandes. In und um Kielce waren verschiedene Partisanengruppen tätig (Hubalczycy). Aber auch geheime Bildungseinrichtungen bis zum Universitätsniveau waren vertreten und verhinderten ein völliges Absinken des Wissensniveaus. Im Verlauf der Weichsel-Oder-Operation wurde Kielce am 15. Januar 1945 von der Roten Armee eingenommen.
Kurz nach Kriegsende wurde die Stadt durch den Pogrom von Kielce bekannt, bei dem im Juli 1946 ein lokaler Mob jüdische Holocaust-Überlebende und Heimkehrer aus der Sowjetunion attackierte. Es gab 42 Tote und etwa 80 Verletzte.<ref>Christian Deutschmann: Der Hass brach los. Das Pogrom im polnischen Kielce. In: FAZ, 10. Juni 2010</ref>
Verkehr
Kielce liegt an den Bahnstrecken Warschau–Krakau und Kielce–Tschenstochau.
Sehenswürdigkeiten
- Nationalmuseum im ursprünglich barocken, ehemaligen Bischofspalast Kielce
- Gotische Kathedrale mit Schatzkammer
- Kloster auf dem Karczowka-Hügel (17. Jh.)
- Rathaus im Stil des Klassizismus (erste Hälfte des 19. Jh.)
- Zieliński-Palast
- Ehemaliges Gefängnis (aus dem 19. und 20. Jhd.)
Bildung
- Seit 1969 gibt es die Humanistisch-Naturwissenschaftliche Universität Kielce (Uniwersytet Humanistyczno-Przyrodniczy Jana Kochanowskiego w Kielcach)
- Seit 1974 gibt es die Technische Universität Kielce (Politechnika Świętokrzyska w Kielcach) in der Stadt.
- 1993 wurde die Hochschule für Wirtschaft und Handel Kielce gegründet.
Sport
Der Handballverein KS Vive Targi Kielce spielt in der höchsten polnischen Liga.
Der Fußballverein Korona Kielce spielt in der obersten polnischen Fußballliga Ekstraklasa.
Städtepartnerschaften
Partnerstädte von Kielce sind<ref>Website Kielce</ref>
- Gotha, Deutschland
- Winnyzja, Ukraine
- Budapest, Ungarn
- Ramla, Israel
- Orange, Frankreich
- Yuyao, Volksrepublik China
Mit den Städten Sandviken in Schweden und Bacău in Rumänien arbeitet die Stadt zusammen, ohne dass es ausdrückliche Partnerschaftsabkommen gibt.
Söhne und Töchter der Stadt
- Leo Pantocsek (1893), ungarischer Chemiker und Fotopionier
- Fjodor Ippolitowitsch Schtscherbatskoi (1866–1942), russischer Indologe mit dem Schwerpunkt Buddhismus
- Leopold Binental (1886–1944), Musikwissenschaftler und -pädagoge
- Leszek Drogosz (1933–2012), Boxer
- Krzysztof Janik (* 1950), Politiker und Politologe
- Marek Prawda (* 1956), Diplomat
- Włodzimierz Pawlik (* 1958), Jazz-Pianist und Komponist
- Bartłomiej Sienkiewicz (* 1961), Politiker
- Michał Sołowow (* 1962), Unternehmer
- Kazimierz Michał Ujazdowski (* 1964), Politiker, Mitglied des Europäischen Parlaments
- Dagmara Domińczyk (* 1976), US-amerikanische Schauspielerin
- Tomasz Tłuczyński (* 1979), Handballspieler
- Marika Domińczyk (* 1980), US-amerikanische Schauspielerin
- Paweł Brożek (* 1983), Fußballspieler
- Piotr Brożek (* 1983), Fußballspieler
Verweise
Weblinks
- Homepage von Kielce (mehrsprachig)
- Die alte Stadt Kielce präsentiert in Bildern
- Investitionen in Kielce
- Wici Portal für Kultur in Kielce - polnische Sprache nur
- Unsere Kielce - Information und Unterhaltung vor Ort
Fußnoten
<references />