Molybdänsäure


aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Molybdat)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kristallstruktur
Keine Zeichnung vorhanden
Allgemeines
Name Molybdänsäure
Andere Namen

Molybdän(VI)-säure

Verhältnisformel MoO3 · H2O
MoO3
CAS-Nummer 7782-91-4
PubChem 82208
Kurzbeschreibung

farbloser (triklin) bzw. gelber (monoklin) Feststoff<ref name="Holleman-Wiberg">A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 101. Auflage. de Gruyter, Berlin 1995, ISBN 3-11-012641-9Vorlage:Holleman-Wiberg/Startseite fehlt (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).</ref>

Eigenschaften
Molare Masse 161,95 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

300 °C (85 %ig)<ref name="Merck" />

pKs-Wert
  • pKs1=3,7<ref name="Holleman-Wiberg"/>
  • pKs2=3,9<ref name="Holleman-Wiberg"/>
Löslichkeit

0,5 g·l−1 (Monohydrat, 15 °C)<ref>D'Ans-Lax: Taschenbuch für Chemiker und Physiker, 4. Auflage, Band 3, Springer Verlag 1998, ISBN 3-540-60035-3.</ref>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung <ref name="Merck">Datenblatt Molybdänsäure etwa 85 % MoO3, enthält Ammoniummolybdat (PDF) bei Merck, abgerufen am 11. April 2011.</ref>
08 – Gesundheitsgefährdend 07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 319​‐​335​‐​373
P: 305+351+338 <ref name="Merck" />
EU-Gefahrstoffkennzeichnung <ref>Für Stoffe ist seit dem 1. Dezember 2012, für Gemische seit dem 1. Juni 2015 nur noch die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung gültig. Die EU-Gefahrstoffkennzeichnung ist daher nur noch auf Gebinden zulässig, welche vor diesen Daten in Verkehr gebracht wurden.</ref><ref name="Merck" />
Gesundheitsschädlich
Gesundheits-
schädlich
(Xn)
R- und S-Sätze R: 36/37​‐​48/20/22
S: 22​‐​25
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Molybdänsäure hat die Verhältnisformel H2MoO4 und kann als Monohydrat des Molybdäntrioxids aufgefasst werden: MoO3 · H2O. Im Gegensatz etwa zur scheinbar analog aufgebauten Schwefelsäure (H2SO4), existieren keine diskreten H2MoO4-Moleküle, stattdessen besteht Molybdänsäure aus einem Schichtengitter aus MoO6-Oktaedern (gelbe, monokline Form) bzw. Zickzackketten von MoO6-Oktaedern (farblose, trikline Form)<ref name="Holleman-Wiberg" />. Die konjugierte Base der Molybdänsäure MoO42− heißt Molybdat, die Salze der Molybdänsäure heißen Molybdate. Die Molybdationen bestehen, analog der Sulfationen, aus MoO42−-Tetraedern<ref name="Holleman-Wiberg" />.

Molybdat (MoO42−) stellt die bioverfügbare, d. h. für Lebewesen nutzbare Form von Molybdän dar.<ref name="Schwarz_Molybdän">Schwarz G. et al.: Molybdenum cofactors, enzymes and pathways. In: Nature. 460, Nr. 7257, 2009, S. 839–847. PMID 19675644.</ref>

Man kann Molybdänsäure als weißen Niederschlag erhalten, wenn man eine Molybdatlösung ansäuert. Salpetersaure Molybdatlösungen können bei längerem Stehen auch das gelbe Hydrat der Molybdänsäure H2MoO4 · H2O in kristalliner Form abscheiden.<ref>Jander-Blasius, Lehrbuch der analytischen und präparativen anorganischen Chemie, 8. Auflage, S. Hirzel Verlag, Stuttgart 1969.</ref>

Einzelnachweise

<references />