Natriummolybdat


aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Strukturformel
2NatriumionMolybdation
Allgemeines
Name Natriummolybdat
Andere Namen
  • Dinatriummolybdat
  • Natrii molybdas dihydricus
Summenformel Na2MoO4
CAS-Nummer
  • 7631-95-0
  • 10102-40-6 (Dihydrat)
PubChem 4384450
Kurzbeschreibung

weißer geruchloser Feststoff<ref name="GESTIS" />

Eigenschaften
Molare Masse 205,92 g·mol−1
Aggregatzustand

fest<ref name="GESTIS" />

Dichte
Schmelzpunkt
  • 687 °C<ref name="GESTIS" />
  • 100 °C (Dihydrat)<ref name="SigmaDH" />
Löslichkeit
  • leicht löslich in Wasser (650 g·l−1 bei 20 °C)<ref name="GESTIS" />
  • leicht löslich in Wasser (560 g·l−1 bei 0 °C)<ref name="cb">Eintrag zu Natriummolybdat bei ChemBlink, abgerufen am 30. September 2012.</ref>
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung <ref name="GESTIS" />
keine GHS-Piktogramme
H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze
Toxikologische Daten

4000 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)<ref name="GESTIS" />

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Natriummolybdat ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Molybdate, welche auch oft als Dihydrat und Decahydrat vorkommt. Es ist das Natriumsalz der Molybdänsäure.

Gewinnung und Darstellung

Natriummolybdat wurde erstmals durch Hydration synthetisiert.<ref>Spitsyn, Vikt. I.; Kuleshov, I. M. Zhurnal Obshchei Khimii, 1951, 21, S. 1701–1715.</ref> Eine bekanntere Synthese ist das Auflösen von Molybdäntrioxid in Natronlauge bei 50–70 °C.<ref name = Braithwaite>E.R. Braithwaite, J. Haber: Molybdenum: An outline of its Chemistry and Uses. Elsevier Science B.V. Amsterdam 1994.</ref> Das wasserfreie Salz wird durch Erhitzen auf mehr als 130 °C erzeugt.<ref>Datenblatt Natriummolybdat (PDF) bei Merck, abgerufen am 6. Juli 2010.</ref>

<math>\mathrm{MoO_3 + 2 \ NaOH \longrightarrow Na_2MoO_4 \cdot 2 \ H_2O}</math>

Auch die Herstellung durch Zusammenschmelzen von Molybdäntrioxid mit Natriumcarbonat ist möglich.<ref>Hermann Hager, Franz von Bruchhausen: Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis. Band 5; ISBN 978-3-5406-2646-6, S. 283.</ref>

Eigenschaften

Natriummolybdat ist ein weißer geruchloser Feststoff und bildet hydratisierte, glänzende, wasserlösliche Kristalle. Mit Natriumborhydrid reduziert es Molybdän zu einer niedrigeren Oxidationsstufe.<ref>Chi Fo Tsang and Arumugam Manthiram. Journal of Materials Chemistry, 1997, 7 (6), S. 1003–1006.</ref>

<math>\mathrm{Na_2MoO_4 + NaBH_4 + 2 \ H_2O \longrightarrow NaBO_2 + MoO_2 + 2 \ NaOH + 3 H_2}</math>

Verwendung

Natriummolybdat wird als Analytisches Reagenz auf Alkaloide<ref>Datenblatt Natriummolybdat-Dihydrat (PDF) bei Carl Roth, abgerufen am 25. Juni 2011.</ref>, zum Herstellen von Pigmenten und in der Medizin als Zusatzstoff in Sondennahrungen<ref>Produktinfos Fresubin</ref> sowie zur Herstellung anderer Molybdänverbindungen verwendet. In der Landwirtschaft nutzt man große Mengen als Dünger.<ref>W. Plant: Use of Lime and Sodium Molybdate for the Control of ‘Whiptail’ in Broccoli. In: Nature. 1950, 165, S. 533, doi:10.1038/165533b0.</ref><ref>E. B. Davies: A Case of Molybdenum Deficiency in New Zealand. In: Nature. 1945, 165, S. 392, doi:10.1038/156392b0.</ref>

Einzelnachweise

<references />

Weblinks