Piran
Piran | ||||||
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Basisdaten | ||||||
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Staat | Slowenien | |||||
Historische Region | Küstenland / Primorska | |||||
Statistische Region | Obalno-kraška (Küste und Karst) | |||||
Koordinaten | 13,570277777778|primary | dim=10000 | globe= | name= | region=SI-090 | type=city
}} |
Fläche | 44,6 km² | |||||
Einwohner | 17.491 (2008) | |||||
Bevölkerungsdichte | 392 Einwohner je km² | |||||
Postleitzahl | 6330 | |||||
Kfz-Kennzeichen | KP | |||||
Struktur und Verwaltung (Stand: 2010) | ||||||
Bürgermeister: | Peter Bossman (Socialni demokrati) | |||||
Webpräsenz |
Piran (italienisch Pirano, deutsch veraltet: Pirian) ist eine Stadt im äußersten Südwesten Sloweniens an der Küste des Adriatischen Meeres. Mit ihrer Lage, ihrer Altstadt und venezianischen Architektur ist die Stadt an der Slowenischen Riviera eines der bekanntesten Touristenzentren Sloweniens.
Inhaltsverzeichnis
Bevölkerung
Die Gemeinde Piran hat etwa 17.000 Einwohner auf 45 km² Fläche. Die Stadt selbst hat 4.100 Einwohner.
78,6 % der Einwohner waren bei der Volkszählung 2002 slowenische Staatsbürger, 10,0 % Kroaten, 5,4 % Bosnier, 2,8 % Jugoslawen, 1,9 % EU-Bürger (damals EU-15), 0,8 % Mazedonier und 0,6 % andere.
Die Mehrheit der Bevölkerung (66,7 %) gab bei dieser Volkszählung Slowenisch als Muttersprache an. Wichtigste Minderheitensprachen sind Kroatisch (8,4 %) und Italienisch (7,0 %). Ferner sprachen nach eigenen Angaben 3,0 % Serbokroatisch, 2,1 % Serbisch, 2,0 % Bosnisch und 3,7 % sonstige Sprachen.<ref>3,7 % sonstige Sprachen = 0,8 % Albanisch, 0,4 % Mazedonisch, 0,2 % Deutsch, 0,1 % Ungarisch, 2,2 % andere. Die restlichen 7,1 % machten keine Angaben. Quelle: www.stat.si. 2002, abgerufen am 7. August 2013. </ref>
Amtssprachen der Gemeinde Piran sind Slowenisch und Italienisch. Öffentliche Beschilderungen, Schulen, Kindergärten und die Universität Primorska sind grundsätzlich zweisprachig.
Geographische Lage
Die Gemeinde Piran grenzt im Süden an Kroatien und im Osten an die Gemeinden Koper und Izola. Außerdem besitzt sie im Norden eine Seegrenze mit italienischen Hoheitsgewässern. Die höchste Erhebung ist der 289 m hohe Baretovec pri Padni. Die Stadt verfügt über den Regionalflughafen Portorož sowie über eine Marina.
Klima
Das vorherrschende Mittelmeerklima zeichnet sich durch milde Durchschnittstemperaturen aus (Januar: 4,4 Grad, Juli 21,5 Grad). Drei typische Winde finden sich in diesem Teil der Adria:<ref>Piran: Gemeinde, Lokale touristische Organisation 1999, S. 6</ref> Aus dem Nordwesten der mäßige Mistral (Maestral), der stärkere, heiße Südwind Scirocco (Jugo) vom Südosten aus der Sahara sowie der stürmische, böige, kalte Fallwind Bora aus dem Nordosten mit Windgeschwindigkeiten bis zu 200 km/h, der im Winter bis zu zwei Wochen, im Sommer oft nur wenige Stunden bis zu einem Tag andauert.
Altstadt
Im Stadtkern im italienisch-venezianischen Stil gibt es einige Baudenkmälern und Aussichtspunkten. Die südliche Strandpromenade, vom kleinen Hafen bis zur Spitze der Landzunge, ist gesäumt von zahlreichen Restaurants für das touristische Publikum.
Das Stadtfest findet am 15. Oktober statt.
Sehenswürdigkeiten
An der westlichen Spitze der Landzunge befindet sich die burgartig wirkende Kirche Sv. Klementa (St. Clementa), die als Wahrzeichen der Stadt gilt.
Zentrum des städtischen Lebens ist der restaurierte Tartinijev trg, die Piazza Tartini oder der Tartiniplatz. Er entstand im Jahr 1894, als der damals an dieser Stelle liegende, zu klein gewordene und als Müllkippe verwendete Hafen endgültig zugeschüttet wurde. Zentral auf dem Platz steht das Denkmal für den Komponisten Giuseppe Tartini als überlebensgroße Bronzestatue. Zum Ensemble des Platzes gehören das klassizistische Rathaus an der Nordseite und rechts davon ein rotes gotisches Patrizierhaus. Das Benečanka (Venezianerhaus) wurde von einem reichen aus Venedig stammenden und dort verheirateten Kaufmann für seine in Piran lebende Geliebte gebaut. Die Hausecke gibt das Antlitz der Geliebten wieder. Die zum Tartiniplatz gerichtete Fassade enthält ein Relief mit der italienischen Aufschrift lassa pur dir (Lass sie reden).
- Venezianerhaus Piran.JPG
Venezianerhaus in Piran am Tartiniplatz
- Geliebte Piran.JPG
Antlitz der Geliebten, Venezianerhaus in Piran
- Inschrift Venezianerhaus.JPG
Inschrift "lassa pur dir" auf Venezianerhaus Piran
Etwa 100 Meter östlich des Tartiniplatzes steht ein Franziskanerkloster, das im Sommer für Konzerte genutzt wird und in dessen Untergeschoss eine Gemäldesammlung venezianischer Maler zu sehen ist.
Auf der nördlichen Klippe der Halbinsel überragt die Kathedrale Sv. Jurij (St. Georg) die Stadt, die 1637 errichtet wurde. Der Kirchenturm der Kathedrale ist dem venezianischen Markusturm nachempfunden. Die Kirchturmspitze schmückt eine schwerttragende Statue des Stadtpatrons Sankt Georg. Die Figur dreht sich entsprechend der Windrichtung und dient den Bürgern der Stadt somit als Wetterfahne.
Auf dem Gebiet der Gemeinde unmittelbar an der kroatischen Grenze befindet sich der Naturpark Salinen von Sečovlje. In der Nähe des Ortsteils Strunjan befinden sich zudem die nördlichsten noch bewirtschafteten Salinen des Mittelmeerraums.
Museen
Am Hafen der Altstadt sind drei Museen rund um das Thema Meer zu besichtigen. Das Aquarium unter der Adresse Kidriĉevo nabrežje 4 zeigt die Meeresfauna der Adria. Das Pomorski muzej (Meeresmuseum) in der Cankarjevo nabrežje 3 präsentiert die wirtschaftliche Nutzung des Meeres (Fischerei, slowenische Seefahrt, Salzgewinnung). Das Muzej pod vodnihdejavnosti (Unterwassermuseum) in der Župančičeva 24 beschäftigt sich thematisch mit dem Tauchen und zeigt beispielsweise Schiffswracks.
Schulwesen
Neben slowenischen und italienischen Kindergärten existieren in Piran jeweils vier slowenische und italienische Grundschulen, in denen etwa 1.700 Kinder unterrichtet werden. Daneben finden sich vier weiterführende Schulen: das Gymnasium Piran, das Gymnasium „Antonio Sema“ mit italienischem Sprachunterricht, die Mittlere Seefahrtschule Portorose und die Mittlere Schule für Gesundheitswesen. Weiterhin gibt es auf dem Gemeindegebiet noch die Hochschulen für Seefahrt und Verkehr, Hotelwesen und Tourismus sowie für Wirtschaft beziehungsweise für Unternehmertum.<ref>Piran: Gemeinde, Lokale touristische Organisation 1999, S. 10–11</ref>
Rundfunksender
Piran ist Standort einer Sendeanlage der Radiotelevizija Slovenija für Hörfunk und Fernsehen. Als Antennenträger kommt ein 123,6 Meter hoher Stahlfachwerkmast mit einer Reusenantenne zum Einsatz, da er auch zur Verbreitung von zwei Mittelwellenprogrammen genutzt wird.<ref>Elektroservisi: Popravilo sidrnih vrvi na antenskem stebru OC Beli Križ (nicht mehr online abrufbar)</ref>
Ortsteile
Die Gemeinde Piran umfasst folgende Ortsteile (Einwohnerzahlen der Volkszählung 2002; Sortierung nach postalischen Orten):
- postalisch 6330 Piran (ital. 6330 Pirano):
- Piran (ital. Pirano), 4142 Einwohner, 15 m. i. J.
- postalisch 6320 Portorož (ital. 6320 Portorose):
- Portorož (ital. Portorose), 2849 Einwohner, 2 m. i. J.
- Lucija (ital. Lucia), 5.792 Einwohner, 25 m. i. J.
- Seča (ital. Sezza), 942 Einwohner, 25 m. i. J.
- Strunjan (ital. Strugnano), 564 Einwohner, 2 m. i. J.
- postalisch 6333 Sečovlje (ital. 6333 Sicciole):
- Sečovlje (ital. Sicciole), 584 Einwohner, 20 m. i. J.
- Parecag, 910 Einwohner, 35 m. i. J.
- Sv. Peter, 329 Einwohner, 210 m. i. J.
- Dragonja (ital. Dragogna), 296 Einwohner, 20 m. i. J.
- Nova vas nad Dragonjo, 193 Einwohner, 268 m. i. J.
- Padna, 156 Einwohner, 215 m. i. J.
Söhne und Töchter der Stadt
- Giuseppe Tartini (* 8. April 1692 in Piran; † 26. Februar 1770 in Padua), Geiger und Komponist. Der zentrale Platz der Stadt (Tartinijev trg/piazza Tartini) ist nach ihm benannt. Dort wurde aus Anlass des 200. Geburtstages des Musikers am 2. August 1896 eine vom venezianischen Künstler Antonio Dal Zotto (1841–1918) geschaffene überlebensgroße Bronzestatue enthüllt.<ref>Theater und Kunst. (…) Ein Tartini-Denkmal (…). In: Wiener Abendpost. Beilage zur Wiener Zeitung, Nr. 171/1896, 27. Juli 1896, S. 3, oben rechts. (Online bei ANNO) .</ref>
- Cesare Dell’Acqua (* 22. Juli 1821 in Piran; † 16. Februar 1905 in Brüssel) italienischer Maler.
- Domingo Brescia (1866−1929), italienischer Komponist und Musikpädagoge
- Alenka Dovžan (* 11. Februar 1976 in Piran), slowenische Skirennläuferin.
Schutzpatron
Der Schutzheilige der Stadt Piran ist Sankt Georg. Dies findet sich wieder im blau umrahmten roten Georgskreuz des Stadtwappens. Weiterhin zeigt sich eine Darstellung des Drachentöters mit einem Schwert auf der Spitze des Kirchturms der Stadtkirche St. Georg.
Verkehr
Zwischen 1909 und 1912 war die Stadt Ausgangspunkt der Gleislosen Bahn Pirano–Portorose, eines der ersten Oberleitungsbus-Betriebe Österreichs.
Von 1912 bis 1953 verkehrte zwischen Piran (Tartiniplatz) und Portorož (Station Lokalbahn Triest–Parenzo) auf fünf Kilometern Länge eine als Kleinbahn zugunsten der Aktiengesellschaft Vereinigte Gaswerke von Augsburg konzessionierte Straßenbahn<ref>RGBl 1912/132: Kundmachung des Eisenbahnministeriums, betreffend die Konzessionierung einer mit elektrischer Kraft zu betreibenden schmalspurigen Kleinbahn von Pirano nach Portorose. In: Reichsgesetzblatt für die im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder, Jahrgang 1912, S. 621 ff. (Online bei ANNO) .</ref> mit der für Straßenbahnen ungewöhnlichen Spurweite von 760 Millimetern.<ref>Strassenbahn Magazin 2/2013, S. 72</ref> Die Trassenrevision der 1911 projektierten Linie fand Anfang Jänner 1912 statt,<ref>Projektierte Anlagen. (…) Portorose. In: Elektrotechnik und Maschinenbau, Jahrgang 1912, Anhang Industrielle und wirtschaftliche Nachrichten, Nr. 4/1912 (XXX. Jahrgang), S. 53 Mitte. (Online bei ANNO) .</ref> am 20. Juli 1912 wurde die Bahn dem Verkehr übergeben.<ref>Projektierte Anlagen. (…) Pirano. In: Elektrotechnik und Maschinenbau, Jahrgang 1912, Anhang Industrielle und wirtschaftliche Nachrichten, Nr. 30/1912 (XXX. Jahrgang), S. 421, oben links. (Online bei ANNO) .</ref>
Die Bucht von Piran ist als Schifffahrtsweg für den slowenischen Hafen Koper von Bedeutung.
Galerie
- Piran Sv. Klementa.JPG
Kirche San Clemente, Pirans Wahrzeichen
- Piran Tartiniplatz.JPG
Der Tartiniplatz
- Piran-Rathaus-(30711).jpg
Rathaus
- Piran Markuslöwe.jpg
Erinnerung an die venezianische Herrschaft: der Markuslöwe am Rathaus Piran
- Piran-Kirche-St.-Peter-Innenraum-(260711).jpg
St.-Peter-Kirche (Cerkev Sv. Petra)
- Piran, Kirche St. Georg mit Baptisterium.JPG
Kathedrale St. Georg (Sv. Jurij) mit Baptisterium
- Piran-St. Georg-Westportal (260711).jpg
St. Georg, Westportal
- Piran St. Georg.jpg
Kathedrale St. Georg, von der Uferpromenade gesehen
- Piran-Steilabfall-bei-St.-Georg-(260711).jpg
Steilabfall bei St. Georg
- Piran2a.JPG
Piran Hafen
- Piran 03.jpg
Kap Madona - westlichster Punkt der slowenischen Küste
- Piran panorama1.JPG
Panorama-bild von Piran
- Piran mit Festung.JPG
Piran mit Stadtmauer
Weblinks
Literatur
- Hermann Prechtl: Istriens Westküste. Eine Fahrt von Triest nach Pola. In: Fremden-Zeitung. Central-Organ zur Förderung des Fremden- und Reise-Verkehrs in und nach Oesterreich und dem angrenzenden bayerischen Hochlande, Nr. 19/1900 (XIII. Jahrgang), 17. Februar 1900, S. 1–3. (Online bei ANNO) .
- Dieter Schulze: Slowenien. Die Highlights des Landes direkt erleben, nette Orte entdecken und in den Alltag eintauchen, die schönsten Ausflüge in die Natur. Mit großem Faltplan. (Erste Auflage). DuMont-Reiseverlag, Ostfildern 2012, ISBN 978-3-7701-9631-9, S. 66–69.
Siehe auch
Einzelnachweise
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