Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf
Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf | |
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Logo | |
Gründung | 21. Dezember 1972 |
Trägerschaft | Land NRW |
Ort | Düsseldorf |
Bundesland | Nordrhein-Westfalen |
Staat | Deutschland |
Rektor | Raimund Wippermann |
Studenten | 890 WS 2012/13<ref>Statistisches Bundesamt: Studierendenzahlen Studierende und Studienanfänger/-innen nach Hochschularten, Ländern und Hochschulen, WS 2012/13, S. 66–113 (abgerufen am 3. November 2013)</ref> |
Mitarbeiter | 85 |
davon Professoren | 43 |
Jahresetat | 8,5 Mio. Euro (2008) |
Website | www.rsh-duesseldorf.de |
Die Robert-Schumann-Hochschule (RSH) ist eine Musikhochschule im Düsseldorfer Stadtteil Golzheim: In der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt werden mehr als 900 Studenten aus über 40 Nationen ausgebildet. Das Lehrangebot reicht von den Studiengängen „Musik“ und „Musikvermittlung“ bis zum künstlerisch-technischen Fach „Ton und Bild“, das eine technisch-naturwissenschaftliche Ausbildung an der Hochschule Düsseldorf (HSD) mit einem Musikstudium verbindet.
Ihren Namen trägt sie nach dem deutschen Dirigenten, Komponisten und Musikkritiker Robert Schumann (1810–1856).
Inhaltsverzeichnis
Schwerpunkte
Die Hochschule bietet vier künstlerische Studiengänge an: Musik umfasst die Studienrichtungen Orchesterinstrumente, Gesang, Gitarre, Klavier, Orgel und Komposition während Musikvermittlung die Studienrichtungen Musikpädagogik, Musiktheorie, Chorleitung, Orchesterleitung und Kirchenmusik abdeckt. Der dritte Studiengang Musik und Medien wird am hochschuleigenen Institut für Musik und Medien unterrichtet. Er hat u. a. die Schwerpunkte Medienkomposition, Musikproduktion, Medienmanagement und Visual Music. Der vierte Studiengang Ton und Bild wird gemeinsam mit der Fachhochschule Düsseldorf angeboten und ist ingenieurwissenschaftlich ausgerichtet. Darüber hinaus bietet das musikwissenschaftlichen Institut der Hochschule ein wissenschaftliches Studium an.
Einen Akzent setzt die Robert-Schumann-Hochschule auf ihre Opernschule. Mindestens einmal im Jahr zeigen die Studierenden ihr Können in einer szenischen Aufführung, wobei die Hochschule eng mit der Deutschen Oper am Rhein zusammenarbeitet. Weitere Schwerpunkte bilden die Orchesterausbildung und die evangelische sowie die katholische Kirchenmusik. Außerdem studieren in Düsseldorf die Militärmusiker der Bundeswehr.
Die Hochschule hat 2008 ein eigenes Ausbildungszentrum für den hochbegabten Nachwuchs gegründet. „Schumann junior“ richtet sich an besonders talentierte Schülerinnen und Schüler im Alter von 10 bis 17 Jahren. Darüber hinaus unterhält die RSH ein großes Symphonieorchester, mehrere Ensembles und verschiedene Chöre.
Während des Semesters veranstaltet die RSH zahlreiche Vortrags- und Übungsabende im hochschuleigenen Konzertsaal, dem Partika-Saal. Weitere Konzerte finden in der Düsseldorfer Tonhalle, im Düsseldorfer Robert Schumann Saal und im Haus der Universität der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf statt. Auf Initiative von Thomas Leander gestaltete die Hochschule 2013 drei Konzerte mit der Band Die Toten Hosen. Unter dem Titel Entartete Musik – Willkommen in Deutschland präsentierten die Musiker unter der Leitung von Rüdiger Bohn in der Tonhalle Düsseldorf Werke von Komponisten, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. Ein Zusammenschnitt der Konzerte wurde im Oktober 2015 als Doppel-CD veröffentlicht.
Geschichte
Die Robert-Schumann-Hochschule ist als eigenständige Musikhochschule relativ jung. Ihre Anfänge reichen jedoch weiter zurück. Den Grundstein für die heutige Robert-Schumann-Hochschule legte 1935 der Generalmusikdirektor Hugo Balzer. Er hatte die Idee, drei große private Musikschulen, wovon die älteste, das Buths-Neitzel-Konservatorium, benannt nach ihren Gründern Julius Buths und Otto Neitzel, aus dem Jahre 1902 stammt, zu einem Konservatorium zusammenzulegen. Das Institut sollte „Robert-Schumann-Konservatorium“ heißen. Auf diese Weise sollte des in Düsseldorf nicht immer gut behandelten Komponisten gedacht werden. Das Ziel Balzers war, beim Ausbau des Konservatoriums darauf zu achten, die Ausbildung so praxisnah wie möglich durchzuführen. Deshalb wurde der Schwerpunkt auf die berufseinmündende Ausbildung von Vollstudierenden gelegt. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges entwickelte sich das Konservatorium sehr gut. Während des Krieges blieb es jedoch geschlossen und öffnete erst 1945 wieder seine Pforten an der Inselstrasse. Es stand jetzt unter der Leitung des Düsseldorfer Musikers Joseph Neyses, der es bis zu seiner Pensionierung 1964 zu einer auch in der gesamten Region angesehenen Ausbildungsstätte ausbaute. So kam es u.a. zum Aufbau einer Abteilung für Katholische Kirchenmusik und 1950 zur Übernahme der Tonmeisterschule von Friedrich Trautwein, auf die das heutige Studium der Ton- und Bildtechnik letztlich zurückgeht. Das Konservatorium vergrößerte sich stetig. Unter der Leitung von Jürg Baur bezog das Konservatorium Räumlichkeiten an der Homberger Straße („Villa Engelhardt“) und der Fischerstraße. Ein Neubau auf der Fischerstraße 110 wurde von ihm vorbereitet. Die Einweihung erfolgte 1975 durch Helmut Kirchmeyer, der ab 1972 das Konservatorium leitete.
Mit Staatsvertrag vom 21. Dezember 1972 erhielt das Robert-Schumann-Konservatorium den Rang einer Musikhochschule und hieß seit dem 19. April 1973 „Robert-Schumann-Institut der Staatlichen Hochschule für Musik Rheinland“. Gleichzeitig ging die Trägerschaft von der Stadt auf das Land über. Seitdem bereitete das „Robert-Schumann-Institut“ (RSI) angehende Musiker unmittelbar auf ihren Beruf vor. Die Laienausbildung fand nicht mehr statt. Unter der neuen Trägerschaft wurde dem Institut gleichzeitig die Landeskirchenmusikschule der Evangelischen Kirche im Rheinland auf der Graf-Recke-Straße als eigene Abteilung angegliedert. Durch einen Vertrag von 1976 übernahm das RSI in Zusammenarbeit mit dem Ausbildungsmusikkorps Hilden die künstlerische Gesamtverantwortung für die Ausbildung aller deutschen Bundeswehrmusiker. 1984 wurden zusätzliche Räume im Gebäude der Fachhochschule, Georg-Glock-Str. 15, bezogen.
Ein neues Kapitel wurde mit der Verabschiedung des Gesetzes über die Kunsthochschulen im Lande NRW vom 20. Oktober 1987 aufgeschlagen. Über mehrere Jahre hatte sich der Landtag mit der Neugliederung der Hochschullandschaft befasst und war zu dem Entschluss gekommen, das „Robert Schumann Institut“, damals standortbezogen die zweitgrößte deutsche Musikhochschule, zu verselbstständigen. Düsseldorf wurde mit allen Rechten einer selbstständigen Hochschule ausgestattet. Ferner begann 1987 der Aufbau eines Musikdidaktischen Museums, das seit 1980 als zentrale Betriebseinheit geführt wird. 1989 erhielt die Hochschule das Promotionsrecht. In den 1990er Jahren wurden das Institut für Tonsatz (1990) sowie das Musikwissenschaftliche Institut (1994) gegründet.
Gliederung
- Musikwissenschaftliches Institut
- Institut für Komposition und Musiktheorie
- Institut Fuer Musik Und Medien
- Institut für Kirchenmusik
- Schumann Junior
Bekannte Absolventen
- Hörður Áskelsson (* 1953), isländischer Organist und Chorleiter
- Martin Bambauer (* 1970), deutscher Kirchenmusiker
- Karl Bartos (* 1952), deutscher Musiker und ehemaliges Mitglied der Band Kraftwerk
- Björn Bobach (* 1973), deutscher Opernsänger
- Berthold Botzet (* 1961), deutscher Organist und Domkapellmeister
- Gerhard Croll (* 1927), deutsch-österreichischer Musikwissenschaftler
- Oscar van Dillen (* 1958), niederländischer Komponist
- Klaus Doldinger (* 1936), deutscher Musiker
- Stefan Engels (* 1967), deutscher Organist
- Hermin Esser (1928–2009), deutscher Opernsänger
- Lutz Felbick (* 1954), deutscher Organist und Musikwissenschaftler
- Helmut Freitag (* 1960), deutscher Kirchenmusiker
- Manuel Gera (* 1963), deutscher Kirchenmusiker
- Kurt Gester (1914–1997), deutscher Opernsänger
- Roland Härdtner (* 1964), deutscher Marimbaspieler und Orchestermusiker
- Fritz Hilpert, deutscher Musiker und Mitglied der Band Kraftwerk
- Michael Hoppe (* 1966), Domorganist und Hochschullehrer
- Ralf Hütter (* 1946), deutscher Musiker, Radsportler, Gründungsmitglied der Band Kraftwerk
- Helmut Kickton (* 1956), deutscher Kirchenmusiker
- Sukyeon Kim (* 1988), koreanische Pianistin
- Reinhard Kluth (* 1950), deutscher Kirchenmusiker
- Tobias Koch (* 1968), deutscher Pianist
- Dieter Kreidler (* 1943), deutscher Gitarrist
- Heinz Lengersdorf (* 1966), deutscher klassischer Pianist
- Ulrich Leykam (* 1948), deutscher Kirchenmusiker
- Johannes Quack (* 1959), deutscher Organist und Kirchenmusiker
- Johannes Quint (* 1963), deutscher Musikwissenschaftler und Komponist
- Maria Radner (1981–2015), Opernsängerin
- Walter Ratzek (* 1960), deutscher Kapellmeister, Leiter des Musikkorps der Bundeswehr
- Fazıl Say (* 1970), türkischer Pianist und Komponist
- Werner Schepp (* 1958), deutscher Kirchenmusiker
- Andreas Schmidt (* 1960), deutscher Bassbariton
- Henning Schmitz, deutscher Musiker und Mitglied der Band Kraftwerk
- Wolfgang Seifen (* 1956), deutscher Organist
- Florian Schneider-Esleben (* 1947), deutscher Musiker, Gründungsmitglied der Band Kraftwerk
- Vera Schoenenberg (* 1973), deutsche Opernsängerin
- Alexander Shelley (* 1979), britischer Dirigent und Cellist
- Andreas Sieling, deutscher Organist und Musikwissenschaftler
- Jürgen Sonnentheil (* 1961), deutscher Kirchenmusiker
- Klaus Wallrath (* 1959), deutscher Kirchenmusiker und Komponist
- Bertram Weigel (1950–1976), deutscher Zeichner und Musiker
- Bernd Wiesemann (1938–2015), deutscher Komponist und Musikpädagoge
- Wolfram Wittekind, deutscher Sänger und Kirchenmusiker
- Martin Wenning (* 1962), deutscher Kirchenmusiker und Komponist
Professoren
- Andreas Ballstaedt (Musikwissenschaft)
- Rüdiger Bohn (Dirigieren)
- Ida Bieler (Violine)
- Ulla Barthold (Mediendramaturgie)
- Herbert Callhoff (Musiktheorie, Tonsatz)
- Joaquín Clerch (klassische Gitarre)
- Michael Denhoff (Kammermusik)
- Evelin Degen (Querflöte)
- Hans Eijsackers (Liedbegleitung)
- Marie-Theres Englisch (Klavier)
- Michael Faust (Querflöte)
- Bert Flas (Schlagzeug)
- Paolo Giacometti (Klavier)
- Thomas Gabrisch (Opernklasse)
- Michael Gaiser (Violine)
- Andreas Grimm (Medienkomposition)
- Ludwig Grabmeier (Gesang)
- Kerstin Grötsch (Klarinette)
- Gregor Horsch (Violoncello)
- Konrad Jarnot (Gesang)
- Volker Kalisch (Musikwissenschaft)
- Alexander Kramarov (Violine)
- Andreas Krecher (Violine)
- Detmar Kurig (Kontrabass)
- Jürgen Kursawa (Orgel)
- Jürgen Kussmaul (Viola)
- Michail Lanskoi (Gesang)
- Torsten Laux (Orgel)
- Thomas Leander (Klavier)
- Yumiko Maruyama (Klavier)
- Peter Mönkediek (Trompete)
- Angelika Nebel (Klavier)
- Gustavo Núñez (Fagott)
- Jeanne Piland (Gesang)
- Joachim Pöltl (Horn)
- Gotthard Popp (Violoncello)
- Alexander-Sergei Ramirez (Gitarre)
- Ulf Rodenhäuser (Klarinette)
- Claus Reichardt (Violoncello)
- Hans Peter Reutter (Musiktheorie)
- Julian Rohrhuber (Musikinformatik)
- Werner Roth (Musikproduktion)
- Wolfgang Rüdiger (Musikpädagogik und Instrumentaldidaktik)
- André Sebald (Querflöte)
- Georg Friedrich Schenck (Klavier)
- Heike Sperling (Digitale Bildmedien)
- Barbara Szczepanska (Klavier)
- Eckhard Treichel (Posaune)
- Manfred Trojahn (Komposition)
- Manfred Waffender (Mediendramaturgie)
- Martin Wölfel (Gesang)
- Yamei Yu (Violine)
- Frank Zabel (Musiktheorie)
Ehemalige Lehrer
- Wolfgang Bretschneider (Liturgik und Kirchenmusik)
- Herbert Callhoff (Musiktheorie, Tonsatz)
- Bojidar Dimov (Komposition)
- Hans-Joachim Haas (Musikproduktion)
- Klaus Kärcher (Oboe)
- Heinz Bernhard Orlinski (Orgel)
- Ingeborg Reichelt (Gesang)
- Almut Rößler (Orgel)
- Peter-Christoph Runge (Gesang)
- Hans-Dieter Saretzki (Gesang)
- Hartmut Schmidt (Chorleitung)
- Roberto Szidon (Klavier)
- Sándor Végh (Violine)
- Heinrich Weber, Orgel und Theorie
Weblinks
- Offizielle Internetpräsenz
- Internetpräsenz Institut Fuer Musik Und Medien
- Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf, Video 2015
Einzelnachweise
<references />
Koordinaten: 51° 14′ 32″ N, 6° 46′ 19″ O{{#coordinates:51,242333888889|6,7720630555556|primary
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