Stadtreinigung Hamburg
Stadtreinigung Hamburg | |
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Datei:Stadtreinigung Hamburg logo.svg Firmenlogo der SRH | |
Rechtsform | Anstalt des öffentlichen Rechts |
Gründung | 1994 |
Sitz | Hamburg, Deutschland |
Leitung | Rüdiger Siechau, Holger Lange |
Mitarbeiter | 2.534 (2013)<ref>Konzernbericht 2013 der Stadtreinigung Hamburg</ref> |
Umsatz | 336 Mio. Euro (2013) <ref>Konzernbericht 2013 der Stadtreinigung Hamburg</ref> |
Branche | Abfallwirtschaft |
Website | http://www.stadtreinigung.hamburg |
Die Stadtreinigung Hamburg (SRH) ist Hamburgs größter Dienstleister im Bereich Abfallwirtschaft. Mit rund 2.500 Mitarbeitern operiert sie als Full-Service-Anbieter im öffentlichen, gewerblichen und privaten Auftrag und ist in etwa 900.000 Haushalten für die Sammlung von Rest-, Bio- und Hausmüll verantwortlich. Die SRH ist seit 1994 eine Anstalt öffentlichen Rechts.
Inhaltsverzeichnis
Aktivitäten und Angebote der Stadtreinigung Hamburg
- Müllabfuhr
- Straßenreinigung
- Sperrmüllabfuhr auf Bestellung
- Winterdienst
- Veranstaltungen, z.B. Frühjahrsputzaktion „Hamburg räumt auf“
- Vorträge und Vorführungen auf den Recyclinghöfen oder in der Müllverbrennungsanlage Stellinger Moor. Auf Wunsch kommen die Kundenberater auch in Kindergärten und Schulen und halten kurze Vorträge über Recycling und Abfallwirtschaft.
- Verkehrssicherungsdienst: Die Aufträge für diese Einsätze kommen aus den Einsatzzentralen der Polizei und der Feuerwehr.
- Müllverbrennung in der MVA Stellinger Moor und in der MVA Rugenberger Damm (MVR), letztere wird gemeinsam mit Vattenfall Europe New Energy (55 %) und der EWE AG (20 %) betrieben. Die MVA Stellinger Moor gehört der SRH zu 100 Prozent. Hamburger Hausmüll wird auch noch an weitere Anlagen geliefert. An einigen von ihnen hält die SRH Anteile.
- Biogasanlage: Die Zwei-Megawatt-Anlage direkt neben der MVA Stellinger Moor erzeugt pro Stunde rund 330 Kubikmeter Biogas, das im angeschlossenen Blockheizkraftwerk (BHKW) in Strom und Fernwärme umgewandelt wird.
- 13 Recyclinghöfe der Stadtreinigung Hamburg nehmen fast alle Abfälle aus Privathaushalten entgegen. Für einige Abfälle werden Gebühren enthoben. Außerdem können auch Gewerbetreibende auf elf Recyclinghöfen ihren Abfall entsorgen.
- Ausbildung in den Berufen Bürokaufmann / Bürokauffrau, Industriemechaniker/-in (Einsatzgebiet Instandhaltung), Kfz.-Mechatroniker /-in (Nutzfahrzeugtechnik), Mechatroniker/-in, Koch / Köchin, Fachinformatiker/-in, Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft (Schwerpunkt Logistik, Sammlung und Vertrieb) und Berufskraftfahrer /-in.
- Kompostierung im Kompostwerk Bützberg. Dort entsteht qualitativ hochwertiger Kompost, der in auf allen Recyclinghöfen erhältlich ist.
Kompostwerk Bützberg
Das 1995 errichtete Biogas- und Kompostwerk Bützberg in Tangstedt verarbeitet jährlich bis zu 30.000 Tonnen biogene Abfälle.<ref>Broschüre der Stadtreinigung Hamburg über die Biogas- und Kompostwerk Bützberg</ref> Seit dem 1. Dezember 2012 wird in der angeschlossenen Trockenfermentationsanlage stündlich bis zu 600 Kubikmeter Biogas gewonnen<ref>Informationen der Stadtreinigung Hamburg über das Kompostwerk</ref>. Betreiber der Anlage ist seit dem 1. Januar 2009 die Stadtreinigung Hamburg.
Das Kompostwerk Bützberg verfügt über eine 22 Meter breite und 125 Meter lange Rottehalle<ref>Broschüre der Stadtreinigung Hamburg über die Biogas- und Kompostwerk Bützberg </ref>. In 21 Fermentern wird Biogas gewonnen. Zur Reinigung des Biogases ist an die Trockenfermentationsanlage eine Aufbereitungsanlage angeschlossen, die das Biogas in Erdgasqualität in das Gasversorgungsnetz einspeist<ref>Informationen der Stadtreinigung Hamburg über das Kompostwerk</ref>.
Zur Verwertung kommen unter anderem biogene Abfälle aus über 100.000 Hamburger Biotonnen. Der angelieferte Biomüll wird mit einem Sieb-System von Fremdstoffen befreit. Anschließend zerkleinert eine Schneckenmühle die Abfälle auf eine Größe von acht Zentimetern. Die zerkleinerten Abfälle werden in die Fermenter gefüllt, wo unter Luftabschluss drei Wochen lang Biogas aus den Abfällen gewonnen wird. Die Gärreste werden nach diesem Vorgang in der Kompostierungsanlage verwertet. In der Rottehalle findet auf zehn gut belüfteten Rotte-Feldern der Kompostierungsprozess statt. Mit Hilfe des Wendelins, einer Maschine mit einem drei Meter hohen Schaufelrad, werden die Mieten zwei mal pro Woche umgeschichtet.<ref>Informationen der Stadtreinigung Hamburg über das Kompostwerk</ref> Der fertige Kompost ist durch ein RAL-Gütesiegel zertifiziert und wird lose oder in Säcken zum Beispiel auf den Recyclinghöfen der Stadtreinigung Hamburg verkauft.<ref>Stadtreinigung Hamburg kauft Kompostwerk Bützberg, Meldung auf www.recyclingmagazin.de 14. Januar 2009</ref>
Geschichte der Müllabfuhr in Hamburg
Die Pestepidemie von 1507 betraf auch Hamburg. Sie veranlasste viele Städte, ihre Stadtreinigung neu zu regeln. Die erste Sauberkeitsverordnung 1560 in Hamburg schrieb vor, dass belebte Straßen und Marktplätze viermal im Jahr auf öffentliche Kosten gereinigt werden müssen.
1597 gab es eine erneute Pestepidemie in Hamburg, woraufhin Sträflinge den Unrat in Karren aus der Stadt bringen müssen.
1611 setzte der Rat der Stadt Hamburg die "Gassendeputation" ein. Sie sollte für die Pflasterung und Reinhaltung der Gassen in Hamburg sorgen.
1623 wurden "Dreckführer" zur Reinhaltung der Straßen und Häuser angestellt. Sie standen unter der Aufsicht von Kapitänschaften der Bürgerwehr.
1710 wurde erstmals eine regelmäßige Straßenreinigung in Hamburg eingeführt. Reinigungs- und Abfuhrbetrieb wurden an Pächter vergeben.
1886 wurde die bis dahin privatwirtschaftlich betriebene Stadtreinigung staatlicher Regie, genauer der „Baudeputation“ unterstellt. Zu den Aufgaben zählten die Straßenreinigung und die Abfuhr von Hausmüllabfällen. Dafür wurde die Stadt in zwölf Zonen aufgeteilt, die jeweils von einem verantwortlichen Aufseher sauber gehalten werden müssen. Die Arbeit wurde vorwiegend Nachts gemacht und die Beschäftigten waren mehrheitlich ehemalige Feldwebel oder Sergeanten. Das einzige, was in privater Hand blieb, waren die Pferde für die Wasserwagen und Kehrmaschinen.<ref>Ernst Christian Schütt: Die Chronik Hamburgs, Chronik Verlag, Dortmund 1991, S. 299</ref>
1892 beschloss die Hamburger Baudeputation anlässlich der Choleraepidemie von 1892 einen Müllverbrennungsofen nach englischem Vorbild zu bauen. 1894 begann der Versuchsbetrieb der Müllverbrennungsanlage am Bullerdeich, woraufhin 1896 die Aufnahme des regelmäßigen Betriebs erfolgte.
1910 erfolgte die Inbetriebnahme der MVA am Alten Teichweg und kurz darauf, 1913, ging im preußischen Altona, die MVA Ruhrstraße in Betrieb.
1924 wurde die Anlage am Bullerdeich stillgelegt und durch die MVA in der Borsigstraße ersetzt. Ständig wachsende Mengen an bedenklichen Chemikalien im Hausmüll und in Produktionsabfällen machten eine Entsorgungsmöglichkeit mit besonderen Verbrennungs- und Rauchgasreinigungstechniken notwendig, weswegen 1972 die Sondermüllverbrennungsanlage in der Borsigstraße in Betrieb genommen wurde.
1973 erfolgte die Inbetriebnahme der MVA in der Schnackenburgallee, die auch heute noch in Betrieb ist. 1997 wurde sie mit einem Blockheizkraftwerk ergänzt.
Einzelnachweise
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