Tetraphosphortrisulfid


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Strukturformel
Strukturformel von Tetraphosphortrisulfid
Allgemeines
Name Tetraphosphortrisulfid
Andere Namen
  • Phosphorsesquisulfid
  • Phosphor(III)-sulfid
  • Phosphortrisulfid
Summenformel P4S3
CAS-Nummer 1314-85-8
PubChem 14818
Kurzbeschreibung

gelblicher geruchloser Feststoff<ref name="GESTIS">Eintrag zu CAS-Nr. 1314-85-8 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 24. Dezember 2013 (JavaScript erforderlich).</ref>

Eigenschaften
Molare Masse 220,08 g·mol−1
Aggregatzustand

fest<ref name="GESTIS" />

Dichte

2,03 g·cm−3<ref name="GESTIS" />

Schmelzpunkt

172 °C<ref name="GESTIS" />

Siedepunkt

407 °C<ref name="GESTIS" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung <ref name="GESTIS" />
02 – Leicht-/Hochentzündlich 07 – Achtung 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 228​‐​260​‐​302​‐​400
P: ?
EU-Gefahrstoffkennzeichnung <ref>Für Stoffe ist seit dem 1. Dezember 2012, für Gemische seit dem 1. Juni 2015 nur noch die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung gültig. Die EU-Gefahrstoffkennzeichnung ist daher nur noch auf Gebinden zulässig, welche vor diesen Daten in Verkehr gebracht wurden.</ref><ref name="GESTIS" />
Umweltgefährlich Gesundheitsschädlich Leichtentzündlich
Umwelt-
gefährlich
Gesundheits-
schädlich
Leicht-
entzündlich
(N) (Xn) (F)
R- und S-Sätze R: 11​‐​22​‐​50
S: ?
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Tetraphosphortrisulfid ist eine anorganische chemische Verbindung des Phosphors aus der Gruppe der Sulfide.

Gewinnung und Darstellung

Tetraphosphortrisulfid kann durch Reaktion von Phosphor mit Schwefel gewonnen werden.<ref name="brauer"> Georg Brauer: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band I, Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 545.</ref> Bei überschüssigem Schwefel entstehen zudem Tetraphosphordecasulfid und andere Phosphorsulfide.

<math>\mathrm{4 \ P + 3 \ S \longrightarrow P_4 S_3}</math>

Eigenschaften

Tetraphosphortrisulfid ist ein gelblichgrüner geruchloser Feststoff, der in Form von langen, luftbeständigen, rhombischen Nadeln vorliegt.<ref name="brauer" /> Er zersetzt sich bei Erhitzung, wobei Phosphoroxide und Schwefeloxide entstehen. In Anwesenheit von Sauerstoff ist eine Selbstentzündung möglich.<ref name="GESTIS" /> Bei Abwesenheit von Sauerstoff und Feuchtigkeit ist er noch über 700 °C beständig. Durch Wasser bei höherer Temperatur unter Entwicklung von Schwefelwasserstoff zersetzlich. Löslich in Kohlenstoffdisulfid und in Benzol. Diese Lösungen trüben sich an der Luft fast augenblicklich und lassen allmählich einen gelblich-weißen, voluminösen Niederschlag ausfallen.<ref name="brauer" /> Tetraphosphortrisulfid besitzt eine orthorhombische Kristallstruktur mit der Raumgruppe Pnmb (Raumgruppen-Nr. 53, Stellung 2). Bei 39 °C findet eine Umwandlung in eine rhombische Kristallstruktur mit der Raumgruppe R3 (Nr. 146) statt.<ref name="Jean d'. Ans, Ellen Lax, Roger Blachnik"> Jean d'. Ans, Ellen Lax, Roger Blachnik: Taschenbuch für Chemiker und Physiker. Springer DE, 1998, ISBN 364258842-5, S. 652f (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).</ref>

Verwendung

Tetraphosphortrisulfid wurde für Streichhölzer verwendet, die an jeder Reibfläche zünden.<ref name="Arnold F. Holleman, Egon Wiberg, Nils Wiberg">A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 101. Auflage. de Gruyter, Berlin 1995, ISBN 3-11-012641-9, S. 787 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).</ref>

Einzelnachweise

<references />