Bungsberg
Bungsberg | ||||||
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Bungsberg von Nordwesten, aufgenommen vom Hessenstein | ||||||
Höhe | 167,4 m ü. NHN | |||||
Lage | Schleswig-Holstein, Deutschland | |||||
Gebirge | Holsteinische Schweiz | |||||
Koordinaten | 10,723888888889|primary | dim=5000 | globe= | name= | region=DE-SH | type=mountain
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Typ | eiszeitliche Endmoräne | |||||
Alter des Gesteins | Saaleeiszeit | |||||
Besonderheiten | – höchste Erhebung Schleswig-Holsteins – Fernmeldeturm Bungsberg – Sender Bungsberg – Elisabethturm (AT) |
Der Bungsberg ist mit 167,4 m ü. NHN <ref name="DE_BFN-Karten">Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)</ref> die höchste Erhebung in Schleswig-Holstein. Er liegt in der Holsteinischen Schweiz zwischen Scheelholz und Mönchsneversdorf, beide Ortsteile der Gemeinde Schönwalde am Bungsberg (Kreis Ostholstein)
Am Bungsberg entspringt mit der Schwentine einer der längsten Flüsse Schleswig-Holsteins.
Inhaltsverzeichnis
Entstehung
Bei dem Bungsberg handelt es sich um eine eiszeitliche Endmoräne. Eine Besonderheit ist seine Entstehung bereits in der Saaleeiszeit vor etwa 150.000 Jahren. In der Weichseleiszeit – vor rund 10.000 Jahren – konnten die Gletscher den Berg aufgrund seiner Höhe nicht überwinden, umflossen ihn daher und bildeten damit einen Nunatak.
Nutzung
Der Bungsberg ist ein beliebter Aussichtspunkt, von dem man bei gutem Wetter bis zur Ostsee blicken kann. Auf dem Gipfel steht ein Granitpfeiler der dänischen Gradmessung, die um 1838 ausgeführt wurde.
Im Winter ist der Bungsberg Schleswig-Holsteins einziges und damit Deutschlands nördlichstes Wintersportgebiet<ref>Spiegel Online vom 4. Dezember 2008: Deutschlands nördlichster Skilift - Zwanzig Sekunden im Schneerausch</ref> mit einem eigens für die wenigen Tage mit Schneedecke installierten Schlepplift. Eine Abfahrt auf einer der drei Pisten dauert rund 25 Sekunden; reine Liftzeit rund eine Minute dreißig. Eine Piste ist für Rodler, zwei für Skifahrer oder Snowboarder. Die 300 Meter lange Abfahrtspiste hat 17 Grad Gefälle. In der Saison 2009/2010 wurden bis zu mehrere Hundert Wintersportler täglich gezählt, die sogar aus Lübeck, Hamburg oder Kiel anreisen. Theoretisch kann der 250 Meter lange Stahlseillift mit seinen 34 verzinkten Schleppstangen bis zu 600 Menschen pro Stunde zum Gipfel befördern. Er wurde in der Saison 1970/1971 durch die Gemeinde Schönwalde am Bungsberg angeschafft, um den Fremdenverkehr anzukurbeln. Witterungsbedingt lief der Lift in der Saison 2008/2009 nur eine Woche und 2007/2008 gar nicht. In der Saison 2009/2010, die die längste in der Geschichte der Liftanlage war, lief der Lift 54 Tage. Vor einigen Jahren wurde sogar durch ein Eventunternehmen eine Beschneiungsanlage betrieben.<ref>HelgeSobik: Meer-Schnee, bitte! (PDF; 142 kB) In: Sonntag Aktuell vom 21. Januar 2007</ref><ref>Holger Karkheck: Wo der Berg auf Plattdeutsch ruft. In: Bild am Sonntag vom 10. Januar 2010</ref>
Im April 2007 machten die Anlagen auf dem Bungsberg für Ausflugsreisende einen verwahrlosten Eindruck. Das Gasthaus war in großen Teilen demoliert und komplett eingezäunt. Auch die Aussichtsplattform des Fernmeldeturms war wegen Vandalismus geschlossen. Ab Ende Mai 2007 wurde der Turm wieder für Besucher geöffnet.
Seit 2013 setzen sich der Zweckverband Bungsberg und die Sparkassen-Stiftung Ostholstein für eine Steigerung der Attraktivität des Bungsbergs als Ausflugsziel für die ganze Familie und als außerschulischer Lernort im Rahmen des „Bildungsspaß Ostholstein“ ein. 2014 hat mit der neuerrichteten „Waldschänke“ wieder ein gastronomischer Betrieb eröffnet.
Türme
Fernmeldeturm Bungsberg
Etwa 170 m<ref>GIS Google Earth, Bildaufnahmedatum: 1/1/2010</ref> südlich des Gipfels befindet sich der 179 m hohe Fernmeldeturm Bungsberg, von dessen Aussichtsplattform in 40 m Höhe man bei guter Sicht weite Teile Schleswig-Holsteins sowie Teile Mecklenburg-Vorpommerns sehen kann.
Sender Bungsberg
Der Sender Bungsberg liegt ca. 750 m<ref>GIS Google Earth, Bildaufnahmedatum: 1/1/2010</ref> nordnordwestlich des Gipfels und dient der Übertragung von Rundfunkprogrammen des Norddeutschen Rundfunks. Der Stahlgittermast ist 249 Meter hoch. Der noch vor wenigen Jahren vorhandene zweite Sendemast wurde zwischenzeitlich abgebaut.
Elisabethturm
Der Elisabethturm wurde 1863/1864 als Aussichtsturm auf dem Bungsberg errichtet und misst seit seiner Erhöhung um vier Meter im Jahre 1875 22 m. Er liegt unweit östlich des Fernmeldeturms und ist derzeit (Stand 2015) der Öffentlichkeit nicht zugänglich.
Weblinks
- Bungsberg. In: Structurae (Fernmeldeturm Bungsberg)
- Bungsberg. In: Structurae (Sendemast Bungsberg)
- Bungsberg. In: Structurae (Neuer Sendemast Bungsberg)
- Bericht über den Skisport am Bungsberg
Einzelnachweise
<references />
Baden-Württemberg: Feldberg | Bayern: Zugspitze | Berlin: Großer Müggelberg | Brandenburg: Kutschenberg | Bremen: Erhebung im Friedehorstpark | Hamburg: Hasselbrack | Hessen: Wasserkuppe | Mecklenburg-Vorpommern: Helpter Berge | Niedersachsen: Wurmberg | Nordrhein-Westfalen: Langenberg | Rheinland-Pfalz: Erbeskopf | Saarland: Dollberg | Sachsen: Fichtelberg | Sachsen-Anhalt: Brocken | Schleswig-Holstein: Bungsberg | Thüringen: Großer Beerberg