Diffa (Region)


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Diffa

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Basisdaten
Staat Niger
Hauptstadt DiffaVorlage:Infobox Verwaltungseinheit/Wartung/Sonstiges
Fläche 156.906 km²
Einwohner 593.821 (2012)
Dichte 3,8 Einwohner pro km²
ISO 3166-2 NE-2
Politik
Gouverneur Yacoubou Soumana GaohVorlage:Infobox Verwaltungseinheit/Wartung/Sonstiges
13.312.6Koordinaten: 13° 18′ N, 12° 36′ O{{#coordinates:13,3|12,6|primary
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Die Region Diffa ist eine der sieben Regionen des Niger und liegt im Südosten des Landes. Ihre Hauptstadt ist Diffa. Die Region hat 593.821 Einwohner (2012).

Geographie

Diffa grenzte ursprünglich im Südosten an den Tschadsee. In ihrem geologischen Aufbau ist die Region zum überwiegenden Teil dem Erdzeitalter Quartär zuzurechnen. Im Norden gehören kleinere Abschnitte zum Erdzeitalter Präkambrium.<ref>Thomas Krings: Sahelländer. WBG, Darmstadt 2006, ISBN 3-534-11860-X, S. 16.</ref> Im Holozän bildeten größere Teile der Region den Seegrund des Mega-Tschadsees, dessen Uferregionen noch am Ausgang des Dilia-de-Lagané-Tals erkennbar sind.

Diffa grenzt im Norden an die nigrische Region Agadez, im Osten an die tschadischen Regionen Borkou-Ennedi-Tibesti und Kanem, im Süden an die nigerianischen Bundesstaaten Borno und Yobe und im Westen an die nigrische Region Zinder. Die Grenze zu Nigeria wird teilweise vom Fluss Komadugu Yobe gebildet.

Geschichte

Datei:Conseil de ville Diffa.JPG
Sitz des Regionalrats (Conseil Régional) von Diffa

Die Region Diffa geht als Verwaltungseinheit auf das 1964 geschaffene Departement Diffa zurück.<ref>Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 274–275.</ref> 1998 wurde Diffa wie alle bisherigen nigrischen Departements in eine Region umgewandelt. Zugleich entstanden aus den bisherigen Arrondissements Departements, weshalb es weiterhin ein Departement namens Diffa gibt, das jedoch dem früheren Arrondissement Diffa entspricht und eine Verwaltungsebene unterhalb der heutigen Region darstellt.<ref>Historique de la décentralisation au Niger. Website der ANIYA Coopération Décentralisée Niger-France, abgerufen am 26. Februar 2012.</ref> Die Region war von der Hungerkrise in Niger in den Jahren 2004–2006 betroffen.

Bevölkerung

Das Gebiet der Region Diffa hatte 1960, im Jahr der Unabhängigkeit Nigers, etwa 123.000 Einwohner. Die Volkszählung 1977 ergab 167.389 Einwohner, die Volkszählung 1988 186.792 Einwohner und die Volkszählung 2001 346.595 Einwohner.<ref>Institut Nationale de la Statistique du Niger (Hrsg.): Annuaire statistique des cinquante ans d’indépendance du Niger. Niamey 2010, S. 49 (Online-Version; PDF; 3,1 MB).</ref> Die Volkszählung 2012 ergab 593.821 Einwohner.<ref>Présentation des résultats globaux définitifs du Quatrième (4ème) Recensement Général de la Population et de l’Habitat (RGP/H) de 2012. Institut National de la Statistique, 2014, abgerufen am 18. April 2014 (PDF-Datei, français).</ref>

Diffa ist die einzige Region Nigers, in der die Kanuri die Bevölkerungsmehrheit stellen. Dieser Volksgruppe gehören 60 % der Gesamtbevölkerung an. Die zweitgrößte Gruppe sind die Fulbe mit 25 %. Weitere Volksgruppen in der Region sind Tubu mit 6 %, Hausa mit 4 %, Araber mit 2 % sowie Zarma-Songhai und Tuareg mit jeweils 1 %. In Diffa leben im Vergleich zu den anderen Regionen Nigers die zahlen- und anteilsmäßig meisten Tubu und die wenigsten Hausa.<ref>Website des Institut National de la Statistique du Niger, abgerufen am 27. Dezember 2009.</ref>

Wirtschaft und Infrastruktur

Datei:Diffa region resting camels mules road 2006.jpg
Kamele und Maultierkarren in der Region Diffa

Die Desertifikation stellt ein Problem für die Landwirtschaft, von der die meisten Bewohner leben, dar. Durch den Rückgang des Tschadsees sind Bauern von Wassermangel betroffen und Fischer verlieren ihre Lebensgrundlage. Es besteht Landflucht.<ref>FAO: La région de Diffa</ref>

In der Region Diffa gibt es 549 Grundschulen, davon sind drei Privatschulen. Die Brutto-Einschulungsrate betrug im Schuljahr 2009/2010 53,5 % (landesweit 72,9 %), bei Mädchen 52,2 % (landesweit 63,9 %). Auf einen Grundschullehrer kamen durchschnittlich 23 Schüler (landesweit 39). Die Grundschulabschlussrate betrug 30,9 % (landesweit 49,3 %), bei Mädchen 28,7 % (landesweit 41,5 %).<ref>Statistiques de l’éducation de base. Annuaire 2009–2010 (PDF; 19,1 MB). Website des nigrischen Unterrichtsministeriums, veröffentlicht im September 2010, abgerufen am 14. Februar 2012.</ref>

Untergliederung

Die Region Diffa ist in die sechs Departements Bosso, Diffa, Goudoumaria, Maïné-Soroa, N’Gourti und N’Guigmi unterteilt.

Literatur

  • Signe Marie Cold-Ravnkilde: Struggling for water and pastures in Niger: Natural resource conflict and cooperation in the pastoral areas of the Diffa region. VDM Verlag Dr. Müller, Saarbrücken 2009, ISBN 978-3-639-04058-6.
  • Brigitte Thébaud: Gestion de l'espace et crise pastorale au Sahel: étude comparative du Niger oriental et du Yagha burkinabé. Dissertation, École des Hautes Études en Sciences Sociales 1999.

Weblinks

Commons Commons: Diffa (Region) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references/>