Agadez (Region)
Agadez | |
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Basisdaten | |
Staat | Niger |
Hauptstadt | Agadez |
Fläche | 667.799 km² |
Einwohner | 487.620 (2012) |
Dichte | 0,7 Einwohner pro km² |
ISO 3166-2 | NE-1 |
Politik | |
Gouverneur | Mamadou Fodé Camara |
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Die Region Agadez [aɡaˈdɛs] ist eine von sieben Regionen des Niger und liegt im Norden des Landes. Ihre Hauptstadt ist Agadez. Die Region umfasst eine Fläche von 667.799 Quadratkilometern und damit mehr als die Hälfte der Fläche des Niger. Sie hat 487.620 Einwohner (2012).
Inhaltsverzeichnis
Geographie
Die Topographie der Region Agadez wird größtenteils bestimmt von den Wüsten Ténéré, Grand Erg Du Bilma, dem Aïr-Gebirge und dem Plateau von Djado. Die Regenfälle sind gering. Es gibt fossile Grundwasservorkommen. In ihrem geologischen Aufbau vereint die Region mehrere Erdzeitalter: das Paläozoikum (vor allem im Norden), das Mesozoikum (vor allem im Südwesten), das Quartär (vor allem im Südosten) und das Präkambrium (vor allem im Aïr-Gebirge).<ref>Thomas Krings: Sahelländer. WBG, Darmstadt 2006, ISBN 3-534-11860-X, S. 16.</ref>
Ortschaften (Oasen) neben Agadez-Stadt sind Arlit, Bilma, Dirkou, Fachi, Iferouane, Ingall, Séguédine, Tegguida-n-Tessoum und Timia.
Agadez grenzt im Nordwesten an die Provinz Tamanrasset in Algerien, im Nordosten an die Munizipe Ghat und Murzuq in Libyen, im Osten an die Region Borkou-Ennedi-Tibesti im Tschad und im Westen an die Region Kidal in Mali. Südlich von Agadez liegen – von Osten nach Westen – die nigrischen Regionen Diffa, Zinder, Maradi und Tillabéri.
In der Region liegt das für die Paläoarchäologie bedeutende Ausgrabungsgebiet Gadoufaoua, der sogenannte Saurierfriedhof der Sahara.
Geschichte
Die Region Agadez geht als Verwaltungseinheit auf das 1964 geschaffene Departement Agadez zurück.<ref>Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 274–275.</ref> 1998 wurde Agadez wie alle bisherigen nigrischen Departements in eine Region umgewandelt.<ref>Historique de la décentralisation au Niger. Website der ANIYA Coopération Décentralisée Niger-France, abgerufen am 26. Februar 2012.</ref>
Bevölkerung
Das Gebiet der Region Agadez hatte 1960, im Jahr der Unabhängigkeit Nigers, etwa 62.000 Einwohner. Die Volkszählung 1977 ergab 124.985 Einwohner, die Volkszählung 1988 205.108 Einwohner und die Volkszählung 2001 321.639 Einwohner.<ref>Institut Nationale de la Statistique du Niger (Hrsg.): Annuaire statistique des cinquante ans d’indépendance du Niger. Niamey 2010, S. 49 (Online-Version; PDF-Datei; 2,99 MB).</ref> Die Volkszählung 2012 ergab 487.620 Einwohner.<ref>Présentation des résultats globaux définitifs du Quatrième (4ème) Recensement Général de la Population et de l’Habitat (RGP/H) de 2012. Institut National de la Statistique, 2014, abgerufen am 18. April 2014 (PDF-Datei, français). </ref>
Agadez ist die einzige Region Nigers, in der die Tuareg die Bevölkerungsmehrheit stellen. Dieser Volksgruppe gehören 60 % der Gesamtbevölkerung an. Die zweitgrößte Gruppe sind die Hausa mit 24 %. Weitere Volksgruppen in der Region sind Kanuri und Zarma-Songhai mit jeweils 5 %, Araber und Fulbe mit jeweils 2 % sowie Tubu mit 1 %.<ref>Website des Institut National de la Statistique du Niger, abgerufen am 27. Dezember 2009.</ref>
Wirtschaft und Infrastruktur
Die Region Agadez ist wirtschaftlich sehr wichtig, da hier eines der weltgrößten Uranvorkommen abgebaut wird. Uran ist das wichtigste Exportgut des Niger.
Landwirtschaftlich ist Agadez dagegen eher karg. In den Oasen wird nach Möglichkeit in bescheidenem Ausmaß Landwirtschaft betrieben. Wirtschaftlich bedeutend ist die Salzgewinnung. Salzkarawanen transportieren das Salz aus den Oasen in die Städte weiter im Süden Nigers, wo es gegen Hirse und andere Nahrungsmittel und Gebrauchsgüter eingetauscht wird.
In der Region Agadez gibt es 399 Grundschulen, davon sind 16 Privatschulen. Die Brutto-Einschulungsrate betrug im Schuljahr 2009/2010 83,1 % (landesweit 72,9 %), bei Mädchen 79,3 % (landesweit 63,9 %). Auf einen Grundschullehrer kamen durchschnittlich 34 Schüler (landesweit 39). Die Grundschulabschlussrate betrug 52,6 % (landesweit 49,3 %), bei Mädchen 50,5 % (landesweit 41,5 %).<ref>Statistiques de l’éducation de base. Annuaire 2009–2010 (PDF; 19,1 MB). Website des nigrischen Unterrichtsministeriums, veröffentlicht im September 2010, abgerufen am 14. Februar 2012.</ref>
Verwaltungsgliederung
Die Region Agadez ist in die sechs Departements Aderbissinat, Arlit, Bilma, Iférouane, Ingall und Tchirozérine unterteilt.
Literatur
- Aboubacar Adamou: Agadez et sa région. Contribution à l'étude du Sahel et du Sahara nigériens. Pr. de Copédith, Paris 1979, ISBN 2-85921-044-X.
- Marko Scholze: Moderne Nomaden und fliegende Händler: Tuareg und Tourismus in Niger. Lit, Münster 2009, ISBN 978-3-8258-0716-0.
Weblinks
Einzelnachweise
<references/>