Enstatit


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Enstatit
Enstatit-Kristall aus Tansania
Allgemeines und Klassifikation
Andere Namen
  • Amblystegit
  • Chladnit
  • Ficinit
  • Orthoenstatit
  • Paulit
  • Peckhamit
  • Protobastit
  • Shepardit
  • Victorit
Chemische Formel Mg2. Er bildet eine Mischreihe mit Ferrosilit (Fe2+2 ist dimorph,kommt also neben dem orthorhombischen Enstatit noch als monoklin kristallisierender Klinoenstatit vor.<ref name="Datenblatt" />

Bekannte Varietäten sind:

  • Bronzit hat durch seine Eisen-Beimengungen eine typische Bronzefärbung.
  • Lime-Bronzit ist eine Calcium-haltige Varietät
  • Vanadium-Bronzit enthält Beimengungen von Vanadium

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Bildung und Fundorte

Enstatit bildet sich in ultrabasischen Magmagesteinen wie Gabbros und Peridotiten. Durch Metamorphose kann es sich in Marmor bilden. Begleitminerale sind unter anderem Diopsid, Klinopyroxen, Olivin, Phlogopit, Pyrop und Spinell.

Insgesamt konnte Enstatit bisher (Stand: 2011) an rund 580 Fundorten nachgewiesen werden. Neben seiner Typlokalität Eisenberg an der March wurde Enstatit noch an mehreren Orten in Böhmen und Mähren gefunden.

In Deutschland fand sich das Mineral bei St. Blasien und Todtmoos in Baden-Württemberg; in Schwaben, Franken und der Oberpfalz in Bayern; bei Bad Harzburg in Niedersachsen; Niederbachem in Nordrhein-Westfalen; an vielen Orten der Eifel in Rheinland-Pfalz sowie bei Chemnitz und im Erzgebirge in Sachsen.

In Österreich konnte Enstatit unter anderem am Pauliberg im Burgenland, in der tiroler Gemeinde Wildschönau sowie an mehreren Orten in Kärnten, Niederösterreich, Salzburg und der Steiermark gefunden werden.

In der Schweiz trat das Mineral bisher bei Utzenstorf (Bern), Tafers (Freiburg), Châtillens (Waadt), Saas-Almagell (Wallis) sowie an mehreren Orten der Kantone Graubünden und Tessin auf.

Weitere Fundorte sind Algerien, die Antarktis, Argentinien, Aserbaidschan, Australien, Botswana, Brasilien, Chile, China, Finnland, Frankreich, Ghana, Griechenland, Grönland, Indien, Israel, Italien, Japan, Jemen, Kanada, Kasachstan, Lesotho, Libyen, Madagaskar, Mexiko, Mongolei, Myanmar, Namibia, Neukaledonien, Neuseeland, Nigeria, Norwegen, Oman, Pakistan, Papua-Neuguinea, Peru, Polen, Portugal, Republik Kongo, Rumänien, Russland, in der westlichen Sahara, auf den Salomonen, Schweden, Simbabwe, Slowakei, Spanien, Sudan, Südafrika, Tadschikistan, Tansania, Tschechien, Türkei, Ukraine, Ungarn, im Vereinigten Königreich (Großbritannien) und den Vereinigten Staaten von Amerika (USA).<ref name="Fundorte" />

Auch in Gesteinsproben vom Mittelatlantischen Rücken und Ostpazifischen Rücken sowie außerhalb der Erde auf dem Mond (Landeplatz der Apollo 15-Mission) und im Schweifmaterial des Kometen Wild 2 wurde Enstatit gefunden.<ref name="Fundorte" />

Fundstellen für die Varietät Bronzit sind unter anderem verschiedene Meteoriten bei Massing (Bayern), Breitscheid (Hessen), Ibbenbüren und Peckelsheim (NRW) sowie der Ölberg bei Hundsangen (Rheinland-Pfalz) und Freiberg (Sachsen) in Deutschland; der Totenkopf (Salzburg) und der Hohenwartberg im Dunkelsteinerwald (Niederösterreich) sowie Kraubath an der Mur (Steiermark) in Österreich und in verschiedenen Meteoriten bei Utzenstorf (Bern), Langwies (Graubünden) und Châtillens (Waadt) in der Schweiz.<ref name="MindatBronzit" />

Verwendung

Durchsichtige grüne Kristalle werden zu Schmucksteinen verarbeitet.

Siehe auch

Literatur

  •  Petr Korbel, Milan Novák: Mineralien Enzyklopädie. Nebel Verlag GmbH, Eggolsheim 2002, ISBN 3-89555-076-0, S. 232.

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="Datenblatt"> Enstatite, In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America, 2001 (PDF 76 kB) </ref> <ref name="Fundorte"> Fundorte für Enstatit beim Mineralienatlas und bei Mindat </ref> <ref name="Kenngott"> Adolf Kenngott: Über den Enstatit, eine neue Species in dem Geschlechte der Augit-Spathe. In Sitzungsberichte der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften (Band XVI, Wien 15. März 1855, S. 162); online verfügbar als über rruff.info (PDF 1,5 MB; S. 12) </ref> <ref name="Mindat"> Mindat - Enstatit </ref> <ref name="MindatBronzit"> Fundorte für Bronzit bei Mindat </ref> </references>