John Hunter (Chirurg)


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Datei:John Hunter by John Jackson.jpg
Der Chirurg und Anatom John Hunter (1728–1793). Gemälde John Jacksons nach Joshua Reynolds.

John Hunter (* 13. oder 14. Februar<ref>Das Gemeinderegister von East Kilbride gibt den 13. Februar 1728 als Geburtsdatum an; Hunter selbst feierte seinen Geburtstag am 14. Februar. Das Royal College of Surgeons of England nimmt letzteres Datum als Geburtstag an, während die Hunterian Society Hunters Geburtstag am 13. Februar feiert. George Qvist, John Hunter 1728–1793, London 1981, S. 1, dort auch ein Abdruck des Auszugs aus dem Gemeinderegister, ebd. S. 3.</ref> 1728 in Long Calderwood bei East Kilbride, Schottland; † 16. Oktober 1793 in London) war ein britischer Anatom, der als Begründer der wissenschaftlichen Chirurgie gilt.

Aus einfachen Verhältnissen kommend, trat Hunter 1748 zunächst eine Assistentenstelle bei seinem Bruder William an. Unter dem Einfluss seines Lehrers William Cheselden entwickelte Hunter eine kritische Einstellung zur traditionellen medizinischen Praxis und gelangte zur Überzeugung, dass neue Einsichten stets durch systematische Beobachtung und Experimente untermauert werden sollten. Seinem Lehrer Percivall Pott folgend, versuchte Hunter zudem, operative Eingriffe wann immer möglich zu vermeiden, und vertraute stattdessen auf die Selbstheilungskräfte des Körpers.

Von 1760 bis 1763 diente Hunter als Militärarzt in Frankreich und Portugal. Die in dieser Zeit entstandenen medizinischen Erkenntnisse dienten später als Grundlage für seine Schrift A Treatise on the Blood, Inflammation and Gun-shot Wounds. Nach seiner Rückkehr nach England arbeitete Hunter zunächst als Zahnarzt und versuchte sich in der Transplantation von Zähnen. In diese Zeit fällt die Abfassung eines zweiteiligen Werks zur Zahnheilkunde, das sich als erstes seiner Art auf wissenschaftliche Weise mit dem Thema auseinandersetzte (The Natural History of the Human Teeth, 1771, sowie A Practical Treatise on the Diseases of the Teeth, 1778).

Im Jahr 1768 erhielt Hunter eine Anstellung als Chirurg im Londoner St. George’s Hospital, die er bis zum Ende seines Lebens innehatte. Sowohl in St. George’s als auch in privaten Vorlesungen unterrichtete er rund 1000 Schüler, die nach seinem Tod für das Weiterleben seiner Ideen sorgten und von denen einige – wie der Erfinder der modernen Pockenimpfung Edward Jenner – selber bedeutende Beiträge zur Wissenschaft leisteten.

In seinem 1786 veröffentlichten dritten Werk Treatise on the Veneral Disease stellte Hunter die erst 1838 widerlegte Theorie auf, dass es sich bei Gonorrhoe und Syphilis um ein und dieselbe Geschlechtskrankheit handele. Hunter glaubte, er habe seine Theorie in einem Selbstversuch bewiesen, bei dem er sich den Erreger durch einen Schnitt in seinen Penis selbst injizierte. Allerdings war der Patient, dem er den Eiter für die Injektion entnahm, an beiden Krankheiten erkrankt.

Als einer der besten Präparatoren seiner Zeit baute Hunter über die Jahre eine aus mehr als 13.600 Objekten bestehende Sammlung von menschlichen und tierischen Präparaten auf. Diese Sammlung ist heute unter dem Titel Hunterian Collection in London für die Öffentlichkeit zugänglich. Weite Teile von Hunters umfangreichem handschriftlichen Nachlass wurden von seinem Schwager Everard Home für eigene Zwecke genutzt und anschließend verbrannt.

Leben und Werk

Herkunft und Schulbesuch

John Hunter wurde in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1728 als zehntes Kind des Landwirtes John Hunter senior und seiner Frau Agnes, geborene Paul, in Long Calderwood südlich von Glasgow geboren. Wie seine älteren Geschwister besuchte John die kleine Dorfschule von Long Calderwood, zeigte jedoch schon in früher Jugend eine Abneigung gegen alles Gedruckte. Laut seiner Schwester Dorothy „war er keineswegs ein dummer Junge“, fand aber keinen Spaß am Lese- oder Schreibunterricht oder jedweder anderen Form des Lernens.<ref>Reminiscences of Dorothea Baillie, in: The Hunter-Baillie Collection, Band 2, S. 1 und Band 6, S. 18. Hier zitiert nach Wendy Moore, The Knife Man. The Extraordinary Life and Times of John Hunter, Father of Modern Surgery, London willing to learn from his anatomical pursuits Wunden […] zu erweitern. Keine Wunde, und sei sie noch so klein, sollte vergrößert werden, außer als Vorbereitung für etwas anderes [i.e. eine Operation].“<ref>„It is contrary to all the rules of surgery […] to enlarge wounds […]. No wound, let it be ever so small, should be made larger, excepting when preparatory to something else.“ The works of John Hunter, hrsg. von James Palmer, 4 Bände, London 1835, hier Band 3, S. 549.</ref>

In Portugal – Experiment zum Hörsinn von Fischen

Im Juli 1762 wurde Hunter von Belle-Île nach Portugal abkommandiert, wo die Briten an der Seite der Portugiesen gegen die Spanier kämpften. Durch das Abflauen der Kampfhandlungen während des letzten Kriegsjahres konnte Hunter einen Teil seiner Zeit für naturwissenschaftliche Studien nutzen.<ref>Vgl. hierzu und zum folgenden Moore, The Knife Man, S. 97f.</ref> Schon in London hatte er Fische seziert und dabei deren Hörorgan entdeckt. Da dessen Existenz von der Mehrzahl der Anatomen seiner Zeit angezweifelt wurde, führte Hunter in Lissabon ein Experiment durch, bei dem ein Gehilfe an einem Fischteich eine Pistole abfeuerte. Hunter beobachtete, dass die Fische sich beim Ertönen des Schusses auf den Grund des Teiches flüchteten und erst nach einiger Zeit an die Oberfläche zurückkehrten. Doch Hunter berichtete der Royal Society erst 20 Jahre später von seinem Experiment. Zu diesem Zeitpunkt hatte der niederländische Mediziner Peter Camper die Entdeckung auf der Grundlage eigener Studien bereits veröffentlicht.

Zweiter Lebensabschnitt in London

Zahnarzt

Datei:Rowlandson - Transplanting of Teeth.png
Transplanting of Teeth (dt. Zahntransplantation), Karikatur von Thomas Rowlandson (London, 1787). Einem jungen Schornsteinfeger wird ein Zahn gezogen, um diesen einer Dame aus der höheren Gesellschaft einzusetzen. Für den in der Abbildung dargestellten Zahnarzt diente ein Schüler Hunters als Vorbild.

Im Frühjahr 1763 kehrte Hunter nach England zurück. Er hatte es schwer, wieder eine bezahlte Anstellung zu finden. Sein Bruder William hatte in der Zwischenzeit einen anderen Assistenten eingestellt und die große Zahl etablierter Chirurgen in London ließ es ausweglos erscheinen, eine eigene Praxis aufzubauen.<ref>Kobler, The Reluctant Surgeon, S. 132 sowie Moore, The Knife Man, S. 102.</ref> Seit dem Zweiten Jakobitenaufstand waren darüber hinaus weite Teile der englischen Gesellschaft Schotten gegenüber feindselig eingestellt.<ref>Kobler, The Reluctant Surgeon, S. 132.</ref> In dieser Situation blieb Hunter nichts anderes übrig, als sich derjenigen Tätigkeit zuzuwenden, die unter Medizinern das niedrigste Ansehen genoss und üblicherweise von Quacksalbern und Barbieren ausgeübt wurde: der eines Zahnarztes.

Für die Dauer von fünf Jahren schloss Hunter sich dem bekannten Zahnarzt James Spence an. In diese Zeit fällt die Abfassung seines in zwei Teilen 1771 und 1778 veröffentlichten Werkes The Natural History of the Human Teeth (dt. Die Naturgeschichte der menschlichen Zähne) und A Practical Treatise on the Diseases of the Teeth (dt. Eine praktische Abhandlung zu den Krankheiten der Zähne). Mit seinen detaillierten Beschreibungen zur Anatomie und Physiologie der Zähne war Hunters Werk das erste, das sich auf wissenschaftliche Weise mit dem Thema auseinandersetzte<ref>Moore, The Knife Man, S. 109.</ref>, und gleichzeitig die ausführlichste Abhandlung zur Zahnheilkunde jener Zeit.<ref>Kobler, The Reluctant Surgeon, S. 140.</ref>

Mit besonderem Interesse verfolgte Hunter die Idee der Transplantation von Zähnen. Auf der Grundlage seiner Überzeugung von der regenerativen Kraft des menschlichen Körpers glaubte er, dass ein frisch extrahierter Zahn nur genügend schnell bei einem anderen Patienten eingesetzt werden müsse, um erfolgreich anzuwachsen.<ref>Kobler, The Reluctant Surgeon, S. 141.</ref> Mit gedruckten Anzeigen lockte er ganze Scharen ärmerer ‚Zahnspender‘ an, die sich für ein paar Pence ihre gesunden Zähne ziehen ließen, damit diese sofort im Anschluss wohlhabenderen Zeitgenossen eingesetzt werden konnten. Hunters wissenschaftliche Reputation führte dazu, dass seine ‚Zahntransplantationen‘ nicht nur in Europa, sondern auch in Amerika Nachahmer fanden.<ref>Moore, The Knife Man, S. 107.</ref> Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde diese Methode, die mit einer hohen Infektionsgefahr für die Patienten einherging, endgültig aufgegeben.<ref>Kobler, The Reluctant Surgeon. S. 142.</ref>

Aufnahme in die Royal Society, Rückkehr ans St. George’s Hospital und Heirat

Datei:Hardy - John Hunter (after Home).png
Porträt John Hunters. Ölgemälde von Dorofield Hardy nach dem Original von Robert Home, um 1770. Robert Home war der jüngere Bruder von Hunters Frau Anne und fertigte das Original dieses Porträts vermutlich noch während der Verlobungszeit der beiden an.

Im Jahr 1765 bat der irische Botaniker und Zoologe John Ellis Hunter um eine physiologische Untersuchung eines Siren lacertina aus der Familie der Armmolche.<ref>Hierzu und zum folgenden vgl. Moore, The Knife Man, S. 121–123.</ref> Ellis hatte bereits die äußeren Merkmale des Tieres beschrieben und bat Hunter nun um eine Beschreibung des inneren Körperaufbaus. Hunter entdeckte, dass das erwachsene Exemplar dieses Großen Armmolches neben seinen drei Paaren äußerer Kiemen auch eine Lunge besaß. Daraus schloss Hunter, dass es sich bei dem mit einem Beinpaar ausgestatteten Tier um ein fehlendes Glied zwischen Fischen und Amphibien handelte. Gemeinsam schickten Ellis und Hunter ihre Berichte an die Londoner Royal Society, wo diese am 5. Juni 1766 verlesen wurden. Acht Monate später, am 5. Februar 1767, wurde Hunter als Fellow in die Royal Society aufgenommen. Damit war er seinem Bruder William um drei Monate zuvorgekommen.

Nach erfolgreicher Absolvierung einer mündlichen Prüfung wurde Hunter im Juli 1768 in die Company of Surgeons, die Vereinigung der Chirurgen Englands (heute: Royal College of Surgeons of England), aufgenommen. Im Dezember desselben Jahres erhielt Hunter eine offizielle Anstellung als Chirurg am Londoner St. George’s Hospital – 15 Jahre nachdem er das erste Mal als Arzt praktiziert hatte.

Seine verbesserte gesellschaftliche Stellung ermöglichte Hunter die Gründung einer Familie. Im Juli 1771 heiratete er Anne Home, die Tochter eines Chirurgen, den Hunter während seines Militärdienstes auf Belle-Île kennengelernt hatte. Anne und John waren ein ungleiches Paar: Während Anne Home romantische Gedichte verfasste (eine erste Veröffentlichung war 1765 erfolgt), war der unbelesene Hunter dafür bekannt, sich sprachlich nur schwer ausdrücken zu können. Annes Umgang mit der gebildeten Londoner Gesellschaft in literarischen Salons stellte für Hunter eine fremde Welt dar. In Anspielung auf Annes Gedicht To a Nightingale scherzt Hunters Biograph Kobler, Johns Interesse an Nachtigallen habe sich auf die Zusammensetzung ihrer Innereien beschränkt.<ref>„They made an incongruous pair – Anne taller, with her blonde, willowy grace, her gentle breeding and devotion to the arts; John, plain as salt, fourteen years older, heavyset and disheveled, ill-read, unused to the amenities of the salon, forever preoccupied by the problems of the dissecting room and the sick ward, whose interest in nightingales went no further than wanting to know how their insides were put together.“ Kobler, The Reluctant Surgeon, S. 144.</ref> Auch äußerlich schienen die beiden schlecht zusammenzupassen: Während Anne als schlank und hochgewachsen beschrieben wird, war der 14 Jahre ältere John eher von gedrungenem Körperbau. Trotz dieser Unterschiede war die Partnerschaft offenbar von gegenseitigem Respekt geprägt.<ref>Qvist, John Hunter, S. 21 sowie Moore, The Knife Man, S. 117.</ref> Hunter wurde ein gerngesehener Gast in der Familie seiner Frau und nahm Annes jüngeren Bruder Everard Home später als seinen Schüler an. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor, von denen zwei schon früh starben.<ref>George Thomas Bettany: Hunter, Anne. In: Sidney Lee (Hrsg.): Dictionary of National Biography (DNB), Band 28 (Howard – Inglethorpe), MacMillan & Co, Smith, Elder & Co., New York City, London 1891, S. 284285 (englisch)</ref>

Forschungen zur Gonorrhoe

Als Mediziner am St. George’s Hospital behandelte Hunter zahlreiche Patienten, die an Geschlechtskrankheiten wie Gonorrhoe oder Syphilis litten. Eine lockere Sexualmoral und die große Zahl an Prostituierten hatten sexuell übertragbare Krankheiten in London zu einem Massenphänomen gemacht.<ref>Vgl. dazu Moore, The Knife Man, S. 126–130.</ref> Gleichzeitig gaben die genauen Ursachen und die effektive Behandlung dieser Krankheiten den Medizinern in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts noch zahlreiche Rätsel auf.

Hunter beschäftigte sich mit der Frage, ob es sich bei Gonorrhoe und Syphilis möglicherweise um ein und dieselbe Krankheit handelte. Wie die meisten Ärzte jener Zeit glaubte er, dass die Syphilis lediglich eine schwerere Form der Gonorrhoe sei, die nicht nur den Genitalbereich, sondern den gesamten Körper angreife. Doch eine endgültige Klärung dieser Frage stand noch aus, und so ersann Hunter ein Experiment, bei dem eine Versuchsperson mit Gonorrhoe infiziert und anschließend über einen längeren Zeitraum hinweg beobachtet werden sollte. Wenn, wie Hunter vermutete, der Ausbruch der Gonorrhoe von Symptomen der Syphilis gefolgt würde, dann wäre der Nachweis erbracht, dass es sich bei beiden um dieselbe Krankheit handelte.

Was die genaue Durchführung des Experimentes angeht, bestand in der Hunter-Forschung lange Uneinigkeit. Während jüngere Biographen wie Gloyne (1950)<ref>S. Gloyne: John Hunter, Edinburgh 1950.</ref>, Gray (1952)<ref>E. A. Gray: Portrait of a Surgeon, London 1952.</ref>, Kobler (1960) und auch Moore (2005) davon ausgehen, dass Hunter sich selbst durch einen Schnitt in seinen Penis mit Gonorrhoe und Syphilis infizierte und dann schließlich 1793 an den Spätfolgen des Experimentes starb, bestreitet Qvist (1981) diese These. Qvist wendet ein, dass bis auf Ottley (1835)<ref>Drewry Ottley, Life of John Hunter, in: The Works of John Hunter, hrsg. von J. F. Palmer, London 1835, Band 1, S. 47.</ref> alle Biographen Hunters bis zur Veröffentlichung eines Aufsatzes von d’Arcy Power im Jahr 1925 (John Hunter: A Martyr to Science)<ref>Sir d’Arcy Power, John Hunter: A Martyr to Science, in: Selected Writings 1877–1930, Oxford 1931.</ref> – also Foot (1794), Adams (1817)<ref>J. Adams, Memoirs of the Life and Doctrines of the late John Hunter, Esq., London 1817.</ref>, Butler (1881)<ref>F. H. Butler, John Hunter, in: Encyclopaedia Britannica, 9. Auflage, Edinburgh 1881, Band 12, Se. 385–391.</ref>, Paget (1897)<ref>S. Paget, John Hunter, London 1897.</ref> und Peachey (1924)<ref>G. C. Peachey, A Memoir of William and John Hunter, Plymouth 1924.</ref> – einen Selbstversuch mit keinem Wort erwähnen.<ref>Qvist, John Hunter, S. 51.</ref> Außerdem, so Qvist, habe die von Everard Home durchgeführte Autopsie nach Hunters Tod keinerlei Hinweise auf eine Syphiliserkrankung ergeben.<ref>Qvist, John Hunter, S. 46f.</ref> Einen Beleg dafür, dass es sich tatsächlich um einen Selbstversuch handelte, liefert Caroline Grigson, die Biographin von Hunters Frau Anne. Sie verweist auf eine handschriftliche Notiz Hunters, in der dieser schrieb „Aber da ich bei mir selbst einen Schanker von einer Gonorrhoe herbeigeführt habe, ist dieser Punkt nun bewiesen.“<ref>„But as I have produced in myself a chancre from a gonorrhea that point is now settled.“ Royal College of Surgeons of England Library, MS 0007/1/7/2/390, hier zitiert nach Caroline Grigson, Anne Hunter’s life, in: dies. The Life and Poems of Anne Hunter. Haydn’s Tuneful Voice, Liverpool 2009, S. 29, Anm. 66.</ref>

Hunter unterlief bei seinem Experiment ein entscheidender Fehler. Der Gonorrhoe-Patient, dessen Eiter Hunter sich selbst injizierte, litt – wie viele andere Patienten jener Zeit – zugleich an Syphilis. Und so sollten die falschen Ergebnisse von Hunters Versuch die Forschung zur Gonorrhoe und Syphilis noch bis ins nächste Jahrhundert bestimmen: Hunter beobachtete zunächst den Ausbruch der Gonorrhoe, gefolgt von Symptomen der Syphilis und war damit überzeugt, den gewünschten Nachweis erbracht zu haben. Im Jahr 1786 veröffentlichte er seine Ergebnisse unter dem Titel A Treatise on the Veneral Disease. Erst 1838 gelang Philippe Ricord der Nachweis, dass es sich um zwei unterschiedliche Krankheiten handelt.

Lehrtätigkeit

Datei:John Hunter by Robert Home (about 1770).png
Porträt John Hunters. Ölgemälde von Robert Home, vermutlich aus dem Jahr 1784.<ref>Grigson, Anne Hunter’s life, S. 34 verweist darauf, dass die bei Selwyn Taylor, John Hunter and his painters, in: Annals of The Royal College of Surgeons of England 1993, S. 5 angegebene Datierung des Gemäldes auf die Jahre zwischen 1775 und 1778 nicht korrekt sein kann, da Robert Home sich zu dieser Zeit in Italien aufhielt. Sie basiert ihre Datierung auf E. B. Day, Without Permit, unveröffentlichtes Schreibmaschinenmanuskript (um 1920), British Library, Mss Eur Photo Eur 331 und WD 4431 (Additional)/20.</ref>

Mit Hunters wachsendem Bekanntheitsgrad wuchs auch die Zahl seiner Schüler. Von den 120 angehenden Chirurgen, die in den Jahren zwischen 1768 und 1772 ihre Ausbildung am St. George’s Hospital begannen, schrieben sich mehr als die Hälfte als Schüler von Hunter ein. Allein im Jahr 1771 studierten mehr als zwei Drittel der Anatomieschüler von St. George’s bei ihm.<ref>Moore, The Knife Man, S. 170.</ref> Darüber hinaus hielt Hunter zwischen 1772 und 1777 jeweils von Oktober bis April an drei Abenden die Woche private Vorlesungen. Obwohl er diese Vorlesungen unter dem Titel The Principles and Practice of Surgery (dt. Die Prinzipien und Praxis der Chirurgie) in Zeitungsanzeigen bewarb, mahnte er seine Studenten, Operationen so weit wie möglich zu vermeiden. Anstatt Themen der praktischen Chirurgie zu behandeln, gab er seinen Zuhörern umfassende Einführungen in die Physiologie des menschlichen Körpers. Seine Studenten sollten auf diese Weise lernen, wie ein gesunder Körper funktionierte und welche Vorgänge in einem kranken Körper abliefen.<ref>Vgl. hierzu Moore, The Knife Man, S. 172.</ref>

Vor Beginn jeder Vorlesung nahm Hunter Laudanum ein, um sein Lampenfieber zu dämpfen. Das Sprechen vor einer größeren Gruppe von Zuhörern fiel ihm aber dennoch schwer und so las er seine Vorlesung stockend und ohne einen Blick ins Publikum zu werfen von einem vorbereiteten Manuskript ab.<ref>Kobler, The Reluctant Surgeon, S. 164.</ref>

Zu seinen bekanntesten Schülern gehörten Edward Jenner, der die moderne Schutzimpfung gegen Pocken entwickelte, John Morgan, Mitbegründer der ersten Schule für Mediziner im kolonialen Amerika, John Abernethy, englischer Anatom und Chirurg, Anthony Carlisle, der im Jahr 1800 gemeinsam mit William Nicholson die Elektrolyse entdeckte, sowie Astley Paston Cooper, nach dem die Cooper-Schere benannt ist. Insgesamt wird die Zahl von Hunters Schülern auf etwa 1.000 geschätzt.<ref>Sir Arthur Porritt, John Hunter: Distant Echos, in: Annals of the Royal College of Surgeons of England 41 (1967), S. 10.</ref>

Forschungen zu Aneurysmen der Kniekehlarterie

Zu Hunters wichtigsten Arbeiten auf dem Gebiet neuer Operationsmethoden gehören seine Experimente zur Behandlung von arteriellen Aussackungen (Aneurysmen) der Kniekehlarterie (Arteria poplitea). Im 18. Jahrhundert waren Aneurysmen ein gängiges Phänomen: vermutlich durch das Tragen hochschaftiger Reitstiefel ausgelöst<ref>So Moore, The Knife Man, S. 4.</ref>, bildete sich in der Kniekehle ein Aneurysma der Arteria poplitea, das heftige Schmerzen beim Gehen verursachte. Behandelt wurde dieses besonders häufig bei Kutschern auftretende Aneurysma zumeist durch Amputation. Eine alternative Methode, bei der das Blutgefäß ober- und unterhalb der Aussackung zusammengebunden und das Aneurysma anschließend entfernt wurde, hatte sich als riskant erwiesen.<ref>Moore, The Knife Man, S. 5f.</ref>

Hunter näherte sich dem Problem experimentell. Er vermutete, dass ein Zusammenbinden der Arterie oberhalb des Aneurysma ausreichen und die Blutversorgung des Unterschenkels durch ein Ausweichen des Blutes auf kleinere Arterien sichergestellt würde. Um seine Annahme zu bestätigen, führte Hunter eine Reihe von Tierexperimenten durch, in denen er den Blutfluss im Bein durch ein Zusammenbinden der Oberschenkelarterien (Arteria femoralis) unterbrach.<ref>Zu diesen Tierexperimenten vgl. Qvist, John Hunter, S. 109 und 110f. sowie Moore, The Knife Man, S. 8.</ref> Nach einigen Wochen ließ Hunter die Tiere töten und spritzte während der anschließenden Sektion eine gefärbte Flüssigkeit, ein sogenanntes Injektionspräparat, in die Arterie. Dabei fand er heraus, dass sich das Blut in der Zwischenzeit andere Wege durch kleinere Arterien (Kollateralen) gesucht hatte und die Blutversorgung des Unterschenkels weiter sichergestellt war.

Ab 1785 wandte Hunter seine Operationstechnik erfolgreich an Menschen an und schon bald entwickelte sich die Technik zum Standard in der Behandlung von Aneurysmen der Kniekehlarterie. Unter dem Namen ‚Hunter’s operation‘ verbreitete sich die Methode in ganz Europa; der von Hunter bei seinem Eingriff genutzte Adduktorenkanal (Canalis adductorius) trägt im Englischen bis heute den Beinamen ‚Hunter’s canal‘.<ref>Moore, The Knife Man, S. 11.</ref> Sein Biograph Qvist verweist in diesem Zusammenhang allerdings auf den Umstand, dass Hunter nicht der Erste war, der Aneurysmen durch ein Verschließen der Oberschenkelarterie behandelte.<ref>Qvist, John Hunter, S. 111.</ref> Vielmehr, so Qvist, komme Hunter das Verdienst zu, die Behandlungsmethode erstmals auf wissenschaftliche Grundlagen gestützt und ihren Erfolg im Experiment nachgewiesen zu haben.<ref>„It is nevertheless true that Hunter was the first to apply a ligature to the femoral artery for spontaneous popliteal aneurisms in accordance with distinct scientific principles discovered and demonstrated by the scientific method of observation and experiment.“ Qvist, John Hunter, S. 112.</ref>

Naturforscher und Sammler

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Die Hunterian Collection am Royal College of Surgeons of England in London. In der Bildmitte ist das Skelett von Charles Byrne, dem ‚Irish Giant‘, zu sehen. Hunter hatte sich die sterblichen Überreste Byrnes gegen dessen ausdrücklichen Willen angeeignet.

Noch während seiner Zeit als Assistent seines Bruders William hatte John angefangen, sich verstärkt für die Physiologie von Tieren zu interessieren. Dieses Interesse ging mit der Zeit so weit, dass er im Jahr 1765 ein Stück Land in Earls Court vor den Toren Londons kaufte und hier einen großen Teil seiner Freizeit verbrachte. Er ließ ein Landhaus mit einigen Nebengebäuden errichten und kaufte über die Jahre hinweg eine Vielzahl zumeist exotischer Tiere, die er auf seinen Landsitz bringen ließ. Auf den Weiden in Earls Court grasten Schafe, Pferde und Zebras und in den Ställen neben seinem Landhaus hielt Hunter Affen, Schakale, Löwen und Leoparden.<ref>Moore, The Knife Man, S. 148.</ref> Auf diese Weise konnte er nicht nur das Verhalten der Tiere studieren, sondern sie auch nach ihrem Ableben sezieren und Aufschlüsse über ihren Körperbau gewinnen. Anders als andere Naturforscher seiner Zeit war er allerdings nicht an einer korrekten Klassifikation der Tiere interessiert, sondern vielmehr an der Entdeckung der allgemeinen Gesetzmäßigkeiten des Lebendigen.<ref>Moore, The Knife Man, S. 151.</ref> Seine Biographin Moore sieht Hunter deshalb auch als einen der Pioniere der Biologie, die als Wissenschaft erst im 19. Jahrhundert etabliert wurde.<ref>„His labors would make him a pioneer, though rarely recognized as such, in the discipline that would become established in the following century as biology.“ Moore, The Knife Man, S. 151.</ref> László A. Magyar stellte 1994 die These auf, dass John Hunter als Vorbild für Doktor Doolittle in Hugh Loftings Kinderbuch Doktor Dolittle und seine Tiere gedient haben könnte.<ref>László A. Magyar, John Hunter and John Dolittle, in: Journal of Medical Humanities 15, 4 (1994), S. 217–220.</ref>

Wann immer ihm bei einer Sektion Besonderheiten auffielen, fertigte Hunter Präparate an, die er in seinem Haus in London sammelte. Auf diese Weise kam über die Jahre hinweg eine beträchtliche Sammlung zusammen, die von Walknochen, dem Fell einer Giraffe und einem ausgestopften Känguru über zahlreiche tierische und menschliche Feuchtpräparate bis hin zu Anomalien wie den Gehirnen eines Kalbs mit zwei Köpfen oder dem Körper eines ungeborenen Kindes mit offenem Rücken reichte.<ref>Moore, The Knife Man, S. 153.</ref> Selbst die sterblichen Überreste des als ‚Irish Giant‘ bekannt gewordenen Charles Byrne gelangten 1783 – gegen die Zahlung einer für damalige Maßstäbe beträchtlichen Summe von 500 Pfund Sterling<ref>Moore, The Knife Man, S. 213.</ref> – schließlich in die Hände von Hunter. Die Forschung geht davon aus, dass Hunter bis zu seinem Tod mehr als 13.600 einzelne Präparate von rund 500 verschiedenen Arten in seiner Sammlung vereinigte.<ref>Jessie Dobson, John Hunter's Animals, in: Journal of the History of Medicine, October 1962, S. 479.</ref>

Im Jahr 1788 eröffnete Hunter in einem Gebäudekomplex am Londoner Leicester Square, den er zugleich mit seiner Frau Anne bewohnte, ein Museum. Hier stellte er seine kostbare Sammlung aus. Sie hatte ihn über 30 Jahre hinweg ein Vermögen gekostet – Hunter selbst gab den Wert in seinem Testament mit 90.000 Guinees an, nach heutigem Wert etwa 8.600.000 Pfund Sterling.<ref>Moore, The Knife Man, S. 239.</ref> Neben seinen tierischen und menschlichen Präparaten waren in seinem Museum auch Fossilien ausgestellt. Neben jedem Fossil lag eine Probe von der Gesteinsschicht, der es entnommen war. Nahezu zwei Jahrzehnte vor William Smith, dem Begründer der britischen Geologie, war Hunter zu der Einsicht gelangt, dass dieselben Fossilien immer in derselben Gesteinsschicht abgelagert sind.<ref>Moore, The Knife Man, S. 249.</ref>

Letzte Jahre und Tod

Datei:Nathaniel Dance Holland - John Hunter.png
John Hunter kurz vor seinem Tod. Porträt von Sir Nathaniel Dance-Holland aus dem Jahr 1793.

In seinen letzten Jahren wurde Hunter für seine Arbeit vielfach ausgezeichnet. Bereits im Januar 1776 hatte der englische König Georg III. ihn zu seinem außerordentlichen Chirurgen ernannt. 1781 wurde Hunter in die Königliche Wissenschaftsgesellschaft zu Göteborg aufgenommen und 1783 in die französische Académie Royale. Im Januar 1786 wurde er schließlich, in Anerkennung seiner Arbeit als Militärarzt, zum Deputy Surgeon General der britischen Armee ernannt und im März 1790 zum Surgeon General.

Bis zu seinem Tod behandelte Hunter Patienten, arbeitete weiterhin im Sezierraum und unterrichtete Studenten in seinem eigens für ihn eingerichteten anatomischen Theater am Leicester Square.<ref>Ausführlichere Informationen zu Hunters Patienten bietet u.a. Qvist, John Hunter, S. 167–174.</ref> Zu seinen berühmtesten Patienten in jener Zeit gehörten der britische Premierminister William Pitt der Jüngere<ref>Moore, The Knife Man, S. 228.</ref>, der schottische Nationalökonom Adam Smith<ref>Moore, The Knife Man, S. 231.</ref> und der schottische Dichter George Gordon Byron, den Hunter kurz nach seiner Geburt gegen die Pocken impfte.<ref>Moore, The Knife Man, S. 232.</ref> Der Komponist Joseph Haydn, eng befreundet mit Hunters Frau Anne, entzog sich einer Behandlung seiner Nasenpolypen aus Angst vor dem Eingriff, gab aber später an, dies zu bereuen.<ref>Moore, The Knife Man, S. 234f.</ref>

Am 16. Oktober 1793 starb Hunter während einer Sitzung im St. George’s Hospital. Eine am nächsten Tag durch seinen Schwager Everard Home vorgenommene Autopsie ergab, dass er an einer durch Arterienverkalkung verursachten koronaren Herzkrankheit gestorben war.<ref>Everard Home, A Short Account of the Life of the Author, in: A Treatise on the Blood, Inflammation and Gun-shot Wounds, by the Late John Hunter, London 1794, S. lxii–lxv.</ref> Hunter wurde zunächst in St. Martin-in-the-Fields bestattet; am 28. März 1859 wurde der Sarg mit seinen sterblichen Überresten Hunters wurde von der ursprünglichen Begräbnisstätte in die Westminster Abbey überführt.

Vermächtnis

Datei:John Hunter - coffin (1859).png
Fotografie des Sargdeckels von Hunter aus dem Jahr 1859. Der Sarg wurde am 28. März 1859 von der ursprünglichen Begräbnisstätte St. Martin-in-the-Fields in die Westminster Abbey überführt.

In seinem drei Monate vor seinem Tod abgefassten Testament hatte Hunter bestimmt, dass seine Besitztümer größtenteils verkauft und seine Sammlung dem britischen Staat zum Erwerb angeboten werden sollte. Auf diese Weise sollten seine über die Jahre angewachsenen Schulden beglichen werden. Doch nach den Versteigerungen seines Nachlasses durch das Londoner Auktionshaus Christie’s stellte sich heraus, dass kein Geld mehr für seine Frau Anne übrigblieb. Darüber hinaus war der mitten im Krieg mit Frankreich stehende britische Staat nicht daran interessiert, Hunters Museum zu erwerben. Premierminister William Pitt soll bei dieser Gelegenheit verärgert ausgerufen haben „Wie! Präparate kaufen! Warum, ich habe nicht genug Geld, um Schießpulver zu kaufen.“<ref>„What! Buy preparations! Why, I have not got money enough to purchase gunpowder“ Ottley, Life of John Hunter, S. 137.</ref>

Auf diese Weise blieb Hunters Sammlung zunächst in den Händen von Everard Home, der sie 1799 für den Spottpreis von 15.000 Pfund Sterling an das Royal College of Surgeons of England verkaufte.<ref>Ottley, Life of John Hunter, S. 142. Kobler, The Reluctant Surgeon, S. 312 gibt als Verkaufsjahr 1800 an.</ref> Das Royal College of Surgeons bestimmte William Clift (1775–1849), den früheren Assistenten und Sekretär Hunters, zum Kurator. Unter Clifts Leitung gewann das Museum internationale Anerkennung und zog Besucher aus allen Teilen der Welt an.<ref>Kobler, The Reluctant Surgeon, S. 317.</ref> Gleichzeitig begann Clift, die unveröffentlichten Manuskripte Hunters zu kopieren. Everard Home hatte deren Herausgabe verlangt und Clift hatte eine Vorahnung, dass den Papieren ein ungewisses Schicksal drohen könnte, wenn er sie an Home auslieferte.<ref>Clift schrieb später in seinem Bericht (Note on the Preservation of the Hunterian Observations Before Their Destruction by Sir Everard Home) an das Royal College of Surgeons: „having a kind of presentiment that if they were removed to his house some accident might befall them“ Hier zitiert nach Moore, The Knife Man, S. 272.</ref> Clifts Vorahnung sollte sich erfüllen. Wie sich später herausstellte, nutzte Home die schließlich an ihn übergebenen Manuskripte für seine eigenen Veröffentlichungen und schrieb weite Teile daraus wortwörtlich ab. Jahre nachdem Home für seine wissenschaftlichen Verdienste mit der renommierten Copley-Medaille geehrt worden war, verbrannte er Hunters Manuskripte; nur kleinere Teile der umfangreichen Aufzeichnungen Hunters blieben – zusammen mit den Abschriften Clifts – für die Nachwelt erhalten. Hunters Präparate sind heute in der Hunterian Collection am Royal College of Surgeons in London für die Öffentlichkeit zugänglich.

Mehr noch als Hunters Sammlungen und Schriften haben seine Schüler zum Weiterleben seiner Ideen beigetragen. Sie verbreiteten seinen Ansatz der wissenschaftlichen Chirurgie in Großbritannien und den Vereinigten Staaten. Hunters Biographin Moore stellt dazu fest: „Durch Hunters durchdringenden Einfluss basierte die zukünftige Praxis der Chirurgie im Wesentlichen auf den Lehrsätzen der Beobachtung, des Experiments und der Anwendung wissenschaftlicher Beweisführung“.<ref>„But through Hunter's pervasive influence, the future practice of surgery would be based largely on the doctrine of observation, experimentation, and application of scientific evidence“ Moore, The Knife Man, S. 275.</ref> Das Royal College of Surgeons würdigte Hunter als den „Begründer der wissenschaftlichen Chirurgie“.<ref>„Founder of Scientific Surgery“ – so die Aufschrift einer Tafel, die vom Royal College of Surgeons bei Hunters Wiederbestattung in der Westminster Abbey angebracht wurde. Vgl. Moore, The Knife Man, S. 275.</ref>

Fernsehserie

Wie im März 2012 bekannt gegeben wurde, ist eine Fernsehserie über das Leben von John Hunter geplant.<ref>Brendan Bettinger: David Cronenberg to Direct and Produce Drama Pilot KNIFEMAN About 18th Century Surgeon John Hunter, Collider.com vom 12. März 2012, abgerufen am 13. März 2012.</ref> Als Basis soll das Buch The Knife Man. The Extraordinary Life and Times of John Hunter, Father of Modern Surgery von Wendy Moore aus dem Jahr 2005 dienen. Die Drehbücher hierzu wurden bereits von Rolin James geschrieben. Als Produzenten werden Sam Raimi und David Cronenberg fungieren, wobei Cronenberg auch als Regisseur zumindest für die Pilotfolge im Gespräch ist.

Schriften

Eigenständige Schriften, veröffentlicht zu Lebzeiten Hunters
  • The Natural History of the Human Teeth: Explaining their Structure, Use, Formation, Growth, and Diseases. London 1771, Google Books.
  • A Practical Treatise on the Diseases of the Teeth; Intended as a Supplement to the Natural History of Those Parts. London 1778, Online.
  • A Treatise on the Veneral Disease. London 1786, Google Books.
Spätere Veröffentlichungen
  • A Treatise on the Blood, Inflammation and Gun-shot Wounds, by the Late John Hunter. London 1794.
  • The Works of John Hunter. Hrsg. von James Palmer, 4 Bände, London 1835, Google Books.
  • Observations and Reflections on Geology. London 1859, Google Books.
  • Essays and Observations on Natural History, Anatomy, Physiology, Psychology and Geology. Hrsg. von Richard Owen, 2 Bände, London 1861, Google Books, Band 1, Band 2.
  • Letters from the Past, from John Hunter to Edward Jenner. Hrsg. von E. H. Cornelius und A. J. Harding Rains, London 1976.
  • The Case Books of John Hunter FRS. Hrsg. von Elizabeth Allen, J. L. Turk und Sir Reginald Murley, London 1993.
Verzeichnis der Schriften

Für ein Gesamtverzeichnis der Schriften John Hunters ist Qvist, John Hunter, Kapitel „Publications“, S. 56–66 maßgeblich. Qvist gliedert die Veröffentlichungen zunächst thematisch und dann chronologisch.

Literatur

Ältere Darstellungen
  • Jessé Foot: The life of John Hunter. London 1794 (Digitalisat bei Google Books; Jessé Foot war einer der Rivalen Hunters und so ist seine Darstellung von tiefer Abneigung gegenüber diesem geprägt. Foot stellt Hunter als einen übelgelaunten Zeitgenossen dar, relativiert dessen Leistungen und stellt die Behauptung auf, dass Hunter seine medizinischen Werke nicht selber verfasst habe).
  • Everard Home: A Short Account of the Life of the Author. In: John Hunter: A Treatise on the Blood, Inflammation and Gun-shot Wounds. London 1794, S. xiii–lxvii (Digitalisat beim Internet Archive).
  • Drewry Ottley: The Life of John Hunter, F.R.S. London 1835 (Digitalisat bei Google Books).
  • George Thomas Bettany: Hunter, John (1728-1793). In: Sidney Lee (Hrsg.): Dictionary of National Biography (DNB), Band 28 (Howard – Inglethorpe), MacMillan & Co, Smith, Elder & Co., New York City, London 1891, S. 287293 (englisch) (hier über die engl. Ausgabe von Wikisource
Neuere Darstellungen
  • Jessie Dobson: John Hunter. Edinburgh 1969, ISBN 0-443-00647-4.
  • John Kobler: The Reluctant Surgeon. A Biography of John Hunter. London 1960.
  • Wendy Moore: The Knife Man. The Extraordinary Life and Times of John Hunter, Father of Modern Surgery. London 2005, ISBN 0-593-05209-9.
  • George Qvist: John Hunter 1728–1793. London 1981 (Neben fünf kurzen biographischen Kapiteln enthält Qvists Darstellung auch eine Reihe von Kapiteln zu den unterschiedlichen medizinischen und naturwissenschaftlichen Teilbereichen von Hunters Schaffen. Außerdem ist ein Schriftenverzeichnis enthalten. Hervorzuheben ist, dass Qvist einer der wenigen Mediziner unter den Biographen Hunters ist.).
Literarische Verarbeitungen
  • Garet Rogers: Lancet. New York 1956 (in der europäischen Ausgabe unter dem Titel Brother Surgeons erschienen).
  • Hilary Mantel: Der riesige O'Brien. Köln 2013 (Original: The Giant, O'Brien. London 1998).

Weblinks

Commons Commons: John Hunter – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

24px Dieser Artikel wurde am 28. November 2011 in dieser Version in die Liste der exzellenten Artikel aufgenommen.