Procymidon
Strukturformel | |||||||
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Strukturformel von Procymidone | |||||||
Allgemeines | |||||||
Name | Procymidon | ||||||
Andere Namen |
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Summenformel | C13H11Cl2NO2 | ||||||
CAS-Nummer | 32809-16-8 | ||||||
PubChem | 36242 | ||||||
Kurzbeschreibung |
farbloser Feststoff<ref name="Sigma" /> | ||||||
Eigenschaften | |||||||
Molare Masse | 284,14 g·mol−1 | ||||||
Aggregatzustand |
fest<ref name="Sigma" /> | ||||||
Löslichkeit |
nahezu unlöslich in Wasser<ref name="Sigma" /> | ||||||
Sicherheitshinweise | |||||||
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Toxikologische Daten | |||||||
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. |
Procymidon ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Dicarboximide.
Inhaltsverzeichnis
Gewinnung und Darstellung
Procymidon kann durch Reaktion von 1,3-Dimethylcyclopropandicarbonsäureanhydrid mit 3,5-Dichloranilin und anschließender Umsetzung mit Essigsäureanhydrid gewonnen werden. Im ersten Schritt entsteht unter Ringöffnung des cyclischen Anhydrids ein offenkettiges Amid mit einer freien Carbonsäuregruppe. Diese Verbindung ist zwar chiral aber entsteht als Racemat bzw. Enantiomerenpaar da die Ausgangsverbindungen achiral sind. Da die Chiralität im Folgeschritt wieder aufgehoben wird wäre hier eine selektive Synthese überflüssig. Das offenkettige Carbonsäureamid wird in der Folgereaktion mit Essigsäureanhydrid wieder cyclisiert und man erhält Procymidon als cyclisches Imid. Sowohl das als Ausgangsverbindung benutzte Anhydrid als auch das Procymidon sind achiral da sie eine Spiegelebene besitzen und somit beide eine Meso-Verbindung darstellen.<ref name="Unger">Thomas A. Unger: Pesticide synthesis handbook. 1996, ISBN 978-0815514015, S. 581 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).</ref>
Eigenschaften
Procymidon ist ein farbloser Feststoff, der unlöslich in Wasser ist.<ref name="Sigma" />
Verwendung
Procymidon wird als Fungizid verwendet. Er wurde insbesondere gegen den Schadpilz Grauschimmel (Botrytis cinerea) eingesetzt. Aufgrund der hohen genetischen Variabilität ist die Resistenzneigung dieses Pilzes jedoch sehr hoch.<ref name="">umweltdaten.de:UMWELTFORSCHUNGSPLAN DES BUNDESMINISTERIUMS FÜR UMWELT, NATURSCHUTZ UND REAKTORSICHERHEIT, Forschungsbericht 200 67 407, UBA-FB 000458/1 und 2 (PDF; 3,1 MB).</ref>
Regulierung
EU
Pflanzenschutzmittel mit diesem Wirkstoff sind seit 1997 in Deutschland nicht mehr zugelassen. In der EU erfolgte 2006 eine erneute Zulassung für Gurken in Gewächshäusern (geschlossene Hydrokultursysteme) und Pflaumen (zur Verarbeitung)<ref name="eu">EU: RICHTLINIE 2006/132/EG DER KOMMISSION vom 11. Dezember 2006 zur Änderung der Richtlinie 91/414/EWG des Rates zwecks Aufnahme des Wirkstoffs Procymidon.</ref> Im Jahr 2007 kam die Verbindung in die Schlagzeilen, da Greenpeace eine Überschreitung die sogenannten Akuten Referenzdosis (ARfD) bei Tafeltrauben in deutschen und österreichischen Supermärkten bemängelte.<ref name="Greenpeace">Greenpeace: Akut giftig: Trauben und Salat - Nachrichten zum Thema Chemie, 12. Januar 2007.</ref> Laut den Warenhausketten liegt die Belastung jedoch deutlich unter der in der EU zulässigen Höchstgrenzen, da dort die ARfD nicht berücksichtigt wird.<ref name="NTV">NTV: Grenzwerte unklar: Tafeltrauben mit Procymidon - n-tv.de, 21. November 2008.</ref> Die Wirkung beruht auf der Hemmung der Triglyceridsynthese bei Pilzen.<ref name="Roberts">Terence Robert Roberts, D. H. Hutson: Metabolic pathways of agrochemicals. Royal Soc of Chemistry, 1999, ISBN 978-0854044993, S. 1165 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).</ref>
Die Verwendung von Procymidon in der EU ist seit Juli 2008 verboten. Die Erlaubte Tagesdosis beträgt 0,0028, die Akute Referenzdosis 0,012 und die Annehmbare Anwenderexposition 0,12 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag.<ref>EU Pesticides database. Abgerufen am 21. November 2013.</ref>
In der Schweiz sind keine Pflanzenschutzmittel mit diesem Wirkstoff zugelassen.<ref name="PSM">Nationale Pflanzenschutzmittelverzeichnisse: Schweiz, Österreich, Deutschland; abgerufen am 22. Juni 2012.</ref>
Sicherheitshinweise
Bei Procymidon wurde im Tierversuch eine antiandrogene Wirkung nachgewiesen.<ref name="Hans-Werner Vohr">Hans-Werner Vohr: Toxikologie. John Wiley & Sons, 2012, ISBN 3527660038, S. 158 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).</ref>
Einzelnachweise
<references />